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  • Señora Teresas Aufbruch in ein neues Leben

    Señora Teresas Aufbruch in ein neues Leben

    Ein Film von Cecilia Atán & Valeria Pivato.

    Die 54 Jahre alte Teresa arbei­tet seit Jahrzehnten als Hausmädchen für eine Familie in Buenos Aires. Als die Familie ihr Haus ver­kau­fen muss, ist Teresa gezwun­gen, eine Arbeitsstelle im weit ent­fern­ten San Juan anzu­neh­men. Obwohl ihr das Reisen nicht beson­ders gefällt, bricht sie auf, die Wüste zu durch­que­ren. Bei ihrem ers­ten Zwischenstopp ver­liert sie ihre Tasche mit all ihren Habseligkeiten. Durch die­sen Zwischenfall lernt sie El Gringo ken­nen, einen fah­ren­den Händler, der ihr als Einziger wei­ter­hel­fen kann, ihre Tasche wie­der­zu­fin­den. Seine Zurückhaltung in der Inszenierung und sei­ne ent­schleu­nig­te Erzählweise öff­nen Räume. Das Bedeutende im Minimalen und nicht im Spektakel zu ent­de­cken, macht den Reiz aus. Leider wird die­se Art von Filmen wenig beach­tet, ja gera­de­zu über­se­hen, und ist des­we­gen häu­fig nur auf Festivals zu entdecken.


     
    Credits:
    OT: La Novia del Desierto,
    Arg./Chile 2017, 78 Min., span. OmU,
    Regie: Cecilia Atán, Valeria Pivato,
    Kamera: Sergio Armstrong,
    Schnitt: Andrea Chignoli,
    mit: Paulina Garcia, Claudio Rissi u.a.

     
    Termine:

     
    LA NOVIA DEL DESIERTO / THE DESERT BRIDE (Trailer)

    Im Kino mit deut­schen Untertiteln.A film by Cecilia Atán & Valeria Pivato. In spa­nish with ger­man subtitles.

    54-year-old Teresa has work­ed for deca­des as a live-in maid with a fami­ly in Buenos Aires. When the fami­ly sells the house, she is forced to take a job in the distant town of San Juan. Although fee­ling uncom­for­ta­ble with tra­ve­ling, she embarks on a jour­ney through the desert. During her first stop, in the land of the mira­cu­lous “Saint Correa”, she loses her bag with all her belon­gings. This unex­pec­ted inci­dent leads her to cross paths with El Gringo, a tra­ve­ling sales­man, the only one who can help Teresa find her bag. What see­med like the end of her world will ulti­m­ate­ly pro­ve her salvation.

    La Novia del Desierto, Arg./Chile 2017, 78 Min., span. OmU,
    Regie: Cecilia Atán, Valeria Pivato,
    Kamera: Sergio Armstrong,
    Schnitt: Andrea Chignoli,
    mit: Paulina Garcia, Claudio Rissi u.a.

    LA NOVIA DEL DESIERTO / THE DESERT BRIDE (Trailer)

    Im Kino mit deut­schen Untertiteln.
  • Vânâtoare

    Vânâtoare

    Ein Film von Alexandra Balteanu.

    Drei Frauen ste­hen jeden Tag unter der Autobahnbrücke, die Bukarest mit der nächs­ten Stadt ver­bin­det. Während das Leben an ihnen vor­bei­rauscht, war­ten sie auf den nächs­ten Freier. Hier, zwi­schen den Betonpfählen, inmit­ten von Lärm, Dreck und Abgasen, ver­ge­hen ihre Tage, die geprägt sind von Routine, Unsicherheit, Konkurrenz und Gewalt. Nicht allein von den Freiern geht eine gro­ße Bedrohung aus, son­dern fast noch mehr von der bru­ta­len und kor­rup­ten Polizei. Die beob­ach­ten­de Haltung der Filmemacherin Balteanu, die ihre Figuren einen gan­zen Tag beglei­tet, trägt einer­seits zu einer äus­se­ren Entdramatisierung und ande­rer­seits doch gleich­zei­tig zu einer inne­ren Angespannung bei.

    Aus der Jurybegründung für die bes­te Regie beim Max Ophüls Preis: Die Regieleistung ist ehr­lich, genau, dra­ma­tisch, komisch und uner­hört glaub­wür­dig. Die Kamera folgt den Protagonisten durch Momentaufnahmen ihres Lebens. Die Konflikte, die sie dabei aus­tra­gen und aus­hal­ten, wer­den mit einer Unerbittlichkeit aus­er­zählt, dass uns Zuschauern gar nichts ande­res übrig­bleibt, als uns mit ihren Leben genau­er auseinanderzusetzen.

