Miyama – Kyoto Prefecture

Ein Film von Rainer Komers. 

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Das kar­ge und aut­ar­ke Leben in den japa­ni­schen Bergen, ein­ge­fan­gen zwi­schen Regenzeit und ers­tem Schnee. Abgelegen und ruhig: ein Ort, den die Zeit ver­ges­sen hat – und doch, selbst hier, ein Gefühl der Unruhe … Die Welt ver­än­dert sich, und es gibt kein Entrinnen, nur Anpassung.

Rainer Komers por­trai­tiert in sei­nem neu­en Film die Dorfgemeinschaft von Miyama, einer Bergregion nörd­lich von Kyoto, und trifft dabei auf eine Welt, in der Tradition und Moderne, auf viel­fäl­ti­ge Weise ver­wo­ben, mit­ein­an­der exis­tie­ren. Junge Familien, die ver­su­chen, sich eine eigen­stän­di­ge Existenz auf­zu­bau­en, die Alten, die ein genüg­sa­mes Leben aus einer ande­ren Zeit zu füh­ren schei­nen, die immer gegen­wär­ti­ge Natur, der tra­di­tio­nel­le Reisanbau und der Kampf gegen die Makaken bil­den den Fluss der Erzählung.

Diesem gesellt sich als Melodie die Geschichte von Uwe Walter hin­zu, der aus dem Ruhrgebiet stammt und seit drei Jahrzehnten mit sei­ner japa­ni­schen Frau in Miyama lebt. Für die Alteingesessenen ist Uwe der Außenseiter, aber zugleich auch ein Kenner des tra­di­tio­nel­len Nō-Theaters und ein Meister der Shakuhachi-Flöte, einem prä­gen­den Instrument der klas­si­schen Musik Japans. Kaum vor­stell­bar, dass es einen wei­te­ren Deutschen gibt, der so sehr die japa­ni­sche Kultur lebt und sich der dörf­li­chen Gemeinschaft ange­passt hat.

MIYAMA, KYOTO PREFECTURE erzählt vom Leben in die­ser Dorfgemeinschaft, von der der Leiter des Dokumentarfilmfestivals Leipzig, Christoph Terhechte sagt: „Der eigent­li­che Gegenstand die­ses Films ist nicht der grau­blond gelock­te Deutsche, son­dern eben jene Gemeinschaft, die Rainer Komers in bit­ter­sü­ßer Vielstimmigkeit por­trä­tiert. Sie ent­steht im Spiel der Kinder, in den Verrichtungen der Erwachsenen und den Erzählungen der Alten, in den som­mer­li­chen Wolkenbrüchen der Regenzeit, im wei­ßen Mond über dem nächt­li­chen Dorf und in den blut­rot gefärb­ten Blättern im Herbst – ein herr­li­cher Film, der zeigt, wie anpas­sungs­fä­hig wir Menschen sind.“

Credits:

DE 2022, 97 min, Deutsch, Japanisch OmU
Regie & Kamera: Rainer Komers
Schnitt: Gregor Bartsch

Trailer:
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Autor: fsk

  • Miyama – Kyoto Prefecture

    Miyama – Kyoto Prefecture

    Ein Film von Rainer Komers. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Das kar­ge und aut­ar­ke Leben in den japa­ni­schen Bergen, ein­ge­fan­gen zwi­schen Regenzeit und ers­tem Schnee. Abgelegen und ruhig: ein Ort, den die Zeit ver­ges­sen hat – und doch, selbst hier, ein Gefühl der Unruhe … Die Welt ver­än­dert sich, und es gibt kein Entrinnen, nur Anpassung.

    Rainer Komers por­trai­tiert in sei­nem neu­en Film die Dorfgemeinschaft von Miyama, einer Bergregion nörd­lich von Kyoto, und trifft dabei auf eine Welt, in der Tradition und Moderne, auf viel­fäl­ti­ge Weise ver­wo­ben, mit­ein­an­der exis­tie­ren. Junge Familien, die ver­su­chen, sich eine eigen­stän­di­ge Existenz auf­zu­bau­en, die Alten, die ein genüg­sa­mes Leben aus einer ande­ren Zeit zu füh­ren schei­nen, die immer gegen­wär­ti­ge Natur, der tra­di­tio­nel­le Reisanbau und der Kampf gegen die Makaken bil­den den Fluss der Erzählung.

    Diesem gesellt sich als Melodie die Geschichte von Uwe Walter hin­zu, der aus dem Ruhrgebiet stammt und seit drei Jahrzehnten mit sei­ner japa­ni­schen Frau in Miyama lebt. Für die Alteingesessenen ist Uwe der Außenseiter, aber zugleich auch ein Kenner des tra­di­tio­nel­len Nō-Theaters und ein Meister der Shakuhachi-Flöte, einem prä­gen­den Instrument der klas­si­schen Musik Japans. Kaum vor­stell­bar, dass es einen wei­te­ren Deutschen gibt, der so sehr die japa­ni­sche Kultur lebt und sich der dörf­li­chen Gemeinschaft ange­passt hat.

