Varda par Agnès

Ein Film von Agnès Varda.

[Credits] [Termine] [Trailer]

Es ist ein Glück, den letz­ten Film von Agnès Varda im Kino sehen zu dür­fen! Sie sitzt dar­in im Theater, vor ihrem Publikum und hält Rückschau auf ein wahr­haft beweg­tes Leben und erzählt dar­über anhand ihrer Filme. Daraus ent­steht ein Fluß aus Geschichten und Bildern, der Lust macht, ihre Filme wie­der zu sehen oder zum ers­ten Mal zu sehen, es ist eine Begegnung mit einem Menschen, der neu­gie­rig war, ent­de­ckungs­freu­dig und ande­ren gegen­über auf­ge­schlos­sen. Die Kunst, die dabei ent­stand, vibriert und schwingt vor Lebendigkeit und Lebensfreude, es sind Essayfilme, Dokumentarfilme, Spielfilme, Installationen, Fotografien… Und vom ers­ten Spielfilm La poin­te cour (1954) bis zum vor­letz­ten, Augenblicke, Gesichter einer Reise (2017) wur­den die Menschen an den Drehorten ein­be­zo­gen, spiel­ten mit. Agnès Varda war Mitbegründerin der Nouvelle Vague, hat­te also gro­ßen Anteil dar­an, das all­täg­li­che Leben in den Mittelpunkt von Filmen zu stel­len, Fiktion und Wirklichkeit zu ver­schmel­zen und damit den Hauptgrund zu schaf­fen, ins Kino zu gehen, Filme sehen zu wol­len. Sie starb mit 91 Jahren am 29. März letz­ten Jahres.

Mit sieb­zehn Jahren inter­es­sier­te ich mich mehr für Kunst und Malen als für alles ande­re. Ich habe Fotos gemacht, ging ins Kino, habe aber nie eine Filmhochschule besucht. Mein ers­tes Drehbuch habe ich als Gedicht geschrie­ben, in eine Schublade gelegt und nie dar­über nach­ge­dacht, bis ein Freund sag­te: „Versuchen wir’s mit wenig Geld.” Ich wur­de Filmemacherin, ohne den Beruf gewählt zu haben. Das Leben tob­te um mich her­um, und ich habe Filme dar­über gemacht. … Ich muss­te ums Geld kämp­fen. Junge Filmemacher haben die glei­chen Schwierigkeiten, das ist kei­ne Frage des Geschlechts. Mir ging es nie dar­um, mich als Frau aus­zu­drü­cken, son­dern als Filmemacherin. Ich woll­te ein radi­kal neu­es Kino machen, das ist mir gelun­gen. Mein aller­ers­ter Film hat kein Geld ein­ge­spielt, er wur­de nur durch Kinos bekannt, durch Kritiken und Filmliebhaber. Er wur­de wich­tig, obwohl er kaum Zuschauer hat­te. Filmemachen ist immer ein Kampf ums Geld.

(Agnes Varda im Interview mit Herlinde Koelbl im Zeit Magazin)

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Credits:

FR 2018, 119 Min., frz. OmU
Regie : Agnès Varda
Kamera: François Décréau, Claire Duguet, Julia Fabry
Schnitt: Agnès Varda, Nicolas Longinotti
Darsteller : Agnès Varda, Sandrine Bonnaire, Nurith Aviv
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Termine:

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Trailer:

 

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Autor: fsk

  • Varda par Agnès

    Varda par Agnès

    Ein Film von Agnès Varda.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Es ist ein Glück, den letz­ten Film von Agnès Varda im Kino sehen zu dür­fen! Sie sitzt dar­in im Theater, vor ihrem Publikum und hält Rückschau auf ein wahr­haft beweg­tes Leben und erzählt dar­über anhand ihrer Filme. Daraus ent­steht ein Fluß aus Geschichten und Bildern, der Lust macht, ihre Filme wie­der zu sehen oder zum ers­ten Mal zu sehen, es ist eine Begegnung mit einem Menschen, der neu­gie­rig war, ent­de­ckungs­freu­dig und ande­ren gegen­über auf­ge­schlos­sen. Die Kunst, die dabei ent­stand, vibriert und schwingt vor Lebendigkeit und Lebensfreude, es sind Essayfilme, Dokumentarfilme, Spielfilme, Installationen, Fotografien… Und vom ers­ten Spielfilm La poin­te cour (1954) bis zum vor­letz­ten, Augenblicke, Gesichter einer Reise (2017) wur­den die Menschen an den Drehorten ein­be­zo­gen, spiel­ten mit. Agnès Varda war Mitbegründerin der Nouvelle Vague, hat­te also gro­ßen Anteil dar­an, das all­täg­li­che Leben in den Mittelpunkt von Filmen zu stel­len, Fiktion und Wirklichkeit zu ver­schmel­zen und damit den Hauptgrund zu schaf­fen, ins Kino zu gehen, Filme sehen zu wol­len. Sie starb mit 91 Jahren am 29. März letz­ten Jahres.

    Mit sieb­zehn Jahren inter­es­sier­te ich mich mehr für Kunst und Malen als für alles ande­re. Ich habe Fotos gemacht, ging ins Kino, habe aber nie eine Filmhochschule besucht. Mein ers­tes Drehbuch habe ich als Gedicht geschrie­ben, in eine Schublade gelegt und nie dar­über nach­ge­dacht, bis ein Freund sag­te: „Versuchen wir’s mit wenig Geld.” Ich wur­de Filmemacherin, ohne den Beruf gewählt zu haben. Das Leben tob­te um mich her­um, und ich habe Filme dar­über gemacht. … Ich muss­te ums Geld kämp­fen. Junge Filmemacher haben die glei­chen Schwierigkeiten, das ist kei­ne Frage des Geschlechts. Mir ging es nie dar­um, mich als Frau aus­zu­drü­cken, son­dern als Filmemacherin. Ich woll­te ein radi­kal neu­es Kino machen, das ist mir gelun­gen. Mein aller­ers­ter Film hat kein Geld ein­ge­spielt, er wur­de nur durch Kinos bekannt, durch Kritiken und Filmliebhaber. Er wur­de wich­tig, obwohl er kaum Zuschauer hat­te. Filmemachen ist immer ein Kampf ums Geld.

    (Agnes Varda im Interview mit Herlinde Koelbl im Zeit Magazin)

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    Credits:

    FR 2018, 119 Min., frz. OmU
    Regie : Agnès Varda
    Kamera: François Décréau, Claire Duguet, Julia Fabry
    Schnitt: Agnès Varda, Nicolas Longinotti
    Darsteller : Agnès Varda, Sandrine Bonnaire, Nurith Aviv
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    Trailer:

     

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  • Spuren

    Spuren

    Ein Film von Aysun Bademsoy.
    Zum 10. jäh­ri­gen Jahrestag der Selbstenttarnung des NSU zei­gen »Ihr seid kei­ne Sicherheit« und das Aktionsbündnis Antirassismus den Dokumentarfilm »Spuren« und laden zum anschlie­ßen­den Gespräch mit der Regisseurin Aysun Bademsoy. 

    [Credits] [Tickets] [Trailer]

    Zwischen September 2000 und April 2007 wur­den acht Männer mit tür­ki­schen Wurzeln, ein grie­chisch­stäm­mi­ger Mann sowie eine deut­sche Polizistin ermor­det. Die Ermittlungen wur­den zunächst aus­schließ­lich im Umfeld der nicht-deut­schen Opfer mit Verdacht auf Drogenhandel und orga­ni­sier­te Kriminalität geführt. Die Familien der Ermordeten wur­den so ein wei­te­res Mal zu Opfern, dies­mal von vor­ur­teils­vol­ler Stigmatisierung. Nach einem geschei­ter­ten Bankraub führ­te die Spur schließ­lich zu der rechts­extre­men Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU). Nach dem Suizid der bei­den Haupttäter begann 2013 der Prozess gegen die ein­zi­ge Überle-ben­de des NSU-Trios, Beate Zschäpe, sowie vier mut­maß­li­che Helfer und Unterstützer und ende­te 2018. Die zu mil­den Strafen für die Mitangeklagten und die zahl­rei­chen unge­klär­ten Fragen lie­ßen die Angehörigen der Opfer ent­täuscht und des­il­lu­sio­niert zurück. Ihr Glaube an den Rechtsstaat ist grund­le­gend erschüttert.

    Spuren – das sind nicht nur die Hinweise, die Verbrecher am Tatort hin­ter­las­sen, son­dern auch die Verletzungen und Narben, die ihre Taten bei den Angehörigen der Opfer, in den migran­ti­schen Gemeinschaften und in der gesam­ten deut­schen Gesellschaft ver­ur­sa­chen. In ihrem Dokumentarfilm begibt sich die tür­kisch­stäm­mi­ge Regisseurin Aysun Bademsoy auf die Suche nach die­sen Spuren und stellt sich dabei die Frage, wel­cher Prozess die­se Verletzungen über­haupt hei­len könn­te. SPUREN ist ein viel­schich­ti­ger Dokumentarfilm, der das Scheitern von Ermittlern und Justiz beleuch­tet – und den Angehörigen der Opfer end­lich eine Stimme gibt.

