Schlingensief – In das Schweigen hineinschreien

Ein Film von Bettina Böhler.

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Welch eine Freude, wie­der ein­mal Christoph Schlingensief zuzu­hö­ren und zuzu­se­hen! Die gedank­li­che Schärfe, die schel­mi­sche Ironie und die poli­ti­sche Klarheit, mit der er in Bettina Böhlers Film über sich, sei­ne Kunst und sei­ne Filme spricht, las­sen den Ausnahmekünstler schmerz­lich ver­mis­sen, gleich­zei­tig aber auch quick­le­ben­dig auf der gro­ßen Leinwand auf­er­ste­hen. 2020 wäre Christoph Schlingensief 60 gewor­den. Bettina Böhler ist das gro­ße Kunststück gelun­gen, in nur zwei Stunden und aus­schließ­lich aus Archivmaterial ein Leben und ein Werk durch vir­tuo­sen Schnitt neu zu erzäh­len. Von Schlingensiefs ers­ten Super-8-Filmen bis zum Fluxus-Oratorium „Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir“ umspannt ihr Film ein 40-jäh­ri­ges Schaffen und damit auch 40 Jahre (deutsch-)deutscher Geschichte, an der sich Schlingensief Zeit sei­nes Lebens radi­kal abge­ar­bei­tet hat. Meisterhaft mon­tiert Böhler Filmausschnitte und Privatvideos, Theatermitschnitte und viel bis­lang unver­öf­fent­lich­tes, neu digi­ta­li­sier­tes Material. Am Ende der Tour de Force bleibt die Frage: Wäre Schlingensiefs Kunst heu­te so noch denkbar?

Das Filmgespräch mit Bettina Böhler am 23.8. kann man hier anschauen.

 
Credits:

DE 2020, 124 Min., 
Regie, Buch, Schnitt: Bettina Böhler
mit Christoph Schlingensief, Margit Carstensen, Irm Hermann, Alfred Edel, Udo Kier

 
Trailer: