Autor: fsk

  • Hive

    Hive

    Ein Film von Blerta Basholli.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Der Krieg im Kosovo ist vor­über, und vie­le der Männer kehr­ten nicht zurück. Im Dorf müs­sen jetzt die Alten, die Frauen, ihre Kinder und weni­ge arbeits­fä­hi­ge Männer neben der Ungewiss auch mit der pre­kä­ren Lage zurecht­kom­men. Mehr schlecht als recht schafft es Fahrije, mit der kläg­li­chen Unterstützung, Sohn, Tochter, Schwiegervater und sich selbst durch­zu­brin­gen, der Ertrag vom Bienenstock ihres Ehemannes hilft wenig. Aber sie weiß, was sie kann: Ajvar, eine Paprikazubereitung, her­stel­len, und so wird eine Großküche in der Imkerei ein­ge­rich­tet. Kontakte zu Supermärkten in der Gegend her­stel­len ist die eine, die Ware dort zuzu­stel­len die ande­re Hürde. Fahrjie beschließt, den Führerschein zu machen. Das ist zu viel für die, vor­sich­tig gesagt, patri­ar­chal gepräg­te Gemeinde. Selbständig arbei­ten zu wol­len war schon eine Zumutung, aber Auto fah­ren … da fliegt auch schon mal ein Stein durch die Scheibe. Andere Frauen, die in der glei­chen Situation ste­cken, war­nen sie, aber, was bleibt ihnen eigent­lich zu tun übrig? Das Ende wird jetzt nicht ver­ra­ten, nur soviel: die Geschichte hat so bzw. so ähn­lich statt­ge­fun­den, und die rea­le Farhije sag­te nach Sichtung des Filmes: „Ich habe so viel mehr gelit­ten, aber ich den­ke, Sie haben die Dinge sehr gut zusam­men­ge­fasst.“ zu Regisseurin Blerta Basholli. Die kehr­te nach ihrem Studium an der New York University 2011 in ihre Heimat zurück, und ist inzwi­schen Kulturdirektorin in Pristina.

    … [Sie] erzählt sozi­al­rea­lis­tisch aus dem Leben die­ser Frau und ihres Umfelds, das vom Feminismus ver­ges­sen wor­den zu sein scheint. Doch rutscht sie nie­mals ins Melodram, viel­mehr rückt sie die ver­hee­ren­de Zerstörung eines gan­zen sozia­len Gefüges in den Fokus ihres Films und die immense gemein­schaft­li­che Anstrengung, derer es bedarf, um nach einem sol­chen kol­lek­ti­ven und per­sön­li­chen Trauma wei­ter­zu­ma­chen.“
    Sofia Glasl | Filmdienst

    Credits:

    XK, CH, AL, MK 2021, 84 Min., alba­ni­sche OmU
    Buch & Regie: Blerta Basholli
    Kamera: Alex Bloom
    Schnitt: Félix Sandri, Enis Saraçimit: Yllka Gashi, Çun Lajçi, Aurita Agushi, Kumrije Hoxha, Adriana Matoshi

    Trailer:
    HIVE | offi­zi­el­ler deut­scher Trailer | OmU
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    Afilm by Blerta Basholli. In Albanian with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Fahrije’s hus­band has been con­side­red miss­ing sin­ce the end of the war – like so many other men from her vil­la­ge in rural Kosovo. When she deci­des one day to get her driver’s licen­se so she can sell her home­ma­de sau­ces in town, she imme­dia­te­ly faces oppo­si­ti­on from her con­ser­va­ti­ve, patri­ar­chal vil­la­ge. Fahrije, howe­ver, is not inti­mi­da­ted and soon other women dare to help her in this revo­lu­tio­na­ry ven­ture. The film, which won three awards at Sundance, tells the sto­ry of a dar­ing woman who, against all the odds, builds a new exis­tence for hers­elf and other women.

    Credits:

    XK, CH, AL, MK 2021, 84 Min., alba­ni­sche OmU
    Buch & Regie: Blerta Basholli
    Kamera: Alex Bloom
    Schnitt: Félix Sandri, Enis Saraçimit: Yllka Gashi, Çun Lajçi, Aurita Agushi, Kumrije Hoxha, Adriana Matoshi

    Trailer:
    HIVE | offi­zi­el­ler deut­scher Trailer | OmU
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  • Komm mit mir in das Cinema – Die Gregors

    Komm mit mir in das Cinema – Die Gregors

    Ein Film von Alice Agneskirchner.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Der Titel zitiert Else Lasker-Schülers gleich­na­mi­ges Gedicht: Im Cinema fin­de man, „was ein­mal war: Die Liebe!“, schreibt die Dichterin dar­in im Jahr 1937. Zwei Jahrzehnte spä­ter hat die Liebe zum Kino zwei Menschen zusam­men­ge­bracht, die die Filmgeschichte Nachkriegsdeutschlands – umfas­send ver­stan­den als Geschichte auch des Filmabspiels und des Diskurses über Film – auf bedeu­ten­de Weise erwei­tert, heu­te wür­de man sagen, diver­ser gemacht haben: Erika und Ulrich Gregor.
    Alice Agneskirchners Dokumentarfilm nähert sich den Gründer*innen des Kinos Arsenal und des Internationalen Forum des Jungen Films über ver­schie­de­ne Pfade: zum einen über die beweg­te Lebensgeschichte des seit über 60 Jahren ver­hei­ra­te­ten Paars, zum ande­ren über pro­mi­nen­te Wegbegleiter*innen wie Jutta Brückner, Wim Wenders und Jim Jarmusch. Zentral sind aber auch die Filme, die den Gregors beson­ders am Herzen lie­gen, für die sie sich ein­ge­setzt haben: So gibt es Wiederbegegnungen der Gregors mit Claude Lanzmanns Shoah, István Szabós Apa oder Helke Sanders Die all­sei­tig redu­zier­te Persönlichkeit – Redupers. Ein Film nicht nur über die Liebe und das Kino, son­dern auch über ein Stück bun­des­re­pu­bli­ka­ni­scher Zeitgeschichte.