     

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    Credits:

    DE 2019, 81 Min., in deutsch und tür­kisch mit deut­schen Untertiteln 
    Regie & Buch: Aysun Bademsoy
    Kamera: Ute Freund, Isabelle Casez
    Schnitt: Maja Tennstedt

    Termine:

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    Spuren – Die Opfer des NSU Trailer Deutsch | German [HD]
  • Cronofobia

    Cronofobia

    Ein Film von Francesco Rizzi.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Suter ist ein geheim­nis­vol­ler und ein­sa­mer Mann, der uner­müd­lich in Bewegung ist und vor sich selbst flieht. Tagsüber fährt er in einem anony­men wei­ßen Van durch die Schweiz. Nachts beob­ach­tet er heim­lich das Leben von Anna, einer Frau mit rebel­li­schem Charakter, die mit der schwie­ri­gen Verarbeitung eines Traumas zu kämp­fen hat. Nachdem Anna Suters Besessenheit erkannt hat, ent­wi­ckelt sie mit ihm eine eigen­tüm­li­che Form von Intimität, die bald zu einer zärt­li­chen und zugleich ver­stö­ren­den Beziehung führt.

    Geschickt spielt Rizzi mit den Erwartungen, lässt bewusst Lücken in Erzählung und Charakterzeichnung, lässt den Zuschauer lan­ge (und in man­chen Aspekten auch über das Ende des Films hin­aus) im unkla­ren über Motivationen und Absichten. Zumal sich auch die anfangs noch eher pas­si­ve Anna zuneh­mend zu einer stär­ke­ren, gleich­be­rech­tig­ten Figur ent­wi­ckelt. (…) Wie prä­zi­se Franceso Rizzi die­ses Spiel insze­niert, wie bewusst er nach und nach Informationen preis­gibt, den Blick auf sei­ne Figuren vari­iert, zeugt von gro­ßem erzäh­le­ri­schen und fil­mi­schem Talent. Gerade in der Zusammenarbeit mit den gera­de­zu eis­kal­ten Bildern sei­nes Kameramanns Simon Guy Fässler und sei­nen bei­den her­vor­ra­gen­den Schauspieler ent­steht so ein dich­tes, viel­schich­ti­ges Psychogramm, das sei­ne Karten nur lang­sam aus­spielt und auch nach dem Ende noch vie­le Geheimnisse bewahrt. “ M. Meyns | programmkino.de

    Suter bewegt sich in der anony­men Welt von Autobahnraststätten und ste­ri­len Hotels, Anna brü­tet in der Dämmerung ihrer zum Mausoleum gewor­de­nen Tessiner Luxus-Wohnung – bis sich bei­de gegen­sei­tig zum Ausbruch pro­vo­zie­ren. Dabei ver­führt uns der Film sub­til und zwin­gend dazu, die Perspektive sei­ner Figuren zu über­neh­men, mit allen Widersprüchen und Widerständen – um dann gleich wie­der die Seite zu wech­seln. Cronofobia ist ein über­ra­schend rei­fes, ele­gan­tes Stück Kino.“ Sennhausers Filmblog

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    Credits:

    CH 2019, 93 Min., ital. OmU
    Regie: Francesco Rizzi 
    Kamera: Simon Guy Fässler 
    Schnitt: Giuseppe Trepiccione 
    mit: Vinicio Marchioni , Sabine Timoteo , Leonardo Nigro , Giorgia Salari , Jasmin Mattei , Adele Raes , Joachim Aeschlimann

    Termine:

