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  • Dreams – Gefährliches Verlangen

    Dreams – Gefährliches Verlangen

    Ein Film von Michel Franco. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Wie bereits bei sei­nem Drama Memory (2023) arbei­tet der Autorenfilmer Michel Franco bei sei­nem drit­ten Film erneut mit der US-Schauspielerin Jessica Chastain zusam­men. Auch die­ses Mal agie­ren bei­de, ergänzt durch den Ballettstar Isaac Hernández, vor und hin­ter der Kamera mit der dem Sujet ange­mes­se­nen Sensibilität. Der Film ist eine Abrechnung mit der ame­ri­ka­ni­schen Migrationspolitik und den dahin­ter ste­hen­den gesell­schaft­li­chen Denkmustern, die er hoch­span­nend und para­bel­haft auf eine ero­ti­sche Affäre ver­dich­tet.
    In den USA ist es Tradition, im Falle gro­ßen Reichtums einen klei­nen Teil des Vermögens in gemein­nüt­zi­ge Arbeit umzu­wan­deln und dies auch öffent­lich zu zele­brie­ren. High-Society-Erbin Jennifer ver­wal­tet die Stiftung ihrer Familie und för­dert dabei bevor­zugt Kunstprojekte im Nachbarland Mexiko. Auch ihr Liebesleben hat sie dort­hin aus­ge­la­gert, in Form des hoch­ta­len­tier­ten ein­hei­mi­schen Balletttänzers Fernando. In der Hoffnung, dass sie ihm bei sei­ner Karriere unter­stützt, wagt der jun­ge Mann eines Tages den extrem gefähr­li­chen und ille­ga­len Weg in den Norden. Als er plötz­lich in Jennifers luxu­riö­sem Apartment in San Francisco auf­taucht, droht ihre sorg­fäl­tig kon­trol­lier­te Welt aus­ein­an­der zu fal­len, und bald sto­ßen bei­de an ganz anders gezo­ge­ne Grenzen.
    „Michel Franco, Drehbuchautor, Regisseur und Produzent aus Mexiko, sta­tu­iert in sei­nem aktu­el­len Film ein Exempel. Er setzt Klassen- und Geschlechterverhältnisse mit Herkunft, Macht und Charakter in Relation, und zwar so, dass sich die Agenten des Konflikts glei­cher­ma­ßen alle­go­risch lesen las­sen: Mann und Frau als Stellvertreter ihrer jewei­li­gen Heimatländer USA und Mexiko, Nachbarn, deren Verhältnis von Ausbeutung geprägt ist. Die Idee mag auf den ers­ten Blick pla­ka­tiv wir­ken, sie sieht aber vor allem dank her­vor­ra­gen­der schau­spie­le­ri­scher Ausführung kei­nes­wegs so aus.“
    Alexandra Seitz | tip

    Credits:

    MX 2025, 100 Min., engl., span. OmU,
    Regie: Michel Franco
    Kamera: Yves Cape
    Montage: Michel Franco, Oscar Figueroa Jara
    mit Jessica Chastain, Isaac Hernández, Rupert Friend, Marshall Bell, Eligio Meléndez, Mercedes Hernández 

    Trailer:
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  • Little Boy

    Little Boy

    Ein Film von James Benning.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    … a tru­ly depres­sing film“ James Benning

    Es ist erschre­ckend, wenn Bomben Namen bekom­men. Ungeheuerlich aber war die Benennung des Geschosses, die über Hiroshima explo­dier­te und hun­dert­tau­sen­de Leben for­der­te: Little Boy – klei­ner Junge. James Benning war damals, 1945, ein klei­ner Junge. Sein Film unter­mi­niert die kind­li­che-unschul­di­ge Welt mit Militarismus, Politik, Rassismus, indem er nied­li­che Miniaturmodelle, etwa von Zügen oder Bauwerken, fein säu­ber­lich anpin­seln lässt, und wer sich aus­kennt, kann auch die win­zi­gen Firmennamensschilder zuord­nen. Jedes Teil bekommt dabei sei­ne eige­ne, pas­sen­de oder kon­ter­ka­rie­ren­de Tonspur zuge­wie­sen. Meist sind es Lieder, so von Tracy Chapman, Sinéad O’Connor, Cat Power und Nat King Cole, aber auch Reden und Ansprachen, die im Zusammenspiel mit dem Bild Emotionen frei­set­zen kön­nen.
    Es ist ein bei­na­he wüten­der Film, und lei­der aktu­el­ler denn je. Und für Eltern von Schulkindern hat er eine Empfehlung: Pete Seegers „What Did You Learn in School Today?“ – nicht nur für die USA rele­vant.
    „Das Gesamtbild ist das einer Gesellschaft, die zu Zyklen des inne­ren Niedergangs ver­dammt ist und im Namen eines „frie­dens­stif­ten­den“ Interventionismus in den inter­na­tio­na­len Terror ver­wi­ckelt ist. … Little Boy [ist] ein ame­ri­ka­ni­sches Epos im Kleinen.“ filminc