    Credits:

    DE 2021, 155 Min.
    Regie & Buch: Alice Agneskirchner
    Kamera: Jan Kerhart
    Schnitt: Silke Botsch
    mit Erika Gregor, Ulrich Gregor

    Trailer:
    KOMM MIT MIR IN DAS CINEMADIE GREGORS – Offizieller Trailer
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    A film by Alice Agneskirchner. In German.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    The title refers to the epony­mous 1937 poem by Else Lasker-Schüler, in which the poet wri­tes that “what once was: love” can be found at the cine­ma. Two deca­des on from this, it was a love of cine­ma that brought tog­e­ther two peo­p­le who signi­fi­cant­ly expan­ded – today one might say, diver­si­fied – the film histo­ry of post-war Germany, encom­pas­sing both the way films are view­ed as well as the dis­cour­se sur­roun­ding the medi­um: Erika and Ulrich Gregor.
    Alice Agneskirchner’s docu­men­ta­ry fol­lows various paths to get right up clo­se to the foun­ders of Arsenal and the International Forum of New Cinema: on the one hand via the eventful life of the cou­ple, who have been mar­ried for over 60 years; on the other via tho­se who have accom­pa­nied them along the way, inclu­ding such pro­mi­nent figu­res as Jutta Brückner, Wim Wenders and Jim Jarmusch. The films of which the Gregors are par­ti­cu­lar­ly fond and to which they gave their full back­ing are also cen­tral, as the duo beco­mes reac­quain­ted with Claude Lanzmann’s Shoah, István Szabó’s Apa and Helke Sander’s Die all­sei­tig redu­zier­te Persönlichkeit – Redupers. This is not only a film about love and cine­ma but also a pie­ce of West German history.

    Credits:

    DE 2021, 155 Min.
    Regie & Buch: Alice Agneskirchner
    Kamera: Jan Kerhart
    Schnitt: Silke Botsch
    mit Erika Gregor, Ulrich Gregor

    Trailer:
    KOMM MIT MIR IN DAS CINEMADIE GREGORS – Offizieller Trailer
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  • Das Glücksrad – Wheel of fortune and fantasy

    Das Glücksrad – Wheel of fortune and fantasy

    Ein Film von Ryusuke Hamaguchi.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Ryūsuke Hamaguchis zwei letz­te Filme lie­fen hin­ter­ein­an­der im Wettbewerb zwei­er A‑Festivals, und bei­de wur­den aus­ge­zeich­net. Oscar-Gewinner „Drive my Car“, der in Cannes 2021 u.a. den Drehbuchpreis gewann, star­te­te letz­ten November erfolg­reich auch bei uns im Kino. Jetzt legen wir mit dem „Großen Jurypreis“ der Berlinale, „Wheel of Fortune and Fantasy“ bzw.“Das Glücksrad“ nach. War ers­te­rer geprägt von sei­ner Vorlage, einer Murakami-Kurzgeschichte, merkt man dem „Glücksrad“ die Nähe zu Rohmers luf­tig-tie­fem „Rendezvous in Paris“ an, den der Regisseur als Referenz angibt, und dabei mehr als nur die Aufteilung in drei Episoden meint.
    Der Zufall spielt dies­mal eine gro­ße Rolle, sei es eine Begegnung, ein Missverständnis oder nur eine falsch gesen­de­te Mail. Filigrane amou­rö­se Gebilde sind alle drei Geschichten, sie fügen sich zu anrüh­ren­den oder auf­re­gen­den, uni­ver­sal ver­ständ­li­chen Momenten für die Protagonistinnen zusam­men.
    Zunächst schwärmt Meikos Freundin Tsugumi von einer tol­len Nacht mit einem tol­len Mann, bis Meiko erkennt, dass es sich dabei um ihren Ex-Liebhaber han­delt, mit dem sie noch nicht abge­schlos­sen hat. In der nächs­ten, gleich tra­gi­schen wie lus­ti­gen Episode will die Studentin Nao ihrem Hochschulprofessor Tsugumi eine Verführungsfalle stel­len. Zum Schluss trifft Nana nach einem völ­lig ver­patz­ten Klassentreffen ihre Jugendliebe Moka doch noch wie­der. Die bei­den Frauen ver­brin­gen einen wun­der­ba­ren, ver­trau­ten Nachmittag mit­ein­an­der – doch ist es wirk­lich Moka?
    „Ich weiß nicht, wie man die­sen Film nicht lie­ben kann.“ Robert Ide | Tagesspiegel

    Credits:

    JP 2021, 121 Min., jap. OmU
    Regie & Schnitt: Ryusuke Hamaguchi
    Kamera: Yukiko Iioka
    mit:
    Kotone Furukawa, Kiyohiko Shibukawa, Katsuki Mori, Fusako Urabe, Aoba Kawai, Ayumu Nakajima, Hyunri, Shouma Kai

