Autor: fsk

  • Quo Vadis, Aida?

    Quo Vadis, Aida?

    ein Film von Jasmila Žbanić.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Als Lehrerin hat die bos­ni­sche Muslimin Aida (Jasna Ðuriči) vor Beginn des Jugoslawienkriegs gear­bei­tet, leb­te mit Mann und zwei Söhnen in Srebrenica, gemein­sam mit Serben und ande­ren Ethnien, wie es im Vielvölkerstaat Jugoslawien Jahrzehntelang üblich war. Doch der Krieg hat aus Nachbarn Feinde gemacht, die Stadt steht unter Beschuss der bos­nisch-ser­bi­schen Truppen unter ihrem Anführer Ratko Mladić (Boris Isaković), Gerüchte von Vergewaltigungen und Morden an der Zivilbevölkerung machen die Runde. Aida selbst ist nicht in Gefahr, sie arbei­tet für die Blauhelme der UNPROFOR-Truppen als Übersetzerin, doch ihr Mann Nihad (Izudin Bajrović) und die bei­den Söhne Hamidja (Boris Ler) und Ejo (Dino Bajrović) sind außer­halb der UN-Anlage, wo sich tau­sen­de Menschen unter der sen­gen­den Sonne ver­sam­melt haben und Einlass begehren.

    Im Inneren ahnt der nie­der­län­di­sche Kommandant Karremans (Johan Heldenbergh), dass die Absprache, die er mit Mladić getrof­fen hat, nur Augenwischerei war: Der Zivilbevölkerung frei­es Geleit zu geben und nur Soldaten in Gewahrsam zu neh­men war die Vereinbarung, doch der Aufmarsch an schwer bewaff­ne­ten ser­bi­schen Soldaten lässt kei­nen Zweifel dar­an, was pas­sie­ren wird. Mit zuneh­men­der Verzweiflung ver­sucht Aida Karremans davon zu über­zeu­gen, zumin­dest ihre Familie zu ret­ten, doch dem Kommandanten sind die Hände gebun­den. Und so neh­men die Ereignisse ihren Lauf, an deren Ende über 8000 Tote ste­hen, ermor­det im schlimms­ten Massaker der euro­päi­schen Nachkriegsgeschichte.

    Gleich mit ihrem Debütfilm „Grbavica“ hat­te die bos­ni­sche Regisseurin Jasmila Žbanić 2006 den Goldenen Bären gewon­nen, ein Film, in dem sie sich mit den psy­cho­lo­gi­schen Folgen des Jugoslawienkrieges beschäf­tigt hat­te. Das sie mit „Quo Vadis, Aida?“ in die Zeit des Krieges zurück­kehrt und sich mit einem der am aus­führ­lichs­ten doku­men­tier­ten Ereignisse des Krieges beschäf­tigt mag daher über­ra­schen. Neue Einblicke in das Massaker kann es nicht geben, die Frage von Tätern und Opfern ist klar beant­wor­tet, das Versagen der inter­na­tio­na­len Gemeinschaft aus­führ­lich doku­men­tiert.
    Zwischentöne gibt es dann auch bei Žbanić kaum: Wenn Aida auf der ser­bi­schen Seite einen ehe­ma­li­gen Schüler ent­deckt, scheint für kur­ze Momente die Frage auf­zu­kom­men, wie aus einst freund­li­chen Bekannten Gegner auf Leben und Tod wer­den kön­nen, doch schnell wird die­se Ambivalenz bei­sei­te gewischt. Etwas ein­fach macht es sich Žbanić oft, wenn sie die ser­bi­schen Truppen als waf­fen­star­ren­de, glatz­köp­fi­ge Muskelprotze schil­dert, die schon aus der Ferne wie blut­rüns­ti­ge Mörder aus­se­hen, denen in Gestalt der kaum voll­jäh­rig wir­ken­den hol­län­di­schen Blauhelmtruppen, oft ohne Gewehr, dafür in kur­zen Hosen klei­ne Jungs gegen­über­ste­hen, die eher wie Pfadfinder wirken.

    Einerseits bestä­tigt Žbanić dadurch die Klischees des Jugoslawienkrieges, ande­rer­seits kann es gera­de im Fall des Massakers von Srebrenica kei­ne Frage über Schuld und Unschuld geben. Die Komplexität der Ursachen des Krieges, die Verbrechen, die von allen Seiten began­gen wur­den, spie­len in „Quo Vadis, Aida?“ jedoch kei­ne Rolle, Jasmila Žbanić geht es nur dar­um, ein Ereignis in fast doku­men­ta­ri­scher Manier dar­zu­stel­len. Ein Ziel, das ihr frag­los auch ein­drucks­voll gelingt.

    Michael Meyns


    Credits:

    BA/AU/PL/DE/RO/FR/NO/TK/NL 2020, 104 Min.
    Regie & Buch: Jasmila Žbanić
    Kamera: Christine A. Maier
    Schnitt: Jarosław Kamiński
    Darsteller: Jasna Đuričić, Izudin Bajrović, Boris Ler, Dino Bajrović, Boris Isaković. Johan Heldenbergh, Raymond Thiry


    Trailer:
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    a film by Jasmila Žbanić. 