     

    Credits:

    D 2016, 75. Min., rumän. OmU, 
    Regie & Drehbuch: Alexandra Balteanu
    Kamera: Matan Radin
    Schnitt: Antonella Sarubbi
    mit: Corina Moise, Iulia Lumânare, Iulia Ciochină, Sergiu Costache, Dragoş Olaru

    Termine:

    Vanatoare – Trailer 1 – ro – UT Deutsch
    film by Alexandra Balteanu. In roma­ni­an with ger­man subtitles.

    Short moments and con­ver­sa­ti­ons pie­ce tog­e­ther the por­trait of three women’s working day. Lidia rai­ses pige­ons and lives a mun­da­ne exis­tence with a hus­band and two child­ren. Denisa, the feis­tier of the three, wants to buy her freel­oa­der boy­fri­end a new pair of snea­k­ers. Vanesa, the youn­gest, dreams of fin­ding the per­fect guy with green eyes. All three share a work­place as sex-workers under a bridge on the high­way con­nec­ting Bucharest to the next city. In spi­te of their rival­ry, the three women try to make their time wort­hwhile by sha­ring food or spaw­ning sto­ries about their hard­ships and their loves. Besides the con­stant com­pe­ti­ti­on, they are also pres­su­red by the thre­at from the local poli­ce. Most days are punc­tua­ted by visits from the dis­trict poli­ce­men, who come to coll­ect their ‚pocket money‘. The men enjoy play­ing a game of ‚cat and mou­se‘ with them and one day, such a visit takes an unex­pec­ted turn.

    D 2016, 75. Min., rumän. OmU, 
    Regie & Drehbuch: Alexandra Balteanu
    Kamera: Matan Radin
    Schnitt: Antonella Sarubbi
    mit: Corina Moise, Iulia Lumânare, Iulia Ciochină, Sergiu Costache, Dragoş Olaru

    Vanatoare – Trailer 1 – ro – UT Deutsch
  • Operation Duval – Das Geheimprotokoll

    Operation Duval – Das Geheimprotokoll

    Ein Film von Thomas Kruithof.

    Wahlmanipulation, Geheimdienstverschwörung, Lauschangriff und Machtmissbrauch, das sind (durch­aus aktu­el­len) Themen, die die­ser defen­si­ve Polit-Thriller, bei dem Kafkas „Prozess” Pate stand, in der Hinterhand hat. Der seit 2 Jahren arbeits­lo­se Ex-Unternehmensberater und tro­cke­ne Alkoholiker Duval fragt nicht all­zu viel nach, als ihm von einem erfolg­rei­chen Ex-Kommilitonen, einem unan­ge­neh­men Nationalisten, ein Job ange­bo­ten wird. Die Arbeit, die Transkription von Telefongesprächen, ist ein­tö­nig, aber ein­fach und gut bezahlt. Zuverlässig wie eh und je schreibt der intro­ver­tier­te Mittfünfziger alles auch noch so Merkwürdige auf. Erst als es offen­sicht­lich einen Mord zu pro­to­kol­lie­ren gibt, wird er stut­zig. Doch da ist es fast schon zu spät, um aus­zu­stei­gen. Kündigung ist kei­ne Option mehr, steckt er doch schon mit­ten­drin im kri­mi­nel­len, undurch­sich­ti­gen Tun. Als die Situation auch für sei­ne weni­gen Sozialkontakte immer bedroh­li­cher wird, muss Duval sich etwa ein­fal­len lassen.

    An die Seite des hier an Dustin Hoffmann erin­nern­den und ide­al besetz­ten François Cluzet hat Regie-Debütant Thomas Kruithof ein ein­drucks­vol­les Ensemble gestellt. Die wun­der­ba­re Alba Rohrwacher ist sein neu­er und eben­falls gefähr­de­ter Schwarm, Denis Podalydès und Sami Bouajila geben die geheim­nis­vol­len Chefs ver­schie­de­ner omi­nö­ser, gegen­ein­an­der agie­ren­den Organisationen. Gänzlich ohne spek­ta­ku­lä­re Action- oder Jagdszenen, ruhig und kon­zen­triert-redu­ziert machen sie das Paranoide, Schattenhafte der Lage sichtbar.