    Credits:

    US 2025, 74 Min., eng­li­sche OmU
    Regie: James Benning
    mit Johnan Jahromi, Alessandro Streccioni, Yusef Ferguson, Yuan Gao, Nelson De Los Santos, Calum Walter, Nathan Meier, James Benning

    Trailer:
    Berlinale 2025 – Q&A about LITTLE BOY

    Kein Trailer, aber das QnA zur Forumspremiere.

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  • Bitteres Fest

    Bitteres Fest

    Ein Film von Pedro Almodóvar.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Im Jahre 2004 arbei­tet die Filmregisseurin Ella (Bárbara Lennie) an einem Drehbuch, das nicht recht vor­an geht, so sehr ihr höchst attrak­ti­ver Lover Bonifacio (Patrick Criado) – haupt­be­ruf­lich Feuerwehrmann, neben­be­ruf­lich Stripper – ihr auch den Rücken frei­hält. Einst hat­te Ella eini­ge künst­le­risch anspruchs­vol­le Filme gedreht, die inzwi­schen Kultstatus genie­ßen, was, wie Ella ein­mal selbst gesteht, bedeu­tet, dass kaum jemand sie gese­hen hat, die weni­gen Zuschauer sie aber zutiefst ver­eh­ren. Eine schwe­re Migräneattacke lässt Ella inne­hal­ten, zusam­men mit ihrer bes­ten Freundin Patricia (Vicky Luengo) reist sie nach Lanzarote, lässt sich von den kar­gen Landschaften der Insel inspi­rie­ren, noch mehr jedoch vom Leben ihrer Freunde: Alles ist Material im Leben eines Schriftstellers, eben­so wie im Leben einer Filmregisseurin.

    2026 lei­det der Filmregisseur Raúl Rossetti (Leonardo Sbaraglia) an einer Schreibblockade, aus der ihn auch die Unterstützung sei­nes höchst attrak­ti­ven Lovers Santi (Quim Gutiérrez) nicht befrei­en kann. Raúls lang­jäh­ri­ge Assistentin Monica (Aitana Sánchez-Gijon) hat gera­de gekün­digt, berich­tet ihm von ihren pri­va­ten Problemen – die Raúl nur zu gern in sein Werk ein­flie­ßen lässt, schließ­lich ist alles Material.

    Eine gan­ze Weile lässt Pedro Almodóvar in sei­nem neu­en Film „Bitteres Fest“ die bei­den Erzählebenen neben­ein­an­der­ste­hen, ohne ihre Verbindung zu kon­kre­ti­sie­ren. Doch bald wird klar, dass die Ebene mit Ella nicht real ist, son­dern eine Visualisierung des Drehbuchs, das Raúl gera­de schreibt. So kommt es, dass man­che Szenen in klei­nen Variationen dop­pelt zu sehen sind, so lässt sich erklä­ren, dass nicht alles Sinn macht, schließ­lich sieht man da nur die ers­te, noch unfer­ti­ge Drehbuchversion.

    Hübsch ist das kon­stru­iert, ein wenig selbst­ver­liebt auch, erin­nert nicht zufäl­lig an „Leid und Herrlichkeit“, das am deut­lichs­ten auto­bio­gra­phi­sche Werk in der lan­gen Karriere Pedro Almodóvars, in dem Antonio Banderas als Alter Ego des Regisseurs auf­trat. Hier über­nimmt der argen­ti­ni­sche Schauspieler Leonardo Sbaraglia die­sen Part, der sei­nem Regisseur sehr ähnelt, wenn­gleich 20 Jahre jün­ger, ein biss­chen Eitelkeit darf sein.

    Wie so oft spielt Almodóvar auch hier mit selbst­re­fe­ren­zi­el­len Bezügen, baut eine Meta-Narration auf, mit der er die Frage umkreist, wie frei ein Autor in der Wahl sei­ner Themen sein darf, wie sehr er Leben und auch Leiden sei­ner Mitmenschen und vor allem sei­ner engen Freunde aus­schlach­ten und für sei­ne eige­nen erzäh­le­ri­schen Zwecke ver­wen­den darf. Almodóvars Antwort fällt ein­deu­tig aus: Es gibt kei­ne Grenzen, die Kunst steht über allem, auch wenn dies bis­wei­len Konflikte her­vor­ru­fen kann.

    Letztlich dient die­se Fragestellung in „Bitteres Fest“ jedoch in ers­ter Linie dazu, Almodòvar ein­mal mehr die Möglichkeit zu geben, sich ein­mal mehr in die typi­sche Almodóvar-Welt zu bege­ben, in der schö­ne Menschen in per­fekt design­ten Appartements leben, deren mar­kan­te Farbgebung mit den eben­so mar­kan­ten, ein­far­big leuch­ten­den Pullovern oder Mänteln korrespondieren.

    Auch wenn man nicht behaup­ten kann, dass sich Pedro Almodóvar in sei­nem nun schon 25. Film neu erfin­det: Wenn man ihn, sei­ne Filme und die Welt, in der sie spie­len, schätzt, dann ist es eine wah­re Freude, sich ein­mal mehr auf sanft melo­dra­ma­ti­sche Weise unter­hal­ten zu las­sen.Michael Meyns

    Credits:

    Amarga Navidad
    ES 2026, 111 Min., spa­ni­sche OmU
    Regie: Pedro Almodóvar
    Kamera: Pau Esteve Birba
    Schnitt: Teresa Font
    mit Bárbara Lennie, Leonardo Sbaraglia, Aitana Sánchez-Gijón und Victoria Luengo.

    Trailer:
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  • Godland

    Godland

    Ein Film von  Hlynur Pálmason. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Ein wei­te­rer Film des Regisseurs von The Love that Remains, der bis­her noch nicht im Kino war.

    Wie schon Missionare in ande­ren Kolonien vor ihm, ist der jun­ge Priester Lucas von sei­ner Aufgabe, eine christ­li­che Kirche im Heidengebiet Island zu errich­ten, über­zeugt. Um Land und Leute ken­nen­zu­ler­nen, segelt er nicht um die Insel, son­dern wählt den beschwer­li­chen Weg quer durch das unwirt­li­che, frem­de Gebiet, was am Ende des 19. Jahrhundert für jeman­den unvor­be­rei­te­tes einer Expedition gleicht. Die mit ein­drück­li­chen Bildern ein­ge­fan­ge­ne erbar­mungs­lo­se Natur und die Widerspenstigkeit sei­ner ein­hei­mi­schen Begleiter lässt den Lutheraner den Bezug zur Realität ver­lie­ren. Auch die zuneh­men­de Angst über­spielt er mit Arroganz, und stößt so bald an sei­ne Grenzen, sprach­lich, mensch­lich und phy­sisch. „Ruhig in der Erzählweise, drängt das unter­drück­te Gewaltpotenzial der inten­siv gespiel­ten Figuren immer wie­der an die Oberfläche, den sich auf­drän­gen­den fata­lis­ti­schen Blick auf die Menschheit kon­tert der Film aller­dings auch mit Humor und Zärtlichkeit.“ Fimdienst

    Credits:

    IS/FR/DK/SE 2022, 135 Min., islän­di­sche OmU
    Regie :  Hlynur Pálmason

    Kamera: Maria von Hausswolff
    Schnitt: Julius Krebs Damsbo
    mit:
    Elliott Crosset Hove, Vic Carmen Sonne, Ingvar Sigurdsson, Ída Mekkín Hlynsdóttir, Jacob Hauberg Lohmann

    Trailer:
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  • Saving Spoonie

    Saving Spoonie

    Ein Film von  Till Harms. Ab 25.6. im fsk. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Der klei­ne Löffelstrandläufer (Spoon-bil­led Sandpiper) leis­tet eini­ges. Sein Zugweg, der East-Asian-Australian Flyway, führt von den Brutgebieten in Nordost-Sibirien nach Kamtschatka, dann ent­lang der Küstenlinien Koreas, Japans und Chinas bis nach Vietnam, Myanmar und Bangladesch, wo der Winter ver­bracht wird. Im Frühjahr geht es wie­der zurück. Es ist eine gefähr­li­che Reise, Vogelfänger jagen mit Netzen und Gewehren, die Umweltbedingungen ändern sich, wert­vol­le Rastplätze wer­den im gro­ßen Stil zuge­baut, und bei der Brut lau­ern Prädatoren. Kein Wunder also, dass sein Überleben bedroht ist, gan­ze 300–400 Exemplare soll es noch geben. Die nied­li­che Limikole mit dem merk­wür­di­gen Schnabel erregt aber auch Aufmerksamkeit. Eine inter­na­tio­na­le Task Force hat sich zusam­men­ge­fun­den, damit es dem Vogel nicht ergeht wie dem seit einem Jahr als aus­ge­stor­ben gel­ten­de Dünnschnabel-Brachvogel, oder vie­ler ande­rer Arten, die nur noch in Naturkundemuseen vor­kom­men. Immerhin hat der Spoonie als Posterboy der auf­kom­men­den Umweltbewegung des Landes auch das Herz von Chinas Staatschef Xi Jinping erobert. Die Zusammenarbeit der Wissenschaftlerinnen hat aber auf­grund der poli­ti­schen Lage Grenzen, in der Arbeit wie im per­sön­li­chen, die mit Hartnäckigkeit, Ideen und Fingerspitzengefühl gemein­sam umschifft wer­den müs­sen. Es gibt aber auch ers­te Erfolge, die letzt­end­lich auch vie­len ande­ren Spezies zugu­te kom­men wer­den. Im Fokus des Films ste­hen jedoch die Vogelschützerinnen. Er beglei­tet die Task Force um Christoph Zöckler, Lili Sun, Jodie Clements und ande­ren auf ihren Reisen, Konferenzen und Treffen, sowie den ver­schie­de­nen Überlegungen und Versuchen zum Rettungsplan und schafft so eine auf­schluss­rei­che und anre­gen­de Grundlage zu Überlegungen über den immer dring­li­cher wer­den­den Artenschutz.
    „In China lie­ben sie nicht nur Pandas, son­dern auch „Spoonies“. Das erfährt man in Till Harms‚ klei­nem, aber fei­nem Dokumentarfilm über eine vom Aussterben bedroh­te Vogelart. Der Kampf um „Spoonie“ wird dabei auch zu einem Symbol der Hoffnung. Nicht nur für die Tiere, son­dern für uns.“ kino-zeit

    Credits:

    DE 2025, 87 Min., dt. engl. rus­sisch, chin­se­si­sche OmU
    Regie:  Till Harms
    Kamera: Börres Weiffenbach
    Schnitt: Natali Barrey

    Trailer:
    SAVING SPOONIE – Offizieller Trailer
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  • Etwas ganz Besonderes

    Etwas ganz Besonderes

    Ein Film von Eva Trobisch. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    In den Vorbereitungen für ihren Auftritt in einer Talenteshow fürs Fernsehen wird Lea (Frida Hornemann) gefragt, war­um sie glaubt, etwas ganz Besonderes zu sein. Eine Antwort dar­auf hat sie nicht. Ihre Eltern sind getrennt. Während ihr Vater Matze (Max Riemelt) sie bei ihrem Traum einer Bühnenkarriere unter­stützt, kommt es mit Mutter Rieke (Gina Henkel) regel­mä­ßig zu Konflikten. Lea lebt bei ihren Großeltern Christel (Rahel Ohm) und Friedrich (Peter René Lüdicke), die auf ihrem Hof inmit­ten der thü­rin­gi­schen Idylle eine Pension betrei­ben. Die Gäste blei­ben aus. Stattdessen will sich die rechts­po­pu­lis­ti­sche Partei für eine Tagung ein­mie­ten, was ins­be­son­de­re Leas auf­müp­fi­gem Bruder miss­fällt. Die ein­zi­ge wirk­lich Vertraute der 16-Jährigen ist ihre Tante Kati (Eva Löbau), die aus dem Westen zurück in die Heimat gezo­gen ist, um das frisch sanier­te Stadtschloss als DDR-Museum zu betrei­ben. Wenn Kati mit ihrer Mutter im Schlepptau des Fördergremiums durch die Ausstellung wan­delt und Christel ihr Leben aus­ge­stellt sieht, ist das eine der stärks­ten Szenen des Films. Wie kann es sein, dass für die­se Vergangenheit, die sie am liebs­ten ver­ges­sen wür­de, Millionen aus­ge­ge­ben wer­den, wäh­rend sie kurz vor dem Bankrott steht? Die Autorin und Regisseurin Eva Trobisch, gebo­ren und auf­ge­wach­sen im Osten Berlins, ord­net ihre Figurenkonstellation sorg­sam an, um die Konflikte zwi­schen den Generationen aus­zu­spie­len. Genau beob­ach­tet und mit spit­zen Dialogen schil­dert sie deutsch-deut­sche Befindlichkeiten.“ Indiekino