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Aida is working as a trans­la­tor for the UN at their camp in Srebrenica, when nego­tia­ti­ons go awry and events quick­ly heat up. As the tro­ops of the Bosnian Serbs led by Ratko Mladić mobi­li­ze, thou­sands of scared Bosnians flock to the gates of the camp to find shel­ter the­re. But the UN are not aut­ho­ri­zed to give any sub­stan­ti­al help, and Aida beco­mes torn bet­ween her pro­fes­sio­nal and pri­va­te duties.
    The mas­sa­cres com­mit­ted by the Serbian army in Srebrenica in July, 1995 remain an open wound and a taboo to this day, denied by many, dis­cus­sed and taught by very few peo­p­le in the for­mer Yugoslavia. The Bosnian War its­elf has a firm grip on the work of wri­ter-direc­tor Jasmila Žbanić ever sin­ce her ear­ly days as a film­ma­ker. Here she turns histo­ry into a fran­tic (and very real) thril­ler that finds its nar­ra­ti­ve core in Aida’s despe­ra­te strugg­le to save her hus­band and sons. Three hel­p­less men, one fight­ing woman: QUO VADIS, AIDA? offers an unmist­aka­b­ly femi­nist take on the sto­ry of the Srebrenica geno­ci­de. But in the end it is Serbian actress Jasna Djuricic who­se pre­sence, ener­gy, and sheer dedi­ca­ti­on make this film take flight: A simi­lar­ly fier­ce and spellb­in­ding heroi­ne will be hard to find any­whe­re else in Europe’s con­tem­po­ra­ry art house cine­ma. (Stefan Grissemann)


    Credits:

    BA/AU/PL/DE/RO/FR/NO/TK/NL 2020, 104 Min.
    Regie & Buch: Jasmila Žbanić
    Kamera: Christine A. Maier
    Schnitt: Jarosław Kamiński
    mit: Jasna Đuričić, Izudin Bajrović, Boris Ler, Dino Bajrović, Boris Isaković. Johan Heldenbergh, Raymond Thiry


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  • Landretter

    Landretter

    ein Film von Gesa Hollerbach. Ab 3.7. im fsk.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Das Landleben wird immer gefrag­ter, dabei wer­den die Schwierigkeiten, mit denen Gemeinden dort zu kämp­fen haben, immer grö­ßer. Exemplarisch zeigt der Film drei Dörfer und drei Versuche, sie Leben zu las­sen: eine Bürgermeisterin ver­klagt das Land Sachsen, weil die ört­li­che Schule geschlos­sen wer­den soll, eine Bäuerin setzt sich gegen die Agrarkonzentration zur Wehr, und ein Dorf möch­te sei­nen Sternenhimmel vor Lichtverschmutzung ret­ten.
    »Mein Film will nicht die alt­be­kann­ten Klischees vom länd­li­chen Niedergang bedie­nen. Es geht um Persönlichkeiten, die sich mit Leidenschaft und Humor in einer Umgebung behaup­ten, die ihnen viel Einsatz abver­langt und manch­mal ver­zwei­feln lässt. Ihrem Blick in die Welt will der Film fol­gen und dabei ein gesell-schaft­li­ches Phänomen, das uns über­all in Europa betrifft, aus einer neu­en, unge­wöhn­li­chen Perspektive erfahr­bar machen.« Gesa Hollerbach

    Credits:

    DE 2019, 93 Min.,
    Buch und Regie: Gesa Hollerbach,
    Schnitt: Carina Mergens,
    Kamera: Jennifer Günther


    Trailer:
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    A film by Gesa Hollerbach. Starts July 1st at the fsk.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Life in the coun­try has many facets and faces. Nature, peace, tra­di­ti­on. But rea­li­ty today is often dif­fe­rent, becau­se struc­tu­ral chan­ge is des­troy­ing Europe’s vil­la­ges. Schools are forced to clo­se, com­mu­ni­ties are under­fi­nan­ced, land spe­cu­la­ti­on makes the far­mers’ work har­der and gla­rin­gly illu­mi­na­ted cities make the stars har­der to see than a few years ago even in the hin­ter­land. Locked-up cine­mas, dila­pi­da­ted hou­ses, deser­ted train sta­ti­ons. Gesa Hollerbach’s unagi­ta­ted docu­men­ta­ry por­trays four peo­p­le and their lives. They come from very dif­fe­rent back­grounds: a mayo­ress, an astro­no­mer, a restau­ra­teur, and a fema­le far­mer acti­ve in the European Parliament. In Saxony, in the Allgäu, in Austria. Ultimately, though, they are united in a joint, relent­less strugg­le for their respec­ti­ve homes. The film wants to show that chan­ge can be ima­gi­ned and imple­men­ted, that resis­tance bears its first fruits and that the tire­less efforts of tho­se cou­ra­ge­ous guar­di­ans of the coun­try­si­de are not in vain. Today we see young fami­lies in the streets again and cou­ples who deli­bera­te­ly choo­se to move to the coun­try. The chan­ge has alre­a­dy begun.

    Julia Weigl

    Credits:

    DE 2019, 93 Min.,
    Buch und Regie: Gesa Hollerbach,
    Schnitt: Carina Mergens,
    Kamera: Jennifer Günther


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  • 9 Leben

    9 Leben

    Ein Film von Maria Speth.

    [indie­ki­no club] [Credits]  [Trailer]

    Der Film por­trä­tiert das Schicksal meh­re­rer Jugendlicher, die sehr früh – oft schon im Alter von 11, 12 oder 13 Jahren – ent­schie­den haben, von zu Hause weg­zu­ge­hen und für eine bestimm­te Zeit oder dau­er­haft auf der Straßezu leben: Sunny, Toni, Krümel, JJ, Stöpsel, Soja und Za.