    Trailer:
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    A Film by Ryusuke Hamaguchi. In Japanese with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    As with the rest of his oeu­vre, dupli­ca­ti­on and mir­ro­ring of fema­le cha­rac­ters once again informs Ryusuke Hamaguchi’s latest work, Guzen to sozo. It would not be out of place to make a lite­ra­ry ana­lo­gy and, if one were to regard his two pre­vious films (Happy Hour and Asako I & II) as novels, this new work could be descri­bed as a coll­ec­tion of short sto­ries. The film’s recur­ring rhythm ampli­fies this effect. The three epi­so­des, which each revol­ve around a woman, are in turn divi­ded into three move­ments, like a pie­ce of music. They tell sto­ries of an unex­pec­ted love tri­ang­le, a fai­led seduc­tion trap, and an encoun­ter that results from a misun­derstan­ding. The frag­men­ta­ti­on ser­ves to empha­sise rather than under­mi­ne the exqui­si­te­ly orga­nic sto­rytel­ling and mise en scè­ne. Although most of the action takes place in a sin­gle space and invol­ves just two actors, not once does it feel like film­ed theat­re. The secret lies not only in the wri­ting, but also in the noti­on of a more com­plex tem­po­ra­li­ty in each epi­so­de that flirts with sci­ence fic­tion in the final inst­al­ment. The moments we wit­ness are crystal­li­sed into tou­ch­ing uni­ver­sal desti­nies mark­ed by choices, reg­rets, decep­ti­on and coin­ci­den­ces. They are the film’s true protagonists.

    Credits:

    JP 2021, 121 Min., jap. OmU
    Regie & Schnitt: Ryusuke Hamaguchi
    Kamera: Yukiko Iioka
    mit:
    Kotone Furukawa, Kiyohiko Shibukawa, Katsuki Mori, Fusako Urabe, Aoba Kawai, Ayumu Nakajima, Hyunri, Shouma Kai

    Trailer:
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  • Alle reden übers Wetter

    Alle reden übers Wetter

    Ein Film von Annika Pinske. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Stadt / Land, Ost / West, Mann / Frau – für Clara für gibt es vie­le Identitätsfragen. Die wich­tigs­te jedoch heißt: was ist der Preis, den die Philosophiedoktorandin für den Bildungsaufstieg bezah­len muss? Als sie zum 60sten Geburtstag ihrer Mutter in ihre meck­len­bur­gi­sche Heimat zurück­kehrt, reagie­ren die Verwandten und alten Bekannten ganz ver­schie­den auf sie. Kein ent­spann­ter Umgang erscheint mög­lich.
    Clara wird bewusst, wie weit sie sich auf der Suche nach einem selbst­be­stimm­ten, erfolg­rei­chen Leben von ihren Wurzeln ent­fernt hat, und wie sich sich hat ver­än­dern müs­sen, um in ihrem jetz­ti­gen Leben in Berlin mit­zu­hal­ten. Aber auch dort, im aka­de­mi­schen Umfeld, wo auf Feiern Champagner statt Bier gereicht wird, ist sie nicht zuhause.

    Der Film han­delt von Heimat und Herkunft und fragt, was man für ein selbst­be­stimm­tes Leben zurück­las­sen muss, beson­ders als Frau. Es geht auch um Mütter und Töchter und ihre Beziehungen, um Frauen in män­ner­do­mi­nier­ten Berufen und den Kampf um Anerkennung.
    Der Film beob­ach­tet die Geschlechterhierarchien in den ganz ein­fa­chen all­täg­li­chen Interaktionen der Figuren und zeigt, wie stark wir in der Gesellschaft auf bestimm­te Rollen fest­ge­legt sind und wie schwie­rig es ist, die­sen zuge­wie­se­nen Platz zu ver­las­sen, aus­zu­bre­chen und etwas Neues zu fin­den. Diese Sehnsucht hat mit Trennung und Grenzen zu tun, und es gibt eben­so viel Schmerz wie Verheißung. Ich lie­be die­se Widersprüche im Leben. Sie sind eine Art krea­ti­ver Motor für mich.“ Annika Pinske

    Credits:

    DE 2022, 89 Min., deut­sche OmeU
    Regie & Buch: Annika Pinske
    Kamera: Ben Bernhard
    Schnitt: Laura Lauzemis
    mit Anne Schäfer, Anne-Kathrin Gummich, Judith Hofmann, Marcel Kohler, Max Riemelt, Emma Frieda Brüggler, Thomas Bading, Christine Schorn, Sandra Hüller, Alireza Bayram

    Trailer:
    Alle reden übers Wetter (offi­zi­el­ler Trailer)
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    A film by Annika Pinske. In German with English subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Clara is 39 and is taking a PhD in phi­lo­so­phy. She lives in a Kreuzberg flat share while her teenage daugh­ter lives with her ex. Clara is having a secret rela­ti­onship with one of her stu­dents. Her the­sis super­vi­sor, the strong and inde­pen­dent Margot, pro­vi­des her with pro­fes­sio­nal encou­ra­ge­ment. When Clara visits her home in pro­vin­cial Mecklenburg-Vorpommern for her mother’s bir­th­day, she finds hers­elf strugg­ling with the pri­de and expec­ta­ti­ons but also with the rejec­tion of her fami­ly and for­mer com­pa­n­ions. She beg­ins to rea­li­se just how far she has moved away from her roots in her search for a self-deter­mi­ned life. But per­haps she had to move away. Because one’s per­cep­ti­on of home can chan­ge.
    Annika Pinske’s quiet dra­ma is a stu­dy in fami­lia­ri­ty and distance, liber­ty and com­pul­si­on, the coun­try­si­de and the city. Sensitive, nuan­ced per­for­man­ces from an out­stan­ding cast with an assu­red com­mand of the local dialects allow the audi­ence to expe­ri­ence the atmo­sphe­res of both Berlin’s uni­ver­si­ty milieu and the rural fami­ly get-together.