    »Er [der Film] macht auch neu­gie­rig. Darauf, was das alles soll. Darauf, was wohl als nächs­tes pas­siert. Tatsächlich ist Operation Duval einer der span­nends­ten Thriller der letz­ten Zeit, obwohl er so gar nicht in die­se Zeit passt.« film-rezensionen.de

    Credits:

    La Mécanique de l’ombre
    F 2016, 90 Min., franz. OmU
    Regie: Thomas Kruithof
    Buch: Yann Gozlan, Thomas Kruithof
    Kamera.: Alex Lamarque
    Schnitt: Jean-Baptiste Beaudoin 
    mit: François Cluzet, Denis Podalydès, Sami Bouajila, Alba Rohrwacher, Simon Abkarian

    Termine:

    Operation Duval – Das Geheimprotokoll – Trailer 1 – Französisch – UT Deutsch

    A film by Thomas Kruithof. In french with ger­man subtitles.

    Two years after a burn out, Duval, unem­ploy­ed, is cont­ac­ted by a mys­te­rious employ­er to retran­scri­be tap­ped tele­pho­ne calls. Without ever won­de­ring about the orga­niza­ti­on employ­ing him, Duval, in despe­ra­te straits, accepts the job.

    Although this simp­le work allows him to get back on his feet, it will nevert­hel­ess place him at the cen­ter of a poli­ti­cal con­spi­ra­cy, plun­ged, despi­te hims­elf, into the bru­ta­li­ty and stran­gen­ess of the under­ground world of the secret service.

     

    La Mécanique de l’ombre
    F 2016, 90 Min., franz. OmU
    Regie: Thomas Kruithof
    Buch: Yann Gozlan, Thomas Kruithof
    Kamera.: Alex Lamarque
    Schnitt: Jean-Baptiste Beaudoin 
    mit: François Cluzet, Denis Podalydès, Sami Bouajila, Alba Rohrwacher, Simon Abkarian

    Operation Duval – Das Geheimprotokoll – Trailer 1 – Französisch – UT Deutsch
  • Clair Obscur

    Clair Obscur

    Ein Film von Yesim Ustaoglu.

    Auf den ers­ten Blick könn­ten die bei­den Frauen Sehnaz und Elmas nicht unter­schied­li­cher sein. Sehnaz, eine moder­ne, libe­ra­le Frau, lebt an der Mittelmeerküste mit ihrem lang­jäh­ri­gen Partner Cem in einem schi­cken Apartment, wäh­rend sie in einem Krankenhaus als Psychiaterin arbeitet.

    Elmas hin­ge­gen ist noch als Kind mit einem älte­ren Ehemann ver­hei­ra­tet wor­den, der viel auf kon­ser­va­ti­ve Werte hält. Seine Mutter lebt mit bei­den in einem Haushalt und Elmas muß sich um die pfle­ge­be­dürf­ti­ge Schwiegermutter kümmern.

    Als ihr Mann an einer Kohlenmonoxyd-Vergiftung stirbt, da ein Sturm den Qualm  des Kohleofen zurück in den Schornstein gedrückt hat, wird Elmas völ­lig ver­stört und unter­kühlt auf dem Balkon gefunden.
    Elmas wird wegen Mordes an ihrem Mann ver­haf­tet. Nachdem sie vom Gerichtsmediziner unter­sucht wor­den ist, wird sie zur psy­cho­lo­gi­schen Betreuung zu Chehnaz geschickt. Diese Begegnung wird bei­de Frauen grund­le­gend ver­än­dern. Sie löst einen Prozess aus, in dem sie ver­su­chen, ihre Probleme zu bewäl­ti­gen, die nur auf den ers­ten Blick unter­schied­lich erscheinen.

    Aus mei­ner eige­nen Erfahrung, als Frau, Produzentin und Regisseurin, spü­re ich deut­lich, dass die erfolg­rei­che Zukunft einer Gesellschaft, wie der mei­nen, nur dann gestal­tet wer­den kann, wenn wir den destruk­ti­ven Kreislaufs tra­dier­ter Verhaltensmuster und gesell­schaft­li­cher Strukturen in unse­rem Land durch­bre­chen, statt sie unge­fragt von Generation zu Generation wei­ter­zu­ge­ben. Dies gilt ins­be­son­de­re dann, wenn die Freiheit der Frau und ihre sexu­el­len Identität dadurch gefähr­det, oder gar nicht erst zur Kenntnis genom­men wird. Denn dies ist immer gleich­be­deu­tend mit der Einschränkung indi­vi­du­el­ler Freiheit – egal ob die der Frau oder die des Mannes.
    Die Geschichte von Chehnaz und Elmas, ihre Lebensläufe und auch die Therapie die sie durch­lau­fen, basiert auf einer lan­gen Recherche, auf Gesprächen mit Patienten und ihren Psychologen und Beobachtungen der Psychodrama-Therapie ver­gleich­ba­rer Fälle.”
    Yeşim Ustaoğlu