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  • Das freiwillige Jahr

    Das freiwillige Jahr

    Ein Film von Ulrich Köhler und Henner Winckler.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    In Ulrich Köhlers letz­tem Film In my room war die west­fä­li­sche Provinz Schauplatz für die Endzeit, ein Mann und eine Frau waren womög­lich die letz­ten über­le­ben­den Menschen und sie ver­stan­den sich nicht beson­ders gut. Im gemein­sa­men Werk Das frei­wil­li­ge Jahr mit Henner Winkler (Klassenfahrt, Lucy) taucht der ähn­li­che Drehort wie­der auf. Diese nüch­ter­ne Kulisse ver­un­mög­licht, sich zu ver­ste­cken, kein Geflimmer der Stadt über­tüncht Leerlauf oder Konfliktkonstellationen ohne Lösungspotential. Natürlich ermög­licht das Unterwegssein auf den schma­len Straßen eine kur­ze Auszeit, aber die end­li­che Weite lässt kei­ne Sekunde an Road Movies den­ken. Bleiben oder gehen und wenn, für wie lan­ge. Für sei­ne Tochter Jette hat der Landarzt Urs fürs frei­wil­li­ge Jahr einen Platz in Costa Rica orga­ni­siert oder ihr über­ge­stülpt, sie wirkt jeden­falls etwas über­for­dert. Urs hat viel um die Ohren, allein­er­zie­hend, im Clinch mit sei­ner Affäre und Mitarbeiterin Nicole und öfters damit beschäf­tigt, sei­nem intro­ver­tier­tem Bruder Falk unter die Arme zu grei­fen, der sich nur durch kör­per­li­che Flucht ent­zie­hen kann. Urs meint es gut, aber sei­ne fehl­ge­lei­te­te Energie macht ihn zur Nervensäge. Das hilft Jette aber ande­rer­seits dabei, den Boden unter den Füßen bes­ser zu spü­ren und zu ver­ste­hen, was sie sich für ihr Leben erst mal vor­stel­len kann. Das Wechselspiel der Beiden ist nuan­cen­reich und span­nend, treibt den Film an, ohne das gan­ze aus den Augen zu ver­lie­ren. Gleichzeitig hat Das frei­wil­li­ge Jahr einen groß­ar­ti­gen Humor, mal fein und hin­ter­sin­nig, mal phy­sisch mit einer guten Portion Slapstick. 1–2 mal möch­te man auch unter den Sitz krie­chen und Augen und Ohren schlie­ßen. Wie schön.

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    Credits:

    DE 2019, 86 Min., 
    Regie und Drehbuch: Ulrich Köhler und Henner Winckler
    Kamera: Patrick Orth
    Schnitt: Laura Lauzemis
    mit: Maj-Britt Klenke, Sebastian Rudolph, Thomas Schubert, Katrin Röver, Daniel Nocke, Stefan Stern, Margarita Breitkreiz,

    Termine:

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    Trailer:

     

     

  • Sorry we missed you

    Sorry we missed you

    Ein Film von Ken Loach.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Sorry we missed you“ – Wir haben Sie lei­der nicht ange­trof­fen. Wenn sich dann nie­mand aus der Nachbarschaft erbarmt, dann muss das Paket wie­der mit­ge­nom­men und die Tour noch­mal gefah­ren wer­den. Was dann auch heißt, dass die Ablieferliste für den nächs­ten Tag län­ger wird. Für jede ver­spä­te­te Lieferung muss Ricky eine Strafe an das Unternehmen zah­len, das ihn als „Selbständigen“ beschäf­tigt. Deshalb ver­sucht er so kur­ze Pausen wie mög­lich zu machen oder ver­zich­tet ganz dar­auf. Die Arbeit von Rickys Frau Abbie ist ähn­li­chen Bedingungen unter­wor­fen: jede Minute, die sie über die vor­ge­ge­be­ne Zeit für die Pflege der älte­ren Damen und Herren braucht, bekommt sie nicht bezahlt. Das neo­li­be­ra­le System gibt einen Takt vor, den bei­de immer weni­ger ein­hal­ten kön­nen. Und Zeit für die Kinder zu Hause bleibt auch kaum – erst recht nicht für not­wen­di­ge Auseinandersetzungen mit dem puper­tie­ren­den Sohn.

    Lange wur­de uns erzählt, wenn du hart arbei­test und dar­um kämpfst, dann hast du ein gutes Leben, kannst dei­ne Familie ver­sor­gen und bist sicher. Aber das hat sich geän­dert – und das ist kein Scheitern des Kapitalismus, das ist ein­fach purer Kapitalismus, wie er funk­tio­niert“, sag­te Ken Loach auf der Pressekonferenz zu sei­nem neu­en Film. So wie die Lebensbedingungen für vie­le Arbeiterinnen und Arbeiter immer schwie­ri­ger wer­den, so wer­den auch die Filme von Ken Loach immer här­ter – und ein hoff­nungs­vol­les Ende, wie bei den frü­he­ren Filmen, bleibt jetzt aus. „Sorry we missed you“ ist kaum zu ertra­gen – und das ist gut so. Er zeigt uns die unbe­que­me Rückseite eines Services, den man so gern vom Sofa aus nutzt.