    Credits:

    DE 2022, 89 Min.
    Regie & Buch: Annika Pinske
    Kamera: Ben Bernhard
    Schnitt: Laura Lauzemis
    mit Anne Schäfer, Anne-Kathrin Gummich, Judith Hofmann, Marcel Kohler, Max Riemelt, Emma Frieda Brüggler, Thomas Bading, Christine Schorn, Sandra Hüller, Alireza Bayram

    Trailer:
    Alle reden übers Wetter (offi­zi­el­ler Trailer)
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  • Mit 20 wirst du sterbenMit 20 wirst Du sterben

    Mit 20 wirst du sterbenMit 20 wirst Du sterben

    Ein Film von Amjad Abu Alala.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Damit der Mensch leben kann, muss der Tod gleich­zei­tig prä­sent und abwe­send sein. Das Gefühl von Sterblichkeit treibt vor­an und erfüllt mit Sinn, begrenz­te Zeit will schließ­lich genutzt wer­den. Doch zu nah darf das Ende nicht erschei­nen, weil es vom Gefühl für Wirkung und Konsequenz des Handelns befreit.“ Dieser Text von Lucas Barwenczik führt in den Film ein. Es gibt schon eini­ge Filme, in denen das Wissen über den Todeszeitpunkt die Folie ist, aber dies ist der ers­te aus suda­ni­scher Sicht und der ers­te des Regisseurs, dabei erst der ach­te Spielfilm aus dem Land ins­ge­samt.
    Ein Junge wur­de gebo­ren und soll vom Imam geseg­net wer­den, doch bei sei­nem Zahlentanz bricht der Derwisch mit dem Wort „20“ auf den Lippen tot zusam­men. Für die Gemeinde steht fest: Mit 20 wird der klei­ne Muzamil ster­ben. Was wird aus einem Kind, das ohne Zukunft auf­wächst? Der Vater ver­lässt umge­hend das Land, die Mutter wird immer from­mer, der Junge zwei­felt nicht an der Prophezeiung, muss aber viel Häme ertra­gen und wird oft geschnit­ten. Als Heranwachsender lernt er jedoch Sulaiman ken­nen, einen alten Rebellen, der von reli­giö­sen Vorhersagen wenig hält.
    Mit 20 wirst du ster­ben ist fas­zi­nie­rend in sei­nen Bildkompositionen, den war­men Farben, den Aufnahmen, in denen das Innere in Muzamils Haus mit den traum­haf­ten Sequenzen der kegel­för­mi­gen Heiligtümer kon­tras­tiert. Der in Venedig preis­ge­krön­te Film ist geprägt von der sorg­fäl­ti­gen und wohl­wol­len­den Beobachtung des Lebens im Dorf zwi­schen blau­em und wei­ßem Nil.
    „Er [der Film] zeigt, wie sehr ein star­ker Glaube das Leben der Menschen beein­flus­sen und wie er poli­tisch genutzt wer­den kann. Die suda­ne­si­sche Regierung von Omar el-Beshir benutz­te den Islam, um das Volk zum Schweigen zu brin­gen. Wenn jemand den Satz «Gott sagt» aus­spricht, wer­den alle still. Mein Film ist eine Einladung, sich davon frei zu machen.“ Amjad Abu Alala
    Filmgespräch mit dem Produzenten am 28.8. 20Uhr

    Credits:

    SD 2019, 105 Min., OmU
    Regie: Amjad Abu Alala
    Schnitt: Heba Othman
    Kamera: Sébastien Goepfert
    mit: Mustafa Shehata, Islam Mubarak, Mahmoud Elsaraj, Bunna Khalid

    Trailer:
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    A film by Amjad Abu Alala. In Arabic with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Muzamil was only a new­born when a pro­phe­cy fore­told his death at 20. His father is unable to live with this cur­se and aban­dons his fami­ly. Long resi­gned to his fate, the young man starts to ques­ti­on his preor­da­i­ned death when he meets Suleiman, a came­ra­man who has retur­ned to the vil­la­ge of his birth. The Sudanese direc­tor won the Lion of the Future at the 2019 Mostra di Venezia.

    Credits:

    SD 2019, 105 Min., OmU
    Regie: Amjad Abu Alala
    Schnitt: Heba Othman
    Kamera: Sébastien Goepfert
    mit: Mustafa Shehata, Islam Mubarak, Mahmoud Elsaraj, Bunna Khalid

    Trailer:
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  • Der perfekte Chef

    Der perfekte Chef

    Ein Film von Fernando León de Aranoa.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Einst war er Santa, ein groß­mäu­li­ger Arbeitsloser unter vie­len – Javier Bardem gibt ihn in Fernando León de Aranoas Debut Montags in der Sonne, das mit viel Sinn für Humor und Solidarität unter den gesell­schaft­lich Benachteiligten zum gro­ßen Überraschungserfolg avan­cier­te. 20 Jahre spä­ter ist er bei de Aranoa nicht mehr der Underdog, son­dern ganz oben ange­langt. Bardem spielt Julio, den patri­ar­cha­len Chef einer Waagenfabrik, mit eben soviel Verve wie vor zwei Jahrzehnten Santa.
    Julio Blanco hat die Fabrik von sei­nem Vater geerbt und will sie einer­seits zeit­ge­mäß fort­füh­ren. Alle Mitarbeiter über­neh­men Verantwortung, heißt es bei ihm. Alle sind auf Augenhöhe und eine gro­ße glück­li­che Familie und noch mehr Humbug, der jeg­li­chen Zusammenhalt und Mitbestimmungswunsch der Untergebenen unter­bin­den soll. Auf der ande­ren Seite mischt er sich, ganz Firmen-Papa, unge­fragt in die pri­va­ten Angelegenheiten sei­ner Angestellten ein und über­schrei­tet auch sonst man­che mora­li­sche Grenze. Als ein Angestellter sich mit sei­ner – natür­lich unaus­weich­li­chen – Entlassung nicht abfin­det, und ein Protestcamp vor dem Firmentor auf­schlägt, scheint das dem Firmenoberhaupt aus der Balance zu brin­gen. Er war­tet gera­de sehn­süch­tig auf den unan­ge­mel­de­ten Besuch der Jury, die den begehr­ten Preis der Regierung für exzel­len­te Unternehmensführung ver­gibt. Die Auszeichnung soll der Höhepunkt sei­nes Schaffens wer­den, und da ist der irrer Querulant vor der Tür, der auch noch vol­les Medieninteresse erlangt, äußerst unwill­kom­men.
    „Der alte Klassenkampf löst sich auf in einen Nebel aus Metaphern über das Boot, in dem man sit­ze. Diesen Strukturwandel so raf­fi­niert in die komö­di­an­ti­sche Struktur ein­zu­flech­ten und qua­si unter­zu­schmug­geln, ist das eigent­li­che Verdienst des Films.“ Peter Gutting | kino-zeit.de