    MIYAMA, KYOTO PREFECTURE erzählt vom Leben in die­ser Dorfgemeinschaft, von der der Leiter des Dokumentarfilmfestivals Leipzig, Christoph Terhechte sagt: „Der eigent­li­che Gegenstand die­ses Films ist nicht der grau­blond gelock­te Deutsche, son­dern eben jene Gemeinschaft, die Rainer Komers in bit­ter­sü­ßer Vielstimmigkeit por­trä­tiert. Sie ent­steht im Spiel der Kinder, in den Verrichtungen der Erwachsenen und den Erzählungen der Alten, in den som­mer­li­chen Wolkenbrüchen der Regenzeit, im wei­ßen Mond über dem nächt­li­chen Dorf und in den blut­rot gefärb­ten Blättern im Herbst – ein herr­li­cher Film, der zeigt, wie anpas­sungs­fä­hig wir Menschen sind.“

    Credits:

    DE 2022, 97 min, Deutsch, Japanisch OmU
    Regie & Kamera: Rainer Komers
    Schnitt: Gregor Bartsch

    Trailer:
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  • Fucking Bornholm

    Fucking Bornholm

    Ein Film von Anna Kazejak. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Das gemein­sa­me Campingwochenende auf der däni­schen Insel Bornholm ist Tradition. Maja und Hubert rei­sen mit ihren Kindern Eryk und Wiktor an, wäh­rend ihr Freund aus Studienzeiten, der geschie­de­ne Dawid, die­ses Jahr mit Sohn Kaj und sei­ner deut­lich jün­ge­ren Tinder-Freundin, der Psychologiestudentin Nina, auf­taucht. Die Reisegruppe freut sich auf ent­spann­te Maitage im Ostseeparadies, doch bereits auf der Fähre wirkt die Stimmung ange­spannt – und Nina und Hubert flir­ten mit­ein­an­der. Kaum sind die Wohnwagen direkt am Strand bezo­gen, kommt es unter den vor­pu­ber­tä­ren Kindern zu einem sexua­li­sier­ten Übergriff. Erschüttert ver­sucht die erschöpf­te Maja rich­tig zu reagie­ren, wäh­rend die ande­ren Erwachsenen sich nicht aus der Urlaubsruhe brin­gen las­sen. Bald bre­chen Konflikte auf, die schon lan­ge unter der Oberfläche schwe­len. (indie­ki­no)
    „Nicht nur die Ausgangskonstellation von Anna Kazejaks Fucking Bornholm erin­nert deut­lich an die mora­li­schen Versuchsanordnungen, mit denen der schwe­di­sche Regisseur Ruben Östlund in den letz­ten Jahren gro­ße Erfolge fei­er­te. Besonders sein Force Majeure, in dem eben­falls eine Familie im Urlaub mit männ­li­cher Schwäche kon­fron­tiert wur­de, scheint Vorbild gewe­sen zu sein, mit einem gro­ßen Unterschied: Kazejak wirft einen dezi­diert femi­nis­ti­schen Blick auf ihre Figuren, wobei beson­ders Maja im Mittelpunkt steht.
    In poin­tier­ten Dialogen ent­fal­tet sich ein kom­ple­xes Figurengeflecht, bei dem immer wie­der ange­deu­tet wird, wie sehr sich Maja in den Dienst ihrer Familie, ihres Mannes und ihrer Kinder stellt und ihre eige­nen Wünsche dabei zurück­stellt. Während sie sich um die Kinder küm­mert, geht Hubert sei­nen Hobbys nach. Ganz selbst­ver­ständ­lich mutet die­se Aufgabenverteilung an, ein Ausbruch aus die­sen tra­di­tio­nel­len Konventionen scheint kaum mög­lich.
    Dementsprechend wird auch die Situation zwi­schen den Kindern bald ver­ges­sen, schei­nen die unter­schwel­li­gen Konflikte immer wie­der aus­zu­bre­chen, nur um dann doch wie­der zu ver­schwin­den. Eine Katharsis bleibt somit aus, ein ver­söhn­li­ches oder ander­wei­tig zuge­spitz­tes Ende sucht man ver­ge­bens. Man mag das unbe­frie­di­gend fin­den, aber es passt zu einem genau beob­ach­te­ten Film, der auf über­zeu­gen­de Weise zwi­schen komö­di­an­ti­schen und dra­ma­ti­sche­ren Momenten chan­giert und dabei viel über Geschlechterrollen und Vorstellungen von Männlichkeit erzählt.“
    M.Meyns | programmkino.de

    Credits:

    PL 2022, 96 min, poln. dän. OmU
    Regie: Anna Kazejak
    Kamera: Jakub Stolecki
    Schnitt: Maciej Pawlinski
    mit Agnieszka Grochowska, Maciej Stuhr, Grzegorz Damięcki, Jasmina Polak and Magus Krepper

    Trailer:
    F***ING BORNHOLM | Trailer OmdU
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  • Die Linie

    Die Linie

    Ein Film von Ursula Meier. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Ihre Gewaltausbrüche haben Margaret, 35Jahre alt, ihre Beziehung gekos­tet. Sie zieht wie­der zu ihrer Mutter Christina. Doch die labi­le, unrei­fe 55-Jährige macht sie als ältes­te Tochter für das Scheitern ihrer Karriere als Konzertpianistin ver­ant­wort­lich. Ein Streit der bei­den eska­liert, und die wüten­de Margaret schlägt auf ihre Mutter ein. Die Justiz wird aktiv und die Dynamik in der Familie noch kom­pli­zier­ter: Aufgrund eines Kontaktverbots darf Margaret sich dem Haus ihrer Mutter nun nur noch auf 100 Meter nähern, was ihre Sehnsucht nach fami­liä­rer Nähe ver­stärkt. Täglich erscheint Margaret an der Bannkreisgrenze und gibt ihrer 12-jäh­ri­gen Schwester Marion Musikstunden. In La ligne lotet Ursula Meier erneut eine unge­wöhn­li­che Familienkonstellation aus und gibt dem Wort „Familienkreis“ auch eine topo­gra­fi­sche Dimension. Wie die beein­dru­cken­de Hauptdarstellerin aus die­sem Kreis ver­bannt und der Mutter „ent­ris­sen“ wird, erin­nert an das Trauma der Geburt. Kennzeichnend für den Film sind die Stimmungswechsel, mit denen er die Gefühlswelten der Protagonist*innen nach­emp­fin­det und dabei immer wie­der ohne Vorwarnung zwi­schen Komödie und Tragödie hin- und her­schal­tet. Tonalität und Regiearbeit sind treff­si­cher und hef­tig wie ein Schlag ins Gesicht.