    Credits:

    Tereddüt
    Deutschland, Frankreich, Polen, Türkei 2016, 105 Min., türk. OmU
    Regie: Yesim Ustaoglu
    Drehbuch: Yesim Ustaoglu
    Kamera: Michael Hammon
    Schnitt: Svetolik Zajc, Agnieszka Glinska

    mit: Okan Yalabik, Mehmet Kurtulus, Funda Eryigit, Ecem Uzun

    Termine:

    • noch kei­ne / oder kei­ne mehr 
    CLAIR OBSCUR – Offizieller Trailer
    film by Yesim Ustaoglu. In tur­ki­sh with ger­man subtitles.

    Clair-Obscur is the psy­cho­lo­gi­cal dance of two women who are depri­ved of and distanced from their natu­ral right to matu­re and dis­co­ver them­sel­ves, to love and be loved, and to sus­tain a real rela­ti­onship of their choo­sing. The social cost of the­se psy­cho­lo­gi­cal wounds rever­be­ra­tes from micro to macro levels throug­hout socie­ty, rot­ting it from within.

    Tereddüt
    Deutschland, Frankreich, Polen, Türkei 2016, 105 Min., türk. OmU
    Regie: Yesim Ustaoglu
    Drehbuch: Yesim Ustaoglu
    Kamera: Michael Hammon
    Schnitt: Svetolik Zajc, Agnieszka Glinska

    mit: Okan Yalabik, Mehmet Kurtulus, Funda Eryigit, Ecem Uzun

    CLAIR OBSCUR – Offizieller Trailer
  • Straub / Huillet – Sagen Sie’s den Steinen

    Straub / Huillet – Sagen Sie’s den Steinen

    Die Filme von Danièle Huillet und Jean-Marie Straub

    Danièle Huillet (1936−2006) und Jean-Marie Straub (*1933) haben in 50 Jahren gemein­sa­mer Arbeit eines der ein­fluss­reichs­ten und kon­tro­ver­ses­ten Werke des moder­nen Kinos geschaf­fen. Ein Werk, das zunächst von den Widerständen her ver­stan­den wur­de, die es dem Üblichen und Gefälligen bot, das aber gleich­zei­tig eine Parteinahme ist für das, was da ist: für Körper und ihre Gesten, Stimmen und ihre Akzente, für Texte von Hölderlin, Pavese, Brecht u.a., für die Gemälde Cézannes, die Musik Bachs und Schönbergs, für den Wind und die Steine.
    Der Programmzyklus Sagen Sie’s den Steinen ‒ Zur Gegenwart des Werks von Danièle Huillet und Jean-Marie Straub stif­tet zur Wiederentdeckung eines Werkes an, das lan­ge als her­me­tisch galt und sich nun als offen, ver­spielt und radi­kal zeit­ge­nös­sisch erweist.
    Zum Programm gehört eine voll­stän­di­ge, chro­no­lo­gi­sche Retrospektive (ab 15.10.) an vier Spielstätten: Akademie der Künste, Zeughauskino, Brotfabrik und fsk-Kino. (Tobias Hering)

    4.11.2017 | 16:30 Uhr | fsk Kino
    Europa 2005 27 Octobre, R: Huillet/Straub, 2006, 12´, Joachim Gatti, R: Jean-Marie Straub, 2009, 1´, Corneille-Brecht, R: Jean-Marie Straub, 2009, 26´, O som­ma luce, R: Jean-Marie Straub, 2009, 17´, Gast: Christophe Clavert

    4.11.2017 | 18:00 Uhr | fsk Kino
    Un héri­tier, R: Jean-Marie Straub, 2010, 21´, L’Inconsolable, R: Jean-Marie Straub, 2010, 15´, Schakale und Araber, R: Jean-Marie Straub, 2011, 11´, La Madre, R: Jean-Marie Straub, 2011, 20´ Gast: Christophe Clavert

    4.11.2017 | 20:00 Uhr | fsk Kino
    Un con­te de Michel de Montaigne, R: Jean-Marie Straub, 2013, 35´, Dialogue d’Ombres, R: Jean-Marie Straub, 2013, 28´, À pro­pos de Venise, R: Jean-Marie Straub, 2013, 24´, Gast: Christophe Clavert