    Credits:

    El buen patrón
    ES 2021, 120 Min., span. OmU
    Drehbuch und Regie: Fernando León de Aranoa

    Schnitt: Vanessa Marimbert
    mit: Javier Bardem, Manolo Solo, Almudena Amor, Óscar de la Fuente, Sonia Almarcha
    Kamera: Pau Esteve Birba

    Trailer:
    Der per­fek­te Chef Trailer OmU
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    A film by Fernando León de Aranoa. In Spanish with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    The Good Boss” takes place in and around the Blancos Básculas fac­to­ry, whe­re all things must be in balan­ce at all times. After all, they manu­fac­tu­re sca­les of all shapes and sizes. There, the see­mingly bene­vo­lent boss, Bardem’s Blanco, is pre­pa­ring his work­force for an upco­ming inspec­tion by a group visi­ting local busi­nesses to sel­ect one for a pres­ti­gious pri­ze. Tensions begin to mount, howe­ver, when recent­ly fired employee Jose shows up with his two child­ren and beg­ins making demands for the rein­state­ment of his employ­ment. When Blanco’s manage­ment team refu­ses, the employee beg­ins a one man cru­sa­de to dis­credit Blanco and pre­vent him from win­ning the much-cove­ted award.

    Credits:

    El buen patrón
    ES 2021, 120 Min., span. OmU
    Drehbuch und Regie: Fernando León de Aranoa

    Schnitt: Vanessa Marimbert
    mit: Javier Bardem, Manolo Solo, Almudena Amor, Óscar de la Fuente, Sonia Almarcha
    Kamera: Pau Esteve Birba

    Trailer:
    Der per­fek­te Chef Trailer OmU
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  • Die Magnetischen

    Die Magnetischen

    Ein Film von Vincent Maël Cardona.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Frankreich Anfang der 1980er Jahre: auch auf dem Acker herrscht reges Treiben, auch hier ist DIY ange­kom­men. In einer ver­schla­fe­nen Kleinstadt betreibt die Clique um den cha­ris­ma­ti­schen Jerôme und sei­nen intro­ver­tier­ten Bruder Philippe auf einem Dachboden einen Piratensender. Als Marianne mit ihrer klei­nen Tochter aus Paris in den Ort zurück­zieht, ist es um die Brüder gesche­hen und bei­de ver­lie­ben sich Hals über Kopf in sie. Jerôme kann Marianne schnell für sich gewin­nen, wäh­rend Philippe sich wei­ter um die Technik küm­mern darf. Dank sei­ner Gradlinigkeit wird er beim Versuch, dem Wehrdienst zu ent­ge­hen, ein­ge­zo­gen und muß sei­ne ver­trau­te Umgebung und Marianne gegen West Berlin ein­tau­schen, dass erstaun­lich hell ist. Dort ver­än­dert die Begegnung mit dem schil­lern­den Radiomoderator Dany sein Leben, sich wer­den Freunde und er ent­deckt nach einer Begegnung mit John Peel (ja, hier wird sich extra weit aus dem Fenster gelehnt) sei­ne eige­ne Kreativität als DJ und Soundwimmeler. Doch zurück aus der Mauerstadt hat sich alles verändert.

    Vincent Maël Cardona gelingt es mit durch die Bank sehr über­zeu­gen­den Schauspielern, allen vor­an mit Thimotée Robart und Joseph Olivennes als unglei­chen Brüdern, die Atmosphäre der 1980er Jahre im Look, im Sound und in den Details per­fekt wider­zu­spie­geln. Darüber hin­aus erzählt er eine uni­ver­sel­le Geschichte vom Erwachsenwerden, aus­ge­löst durch den unwi­der­steh­li­chen Sog der Liebe. In einer gran­dio­sen Szene wir­belt Philippe in einem Berliner Radiostudio wie ein Derwisch durch die Räume, als er in einer Live-Performance eine aber­wit­zi­ge Klangcollage aus schwin­gen­den Mikrofonen, gescratch­ten Schallplatten und vir­tu­os ein­ge­füg­ten Kassettentape-Ausschnitten zusam­men­zau­bert – eine ein­zig­ar­ti­ge Liebeserklärung an Marianne und gleich­zei­tig ein wil­der Rausch der Selbstoffenbahrung.
    (Christoph Becker, Artechock)

    Credits:

    Les Magnétiques
    FR / DE 2021, 98 Min., frz. OmU
    Regie: Vincent Maël Cardona
    Kamera: Brice Pancot
    Schnitt: Flora Volpelière
    mit: Thimotée Robert, Marie Colomb, Joseph Olivennes, Meinhard Neumann

    Trailer:
    Les Magnétiques Trailer OmU
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    A film by Vincent Maël Cardona. In French with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Brittany, 1980s.