    Es sind nie die ganz gro­ßen Dramen, die wirk­lich schlim­men Tragödien, von denen Eva Trobisch erzählt, son­dern eher die Geschichten, die einem oder einer eben so wider­fah­ren, wäh­rend alles eigent­lich ganz ande­res geplant war. Diese Beliäufigkeit, die vie­le klei­ne Beobachtungen ent­hält, viel Sinn für Details, mag auf den ers­ten Blick ein wenig unfo­kus­siert erschei­nen und doch ver­birgt sich unter den hin­ge­tupf­ten Episoden und Storylines, dem umher­schwei­fen­den Schauen des Films mehr, als man zunächst glaubt.“ Joachim Kurz | Kinozeit

    Credits:

    DE 2026, 116 Min., deut­sche Originalfassung mit eng­li­schen Untertiteln
    Regie: Eva Trobisch
    Kamera: Adrian Campean
    Schnitt: Laura Lauzemis
    mit  Frida Hornemann, Max Riemelt, Eva Löbau, Gina Henkel, Rahel Ohm, Peter René Lüdecke, Florian Geißelmann, Yvon Sable Moltzen, Ida Fischer, Florian Lukas, Thomas Schubert, Kara Schröder, Anne Kulbatzki, Nairi Hadodo

    Audiodeskriptionen, Untertitel und Hörverstärkung mit der Greta App

    Trailer:
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  • Ich verstehe ihren Unmut

    Ich verstehe ihren Unmut

    Ein Film von Kilian Armando Friedrich. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Objektleiterin – hört sich gut an, bedeu­tet aber in einer Branche, in der die Beschäftigten für har­te Arbeit zu schlech­ten Zeiten mit wenig Anerkennung einen Lohn im unte­ren Lohnsektor bekom­men, nur mehr Verantwortung für ein kaum mehr Geld. Heike ist zer­ti­fi­zier­te Objektleiterin in der Reinigungsbranche, der­zeit zustän­dig für eine Einkaufsmall, einen Kindergarten, ein Seniorenheim und eine Baustelle. Sie sitzt als sol­che zwi­schen allen Stühlen, die da hei­ßen: Klientel, Unternehmensleitung und Reinigungspersonal. Diplomatie, Organisationstalent und Durchsetzungsvermögen sind hier gefragt. Bei ers­tem ist der titel­ge­ben­de Satz unbe­dingt von­nö­ten, bei zwei­tem sind Skrupel nur hin­der­lich, und bei letz­te­rem muss es auch mal laut wer­den. Für Heike ist das seit Jahren Routine. Eigentlich wäre sie schon ger­ne soli­da­risch und freund­lich im Umgang mit „ihren“ Reinigungskräften. Jeglicher Fehler, jeder Ausfall, jede Verspätung wür­de jedoch auf sie zurück­fal­len, da bleibt man lie­ber robust. Wie als klei­ne Revanche beschafft sie sich mit einer Kollegin regel­mä­ßig einen klei­nen ille­ga­len Extra-Verdienst. Diese Aktionen stel­len sich aller­dings letzt­end­lich als Kipppunkt für eine uto­pi­sche Änderung ihres Lebens her­aus.
    Ich ver­ste­he Ihren Unmut fängt schmerz­haft die Zermürbung ein, unter der Heike zuneh­mend lei­det. Noch fünf Jahre müss­te sie durch­hal­ten, um einen Anspruch auf Grundrente zu haben. Sabine Thalau ist abso­lut groß­ar­tig in der Hauptrolle. Ähnlich wie den Held:innen in den Filmen von Ken Loach … ist Heike anzu­mer­ken, dass sie es eigent­lich rich­tig machen und fair sein möch­te. Als sie zu frag­wür­di­gen Mitteln greift und eine kla­re mora­li­sche Grenze über­schrei­tet, um den Anforderungen der Unternehmensleitung nach­zu­kom­men, stellt sie sich und ihr Vorgehen infra­ge. Der Film ver­wan­delt sich dar­auf­hin nicht in ein Feel-Good-Movie, gibt sich jedoch lei­se hoff­nungs­voll – und lässt uns wis­sen, dass auch ein er­schöpfter Mensch noch kämp­fe­risch sein kann.“
    Andreas Köhnemann | kino-zeit.de