    Menschen also, von denen jeder ein­zel­ne mitt­ler­wei­le auch schon neun Leben gelebt haben könn­te. Versehen mit see­li­schen und kör­per­li­chen Beschädigungen. Doch trotz die­ser Zerstörungen gibt es bei ihnen eine enor­me Kraft, Talente und Fähigkeiten zu ent­de­cken. Dieser Reichtum an per­sön­li­chen Möglichkeiten steht im Mittelpunkt des Films.

    Die Lebensumstände der Jugendlichen auf der Straße wer­den des­halb auch nicht doku­men­tiert, son­dern sie wer­den von ihnen in frei­er Wahl erzählt oder auch nicht. So kom­men sehr per­sön­li­che, mit­reis­sen­de und berüh­ren­de Zeugnisse zustande.

    Um den Fokus auf ihre Persönlichkeiten zu legen, erzäh­len sie vor neu­tra­lem Hintergrund im Studio von ihren Leben.
    Einige haben ihre Musikinstrumente mit­ge­bracht und spie­len spon­tan, ande­re zei­gen Fotos oder ande­re künst­le­ri­sche Arbeiten. So ent­ste­hen fil­mi­sche Porträts wie in einer Ausstellung, einem Kunstraum.

    Vorurteile und Klischeevorstellungen über „Penner“ und „Punks“ lösen sich auf. Die Jugendlichen wer­den in ihrer bewun­derns­wer­ten Einmaligkeit erkennbar.

    Und sie wer­den zu Stars – zu Recht.

    [nbsp]
    Credits:

    Deutschland 2010
    Regie: Maria Speth
    Drehbuch: Maria Speth
    Kamera: Reinhold Vorschneider
    Schnitt: Maria Speth

    [nbsp]
    Trailer:

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  • Kunst kommt aus dem Schnabel wie er gewachsen ist

    Kunst kommt aus dem Schnabel wie er gewachsen ist

    Ein Film von Sabine Herpich.

    [Video on demand] [Credits] [Tickets & Termine] [Verleihseite] [Trailer]

    In der Kunstwerkstatt Mosaik in Berlin arbei­ten Künstler*innen mit Behinderung an ihren Werken. Sabine Herpich beob­ach­tet sie bei der Arbeit und rich­tet den Blick auf die Institution selbst, auf die Abläufe, das Personal, die Räumlichkeiten. Ihr gelingt es, nicht die Behinderung der Menschen ins Zentrum zu stel­len, son­dern die künst­le­ri­sche Arbeit. Um die­se her­um for­miert sich die Institution und wird so pri­mär als Institution für die Kunst und nicht als Institution für Menschen mit Behinderung sicht­bar. Die Idee von Kunst wird ganz­heit­lich, beinhal­tet die Menschen, die sie machen, wie auch die Orte, an denen sie erzeugt wird, meint das Sehen der Werke, das Sprechen über sie, meint aber auch: Kunst als Arbeit, mit Arbeitszeiten und Gehalt. Die Filmemacherin selbst ist nicht unsicht­bar. Sie fragt die Künstler*innen nach ihren Gedanken, Ideen, Vorgehensweisen. In der Begegnung der Künstler*innen vor der Kamera mit dem Blick der Filmemacherin ent­steht eine erhöh­te Aufmerksamkeit und Sensibilität – für die Gestimmtheiten der Werke, ihrer Schöpfer*innen und Betrachter*innen, wie auch für die behut­sa­me, nicht schüch­ter­ne, genaue, sich nicht ver­schlie­ßen­de Form die­ses Films über Kunst. (Alejandro Bachmann, Berlinale Forum)

    DOKKA dokKa-Preis der Stadt Karlsruhe
    Duisburger Filmwoche: 3sat-Preis sowie eine loben­de Erwähnung der Arte-Jury
    Nominiert für den Preis der deut­schen Filmkritik 2020

    Verleih geför­dert durch:

    Credits:

    DE 2020, 106 Min.

    Mit: Adolf Beutler, Suzy van Zehlendorf, Gabriele Beer, Till Kalischer, Nina Pfannenstiel u. a.
    Regie, Kamera, Montage: Sabine Herpich

    O‑Ton Schnitt, Mischung: Marilyn Janssen
    Color Grading: Florian Lampersberger
    Titel- und Plakatgestaltung: Ulrike Damm
    Produktion: Sabine Herpich, Tobias Büchner

    Freigegeben ohne Altersbeschränkunge (FSK Prüfkarte: pdf)

    Trailer:

    Kunst kommt aus dem Schnabel wie er gewach­sen ist from Büchner Filmproduktion on Vimeo.A film by Sabine Herpich. In German with English subtitles.

    [Credits] [Termine] [Verleihseite] [Trailer]

    At the Mosaik art stu­dio in Berlin, artists with disa­bi­li­ties are absor­bed in their work. Sabine Herpich obser­ves the artists in the cour­se of crea­ti­on and directs her gaze at the insti­tu­ti­on its­elf: its pro­ces­ses, staff and spaces. The film suc­ceeds in main­tai­ning its focus on the art its­elf rather than the han­di­caps of its crea­tors. It is around the­se works that the insti­tu­ti­on takes form, thus coming into view first and fore­most as an insti­tu­ti­on for art, not one for peo­p­le with disa­bi­li­ties. The idea of art beco­mes holi­stic, encom­pas­sing the peo­p­le who make it as well as the places whe­re it is crea­ted; it means loo­king at the works, and tal­king about them, but also art as work, com­ple­te with working hours and wage. The film­ma­ker hers­elf is not invi­si­ble. She asks the artists about their thoughts, ide­as, methods. As the artists befo­re the came­ra meet the gaze of the film­ma­ker, a heigh­ten­ed sen­se of atten­ti­on and sen­si­ti­vi­ty is pro­du­ced – for the moods of the works, their crea­tors and obser­vers, as well as for this film about art its­elf, with its gent­le, yet not timid, pre­cise yet non-rest­ric­ti­ve form.