    A bunch of fri­ends year­ning for exci­te­ment broad­cast a free radio sta­ti­on from their home­town in the coun­try­si­de. Jerome leads it with uni­que cha­ris­ma while Philippe, the tech­ni­cal geni­us, lives in the shadow of Jerome, his big brot­her. When cal­led for the mili­ta­ry ser­vice, Philippe has no choice but to lea­ve for West Berlin. He’s deter­mi­ned to keep on broad­cas­ting, but rea­li­zes that he just lived the last glo­rious moments of a world on the ver­ge of extinction.

    Credits:

    Les Magnétiques
    FR / DE 2021, 98 Min., frz. OmU
    Regie: Vincent Maël Cardona
    Kamera: Brice Pancot
    Schnitt: Flora Volpelière
    mit: Thimotée Robert, Marie Colomb, Joseph Olivennes, Meinhard Neumann

    Trailer:
    Magnetic Beats / Les Magnétiques (2021) – Trailer (English subs)
    Im Kino mit deut­schen Untertiteln
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  • To the Ends of the Earth

    To the Ends of the Earth

    Ein Film von Kiyoshi Kurosawa.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Die japa­ni­sche Starmoderatorin Yoko mode­riert ein in ihrer Heimat belieb­tes Reisemagazin. In der neus­ten Folge sol­len die ursprüng­li­chen und exo­ti­schen Seiten Usbekistan ent­deckt wer­den. Aber nichts läuft wirk­lich wie geplant. Das Filmteam reist durchs Land, filmt im wun­der­ba­ren Samarkand und an ande­ren belieb­ten Spots, besucht einen Markt, ver­sucht das loka­le Essen und fühlt sich trotz­dem nie so rich­tig wohl. Bei einem ihrer Streifzügen ent­deckt Yoko eine Ziege, die in einer für sie viel zu klei­nem Stallung steht. Um etwas Action ins Format zu brin­ge, soll die Ziege befreit wer­den – kein guter Plan, wie sich zeigt. Aber mit der Zeit, und nach wei­te­ren Unternehmungen auf dem unbe­kann­tem Terrain kommt Yoko lang­sam auch zu sich, so dass kurz vor Ende der Japanische Originaltitel Sinn macht: Das Ende einer Reise, der Beginn einer Welt.
    Kiyoshi Kurosawa gehört zu den wich­tigs­ten Filmschaffenden Asiens. Diesmal ver­lässt er sei­ne mit­un­ter har­te Vision der moder­nen Welt, um uns eine fried­li­che­re und opti­mis­ti­sche­re Reise anzu­bie­ten.
    „Hinter dem gewal­ti­gen Titel To the Ends Of the Earth ver­birgt sich ein klei­ner gro­ßer Film von über­ra­schen­der Romantik. Doch die weni­gen Klänge, die er anschlägt, hal­len weit über die zwei Stunden Laufzeit hin­aus. Es ist ein Reisefilm über ein Fernsehteam, das eine Reisereportage dreht. So sehen wir wenig von Japan, aber viel von Usbekistan. Sehen aber heißt noch lan­ge nicht ver­ste­hen.
    Denn wie Sofia Coppola in ihrer Japan-Komödie Lost in Translation por­trä­tiert Kurosawa zugleich die Reisenden in ihrer Unfähigkeit, sich auf das Fremde ein­zu­las­sen. Aber auf sei­ne behut­sa­me Art zeich­net er dabei ein grö­ße­res Bild als Coppola. Die Pest, die er fast unmerk­lich seziert, ist das pseu­do-doku­men­ta­ri­sche Reportagefernsehen an der Schwelle zur Dokusoap. Jene Art von Journalismus, die in die Welt hin­aus­zieht, um Klischees bestä­tigt zu fin­den und dazu ein paar Kuriositäten ein­zu­sam­meln.“
    Daniel Kothenschulte | FR

    Credits:

    Tabi no Owari Sekai no Hajimari (旅のおわり世界のはじまり)
    UZ 2019, 120 Min. japa­nisch, usbe­ki­sche OmU
    Regie: Kiyoshi Kurosawa
    Kamera: Akiko Ashizawa
    Schnitt: Koichi Takahashi
    mit: Atsuko Maeda, Shota Sometani, Tokio Emoto, Adiz Rajabov, Ryo Kase

    Trailer:
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    A film by Kiyoshi Kurosawa. In Japanese and Uzbek with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Yoko (play­ed by the for­mer lea­ding mem­ber of the idol girl group AKB48, Atsuko Maeda) is the repor­ter for a tele­vi­si­on tra­vel pro­gram who visits Uzbekistan with her tele­vi­si­on crew to make an epi­so­de for the pro­gram. She dreams of beco­ming a sin­ger. The film con­trasts Yoko’s upbeat on-came­ra per­so­na with her inter­nal con­flicts when she is on her own.

    The film con­sists of a series of epi­so­des in which Yoko wades into a lake to descri­be loo­king for a pos­si­bly mythi­cal Uzbeki fish; pro­claims the deli­cious crun­chi­ness of under-coo­ked rice in a bowl of plov, a local dish; repea­ted­ly takes nau­sea-indu­cing turns on a fun-park pen­dulum ride until her came­ra crew can get enough B‑camera foo­ta­ge of her face; and tri­es to libe­ra­te a goat in cap­ti­vi­ty named Okoo only to learn that if she does, it will be eaten by wild dogs.

    She and the crew visit Samarkand and Tashkent; in the lat­ter, she sings the clas­sic Édith Piaf anthem, Hymne à l’a­mour (with Japanese lyrics], in a fan­ta­sy sequence set at the Navoi Theatre which (as noted below) had been built after the war by Japanese POWs. During a visit to the bazaar, she wan­ders off with a hand-held came­ra and starts video­ta­ping in a rest­ric­ted area. She runs away from the poli­ce, who even­tual­ly appre­hend her but tre­at her kind­ly, espe­ci­al­ly when she lear­ns that her fire­figh­ter boy­fri­end may have been invol­ved in a mas­si­ve oil refi­nery fire in Tokyo Bay, whe­re he was sta­tio­ned. (The boy­fri­end is never actual­ly seen or heard; all the audi­ence lear­ns about him comes from texts he exch­an­ges with Yoko.)