     

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    Credits:

    GB 2019, 100 Min., engl. OmU
    Regie: Ken Loach
    Kamera: Robbie Ryan
    Schnitt: Jonathan Morris
    Buch: Paul Laverty
    mit: Kris Hitchen, Debbie Honeywood, Rhys Stone, Katie Proctor, Ross Brewster, Mark Birch

    Termine:

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    Trailer:

    SORRY WE MISSED YOU (Official Trailer English/deutsch, français)

     

  • Kamera: Robby Müller

    Kamera: Robby Müller

    Anläßlich des Films Living the light – Die Bilderwelten des Robby Müller aber auch so, zei­gen wir 3 Filme, bei denen ROBBY MÜLLER Kameramann war.

    LIVING THE LIGHT ist nicht nur eine inter­es­san­te Biographie und span­nen­der Lehrfilm in Sachen Kameraarbeit, Lichtsetzung etc., son­dern auch sehr anre­gend. Beim Schauen bekommt man gro­ße Lust auf „sei­ne” Filme.

    ALICE IN DEN STÄDTEN von Wim Wenders
    BRD 1973/1974, 112 Min. Format: 16mm blow up 35mm schwarz-weiß, 4K Scan und 2K Restaurierung 2014, 2K DCP R.: Wim Wenders D.: Rüdiger Vogler, Yella Rottländer, Lisa Kreuzer

    Der Journalist Phillip Winter will eine Story über Amerika schrei­ben, bekommt aber außer einer Serie von Polaroids nichts auf die Reihe und tritt ent­täuscht die Heimreise nach Deutschland an. Dabei läßt er sich wider­wil­lig dar­auf ein, die klei­ne Alice (Yella Rottländer) für eine kur­ze Zeit in sei­ne Obhut zu neh­men. Die dann fol­gen­de unfrei­wil­li­ge gemein­sa­me Odyssee von New York über Amsterdam nach Wuppertal und durch das Ruhrgebiet gestal­tet sich zunächst schwie­rig, sind doch bei­de Reisende gleich lau­nisch und eigensinnig.

    DOWN BY LAW von Jim Jarmusch
    USA 1986 106 Min. engl. OmU
    R., B.: Jim Jarmusch
    D.: John Lurie, Tom Waits, Roberto Benigni
    Drei sehr unter­schied­li­che Männer, Roberto Benigni auf der einen, Tom Waits (der übri­gens gera­de 70 wur­de) und John Lurie auf der ande­ren Seite, pral­len im rus­ti­ka­len Landgefängnis im Süden auf­ein­an­der. Obwohl sie sich nicht aus­ste­hen kön­nen, was Benigni wegen sei­ner stän­di­gen Quassellei nicht merkt, bre­chen sie gemein­sam aus und pad­deln durch die male­ri­sche Sumpflandschaft Louisianas in die Freiheit.

    DANCER IN THE DARK von Lars von Trier
    DK SE FIN 2000 139 Min. OmU (eng­li­sche OV mit dt. Untertiteln)
    R., B.: Lars von Trier
    D.: Björk (auch Musik), Catherine Deneuve, David Morse, Peter Stormare

    Der letz­te Teil sei­ner Trologie über „tra­gi­sche Frauengestalten, die sich für ande­re auf­op­fern und deren Liebe nicht davon abhängt wie sie – vom Schicksal oder von den Menschen – behan­delt wer­den“ (von Trier) wur­de in Cannes mit der Goldenen Palme aus­ge­zeich­net, wor­an neben der Kamera die unge­wöhn­li­che Musical-Form und die eben­falls dort aus­ge­zeich­ne­te Hauptdarstellerin Björk sicher­lich einen gro­ßen Anteil hatten.

    Termine:

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  • Das Vorspiel

    Das Vorspiel

    Ein Film von Ina Weisse.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Anna Bronsky ist Geigenlehrerin an einem Musikgymnasium. Sie setzt gegen den Willen ihrer Kollegen die Aufnahme eines Schülers durch, den sie für sehr talen­tiert hält. Engagiert berei­tet sie Alexander auf die Zwischenprüfung vor und ver­nach­läs­sigt dabei ihre Familie. Ihren Sohn Jonas, den sie in Konkurrenz zu ihrem neu­en Schüler bringt und ihren Mann Philippe. Ihr Kollege Christian, mit dem sie eine Affäre hat, über­re­det sie in einem Quintett mitzuspielen.
    Als Anna in einem Konzert als Geigerin einen Fehler macht, ver­zwei­felt sie und treibt in der Folge ihren Schüler zu Höchstleistungen an. Es geht ihr um den Jungen, aber letzt­lich geht es ihr um sich selbst.