    Credits:

    La Ligne
    CH/FR/BE 2022, 104 Min., frz. OmU
    Regie: Ursula Meier
    Kamera: Agnès Godard
    Schnitt: Nelly Quettier
    mit Stéphanie Blanchoud, Valeria Bruni Tedeschi, Elli Spagnolo 

    Trailer:
    DIE LINIE – offi­zi­el­ler OmU-Kinotrailer – ab 18.05.2023
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  • All the Beauty and the Bloodshed

    All the Beauty and the Bloodshed

    Ein Film von Laura Poitras. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    In den 80er Jahren wur­de Nan Goldin in New York als Underground-Künstlerin bekannt, mitt­ler­wei­le zählt sie zu den renom­mier­tes­ten Fotografinnen welt­weit. Ihre Werke hän­gen in den gro­ßen Museen, mög­lich macht die­se Einkäufe auch finanz­star­ke Mäzene, wie z.B. die Sackler-Familie. Viel Geld geben die­se Leute aus, um Kunst zu unter­stüt­zen. Verdient wur­de die­ses Geld in die­sem Fall vor allem mit OxyContin, einem zwar lega­len, aber hoch­gra­dig abhän­gig machen­dem Schmerzmittel, das für hun­dert­tau­sen­de Tote und unzäh­li­ge Drogenabhängige in den USA ver­ant­wort­lich ist. Obwohl die extre­me Suchtgefahr (schon 3 Tabletten des Opioids rei­chen dazu aus) bekannt ist, blieb das Pharmaunternehmen bei sei­ner aggres­si­ven Werbekampagne und beein­fluss­te und kauf­te wei­ter­hin Ärzte, damit sie das Medikament ver­schrei­ben. Nan Goldin war eines der Opfer. 2014 bekam sie bekam sie das Schmerzmittel nach einer Operation ver­schrie­ben und kämpf­te jah­re­lang gegen ihre Abhängigkeit. Nach ihrem erfolg­rei­chen Entzug schloss sie sich 2018 dem Protest gegen die Sacklers an, initi­ier­te Aktionen in Museen, wo ihre Fotos aus­ge­stellt wur­den, wie dem Guggenheim oder der National Gallery.
    Der in Venedig mit dem gol­de­nen Löwen preis­ge­krön­te Film teilt sich in zwei Stränge. Er beschert uns ein Wiedersehen mit den Anfängen der Queer- und LGBT-Szene in New York, der Factory und dem Punk. Dazwischen immer wie­der Proteste und Aktionen in Museen und Galerien, wie dem Guggenheim und der Tate.
    Der letzt­end­li­che Erfolg (die Firma Purdue Pharma mel­de­te Konkurs an) kann aller­dings nicht dar­über hin­weg­täu­schen, dass welt­weit Stiftungen sich mit Kunstsponsoring qua­si rein­wa­schen wol­len, und Institutionen dabei ger­ne mit­ma­chen – auch die finan­zi­el­len Entwicklungen auf dem Kunstmarkt tra­gen ihren Teil dazu bei.
    Was All the Beauty and the Bloodshed vor allem zeigt, sind zwei Dinge: Dass zivi­ler Ungehorsam durch­aus einen Effekt haben kann, und was für eine inter­es­san­te Künstlerin Nan Goldin ist.“ MM | programmkino.de

    Credits:

    US 2022, 117 Min., engl. OmU,
    Regie: Laura Poitras
    Kamera: Nan Goldin
    mit: Nan Goldin, David Armstrong, Marina Berio 

    Trailer:
    All the Beauty and the Bloodshed (OmU Trailer) – Nan Goldin, Laura Poitras
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  • Suzume

    Suzume

    Ein Film von Makoto Shinkai. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Die 17-jäh­ri­ge Suzume hat früh ihre Mutter ver­lo­ren und lebt bei ihrer Tante in einer Kleinstadt auf Japans süd­li­cher Hauptinsel Kyushu. Auf dem Schulweg lernt sie einen rät­sel­haf­ten jun­gen Mann namens Souta ken­nen, der auf der Suche nach einer Tür ist. Sie folgt ihm in die Berge und stößt zwi­schen Ruinen auf eine alte, maro­de Tür. Einem Impuls fol­gend dreht sie den Knauf und ent­fes­selt so das Unheil, das von der Tür zurück­ge­hal­ten wur­de. Überall in Japan öff­nen sich wei­te­re Türen, hin­ter denen sich Gefahren für die nichts ahnen­de Bevölkerung ver­ber­gen. Gemeinsam machen Suzume und Souta sich auf, sie alle wie­der zu schlie­ßen. Bei die­ser epi­schen Abenteuerreise von Anime-Regisseur und Drehbuchautor Makoto Shinkai fol­gen wir Suzume auf ihrer ver­zwei­fel­ten Suche nach den Unheilstüren kreuz und quer durch Japan, gera­ten fern­ab der Metropolen in ent­völ­ker­te Landstriche und erken­nen, dass die Reise auch die Freiheitssuche einer jun­gen Frau ist, die erwach­sen wer­den will. Suzume ist ein ein­fühl­sa­mes Porträt, eine Studie über eine gefähr­de­te, kämp­fe­ri­sche Nation – und ein Signal der Widerstandskraft in einer Zeit, in der die Menschheit den Zorn von Mutter Erde zu spü­ren bekommt.

    Credits:

    JP 2022, 122 Min., Japanisch mit dt. UT,
    Regie & Schnitt: Makoto Shinkai
    Character Design: Masayoshi Tanaka
    Animation Director: Kenichi Tsuchiya


    Trailer:
    Suzume | OFFIZIELLER TRAILER
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  • Achtung Berlin 2023

    Achtung Berlin 2023

    16. – 19.04.2023

    Das Filmfestival Achtung Berlin!, bei dem wir mitt­ler­wei­le zum fünf­ten Mal Spielort sind, prä­sen­tiert zwar Produktionen aus Berlin, ist aber nicht an den Ort gebunden.