    DOKKA dokKa-Preis der Stadt Karlsruhe
    Duisburger Filmwoche: 3sat-Preis sowie eine loben­de Erwähnung der Arte-Jury
    Nominiert für den Preis der deut­schen Filmkritik 2020

    Verleih geför­dert durch:

    [nbsp]
    Credits:

    DE 2020, 106 Min.

    Mit: Adolf Beutler, Suzy van Zehlendorf, Gabriele Beer, Till Kalischer, Nina Pfannenstiel u. a.
    Regie, Kamera, Montage: Sabine Herpich

    O‑Ton Schnitt, Mischung: Marilyn Janssen
    Color Grading: Florian Lampersberger
    Titel- und Plakatgestaltung: Ulrike Damm
    Produktion: Sabine Herpich, Tobias Büchner

    Freigegeben ohne Altersbeschränkunge (FSK Prüfkarte: pdf)

    Termine:

    ab 12. August 2021

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    Trailer (vor­läu­fig):

    Kunst kommt aus dem Schnabel wie er gewach­sen ist from Büchner Filmproduktion on Vimeo.

  • Fabian oder Der Gang vor die HundeFabian oder Der Gang vor die Hunde 

    Fabian oder Der Gang vor die HundeFabian oder Der Gang vor die Hunde 

    ein Film von Dominik Graf.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Berlin, 1931: Ein Ort zwi­schen Untermiete und Unterwelt, wo Bordelle Ateliers sind, Nazis auf den Straßen pöbeln und man in Babelsberg vom „psy­cho­lo­gi­schen Film“ träumt. Das Leben bro­delt, die Gesellschaft gärt, kor­ro­diert. Solange er noch Arbeit hat, ver­fasst der pro­mo­vier­te Germanist Jakob Fabian tags­über Werbetexte, nachts zieht er mit Stephan Labude durch die schrä­gen Etablissements der Stadt. Während sein Freund – er wird spä­ter beken­nen, „in den Fächern Leben und Beruf“ ver­sagt zu haben – ein Draufgänger in Sachen Kommunismus und Sex ist, bleibt Fabian nüch­tern und distan­ziert. Er war­tet auf den „Sieg der Anständigkeit“, ohne recht dar­an zu glau­ben. Nur die Liebe zu Cornelia lässt ihn an sei­nem iro­ni­schen Fatalismus zwei­feln. Sie wird zum Lichtblick in sei­nem zer­rin­nen­den Leben.
    Erich Kästners tief­trau­ri­gen auto­bio­gra­fi­schen „Fabian“ – einen der bedeu­tends­ten Romane der Weimarer Republik – aus sei­nem Schattendasein zu holen, ist bei allen Parallelen zum ver­ma­le­dei­ten Heute eine Herausforderung. Dominik Graf meis­tert sie kon­ge­ni­al: spitz­fin­dig poin­tiert sein Stil, kalt­schnäu­zig flott, und doch von schweig­sa­mer Melancholie. Ein Film wie eine Diskokugel, die sich lang­sam dreht. Über den Zusammenhang von Geschlechtsverkehr und lee­rem Kühlschrank – und den Zerfall des Traums vom Glück.

    Credits:

    DE 2021, 176 Min.,
    Regie: Dominik Graf
    Kamera: Hanno Lentz
    Schnitt: Claudia Wolscht
    mit Tom Schilling, Saskia Rosendahl, Albrecht Schuch, Meret Becker, Michael Wittenborn


    Trailer:
    FABIAN | TRAILER | jetzt fürs Heimkino
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    A film byn Dominik Graf. . 

    [Credits] [Termine] [Trailer]

    Berlin, 1931. A milieu bet­ween sub­lets and the under­world, whe­re brot­hels are artists’ stu­di­os, Nazis are yel­ling abu­se in the streets and Babelsberg is dre­a­ming of pro­du­cing “psy­cho­lo­gi­cal cine­ma”. Life is sur­ging, socie­ty is fer­men­ting and cor­ro­ding. As long as he still has a job, Jakob Fabian, who has a doc­to­ra­te in German stu­dies, wri­tes adver­ti­sing copy during the day and fre­quents the city’s more out­lan­dish estab­lish­ments with Stephan Labude at night. While his fri­end – who later con­fes­ses to having fai­led “in the sub­jects of life and pro­fes­si­on” – is a go-get­ter when it comes to com­mu­nism and sex, Fabian remains sober and distant. Without real­ly belie­ving in it, he is wai­ting for the “vic­to­ry of decen­cy”. His love for Cornelia is the only thing that makes him ques­ti­on his iro­nic fata­lism. She beco­mes a ray of hope in his crumbling exis­tence.
    Despite all the par­al­lels with today’s mali­gned world, brin­ging Erich Kästner’s deep­ly sad, auto­bio­gra­phi­cal “Fabian” – one of the most important novels of the Weimar Republic – out of the shadows is a chall­enge. Dominik Graf mas­ters it bril­li­ant­ly. His style is fine­ly poin­ted, cold-bloo­dedly brisk and yet quiet­ly melan­cho­lic. A film like a slow­ly tur­ning dis­co ball, about the con­nec­tions bet­ween sexu­al inter­cour­se and an emp­ty fri­dge – and the dis­in­te­gra­ti­on of the dream of happiness.