    Der Ursprung (der Geschichte) ist ihre Suche nach dem Absoluten und die Unerbittlichkeit, die Anna sich selbst gegen­über hat. Dazu kom­men ihre Minderwertigkeitsgefühle. Schon als Kind sah sie in einem Lob nichts ande­res als ver­steck­te Kritik. Wir haben ver­sucht, die Zerrissenheit und Unsicherheit die­ser Frau zu beschrei­ben. Wenn man alles in Frage stellt, der Anspruch an sich selbst groß ist und gleich­zei­tig auch die Angst zu schei­tern, wird man ver­letz­lich, weil man weiß, dass einem die Zweifel nie­mand neh­men kann. Annas Überzeugung, dass sich alles der Musik unter­zu­ord­nen hat, dass man kämp­fen muss, dass nie etwas gut genug ist, nie fer­tig, setzt sie unter gro­ßen Druck. Dieser Druck stei­gert sich nach ihrem Versagen im Quintett, wenn sie ihren Schüler zu Höchstleistungen treibt. (…) Im Beruf des Musikers ste­cken vie­le Widersprüche. Man spielt und muß zugleich vor­aus­den­ken, man muß sich kon­trol­lie­ren und zugleich ver­ges­sen. Man hat einen Plan und muß trotz­dem offen blei­ben. (…) Ich weiß nicht, ob ich Anna als hart bezeich­nen wür­de. Sie zwei­felt, ist zer­ris­sen, sie will die Kontrolle behal­ten, sie ist wider­sprüch­lich, mutig, sie setzt sich ihrer Unzulänglichkeit aus und kämpft damit.“ Ina Weisse

     

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    Credits:

    DE 2019, 90 Min.
    Regie: Ina Weisse
    Kamera: Judith Kaufmann
    Schnitt: Hansjörg Weißbrich
    mit: Nina Hoss, Simon Abkarian, Jens Albinus, Ilja Monti, Serafin Mishiev, Sophie Rois

    Termine:

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    Trailer:

    DAS VORSPIEL – Trailer

     

  • Die Wütenden – Les Misérables

    Die Wütenden – Les Misérables

    Ein Film von Ladj Ly.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Zu Beginn: der kol­lek­ti­ve Ausnahmezustand. Der Gewinn der Fussball-WM 2018 brach­te alle, auch den Teenager Issa aus der Banlieue und Freunde, gemein­sam auf die Champs-Elysées – auf dem Plakat zum Film sehen wir also kei­ne Gelbwestendemonstration, son­dern eine Siegesfeier. Danach geht es zurück nach Montfermeil, und damit in einen per­ma­nen­ten Ausnahmenzustand. Zumindest für die­je­ni­gen, denen das Leben dort fremd ist. So wie wir, oder Polizist Stéphane, der sich aus per­sön­li­chen Gründen dort­hin hat ver­set­zen las­sen. Er wird den Kollegen Chris und Gwada zuge­teilt, die in der Gegend schon län­ger unter­wegs sind und sich ihre eige­nen robus­ten Gesetze gezim­mert haben. So beschwe­ren sich ein­mal jun­ge Frauen auf der Straße, dass Chris ihnen die Smartphones abge­nom­men und zer­tre­ten hat. Er darf das, fin­det der – ist er doch das „Gesetz“. Viele Regeln gibt es im Viertel, jede Gruppe hat, wie die Polizisten, die eige­nen: die Jugendcliquen, Dealer, Clans, die Nachbarschaftshilfe und Gläubigen … und alle zusam­men sind wie ein öko­no­misch arbei­ten­des, undurch­sich­ti­gen Netz mit­ein­an­der verstrickt.
    Stéphane ist das frag­wür­di­ge, halb­kri­mi­nel­le Verhalten sei­ner neu­en Kollegen äußerst suspekt. In einer schön gemei­nen Szene will er nach der in der Provinz gelern­ten Art arbei­ten, aber sei­ne kor­rek­te Höflichkeit löst bei den befrag­ten Muslimbrüdern nur gro­ße Irritation aus. Als ein Kid das Löwenbaby aus einem gas­tie­ren­den Zirkus ent­führt, wird die Lage explo­siv. Der Clan will das Tier sofort zurück­ha­ben und ist nicht zim­per­lich mit Drohungen. Um den abzu­se­hen­den Krieg mit Toten zu ver­hin­dern, müs­sen die drei Cops alle lega­len und ille­ga­len Wege nut­zen, um an Informationen zu kom­men. Dabei wird Issa aus­ge­rech­net vom beson­ne­ne­ren Gwada fol­gen­schwer ver­letzt. Regisseur Ladj Ly wuchs selbst in Montfermeil auf. Er sie­delt sein span­nen­des Spielfilmdebüt, das für Frankreich an den Oscar-Start geht, am Schauplatz von Victor Hugos berühm­tem Roman “Les Misérables” an, und gibt damit ein kla­res Statement: Wenig hat sich geän­dert in den letz­ten 150 Jahren in den von Armut und sozia­len Spannungen gepräg­ten Vororten, wo Jugendliche mit Migrationshintergrund im Krieg mit der Polizei lie­gen – und umgekehrt.