    Das Programm im fsk:

    EIGENTLICH EIGENTLICH JANUAR

    So, 16.04 ‚16:00 [Tickets]

    EIGENTLICH EIGENTLICH JANUAR

    Jan Peters, Dokumentarfilm, 100 Min. (Wettbewerb Dokumentarfilm),OF (deutsch)

    Eine Tasche, gefüllt mit unbe­lich­te­ten und zum Teil abge­lau­fe­nem Analog Filmmaterial: Der Filmemacher nimmt dies zum Anlass, einen Monat lang jeden Tag eine drei­mi­nü­ti­ge Rolle zu belich­ten. Neben der Verbindung von Alltäglichem und Politischem geht es ihm dabei vor allem um die Frage nach dem Bild und Filmgeschichte mit gro­ßem ‚G‘ betrach­tet er mit glei­cher Herangehensweise wie die eige­nen Familienaufnahmen. Die Fragen danach, wel­che Bilder wann, mit wel­cher Technik, von wem und für wen her­ge­stellt wer­den, ergänzt Peters mit Fragen nach der Relevanz von ver­wen­de­tem Klebstoff und Montage. Alle 31 Filmrollen, aus denen Eigentlich eigent­lich Januar besteht, kom­men­tiert er – und wird immer wie­der vom abrup­ten Ende der Rolle mit­ten im Satz unterbrochen.

    Uraufführung 46. Duisburger Filmwoche

    Regie Jan Peters Dramaturgie Marie-Catherine Theiler Darsteller:in Ada,
    Agnes Meyer-Brandis, Alexandra Münzner, Alexandra Scheele-Baer, Alix Kokula,
    Alma Amrami Peters Farbkorrektur Mikola Debik Ton Pit Przygodda Musik Pit Przygodda Produktion Jan Peters


    DIE TOTEN VÖGEL SIND OBEN
    Screenshot

    Sonntag 16.04, 18:30 [Tickets]

    DIE TOTEN VÖGEL SIND OBEN

    Sönje Storm, Dokumentarfilm 85 Min. (Wettbewerb Dokumentarfilm, Berlin-Premiere), OmeUT (deutsch, platt­deutsch) mit eng­li­schen UT

    350 aus­ge­stopf­te Vögel. 3000 Schmetterlinge, Pilze, Käfer. Die Sammlung ist obses­siv und poe­tisch. Objekte wur­den in akri­bi­scher Arbeit prä­pa­riert und sor­tiert, Fotografien über Stunden, Tage und Wochen mit der Hand kolo­riert:
    Regisseurin Sönje Storm öff­net in ihrem Film den Nachlass ihres Urgroßvaters, des Bauern Jürgen Friedrich Mahrt (1882−1940). Während des Ersten Weltkriegs zum Fotografen aus­ge­bil­det, beob­ach­tet die­ser ab 1919 die Veränderungen in sei­ner Heimat Schleswig-Holstein und doku­men­tiert die mensch­li­chen Eingriffe in die Naturlandschaften sowie die Zerstörung von Ökosystemen – Bilder aus der Frühzeit des Anthropozäns.

    Uraufführung 65. DOK Leipzig

    Regie, Buch: Sönje Storm Kamera: Alexander Gheorghiu Schnitt: Halina Daugird Ton Enno Grabenhorst, Lukas Lücke, Torsten Pinne, Tobias Rüther, Hannes Schulze, Roman Pogorzelski Musik Dominik Eulberg, Bertram Denzel, Henry Reyels Animation Mieke Ulfig Produzentin Sönje Storm Produktion storm­film produktion


    PIAFFE

    So 16.04, 20:45, [Tickets]

    PIAFFE

    Anne Oren, Spielfilm, 86 Min. (Wettbewerb Spielfilm, Berlin-Premiere), OmeUT (deutsch, eng­lisch) mit eng­li­schen UT

    Nach dem Nervenzusammenbruch ihrer Schwester Zara muss die intro­ver­tier­te Eva deren Job als Geräuschmacherin über­neh­men. Für einen Werbespot ver­tont sie das Verhalten eines Pferdes – und ver­tieft sich so lei­den­schaft­lich in die Arbeit, dass ihr ein Schweif aus dem Steißbein wächst. Mit dem Schwanz wird auch Evas sexu­el­les Begehren immer grö­ßer. Sie beginnt eine SM-Affäre mit einem Botaniker, der Farne erforscht, und erlebt ihren Körper auf eine noch nie emp­fun­de­ne Weise. Erotik, Fantasy und Performancekunst ver­bin­den sich zu einer sur­rea­lis­ti­schen Feier des Andersseins und ‑begeh­rens. Ein trans­gres­si­ver, kaum fass­ba­rer Film vol­ler neu­er und fas­zi­nie­ren­der Reize.
    Uraufführung 75. Locarno Film Festival
    Regie Ann Oren Buch Ann Oren, Thais Guisasola Schauspiel Simone Bucio, Sebastian Rudolph, Simon(e) Jaikiriuma Paetau, Catherine Mayer, Bjørn Melhus, Sarah Nevada Grether (Stimme) Kamera Carlos Vasquez Schnitt Ann Oren, Haim Tabakman Ton
    Robert Hefter, Danylo Okulov Szenenbild Ilaria Di Carlo Kostüm Anna Philippa
    Müller Musik Daniela Lunelli aka Munsha, äbvsd, VTSS Produzent:in Kristof Gerega, Sophie Ahrens, Fabian Altenried Produktion Schuldenberg Films Verleih Salzgeber


    HAO ARE YOU

    Mo 17.04, 18:30 [Tickets]

