Wie die anderen

Wie die anderen

Ein Film von Con­stan­tin Wul­ff. Ab 9.6. im Kino.

Der Doku­men­tar­film Wie die ande­ren por­trä­tiert die Abtei­lung für Kinder- und Jugend­psych­ia­trie im nie­der­ös­ter­rei­chi­schen Lan­des­kli­ni­kum in Tulln. Ein­ein­halb Jah­re lang hat Regis­seur Con­stan­tin Wul­ff das Kran­ken­haus­per­so­nal und die jun­gen Pati­en­ten beglei­tet. Der Film zeigt den All­tag dort als per­ma­nen­ten Balan­ce­akt: zwi­schen Behut­sam­keit und Druck, Rou­ti­ne und emo­tio­na­ler Invol­viert­heit, Regel­werk und Impro­vi­sa­ti­on. Wul­ffs Beob­ach­tun­gen ver­dich­ten sich zur Befra­gung einer Insti­tu­ti­on und ihrer gesell­schaft­li­chen Funk­ti­on: Wie­viel Hil­fe kann die Kli­nik leis­ten, und wie­viel Anpas­sungs­druck, wie die ande­ren zu wer­den, ist bereits in die­ser Hil­fe ent­hal­ten? Wie sehr ist die Kinder- und Jugend­psych­ia­trie fähig, Leben zum Bes­se­ren zu beein­flus­sen, und wie weit kann und muss sie über den ein­zel­nen Men­schen hin­aus rei­chen?

Es war ein Sam­meln, aber kein will­kür­li­ches Sam­meln, son­dern nach gewis­sen The­men, Leit­li­ni­en und Prot­ago­nis­ten, die man sich vor­her schon über­legt hat. Zum Bei­spiel beglei­ten wir eine jun­ge Frau, die ers­te Sze­ne mit ihr und die letz­te lie­gen fast ein­ein­halb Jah­re aus­ein­an­der. Man sieht eine gewis­se Ent­wick­lung. Da war es mir wich­tig, dass man auch den Fak­tor Zeit sieht, der eine essen­zi­el­le Rol­le spielt. Wie haben über 100 Stun­den Mate­ri­al gehabt – aber für mich ist es der ein­zi­ge Film, den ich dar­aus machen konn­te. Es ist natür­li­ch auch ein per­sön­li­cher Film. Ich gebe auch Rechen­schaft über das, was ich dort erle­be. Die­ses inten­si­ve, direk­te Erleb­nis war mir wich­tig, und das muss­ten die Sze­nen auch ein­lö­sen.“
Aus einem Inter­view mit Con­stan­tin Wul­ff in der Tiro­ler Tages­zei­tung

A 2015, 95 Min.
Buch und Regie: Con­stan­tin Wul­ff
Kame­ra: Johan­nes Ham­mel
Schnitt: Die­t­er Pich­ler