    …der Mensch im Kinosessel [velässt] den Saal nicht als Ohnmächtiger, son­dern als Wissender. Und das ist schon eine gan­ze Menge.“ Katrin Hildebrand | konkret

    Internationale Filmfestspiele von Cannes: Preis der Jury

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    Credits:

    FR 2019, 103 Min., frz. OmU
    Regie: Ladj Ly
    Kamera: Julien Poupard
    Schnitt: Flora Volpière
    mit: Damien Bonnard, Alexis Manenti, Djibril Zonga, Jeanne Balibar

    Termine:

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    Trailer:

    LES MISERABLES (Official Trailer, Französich/Deutsch)
  • Milchkrieg in Dalsmynni

    Milchkrieg in Dalsmynni

    Ein Film von Grímur Hákonarson.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    In der klei­nen bäu­er­li­chen Gemeinde Dalsmynni im Nordwesten Islands war die Gründung einer Kooperative ein­mal eine Frage des Schutzes und des Überlebens. Inzwischen aber kau­fen vie­le Mitglieder ver­bo­te­ner­wei­se bil­li­ges Futter fremd ein, um nur ansatz­wei­se wirt­schaft­lich arbei­ten zu kön­nen. Als Gegenmaßnahme setzt die Verwaltung Spitzel auf die Abweichler an. Milchbauer Reynir, der immer ein gro­ßer Verteidiger des Kooperativen-Gedankens und des gemein­sa­men Handelns war, hat auch gro­ße Rückstände und kann dadurch genö­tigt wer­den, sei­ne Genossen zu beob­ach­ten und zu ver­ra­ten. Dies sickert durch, kurz dar­auf ver­un­glückt Reynir töd­lich. War es ein Unfall, oder lenk­te er den Laster aus Verzweiflung absicht­lich in die Tiefe? Für sei­ne Frau Inga steht bald fest: die mafiö­sen Methoden der Funktionäre sind schuld.
    Inga kam einst der Liebe wegen nach Dalsmynni. Jetzt steht sie allein da, mit einem Haufen Schulden bei der Kooperative und einem 24-Stunden-Job. In ihre Trauer mischen sich Hilflosigkeit und Wut. Gespräche zur Lösung des Einkauf-Konfliktes sind müßig, also geht Inga lang­sam in Angriffsstellung: sie setzt sich per­sön­lich und durch Netzwerke medi­en­wirk­sam für die Gründung einer Unterkooperartive der Milchbauern mit eige­nen Befugnissen ein. Die Funktionäre aber wol­len nichts ändern. Für sie steht das gro­ße Ganze auf dem Spiel, und so sie set­zen die reni­ten­te Bäuerin mas­siv unter Druck. Regisseur Grímur Hákonarson (Sture Böcke) liebt es, auf dem Land zu fil­men und auch die Bevölkerung dort mit ein­zu­be­zie­hen. Zusammen mit der kar­gen Umgebung und beson­ne­nen Kameraarbeit ent­wi­ckelt sich so eine ange­neh­me Natürlichkeit, trotz bri­san­ter Themen weit ent­fernt von Spektakel oder Pathos. Hochaktuell ist das Thema schon: wo ver­läuft die Grenze zwi­schen Machtmissbrauch und Schutz, und bedeu­tet eine Kooperative schon Protektionismus, und ist eine Aufweichung gleich das Ende des Solidarsystems? Der Film stellt sich ein­deu­tig auf die Seite der rebel­li­schen Inga, lie­fert aber genü­gend Stoff für Diskussionen.