    HAO ARE YOU

    Dieu Hao Do, Dokumentarfilm, 94 Min. (Wettbewerb Dokumentarfilm, Berlin-Premiere), OmdUT [deutsch, viet­na­me­sisch, kantonesisch]

    Seine Mutter gibt dem Kommunismus die Schuld, sein Onkel einem Erbstreit, die ande­ren schwei­gen. Regisseur Dieu Hao Do erforscht die Zersplitterung sei­ner Familie, die der Amerikanische Krieg in Vietnam auf drei Kontinente ver­streut hat. Mehr als 1,5 Millionen Menschen ver­such­ten nach dem Fall von Saigon am 30. April 1975 vor dem kom­mu­nis­ti­schen Regime zu flie­hen, vie­le davon – auch die Familie des Regisseurs – gehör­ten zur chi­ne­si­schen Minderheit. Fast 50 Jahre nach ihrer Flucht ist ihr Kontakt so gut wie abge­bro­chen. Wie haben sich Traumata durch Verfolgung und Gewalt in die Körper und Seelen der Überlebenden und die ihrer Kinder eingeschrieben?

    Uraufführung 44. Filmfestival Max Ophüls Preis

    Regie, Buch Dieu Hao Do Kamera Florian Mag Schnitt Franziska Köppel, Werner Bednarz, Torsten Striegnitz Ton Kuan-Chen Chen, Azadeh Zandieh Musik Delphine Malausséna Redaktion Burkhard Althoff (ZDF) Produzentin Andrea Ufer Produktion Hanfgarn & Ufer Filmproduktion Koproduktion ZDF – Das klei­ne Fernsehspiel


    Mo 17.04, 20:45 WETTBEWERB MITTELLANGE FILME. Block 2, 81 Min. [Tickets]

    SCHUTZBEFOHLEN

    SCHUTZBEFOHLEN

    Sebastian Urzendowsky, Spielfilm, 26 Min. (Uraufführung), OmeUT (Deutsch) eng­li­sche UT
    Vater und Sohn bege­ben sich auf einen Marsch durch den Wald. Auf einem ver­las­se­nen Armeegelände ringt der Sohn – zwi­schen mili­tä­ri­schen Drills und Selbstverteidigungsübungen – um die Anerkennung sei­nes Vaters. Doch noch mehr wünscht er sich, sich von des­sen Erwartungsdruck befrei­en zu kön­nen.
    Uraufführung 19. ach­tung ber­lin Filmfestival
    Regie, Buch Sebastian Urzendowsky Schauspiel Mika Tritto, Jacob Matschenz Kamera Nikolaus Schreiber Schnitt Carolin Heinz Ton Tobias Adam Produzent:in Sarah Reß, Sebastian Urzendowsky

    PERFORMER

    PERFORMER

    Oliver Grüttner, Spielfilm, 55 Min. (Berlin-Premiere), OmeUT (deutsch, eng­lisch) eng­li­sche UT

    Tim steht kurz vor dem Abitur. Während sei­ner letz­ten Schultage geht er mit Freunden auf Partys, absol­viert Prüfungen und hat sein ers­tes Date mit einer Klassenkameradin. Nachts dreht er Videos von sich, in denen er sei­ne Männlichkeit insze­niert, sei­nem Hass auf Frauen frei­en Lauf lässt – und in denen er von sei­nen Plänen erzählt, am letz­ten Schultag Amok zu lau­fen.
    Uraufführung 39. Filmfest München
    Regie Oliver Grüttner Schauspiel Tilman Vellguth, Jan Henrik Stahlberg, Linda Rohrer, Ursula Rennecke, Laurin Kaiser, Steffen C. Jürgens Kamera Giulia Schelhas, Moritz Friese Schnitt Kai Eiermann Ton Sum-Sum Shen, Alexandre Leser Produzent:in Henning Wagner, Bianca Gleissinger Mariam Shatberashvili, Luise Hauschild Produktion Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin, New Matter Films


    DREI FRAUEN

    Di 18.04, 18:30 [Tickets]

    DREI FRAUEN

    Maksym Melnyk, Dokumentarfilm, 85 Min. (Wettbewerb Dokumentarfilm, Berlin-Premiere), OmeUT (ukrai­nisch) eng­li­sche Untertitel

    Über die Begegnungen mit drei selbst­be­stimm­ten Frauen doku­men­tiert der Film das Leben im ukrai­ni­schen Stuschyzja, was soviel bedeu­tet wie ‚kal­ter Ort‘: Im Dreiländereck zwi­schen Polen und der Slowakei, wo 2019 – im Jahr von Selenskyjs Wahlerfolg – kaum noch jun­ge Menschen leben, trifft der Regisseur eine Landwirtin, eine Postbeamtin und eine Biologin. Im Laufe des Films rückt er mit zuneh­men­der Nähe zu den Menschen selbst ins Bild. Und die allein­ste­hen­de Bäuerin Hanna, die ihn und sei­nen Kameramann wie Söhne behan­delt, beschreibt ein ent­beh­rungs­rei­ches Landleben, das in der Bergregion nahe der EU-Grenze im Niedergang begrif­fen scheint.
    Uraufführung 64. Dok Leipzig

    Regie Maksym Melnyk Darsteller:innen Hanna Wudmaska, Maria Psiajka, Nelya Kowal Kamera Florian Baumgarten, Meret Madörin Schnitt Jannik Eckenstaler Ton
    Roman Pogorzelski Musik Maksym Melnyk Animation Florian Baumgarten, Meret Madörin Produzentin Andrea Wohlfeil Produktion Andrea Wohlfeil


    RUKLA - MOMENTAN KEINE FEINDSICHT

    Di 18.04, 20:45 [Tickets]

    RUKLAMOMENTAN KEINE FEINDSICHT

    Steffi Wurster, Dokumentarfilm, 87 Min. (Wettbewerb Dokumentarfilm, Berlin-Premiere), OmdUT [litau­isch, rus­sich, deutsch] deut­sche Untertitel