    In a fina­le set in the moun­ta­ins, her crew once again in pur­su­it of a likely mythi­cal beast, she again sings Hymne à l’a­mour as she ima­gi­nes that she has caught sight of Okoo run­ning free in the distance.

    Credits:

    Tabi no Owari Sekai no Hajimari (旅のおわり世界のはじまり)
    UZ 2019, 120 Min. japa­nisch, usbe­ki­sche OmU
    Regie: Kiyoshi Kurosawa
    Kamera: Akiko Ashizawa
    Schnitt: Koichi Takahashi
    mit: Atsuko Maeda, Shota Sometani, Tokio Emoto, Adiz Rajabov, Ryo Kase

    Trailer:
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  • Alcarràs

    Alcarràs

    Ein Film von Carla Simón.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Seit 80 Jahren baut die Familie Solé in Alcarràs Pfirsiche an. In die­sem Sommer ver­sam­melt sie sich zum letz­ten Mal zur gemein­sa­men Ernte. Das Land hat­te ihnen einst der Großgrundbesitzer Pinyol über­las­sen, als Dank für sei­ne Rettung im Spanischen Bürgerkrieg. Doch der jun­ge Pinyol will vom Handschlag sei­nes Großvaters nichts mehr wis­sen. Er will das Land zurück, um eine Photovoltaik-Anlage dar­auf zu errich­ten. Vielstimmig und mit über­bor­den­der Energie erzählt Alcarràs von der letz­ten Ernte der Solés – so hand­fest, dass man sich bald selbst inmit­ten der Familie wähnt. Der Großvater Rogelio gibt die Hoffnung nicht auf, den jun­gen Pinyol zum Einlenken zu bewe­gen. Vater Quimet stürzt sich in die Erntearbeit, als gäbe es kein Morgen. Dolores hält Haus und Familie mit Optimismus und Geduld zusam­men, doch auch sie muss lang­sam ihre Grenzen erken­nen. Die fast erwach­se­nen Kinder Roger und Mariona, Quimets Schwestern Glòria und Nati und Schwager Cisco – alle hel­fen mit, wäh­rend die klei­ne­ren ihren eige­nen Sommer erle­ben und stän­dig neu­es ent­de­cken. Doch inmit­ten der Erntearbeit, nur zwi­schen Sonnenunter- und Sonnenaufgang unter­bro­chen, meh­ren sich die Stimmen, die Angebote Pinyols, für ihn zu arbei­ten, zu über­den­ken. Die Selbstständigkeit wür­de auf­ge­ge­ben, aber die Arbeit gere­gel­ter. Quimet, qua­si das Familienoberhaupt, will davon nichts wis­sen.
    „Alcarràs ist ein klei­nes Dorf im tiefs­ten Katalonien, wo mei­ne Familie Pfirsiche anbaut. Als mein Großvater vor eini­gen Jahren starb, über­nah­men mei­ne Onkel und Tanten das Land. Die Abwesenheit mei­nes Großvaters brach­te mich dazu, die Familientradition und ihre Verbundenheit mit dem Land, die Bäume, die sie anbau­ten, auf eine neue Art wert zu schät­zen. Ich spür­te, dass das alles eines Tages ver­schwin­den könn­te. So ent­stand die Idee zu Alcarràs.
    Wir haben mit groß­ar­ti­gen nicht-pro­fes­sio­nel­len Schauspielerinnen und Schauspielern aus der Gegend von Alcarràs gear­bei­tet, die eine wirk­li­che Verbindung zum Land und zum Boden haben und die den beson­de­ren Dialekt die­ser kata­la­ni­schen Region spre­chen.“
    Carla Simón

    Goldener Bär – Berlinale 2022

    Credits:

    ES/IT 2022, 120 Min., kata­la­ni­sche Originalfassung mit deut­schen und eng­li­schen Untertitlen
    Regie: Carla Simón
    Buch: Arnau Vilaró, Carla Simón
    Kamera: Daniela Cajías
    Schnitt: Ana Pfaff
    mit Jordi Pujol Dolcet, Anna Otin, Xènia Roset, Albert Bosch, Ainet Jounou, Josep Abad, Montse Oró, Carles Cabós, Berta Pipó

    Trailer:
    OmU-Trailer ALCARRÀSDIE LETZTE ERNTE – ab 11. August im Kino
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    A film by Carla Simón. In Catalan with German and English subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    For as long as they can remem­ber, the Solé fami­ly has spent every sum­mer picking the pea­ches in their orchard in Alcarràs, a small vil­la­ge in Spain’s Catalonia regi­on. But this year’s crop may well be their last, as they face evic­tion. The new plans for the land, which include cut­ting down the peach trees and instal­ling solar panels, cau­se a rift in this lar­ge, tight-knit fami­ly. For the first time, they face an uncer­tain future and risk losing more than their orchard.
    After her beau­tiful debut Summer 1993, Carla Simón draws again on her expe­ri­ence of rural life in the Catalan coun­try­si­de, whe­re human acti­vi­ty is part of a cycle gover­ned by sea­sons in a capri­cious cli­ma­te. Family dyna­mics may be mud­di­ed by eco­no­mic con­cerns, but the­re are also dif­fe­ren­ces in how each indi­vi­du­al rela­tes to time. The youn­ger ones enjoy a see­mingly ever­las­ting pre­sent while father bul­lish­ly igno­res the immi­nent future, and grand­fa­ther is rely­ing on a long-for­got­ten pro­mi­se to pro­ve owner­ship of their house … This varie­ty is well-ser­ved by the natu­ral per­for­man­ces of the ensem­ble cast and ensu­res that poli­ti­cal­ly rele­vant the­mes are pre­sen­ted to us in a subt­le man­ner. The fami­ly is only able to find com­mon ground in tra­di­ti­on, which lea­ves us with a genui­ne dis­com­fort about what lies ahead.