    … ein sozi­al­rea­lis­ti­scher Film über das Leben im Nordwesten Islands, über die Frage, wie viel Gemeinschaft und Abschottung nach außen gut ist. Dabei setzt er nicht auf schrä­ge oder skur­ri­le Charaktere, son­dern auf die Stärke sei­nes Drehbuchs und sei­ner Inszenierung.“ kino-zeit.de

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    Credits:

    The County
    IS/DK/DE/FR 2019, 90 Min., isl. OmU

    Regie: Grímur Hákonarson
    Kamera: Mart Taniel
    Schnitt: Kristján Loðmfjörð
    mit: Arndís Hrönn Egilsdóttir, Hinrik Ólafsson, Sigurður Sigurjónsson, Hannes Óli Ágústsson, Ragnhildur Gísladóttir

    Termine:

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    Trailer:

     

     

  • Little Joe

    Little Joe

    Ein Film von Jessica Hausner.

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Eine bestechen­de Idee, und ihre kon­ge­nia­le Umsetzung: eine klei­ne, strub­be­li­ge Pflanze, die so gen-mani­pu­liert wur­de, dass sie Menschen glück­lich macht, kämpft mit allen ihr zur Verfügung ste­hen­den Mitteln um das Überleben ihrer Art, und geht dabei auch über Leichen.
    Alice, Biologin und füh­ren­de Entwicklerin und anfangs glü­hen­de Verteidigerin die­ses geplan­ten Verkauf-Hits, reimt sich die bedroh­li­chen Veränderungen in ihrer Umgebung so zusam­men. Sie hat einen Prototyp der pur­pur­ro­ten Blume mit nach Hause genom­men, sie „Little Joe“ genannt und ihrem Sohn Joe anver­traut, der sich rüh­rend um sie küm­mert. Jetzt ver­wei­gert der sich aber der Mutter immer mehr. Und was hat das beun­ru­hi­gen­de Verhalten des Hundes der Kollegin her­vor­ge­ru­fen? Und war­um will plötz­lich nie­mand im Labor eine Gefahr erken­nen? Es scheint Alice, als wen­de sich nicht nur Joe, son­dern auch ihre eige­ne Züchtung gegen sie. Aber ist wirk­lich die klei­ne Blume für all das ver­ant­wort­lich? Oder ist es nur ihre Projektion? Joe ist schließ­lich in der Pubertät und Bellas Hund könn­te alters­ver­wirrt sein.
    In die­se moder­ne Body-Snatcher-Version kann viel hin­ein­in­ter­pre­tiert wer­den. Ebenso aber kön­nen die gesell­schaft­li­chen Fragen, die auf­ge­wor­fen wer­den, uns beun­ru­hi­gen. Jessica Hausner beob­ach­tet scharf, lässt Lücken zu und ver­sorgt uns oben­drein noch mit etwas schwar­zem Humor. Mit ihrer uni­chro­men und kom­ple­men­tä­ren Farbgebung, bril­li­an­ter Künstlichkeit und der unge­wöhn­li­chen, aber unauf­dring­li­chen Tonbegleitung macht uns die Regisseurin in ihrem ers­ten eng­lisch­spra­chi­gen Film vor, wie anspre­chend Unbehagen dar­ge­stellt wer­den kann.

    Wie alle Filme von Hausner birgt des­halb auch Little Joe im Kern ein höchst iro­ni­sches Anliegen. Es geht nicht um die Frage, wer Menschen mani­pu­liert, son­dern viel­mehr dar­um, was uns am ande­ren unver­traut ist. Das Pflänzchen wur­de gezüch­tet, um sei­ne Besitzer durch das „Mutterhormon“ Oxytocin glück­li­cher zu machen. Nun wird es zum Statthalter eines Befremdens, das auch den eige­nen Egoismus ent­larvt.“ Dominik Kamalzadeh | Der Standard

     

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    Credits:

    AT/GB/DE 2019, 109 Min., engl. OmU
    Regie: Jessica Hausner
    Kamera: Martin Gschlacht
    Schnitt: Karina Ressler
    mit: Emily Beecham, Ben Wishaw, Kerry Fox

    Termine:

    • noch kei­ne oder kei­ne mehr 

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    Trailer:

    LITTLE JOE (Official Trailer, Englisch/Deutsch, Französisch)