    Credits:

    DE 2021, 176 Min.,
    Regie: Dominik Graf
    Kamera: Hanno Lentz
    Schnitt: Claudia Wolscht
    mit Tom Schilling, Saskia Rosendahl, Albrecht Schuch, Meret Becker, Michael Wittenborn


    Trailer:
    FABIAN | TRAILER | jetzt fürs Heimkino
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  • The Trouble With Being Born

    The Trouble With Being Born

    ein Film von Sandra Wollner. Ab 1.7. geplant.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Ein Haus mit Pool, inmit­ten eines akku­rat geschnit­te­nen grü­nen Rasens, Wald drum­her­um, ein Mann, ein Mädchen: trotz des etwas unwirk­li­chen Eindrucks des Settings, der Tonspur und der Beziehung zwi­schen den bei­den dau­ert es eine klei­ne Weile, bis sich die­se Künstlichkeit mit einem aha-Effekt erklärt. Die Kleine, Ellie, – sie nennt den Mann Papa – ist weni­ger leben­dig, als sie schei­nen soll. Erinnerung soll sie ler­nen, und vie­les ande­re, dazu ist sie da. Schwer erklär­bar, aber sie ent­zieht sich dem und wird als „er“ den nächs­ten Ersatz-und Trost-Job anneh­men. Sich mit Verlusten abzu­fin­den, ist die Sache der rea­len Menschen nicht mehr. Man kann ja jetzt anders. So ist es die Geschichte einer Maschine und der Geister, die wir alle in uns tra­gen.
    “ … maxi­mal pro­duk­ti­ve Verstörung, ein audio­vi­su­el­les Ereignis, streng, flir­rend, in alle Richtungen offen. Nicht die Technik, ver­kör­pert durch Ellie, ist per­vers, son­dern der Mensch, der sich nach Reinactments, nach einem Leben in der Fiktion, sehnt. Auf Ellies Pullover steht: Nature is the future.“ Jens Balkenborg | epd-Film
    Im ENCOUNTERS Wettbewerb der Berlinale 2020 wur­de THE TROUBLE WITH BEING BORN mit dem SPEZIALPREIS DER JURY ausgezeichnet.

    Credits:

    AU/DE 2020, 94 Min.,
    Regie: Sandra Wollner
    Kamera: Timm Kröger
    Schnitt: Hannes Bruun
    mit Lena Watson, Dominik Warta, Ingrid Burkhard, Jana McKinnon


    Trailer:
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    A film by Sandra Wollner. Scheduled for July 1st.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Somewhere in Central Europe, per­haps in the vici­ni­ty of Vienna, in the near future. Ten-year-old Elli is an android, as we soon learn. She takes shape through pro­gramming and this turns her into a fan­ta­sy figu­re. Firstly for a man she calls “Daddy” with whom she lies by the pool and for whom she dres­ses up in the house at the edge of the forest. Elli is the ves­sel for his memo­ries, which mean not­hing to her, but ever­y­thing to him. One day he runs after a stran­ge echo and gets lost in the dark­ness while Elli, who fol­lows him, is picked up by stran­gers. A new iden­ti­ty awaits her, a new ghost­ly exis­tence – as a blank screen onto which others can pro­ject their loss of the para­di­se that is child­hood. Austria’s new voice for the nexus bet­ween desi­re and the abyss, fear and mys­tery, fee­ling and emp­tin­ess is Sandra Wollner. As in Das unmög­li­che Bild, in her pro­vo­ca­ti­ve second fea­ture film she deve­lo­ps the plot from a com­plex basic con­stel­la­ti­on (not the other way around) and recon­s­tructs fami­lies that never exis­ted. And so the machi­ne beco­mes a mir­ror of human emo­ti­on, and the film a cap­ti­vat­ing lad­der into vir­tu­al and psy­cho­lo­gi­cal realities.

    Credits:

    AU/DE 2020, 94 Min.,
    Regie: Sandra Wollner
    Kamera: Timm Kröger
    Schnitt: Hannes Bruun
    mit Lena Watson, Dominik Warta, Ingrid Burkhard, Jana McKinnon


    Trailer:

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  • Bad Luck Banging or Loony Porn

    Bad Luck Banging or Loony Porn

    ein Film von Radu Jude.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    In wel­cher Stadt war ich im Kino am häu­figs­ten? Paris natür­lich, es fol­gen ähn­li­che Ikonen der städ­ti­schen Topographie. Und Bukarest, dem Gegenteil des urba­nen Sehnsuchtsortes. Was sich hier seit den 00ern vor mei­nen eige­nen Augen auf der Leinwand abspiel­te, war eine der auf­re­gends­ten neu­en Wellen vol­ler Verve, Wut und Wahnsinn. Kommst du mit in den Alltag VII oder VIII. Aber nein, hier lie­ber nicht! Keine Romantik, kein Feel Good Lost Faktor, nur wegelo­ses Gewirr der Unorte.