    Goldener Bär – Berlinale 2022

    Credits:

    ES/IT 2022, 120 Min., kata­la­ni­sche Originalfassung mit deut­schen und eng­li­schen Untertitlen
    Regie:
    Carla Simón
    Buch: Arnau Vilaró, Carla Simón
    Kamera: Daniela Cajías
    Schnitt: Ana Pfaff
    mit Jordi Pujol Dolcet, Anna Otin, Xènia Roset, Albert Bosch, Ainet Jounou, Josep Abad, Montse Oró, Carles Cabós, Berta Pipó

    Trailer:
    OmU-Trailer ALCARRÀSDIE LETZTE ERNTE – ab 11. August im Kino
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  • The Souvenir – Part II

    The Souvenir – Part II

    Ein Film von Joanna Hogg.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Es ist nur wenig her, dass Julies undurch­schau­ba­rer, dan­dy­haf­ter Geliebter Anthony sich mit einer Überdosis Heroin das Leben nahm, und der Schock sitzt noch tief. Nachdem sie lan­ge Zeit in ihrem Filmstudium nicht sehr enga­giert war, über­legt sie nun, ihre Beziehung zum Thema ihrer Abschlussarbeit zu machen. Es wird ein schmerz­haf­ter Prozess. Der Dreh und die Zusammenarbeit mit den Kommiliton*innen lau­fen sub­op­ti­mal. Fragen und Kritik kom­men nicht nur von der Crew, Julie selbst muss sich ihrer Rolle stel­len, sowohl inner­halb der Geschichte als auch als Regisseurin.
    „Souvenir I“ han­delt vom Auf und Ab einer toxi­schen Beziehung, Teil II ist aber weit mehr als die Fortsetzung. Wie frag­men­tier­te Erinnerungstücke an die Zeit nach Anthonys Tod setzt sich der Film zusam­men, Trauerarbeit und künst­le­ri­sche Entwicklung gehen Hand in Hand. Julie wird sich selbst bewuss­ter, und der Veränderungen, die sie in ihrem Leben vor­neh­men muss.
    Wie weit das auto­bio­gra­fisch ist, sei dahin­ge­stellt, aber um Authentizität geht es Joanna Hogg ohne­hin nicht, son­dern um die künst­le­ri­sche Darstellung der eige­nen Sicht.
    THE SOUVENIR … ist wohl auch des­halb so groß­ar­tig, weil eine Filmemacherin hier nichts mehr ver­ar­bei­tet, son­dern die Erinnerung an Erleben und Ver­arbeitung selbst in einen Film ver­ar­bei­tet. Und dabei ganz bei­läu­fig nach­zeich­net, wie sie selbst zu der Fil­memacherin gewor­den ist, die die­sen Film machen konn­te und woll­te.
    Ein Film à la Annie Ernaux: die eige­ne Geschichte nicht ein­fach geste­hen, son­dern zum Anlass neh­men, sich die Welt anzu­se­hen.“ Till Kadritzke | critic.de

    Credits:

    GB 2021, 107 Min., engl. OmU
    Regie: Joanna Hogg
    Kamera: David Raedeker
    Schnitt: Helle le Fevre
    Mit Honor Swinton Byrne, Tilda Swinton, James Spencer Ashworth, Alice McMillan, Oli Bauer, Ariane Labed, Richard Ayoade

    Trailer:
    The Souvenir Part II – Offizieller Trailer
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    A film by Joanna Hogg. In English with German subtitles-

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    In the second part of her self-explo­ra­to­ry diptych, Joanna Hogg ful­ly rea­li­zes the Proustian impli­ca­ti­ons of film­ing her memo­ries. In the begin­ning, it seems as if the film just took off whe­re the first one stop­ped, but ins­tead of moving on with the emo­tio­nal rol­ler­co­as­ter ride, the mour­ning echo of Anthony’s absence now takes over and rela­tes all actions to the ques­ti­on asked at the very begin­ning of the first film: how to film life? How to film what real­ly hap­pen­ed?
    As Julia tri­es to cope with her life and make her gra­dua­ti­on film about her rela­ti­onship with Anthony, we redis­co­ver cine­ma as a means to heal our wounds, not neces­s­a­ri­ly becau­se ever­y­thing works out, but becau­se films and the exhaus­ting ways of making them enable us to find new per­spec­ti­ves on exis­tence. Rarely have the doubts of gro­wing up mer­ged so beau­tiful­ly with fin­ding one’s voice as an artist, such as in the sequen­ces remi­nis­cent of Hogg’s own first shorts when Julia gets lost in a Cocteau laby­rinth of sur­re­al memo­ries and phan­ta­sies.
    This expres­sio­nist out­burst stands in stark con­trast to the casu­al and ten­der obser­va­tions across the rest of the film, but also pres­ents us with the dis­co­very of a lan­guage that cros­ses the bridge bet­ween expe­ri­ence and film. (Patrick Holzapfel)

    Credits:

    GB 2021, 107 Min., engl. OmU
    Regie: Joanna Hogg
    Kamera: David Raedeker
    Schnitt :Helle le Fevre
    Mit Honor Swinton Byrne, Tilda Swinton, James Spencer Ashworth, Alice McMillan, Oli Bauer, Ariane Labed, Richard Ayoade

    The Souvenir Part II – Offizieller Trailer
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