[:de]Kontinental ’25[:]

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Ein Film von Radu Jude.

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Als die Protagonistin mit einem Bekannten, den sie von frü­her kennt, in der Bar eines Kinos sitzt, prangt links ein Plakat von Kuhle Wampe (1932) und rechts eines von Europa ’51 (1952). Dazwischen ver­schluckt sich der Bekannte am Rotwein, viel­leicht weil er unab­läs­sig Zen-Weisheiten zum Besten gibt. Brecht wird nicht nur ein­mal erwähnt und Rossellinis Film spie­gelt sich nicht nur im Titel von Kontinental ‘25, son­dern lie­fert mit dem Neorealismus auch den fil­mi­schen Modus, in des­sen Tradition der Regisseur Radu Jude sei­nen Film sieht. Jude arbei­tet sich in sei­nen sar­kas­ti­schen Tragikomödien durch Geschichte und Gesellschaft Rumäniens. Aferim! behan­del­te das Schicksal der ver­sklav­ten Roma im 19ten Jahrhundert, Mir ist es egal, wenn wir als Barbaren in die Geschichte ein­ge­hen die Beteiligung am Holocaust. Bad luck ban­ging or loo­ny porn kam als Gesellschaftssatire daher und gewann den Goldenen Bären. Damals in der Maskenzeit. Selbstverständlich tru­gen auch im Film alle Masken (über den Masken). So ver­blüf­fend ein­fach und genau ins schwär­zes­te Schwarz tref­fen nur rumä­ni­sche Filme und des­halb lohnt sich der Gang durch den Saurierwald von Cluj, der zweit­größ­ten, auf­stre­ben­den Metropole Rumäniens: Transsilvaniens finest. Denn so beginnt Kontinental ‘25, ein Flaschensammler flucht sich suchend durchs Vergnügungsgelände, ver­liert sei­nen Unterschlupf und ver­zwei­felt kur­zer­hand am Schicksal. Die zustän­di­ge Gerichtsvollzieherin fühlt sich schul­dig und fängt ihre Suche nach Sinnhaftig- keit in den zer­klüf­te­ten Gebilden der Stadt aus Prachtbauten der Zeit der Doppelmonarchie, Plattenbauten der Sowjetzeit und Glas/Alu Klötze kapi­ta­lis­ti­scher Prägung an. Silbernen Bär 2025 für das bes­te Drehbuch.

First life takes time, then time takes life. Now the next move‚s up to me“ David Berman 

Das Thema ist ernst, sicher, doch das hält ihn (Radu Jude) nicht davon ab sei­nen bösen Witz ein­zu­streu­en, iro­ni­sche Brechungen, Absicherungen und Provokationen zu eta­blie­ren. Man muss mitt­ler­wei­le nicht mehr erwäh­nen, wie gut das gelingt, wie ziel­si­cher Jude zwi­schen gal­li­gem Humor und welt­li­chen Problemen char­giert, Klassenfragen, Banalitäten, phi­lo­so­phi­sche Diskurse und absur­de Profatäten zusam­men­bringt. Das funk­tio­niert auch hier wie­der ganz groß­ar­tig, es ist ein him­mel­schrei­end komi­scher Film gewor­den, immer kurz vorm Zynismus, die­sen aber nur her­vor-blit­zen las­send, ohne ihm je wirk­lich zu ver­fal­len.“
Benedikt Guntentaler, Artechock

Credits:

RO 2025, 109 Min., Rumänisch, Ungarisch, Deutsch OmU
Regie: Radu Jude
Schnitt: Cătălin Cristuțiu
Kamera: Marius Panduru
mit: Eszter Tompa, Gabriel Spahiu, Adonis Tanța, Oana Mardare, Șerban Pavlu, Annamária Biluska, Ilinca Manolache

Trailer:
KONTINENTAL ’25 by Radu Jude | Trailer | Berlinale 2025

Im Kino mit deut­schen Untertiteln.

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[:en]

A film by Radu Jude. In Romanian, Hungarian and German with German subtitles.

[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

Cluj, Transylvania. After being dri­ven from his shel­ter in a house cel­lar, a home­l­ess man com­mits sui­ci­de. Orsolya, the bai­liff who car­ri­ed out the evic­tion, is impel­led to make various attempts to address her fee­lings of guilt. Using a mix­tu­re of dra­ma and come­dy, topics as diver­se as the housing cri­sis, post-socia­list eco­no­mics, natio­na­lism and the power of lan­guage to main­tain social sta­tus are dis­sec­ted with a sharp, absur­dist scal­pel, in a movie-lite­ra­te nar­ra­ti­ve that plays part­ly as a homage to Rossellini’s Europa ’51 – not least in the mode­s­ty of this inde­pen­dent, low-bud­get production’s means. But while in Rossellini’s film a woman’s cri­sis of con­sci­ence leads to meaningful acti­vi­ty, here the prot­ago­nist facing the dilem­ma is unable to find any­bo­dy to under­stand her and beco­mes incre­asing­ly despe­ra­te for exter­nal reassu­rance and vali­da­ti­on, in a man­ner that would be easy to con­demn if Orsolya’s moral rela­ti­vism were not such an uncom­for­ta­b­ly accu­ra­te reflec­tion of a modern-day malai­se from which few of us are whol­ly immune.

Credits:

RO 2025, 109 Min., Rumänisch, Ungarisch, Deutsch OmU
Regie: Radu Jude
Schnitt: Cătălin Cristuțiu
Kamera: Marius Panduru
mit: Eszter Tompa, Gabriel Spahiu, Adonis Tanța, Oana Mardare, Șerban Pavlu, Annamária Biluska, Ilinca Manolache

Trailer:
KONTINENTAL ’25 by Radu Jude | Trailer | Berlinale 2025

Im Kino mit deut­schen Untertiteln.

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