    Radu Jude war mit sei­nem ers­ten Spielfilm THE HAPPIEST GIRL IN THE WORLD auf der Berlinale (Forum 2009), mit EVERYBODY IN THE FAMILY eben­da (Forum 2012), mit AFERIM! gewann er 2015 den sil­ber­nen Bären. Dann 2020 mit UPPERCASE PRINT und als Co-Regisseur von THE EXIT OF THE TRAINS dop­pelt im Forum ver­tre­ten. 2021 wähl­te die Jury aus RegisseurInnen, die in den ver­gan­ge­nen Jahren den Goldbären gewan­nen, BAD LUCK BANGING OR LOONY PORN zum Gewinner des gol­de­nen Bären 2021.

    Das Thema der faschis­ti­schen Vergangenheit Rumäniens hat Radu Jude mit MIR IST ES EGAL, OB WIR ALS BARBAREN IN DIE GESCHICHTE EINGEHEN auf den Punkt gebracht, BAD LUCK… taucht eben­so schnell und stil­si­cher in den Alltag einer Lehrerin ab, die durch den Upload eines pri­va­ten Sexfilms unter Verdacht der Teilnahme an und Verbreitung von PORNOGRAPHIE steht. Gedreht letz­ten Sommer kommt durch die Maskologie, die heu­er kaum noch jemand mis­sen möch­te, ganz natür­lich sur­re­al daher. Die wun­der­vol­len Möglichkeiten der Manipulation der Realität durch die digi­ta­le Parallelwelt und die ent­spre­chend gna­den­lo­sen Bauchlandungen dank der immer noch exis­ten­ten alten Welt mit ihren phy­si­schen Grenzen wer­den in Drehbüchern immer noch zu sel­ten aus­ge­lo­tet. Hier ein ver­gnüg­li­ches Beispiel für eine gelun­ge­ne Abwärtsspirale im Wirrwarr der Realitäten, egal ob die Mall, der Wohnblock, das Internet. Ein Sommerfilm.

    Credits:

    Babardeală cu bucluc sau por­no balamuc
    Rumänien / Luxemburg / Kroatien / Tschechische Republik 2021, 108 Min., rumä­ni­sche OmU
    Regie, Buch: Radu Jude
    Kamera: Marius Panduru
    Schnitt: Cătălin Cristuțiu
    mit Katia Pascariu, Claudia Ieremia, Olimpia Mălai, Nicodim Ungureanu, Alexandru Potocean


    Trailer:

    Im Kino mit deut­schen Untertiteln.

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    A film by Radu Jude. In Romanian with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    A video goes viral. It shows a man and a woman having sex while wea­ring masks. The woman is, nevert­hel­ess, iden­ti­fied. Too bad she is a tea­cher and sup­po­sed to be a role model. And this, moreo­ver, in a (post-socia­list but ulti­m­ate­ly any) socie­ty that is about to get lost in a social net­work dis­cour­se of would-be heal­ing sque­aky-clean atti­tu­des, pseu­do-poli­ti­cal kno­wing-it-all, sanc­ti­mo­nious chau­vi­nism and gro­tes­que con­spi­ra­cy theo­ries. Everyone has an opi­ni­on. The deba­te turns into a tri­bu­nal – about con­sen­su­al sex, por­no­gra­phy and more.
    Always up for inno­va­ti­ve cine­ma­tic expe­ri­ments, Radu Jude has craf­ted from this con­stel­la­ti­on an intel­li­gent, sati­ri­cal tri­ptych: with its non­cha­lant­ly pre­cise came­ra­work and manic humour found in the stress of ever­y­day life on Bucharest’s streets, the first part shows us what con­tem­po­ra­ry cine­ma at the docu­men­ta­ry-fic­tion inter­face can look like. The second part is an off­beat series of laco­nic, sta­tic images inten­ded as an ency­clo­paed­ia of the sym­bols of our time. The film’s grand – albeit open-ended – fina­le is a dis­cus­sion held at the school in which jud­ge­ment is pas­sed on our heroine’s right to exist.

    Credits:

    Babardeală cu bucluc sau por­no balamuc
    Rumänien / Luxemburg / Kroatien / Tschechische Republik 2021, 108 Min., rumä­ni­sche OmU
    Regie, Buch: Radu Jude
    Kamera: Marius Panduru
    Schnitt: Cătălin Cristuțiu
    mit Katia Pascariu, Claudia Ieremia, Olimpia Mălai, Nicodim Ungureanu, Alexandru Potocean


    Trailer:

    Im Kino mit deut­schen Untertiteln.

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  • Night Moves

    Night Moves

    Ein Film von Kelly Reichardt

    [Credits] [Indiekino Club] [Trailer]

    Josh, Dena und Harmon pla­nen ein Fanal gegen die Gleichgültigkeit einer über­tech­ni­sier­ten Welt. Ruhig und kon­zen­triert zeich­net Kelly Reichardt die Bewegungen der drei auf, ihre kon­spi­ra­ti­ven Treffen, die Organisation des Materials, die Fahrt zum spä­te­ren Tatort. Night Moves ent­fal­tet sich als küh­ler, prä­zi­ser Zeitlupenthriller. Später müs­sen sich die drei mit der Frage des gegen­sei­ti­gen Vertrauens aus­ein­an­der­set­zen. Sind sie tat­säch­lich eine Gruppe und ver­fol­gen ein gemein­sa­mes Ziel? 
     Reichardts Figuren sind auch hier auf der Reise und ste­hen dabei sich selbst über­las­sen am Rand. Wie schon Bill Oldham in Old Joy, der vom Verschwinden einer Freundschaft erzähl­te, oder Michelle Williams in Wendy & Lucy, der vom Aufenthalt in der Fremde han­del­te, und von Armut. In Meek’s Cutoff  beweg­te sich eine Siedlergruppe durchs Niemandsland des Westens, das zum Grab wird. Night Moves bie­tet sei­nen Protagonisten zwar das Umfeld von Gleichgesinnten, mit denen sie leben, aber sie bege­hen eine radi­ka­le Tat, die sie von den ande­ren unter­schei­det und in die Isolation treibt. Kelly Reichardt ver­mag es dabei ganz selbst­ver­ständ­lich Genrekino mit Gesellschaftsanalyse auf­zu­la­den. 