    Der Film spielt in Rukla, sie­ben Monate vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine.
    In dem litaui­schen Ort hat die NATO tau­send Soldatinnen und Soldaten
    sta­tio­niert, Manöver und Übungen fin­den das gan­ze Jahr über statt, ihre
    Kampfbereitschaft ist täg­lich spür­bar. Das rich­tet die Bewohner:innen von Rukla
    zwi­schen West und Ost aus, hier haben alle eine Meinung: Soldatin Nina,
    Ortsvorsteherin Vilma, Georgi und sei­ne Frau Marytje sowie Vlada begeg­nen den
    poli­ti­schen (Außen)verhältnissen auf sehr unter­schied­li­che Weise. Trotz aller
    Spannung pral­len die ver­schie­de­nen Perspektiven nicht auf­ein­an­der, son­dern
    tre­ten gleich­be­rech­tigt ins Bild. Das unschein­ba­re Rukla hält sie in Balance.

    Uraufführung 44. Filmfestival Max Ophüls Preis

    Regie, Buch Steffi Wurster Kamera Alexander Gheorghiu Schnitt Maja Tennstedt, Janina Herhoffer Ton Ignas Lungevicius, Ignas Mateika, Hannes Schulze Redaktion Burkhard Althoff (ZDF) Produzent Tobias Büchner Produktion Büchner Filmproduktion Koproduktion ZDF – Das Kleine Fernsehspiel


    THE HOMES WE CARRY

    Mi. 19.04, 18:30 [Tickets]

    THE HOMES WE CARRY

    Brenda Akele Jorde, Dokumentarfilm, 89 Min. (Wettbewerb Dokumentarfilm) Berlin-Premiere, OmdUT [eng­lisch, por­tur­gie­sisch, deutsch, zulu] deut­sche UT

    Der Film zeich­net das Porträt einer von den Wirrungen der Weltgeschichte zer­ris­se­nen Familie zwi­schen Deutschland, Mosambik und Südafrika. Im Zentrum
    steht die afro­deut­sche Sarah. Sie will ihrer Tochter Luana die Beziehungen
    ermög­li­chen, die ihr selbst als Kind fehl­ten. Die bei­den rei­sen ins süd­li­che
    Afrika, um Luanas, aber auch Sarahs Vater zu tref­fen. Die Begegnung mit Luanas
    Vater stellt alle drei vor gro­ße Herausforderungen. Sarahs Vater Eulidio
    wie­der­um erin­nert an die fast ver­ges­se­ne und unge­rech­te Geschichte der
    mosam­bi­ka­ni­schen Vertragsarbeiter in der DDR. In sei­nen nost­al­gi­schen Tagträumen kehrt er zurück zum Ursprung sei­ner euro­päi­schen Familie und ihrer
    plötz­li­chen Trennung.

    Uraufführung 65. DOK Leipzig

    Regie, Buch Brenda Akele Jorde Co-Regie David-Simon Groß, Malte Wandel Protagonist:innen Eulidio Daniel Nhambiro, Sarah Deichsel, Luana Deichsel, Eduardo Pinto Goenha Kamera David-Simon Groß Schnitt Laura Espinel Ton Till Aldinger, Brenda Akele Jorde, André Estevão Bahule Musik Lenna Bahule Redaktion Rolf Bergmann (rbb) Produzent:in Florian Schewe, Miriam Henze Produktion Film Five Koproduktion Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, Rundfunk Berlin-Brandenburg


    GERANIEN

    Mi. 19.04, 20:45 [Tickets]

    GERANIEN

    Tanja Egen, Spielfilm, 84 Min., OmeUT (Deutsch) eng­li­sche UT

    Nina ist Schauspielerin und lebt selbst­be­stimmt mit Mann und Kind in Amsterdam. Doch die Beerdigung ihrer gelieb­ten Oma, der Mutter ihrer Mutter, reißt sie da raus. Zurück im Ruhrgebiet wird sie mit dem ver­dräng­ten Familienleben ihrer Heimat kon­fron­tiert. Ninas Mutter gelingt es zwar bei­na­he, in der Geschäftigkeit der Beerdigungsorganisation ihre Trauer vor dem Rest der Familie zu ver­ber­gen – doch Ninas Anwesenheit und gewis­se Dynamiken im Mutter-Tochter Gefüge wer­fen Fragen auf. Mit jeder erneu­ten Stornierung ihres Rückfluges wird klar: Nina lernt, ihre Eltern in ihr Leben zu las­sen und sich wirk­lich auf das ihre ein­zu­las­sen. Warum nicht auch mal ihnen – oder der ver­stor­be­nen Oma zu Liebe – über den eige­nen Schatten sprin­gen? Oma Marie jeden­falls wür­de sich freuen.

    Uraufführung 73. Internationale Filmfestspiele Berlin

    Regie Tanja Egen Buch Tanja Egen, Esther Preußler Schauspiel Friederike Becht, Marion Ottschick, Peer Martiny, Jasmina Music, Aleksandra Corovic, Stefanie Meier Kamera Claudia Schröder Schnitt Nicolas Dusollier Ton Daria Somesan Szenenbild Jana Donis, Hella Vohrmann Kostüm Eugenia Giesbrecht Musik Paul Eisenach, Jonas Hofer Redaktion Jakob Zimmermann (ZDF) Producerin Tanja Egen, Annika Pacyna Produktion Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin Koproduktion ZDF – Das klei­ne Fernsehspiel