    Credits:

    DE 2026, 93 Min., Deutsch, Kroatisch, Bosnisch, Türkisch OmU
    Regie:  Kilian Armando Friedrich
    Kamera: Louis Dickhaut, Frederik Seeberger
    Schnitt: Leila Fatima Keita, Kilian Armando Friedrich
    mit: Sabine Thalau, Nada Kosturin, Werner Posselt, Sadibou Diabang, Nigyar Velagic

    Trailer:
    ICH VERSTEHE IHREN UNMUT – Offizieller Trailer
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  • Persepolis

    Persepolis

    Ein Film von Marjane Satrapi. Ab 20.6. im fsk.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]


    PERSEPOLIS war einer der erfolg­reichs­ten Filme in unse­rem Kino. Letzte Woche starb die Autorin und Regissseurin, Marjane Satrapi, mit nur 56 Jahren. Aus die­sem Grund neh­men wir den Film nach 19 Jahren noch­mals ins Programm.

    Die Verfilmung des gleich­na­mi­gen Comics.
    „Der Film erzählt in fast immer schwarz­wei­ßen ein­fa­chen Bildern von dem klei­nen Mädchen Marjane, das in Teheran auf­wächst, in Österreich zur Schule geht, zwi­schen­durch wie­der zurück­kommt nach Iran und dann end­gül­tig ins Exil nach Paris geht. Die Geschichte beginnt mit der Vertreibung des Schahs, führt sich fort über die ver­ra­te­nen Hoffnungen der Revolution zum Krieg zwi­schen Iran und dem Irak und endet in der tyran­ni­schen Herrschaft der Mullahs – alles gese­hen durch die Augen der Heranwachsenden.
    Es ist der Blick der Autorin, die in den immens erfolg­rei­chen Comics ihre eige­ne Geschichte erzählt: cle­ver, wit­zig, selbst­iro­nisch, sehr trau­rig manch­mal. Statt digi­ta­le Animationstechniken zu ver­wen­den, wur­de der Film voll­stän­dig gezeich­net. Deshalb sieht er tat­säch­lich aus wie die Bücher Marjane Satrapis in Bewegung.“ Verena Lueken

    In den acht­zi­ger Jahren, als der Iran gegen den Irak kämpf­te, schick­ten vie­le Eltern der geho­be­nen Mittelklasse ihre Kinder aus Teheran in den Westen zur Ausbildung, auch mei­ne Familie. In Österreich, mei­ner ers­ten Etappe, muss­te ich oft erklä­ren, dass mein Vater nicht drei Frauen hat und war­um ich zu Hause nicht auf dem Kamelrücken rei­te. Sie wun­der­ten sich, dass ich schon Ski gefah­ren war und Alkohol getrun­ken hat­te. Stellen Sie sich vor: Sie kom­men aus dem damals schon sehr moder­nen Teheran in ein klei­nes öster­rei­chi­sches Nest – und man erklärt Ihnen hier die Moderne. Die hat­ten nicht ein­mal ein Kino im Dorf!“
    Marjane Satrapi

    Credits:

    Fr 2007, 96 Min., frz. OmU
    Regie: Marjane Satrapi / Vincent
    Paronnaud
    Nach den gleich­na­mi­gen Comics von Marjane Satrapi
    Originalstimmen: Gabrielle Lopes, Chiara Mastroianni, Catherine Deneuve, Danielle Darrieux, Simon Abkarian, François Jerosme

    Preis der Jury“ – Cannes 2007

    Trailer:
    PERSEPOLIS 4K Restaurierung | Trailer Deutsch | Neu auf 4K UHD, Blu-ray, DVD und Digital!
    Im Kino in fran­zö­sisch mit deut­schen Untertitlen.
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