    „In gewis­ser Weise berührt die­se Struktur, die auch Night Moves beschreibt, auch die Geschichte des Radikalismus. Ich bin in den 1970er Jahren auf­ge­wach­sen, habe die Geschehnisse um Patty Hearst und Angela Davis mit­er­lebt, die Nachwirkungen der Weather-Underground-Bewegung, oder auch in jün­ge­rer Zeit die Aktionen der Earth Liberation Front. Es stellt sich ja zumeist erst mal ein gewis­ser Enthusiasmus ein, wenn die wie­der eine gan­ze Flotte von Hummer-Geländewagen in die Luft spren­gen, danach aber denkt man sich, ver­dammt, jetzt sit­zen die­se jun­gen Menschen im Gefängnis, bis sie vier­zig sind, und über­all ste­hen Millionen von Hummer-Autos rum, war es das wirk­lich wert? Ich glau­be, dass alle die­se radi­ka­len Bewegungen irgend­wann immer selbst­be­züg­li­cher wer­den, sich immer mehr ihre eige­ne Wirklichkeit schaf­fen, dann kommt irgend­wann Egoismus auf, Paranoia, Isolation, das scheint fast eine zwangs­läu­fi­ge Entwicklung zu sein.“ (Kelly Reichardt)

    Credits:

    USA 2013 ,  112 Min.
    engl. OmU 

    Regie:  Kelly Reichardt

    Buch: Kelly Reichardt,  Jon Raymond
    Kamera: Christopher Blauvelt
    Schnitt: Kelly Reichardt 

    mit: Jesse Eisenberg, Dakota Fanning,  Peter Sarsgaard

    Trailer:

     

    Night Moves – Trailer (OmU)
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  • Like Father, Like Son

    Like Father, Like Son

    [Credits] [Indiekino Club]

     

    Inhalt

    Like Father, Like Son

    Ein Anruf, und ihre Welt ist nicht mehr wie sie war: Keita, der 6‑jährige Sohn, wur­de als Neugeborener im Krankenhaus ver­tauscht, erfah­ren die wohl­si­tu­ier­ten Nonomiyas eines Tages. Ihr Sohn ist nicht ihr leib­li­ches Kind. „Das erklärt also alles“ ent­fährt es spon­tan Ryota, dem Vater,  der sich doch schon oft über den man­geln­den Ehrgeiz sei­nes ein­zi­gen Kindes geär­gert hat. Seine Frau Midori dage­gen macht sich Vorwürfe, als Mutter nicht gespürt zu haben, dass ihr gelieb­ter Keita nicht ihr leib­li­ches Kind war. Was ist jetzt der nächs­te Schritt? Erstmal müs­sen sie die Saikis, Eltern des „rich­ti­gen“ Sohnes tref­fen. Eher ein­fach als wohl­ha­bend, leben die in einem leben­di­gen Haushalt mit 3 Kindern; nicht gera­de das, was sich Ryota für sei­nen Sprößling erhofft. Und was nun? Die Psychologen raten zu einem mög­lichst schnel­len Kindertausch – aber das geht natür­lich nicht so ein­fach. Zunächst ent­schlie­ßen sich die Familien für eine Wochenendlösung.

    Man ist […] ganz hin­ge­ris­sen von sei­nem [Kore-Edas] Zartgefühl für’s Menschenmögliche. Für eine Frau zum Beispiel, die schon aus ihrer Haut könn­te, wenn ihr Mann, der es nicht kann, sie lie­ße.  Für die wehr­lo­se Fröhlichkeit von Kindern – Hirokazu Kore-eda ist ein genia­ler Kinder-Regisseur,  … und für alle Varianten von Elternliebe, die sym­pa­thi­schen und die unsym­pa­thi­schen. Denn dar­um geht es am Ende doch immer in die­ser Inszenierung, die sich nie mora­lisch auf­bläst. In ihrer fas­zi­nie­ren­den, vor­sich­tig möch­te man sagen: japa­nisch dis­zi­pli­nier­ten Contenance steckt eine gro­ße Melancholie des Verstehens.“ Christoph Schneider | Tagesanzeiger ch

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    Credits:
    Like Father, Like Son

    [Soshite chi­chi ni naru]
    Japan 2013  120 Min.  jap. OmU

    Regie & Buch: KORE-EDA Hirokazu
    Kamera: Takimoto Mikiya
    Schnitt: Kore-Eda Hirokazu

    mit  Masaharu Fukuyama,  Yôko Maki,  Machiko Ono,  Lily Franky,  Hiroshi Ohkochi, Keita Ninomiya

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  • Was sehen wir, wenn wir zum Himmel schauen? Was sehen wir, wenn wir zum Himmel schauen?

    Was sehen wir, wenn wir zum Himmel schauen? Was sehen wir, wenn wir zum Himmel schauen?