  • Für die Vielen

    Für die Vielen

    Ein Film von Constantin Wulff.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Manchmal ist es doch erstaun­lich, was im Nachbarland so mög­lich ist: Die Arbeiterkammer Wien ist seit über 100 Jahren eine unab­hän­gi­ge, selbst­fi­nan­zier­te zen­tra­le – und wirk­sa­me – Interessenvertretung der Beschäftigten und Anlaufstelle für die vie­len, die um ihre Rechte kämp­fen. Erstaunlich ist aber auch, dass die diver­sen Regierungen ihr noch nichts anha­ben konn­ten. Die rote Faust im Foyer mar­kiert die Institution als his­to­ri­sche Errungenschaft der Arbeiterbewegung. Dass sich ihre Idee in der digi­ta­len Gegenwart nicht über­lebt hat und sogar höchst not­wen­dig ist, zeigt die Nachfrage: Es herrscht reger Betrieb.
    Einer Frau soll wäh­rend der Elternteilzeit gekün­digt wer­den. Einem Mann hat seit Monaten kei­nen Lohn bekom­men, Lohnzettel gibt es kei­ne. Ein ande­rer ahnt, dass ihm sein Arbeitgeber beim nächs­ten Mitarbeitergespräch eine ein­ver­nehm­li­che Kündigung nahe­le­gen wird, nach 25 Jahren im Betrieb. Sie alle sind Hilfesuchende, die in den ers­ten Minuten von Wulffs Dokumentarfilm bei der Arbeiterkammer Beratung bekom­men, ganz selbst­ver­ständ­lich.
    Besonders beein­dru­ckend ist dabei auch die Vielsprachigkeit: Beraterinnen wech­seln ansatz­los zwi­schen Deutsch und Serbisch, es gibt flie­ßen­de Gebärdensprachen-Simultanübersetzung, bei juris­ti­schen Beratungen sit­zen Übersetzer dabei und assis­tie­ren. Es ist, immer wie­der, die­se Selbstverständlichkeit, die so beru­hi­gend und zugleich ergrei­fend ist, gegen­über Paketboten, Verpackerinnen, Bauarbeitern, Facharbeiterinnen, bei Arbeitsunfällen, Lohnbetrug, der Verweigerung von Sozialleistungen.
    Im Direct-Cinema-Stil gibt der Film den Menschen, deren indi­vi­du­el­le Geschichten sich hin­ter abs­trak­ten Begriffen wie Krise, Rezession und Arbeitsmarktverwerfungen ver­ber­gen, und den in die­ser Institution arbei­ten­den, ein Gesicht, und vor allem: „Nichts dar­an ist auch nur einen Moment tro­cken, denn es geht um die Essenz des Menschlichen.“ ORF

    Credits:

    AT 2022, 120 Min., Deutsch, Serbokroatisch, Türkisch, Ungarisch OmU,
    Regie: Constantin Wulff
    Kamera: Johannes Hammel, Michael Schindegger
    Schnitt: Dieter Pichler

    Trailer:
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  • Apples

    Apples

    Ein Film von Christos Nikou.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Christos Nikou erzählt in sei­nem Regieerstling von Aris, einem eher ein­sam wir­ken­den Mann mitt­le­ren Alters, der eines Tages nicht mehr weiss, wer er ist und wo er hin­ge­hört. Am Ort, an dem man ihn betreut, macht man Tests und ord­net sei­nen Gedächtnisverlust einem Phänomen zu, das sich breit­ge­macht hat und von dem vie­le betrof­fen sind. Eine Therapie soll auch Aris hel­fen, wie­der zu sich zu kom­men, oder müss­te man sagen: Ein neu­es Sich zu fin­den? Der von Erinnerung Unbelastete kann, wenn man das posi­tiv betrach­ten will, neu anfan­gen. Es gibt sogar ein Programm, das ihm beim Aufbau eines Bewusstseins hel­fen soll; Aris bekommt bana­le Aufgaben gelie­fert, die er erfül­len und zu denen er mit einer Instantkamera jeweils ein Bild fest­hal­ten soll: Fahrradfahren, Kinobesuch, Ausgang. Über die Aufgaben bil­den sich neue Erinnerungen und, wer weiss, so etwas wie eine Identität. Aris ist nicht allein, auch das gehört zu sei­nen Lernschritten. Da taucht eine Anna auf, die das glei­che Regenerations-Programm durch­läuft. Kannten sich die bei­den vor dem Gedächnisverlust? Oder pas­sen sie zusam­men? Schaffen ein­fa­che Erfahrungen eine neue Identität? Definiert die­se sich übers Erinnern? Der Spielfilm aus Griechenland pro­vo­ziert Fragen und wirkt mit unse­rer Pandemieerfahrung noch amü­san­ter, als er es ohne­hin ist. Der Humor, der ihn prägt, ist aber ein lako­ni­scher und stil­ler. Wir sind ein­ge­la­den zu Betrachtungen einer sur­rea­len Welt, von der wir inzwi­schen wis­sen, dass sie so sur­re­al nicht ist, und vor allem: Unsere eige­ne Welt kann schlag­ar­tig recht sur­re­al wer­den.“ Walter Ruggle
    „Christos Nikou hat bei Yorgos Lanthimos’ Dogtooth als Regieassistent gear­bei­tet. Dessen Vorliebe für Versuchsanordnungen, Lebensskripte und „unwahr­haf­ti­ge“ Beziehungen haben in Nikous Debut deut­li­che Spuren hin­ter­las­sen. Auch das blut­lee­re Spiel und der sur­rea­le Humor sind Attribute einer bestimm­ten Ausformung des „neu­en grie­chi­schen Kinos“. Apples ist jedoch deut­lich vager ange­legt als die Arbeiten von Lanthimos, auch men­schen­freund­li­cher, weni­ger gars­tig. Hinter Aris’ Auftreten fin­den sich Anzeichen von Melancholie und auf­rich­ti­ger Trauer – und eine Einsamkeit, die mehr als Erinnerungsverlust ahnen lässt. Dass die Geschichte in zir­ku­lä­ren Bewegungen und repe­ti­ti­ven Mustern fort­schrei­tet, ent­fal­tet ganz eige­nen Charme.“
    Esther Buss

    Credits:

    Mila
    GR 2020, 90 Min., grie­chi­sche OmU,
    Regie & Kamera: Christos Nikou
    Schnitt: Giorgos Zafeiris
    mit: Aris Servetalis, Sofia Georgovasili, Anna Kalaitzidou, Argiris Bakirtzis

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  • Victim

    Victim

    Ein Film von Michal Blaško. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Basierend auf rea­len Ereignissen erzählt die­ses kraft­vol­le Debüt von Rassismus, Fake News und den Aufstieg der neu­en Rechten. Irina ist allein­er­zie­hen­de Mutter aus der Ukraine, die in einer tsche­chi­schen Kleinstadt lebt. Eines Nachts wird ihr 13-jäh­ri­ger Sohn Igor über­fal­len und schwer ver­letzt. Als er aus der Narkose erwacht, beschul­digt er die Roma-NachbarInnen. Während die Polizei ermit­telt, soli­da­ri­siert sich die gan­ze Stadt mit Mutter und Sohn und kämpft an der Seite von Irina für Gerechtigkeit. Doch als eine gro­ße Kampagne anrollt, bei der ver­schie­de­ne Akteure aus Medien, Politik und Zivilgesellschaft den Vorfall für ihre eige­nen Zwecke nut­zen wol­len, wird Irina unsi­cher…
    (Filmfest HH)
    Der slo­wa­ki­sche Regisseur Michal Blaško hat mit Victim einen moder­nen neo­rea­lis­ti­schen Film gedreht, der sich nüch­tern an Themen unse­rer Zeit abar­bei­tet: an Rassismus, Fake News und poli­ti­scher Instrumentalisierung von Täter-Opfer-Narrativen. Mit doku­men­ta­risch anmu­ten­den Bildern folgt die Kamera von Adam Mach der Heldin bei dem Versuch, ihr Glück zu machen. Kein Leichtes, Irinas ers­tes Einbürgerungsgesuch wur­de wegen Kleinigkeiten abge­lehnt, sie begeg­net Fremdenfeindlichkeit und ver­dient schlecht beim Reinigungsdienst. Victim ist ein kühl-kal­ku­lier­tes, klu­ges Debüt.
    (EPD, Jens Balkenborg)

    Credits:

    Obeť
    CZ/DE/SK 2022, 91 Min., Ukrainisch/Tschechisch OmU,
    Regie: Michal Blaško
    Kamera: Adam Mach
    Schnitt: Peter Hasalík
    mit: Vita Smachelyuk, Gleb Kuchuk, Igor Chmela

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  • Die Kairo Verschwörung

    Die Kairo Verschwörung

    Ein Film von Tarik Saleh. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Die Azhar-Universität in Kairo gilt als eine der ein­fluss­reichs­ten und renom­mier­tes­ten Elitenschmiede der isla­mi­schen Welt. Hier zu stu­die­ren, ist der Traum vie­ler jun­ger mus­li­mi­scher Männer, und für Adam, Sohn eines Küstenfischers, wird die­ser Traum wahr. Kurz nach sei­ner Ankunft in die­ser weit­ge­hend geschlos­se­nen Gesellschaft, hat die Institution mit einer Erschütterung zu kämp­fen, als der Großimam, das Oberhaupt der Universität, uner­war­tet stirbt. Mögliche Nachfolger stel­len sich auf, mit unter­schied­li­chen Sichtweisen und Unterstützern. Besonders den ägyp­ti­schen Staatsorganen liegt viel dar­an, einen pas­sen­den und will­fä­hi­gen Kandidaten an die Spitze zu hie­ven. Der Inlands-Geheimdienst wird beauf­tragt, den Machtkampf für sich zu gewin­nen. Gerade aber wur­de des­sen bes­ter Informant am Campus ent­tarnt, und da kommt dem zwie­lich­ti­gen Agenten Oberst Ibrahim der uner­fah­re­ne Adam, ohne Angehörige und Freunde dort unter­wegs, gera­de recht.
    Schon bei der Nil-Hilton-Affäre zeig­te Regisseur Tarik Saleh, dass ihm das Genre liegt. Thrillergemäß ver­schach­telt, aber ohne ablen­ken­de dra­ma­tur­gi­sche Volten schau­en wir jetzt in eine ganz ande­re Welt, von der nicht viel nach außen dringt, die aber auf der gan­zen Welt wirkt.
    „Saleh dient das Genrekino nicht als blo­ßer Vorwand, um ein Bild der bro­deln­den poli­ti­schen Verhältnisse zu zeich­nen. Die Kairo Verschwörung ver­rät sei­ne auf­rich­ti­ge, inni­ge Begeisterung für des­sen Traditionen. Saleh nimmt kühn Maß an John le Carrés Spionageromanen. Seine Intrige ist bei­na­he eben­so raf­fi­niert kon­stru­iert: ein schä­bi­ges Figurenschach der Binnenkämpfe und Rivalitäten im Geheimdienst, das den Tod Unschuldiger als Kollateralschaden ver­bucht. Ibrahims Vorgesetzter ist ein Soziopath, in des­sen Augen eine bedroh­li­che Zuversicht glüht. Ibrahim selbst ist ein lis­ten­rei­cher Gegenspieler, der sich nicht aus der Verantwortung für sei­nen Schützling steh­len mag.“
    Gerhard Midding, epd-Film

    Credits:

    Boy from Heaven
    SE/FR/FI2022
    121 Min., arab. OmU
    Regie: Tarik Saleh
    Kamera: Pierre Aïm
    Schnitt: Theis Schmidt
    mit: Tawfeek Barhom, Fares Fares, Mohammad Bakri
    , Makram J. Khoury

    Trailer:
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