    Ein Film von Alexandre Koberidze.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Eine zufäl­li­ge Begegnung vor den Toren einer Schule im geor­gi­schen Kutaissi. Lisa und Giorgi stol­pern inein­an­der, ein Buch fällt zu Boden. Sichtlich ver­wirrt ver­ab­re­den sie ein Date, ohne ein­an­der ihre Namen genannt zu haben. Es ist Liebe auf den ers­ten Blick, und wie ver­zau­bert fan­gen die Dinge an zu leben: Die Überwachungskamera wird zum bösen Auge, das Abflussrohr zum Orakel, Augen zu – und Gong! Über den Liebenden liegt ein Fluch, der sie dazu ver­dammt, am nächs­ten Tag mit einem ande­ren Aussehen zu erwa­chen. Doch gera­de die­se wun­der­sa­me Erschwernis ihrer Wiederbegegnung wird zur Eintrittskarte in eine Welt, in der nur noch der Zauber des Alltags herrscht – in schlich­ter Schönheit, mit zärt­li­cher Komik und einer Fußballbegeisterung, die Junge wie Alte und sogar den phleg­ma­ti­schen Straßenköter Vardy befällt.
    Es ist die Poesie der Ziellosigkeit, die es Alexandre Koberidze, wie schon in Lass den Sommer nie wie­der kom­men, ermög­licht, im Kino all das sicht­bar und erzähl­bar zu machen, was wir in der Wirklichkeit unse­res Alltags nur sel­ten wahrnehmen.

    Neben der Liebe ist die Fußball-WM das gro­ße Thema: Bolzende Kinder, über die hin­weg Gianna Nannini ihren legen­dä­ren WM-Hit schmet­tert, fuß­ball­schau­en­de Straßenhunde und his­to­ri­sche Public-Viewing-Lokalitäten Kutaissis erge­ben einen Strauß absurd komi­scher Ausflüge. Aber die WM steht auch als Brücke zur Realität. Während der Erzähler die Geschichte in eine wage Zeit unheim­li­cher Brutalität ver­setzt, die sich aber im ruhi­gen Treiben der Stadt nicht zeigt, wird mit der Verlautbarung der Gegnerteams im Endspiel klar, es ist das Jahr 2014. Das Jahr des Politischen Novembers in Georgien und des Ukraine-Konflikts in der geo­gra­fi­schen Nachbarschaft. Koberidze lässt es hin­ter Georgiens Bergen don­nern. Die Aktualität dar­in ist bedrü­ckend. Aber die mär­chen­haf­te Erzählung des Films hat dem etwas Tröstliches ent­ge­gen­zu­set­zen: So grau­sam und will­kür­lich unse­re Welt ist, es gibt auch das Gute dar­in und die Resilienz der Menschen ist uner­mess­lich.” Clarissa Lempp | indiekino

    Credits:

    Ras vkhe­davt, rode­sac cas vuku­rebt?
    DE/GE 2021, 150 Minuten, geor­gisch mit dt. Untertiteln,
    Regie: Alexandre Koberidze
    Kamera: Faraz Fesharaki
    Schnitt: Alexandre Koberidze
    mit: Ani Karseladze, Giorgi Bochorishvili, Oliko Barbakadze, Giorgi Ambroladze, Vakhtang Panchulidze, Sofio Tchanishvili, Irina Chelidze, David Koberidze, Sofio Sharashidze

    Trailer:
    Was sehen wir, wenn wir zum Himmel schau­en? (offi­zi­el­ler Trailer)
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    A film by Alexandre Koberidze.

    [Credits] [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    A chan­ce encoun­ter at the gates of a school in Kutaisi in Georgia. Lisa and Giorgi bump into each other and a book falls to the ground. Clearly dazed, they arran­ge a date wit­hout even having told each other their names. It is love at first sight and, as if enchan­ted, things begin to come to life: the sur­veil­lan­ce came­ra beco­mes an evil eye, the drain­pipe an ora­cle, they clo­se their eyes and – ding! The lovers are cur­sed, con­dem­ned to wake up the next day loo­king com­ple­te­ly dif­fe­rent. But it is pre­cis­e­ly this super­na­tu­ral obs­ta­cle to them mee­ting again which beco­mes their ticket to a world ruled enti­re­ly by the magic of the ever­y­day – in all its simp­le beau­ty, ten­der come­dy and an enthu­si­asm for foot­ball that infects young and old ali­ke, even the phleg­ma­tic street dog Vardy.
    As in Let the Summer Never Come Again, it is the poet­ry of aim­less­ness that enables Alexandre Koberidze to make visi­ble and nar­rata­ble in cine­ma ever­y­thing that we rare­ly per­cei­ve in the rea­li­ty of our ever­y­day lives. Get your ligh­ters out becau­se, as Gianna Nannini is allo­wed to sing so fer­vent­ly in this gem of a film, the nights are inde­ed magical.

    Credits:

    Ras vkhe­davt, rode­sac cas vuku­rebt?
    DE/GE 2021, 150 Minuten, geor­gisch mit dt. Untertiteln,
    Regie: Alexandre Koberidze
    Kamera: Faraz Fesharaki
    Schnitt: Alexandre Koberidze
    mit: Ani Karseladze, Giorgi Bochorishvili, Oliko Barbakadze, Giorgi Ambroladze, Vakhtang Panchulidze, Sofio Tchanishvili, Irina Chelidze, David Koberidze, Sofio Sharashidze

    Trailer:
    Was sehen wir, wenn wir zum Himmel schau­en? (offi­zi­el­ler Trailer)
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