    5.11.2017 | 16:00 Uhr | fsk Kino
    Short Stay, R: Ted Fendt, 2016, 61´ Gast: Ted Fendt

    5.11.2017 | 18:00 Uhr | fsk Kino
    La guer­re d’Algérie!, R: Jean-Marie Straub, 2014, 2´, Kommunisten, R: Jean-Marie Straub, 2014, 70´, Gast: Christophe Clavert

    5.11.2017 | 20:00 Uhr | fsk Kino
    Machorka-Muff, R: Huillet/Straub, 1962, 17´, L’Aquarium et la Nation, R: Jean-Marie Straub, 2015, 31´, Gast: Christophe Clavert,
    Moderation: Claudia Pummer

  • Teheran Tabu

    Teheran Tabu

    Ein Film von Ali Soozandeh. 

    Tehran Taboo“ ist eine Momentaufnahme der aktu­el­len Lebensrealität in Teheran – dar­ge­stellt mit den Mitteln der roto­sko­pier­ten Animation (ähn­lich wie bei Ari Folmans „Waltz with Bashir“). Zerrissen zwi­schen dem Wunsch nach indi­vi­du­el­ler Freiheit und der über­le­bens­not­wen­di­gen Anpassung schla­gen sich die vier Hauptfiguren des Films durch das Leben: weil ihr Mann wegen Drogenhandel im Gefängnis sitzt, arbei­tet Pari als Prostituierte, um sich und ihren Sohn Elias über Wasser zu hal­ten. Sara möch­te zuerst ein­mal arbei­ten und nicht sofort Kinder bekom­men und ver­sucht des­halb mit allen Mitteln den ihr auf­ge­zwun­ge­nen Familienplan ihres Mannes zu ver­hin­dern. Der mit­tel­lo­se Musiker Babak hat ein ver­track­tes Problem: nach einem One-Night-Stand for­dert die jun­ge Donya von ihm, die OP zu bezah­len, bei der das Jungfernhäutchen wie­der­her­ge­stellt wird. – Besonders anschau­lich zeigt sich in die­sen vier lose mit­ein­an­der ver­knüpf­ten Geschichten die Doppelmoral einer Gesellschaft, die ins­be­son­de­re den Frauen einen stren­gen Sittenkodex auf­er­legt, Sexualität tabui­siert und zugleich den Männern vie­le Ausflüchte ermöglicht.

    Das Bild, dass die west­li­che Bevölkerung vom Iran hat ist immer sehr ver­zerrt und vol­ler Klischees. Es ist geprägt durch Stereotypen, die von „1001 Nacht“ bis zum nuklea­ren Disput mit dem stren­gen isla­mi­schen Regime rei­chen. Aber die Realität, die man auf den Straßen Teherans erlebt ist viel­fäl­ti­ger. Frauen im Iran haben oft einen bes­se­ren Bildungsgrad als Männer und eine viel sicht­ba­re­re Rolle im täg­li­chen Leben als in vie­len ande­ren Islamischen Ländern, wie z.B. Saudi Arabien. Aber es gibt nicht die eine moder­ne ira­ni­sche Frau. Es gibt vie­le Typen, von der reli­giö­sen Fundamentalistin bis zur west­lich gepräg­ten Feministin. Natürlich hat letz­te­re nicht die Möglichkeit, sich in der Öffentlichkeit Gehör zu ver­schaf­fen. Mein beson­de­res Interesse galt der Rolle der Frau im gesell­schaft­li­chen Spiel der Tugenden. Sie sind die­je­ni­gen, die am meis­ten lei­den. Von Frauen wird grund­sätz­lich erwar­tet, dass sie sich selbst und ihren Kindern Regeln und Tabus auf­er­le­gen, die ihre Freiheit und die der nächs­ten Generation ein­gren­zen.“ Ali Soozandeh

     

    Credits:

    Deutschland/ Österreich 2017, 96 Min., far­si OmU
    Regie & Buch: Ali Soozandeh
    Kamera: Martin Gschlacht
    Schnitt: Frank Geiger,Andrea Mertens
    Darsteller: Elmira Rafizadeh, Zar Amir Ebrahimi, Arash Marandi, Negar Nasseri, Bilal Yasar, Morteza Tavakoli, Alireza Bayram, Klaus Ofczarek

    Termine:


    https://1f5ad49-trailerloop-production.s3.amazonaws.com/uploads/asset_preview/video/file/52148/mp4_YsCsadrzUjtmFQ.mp4A film by Ali Soozandeh.

    Animation pro­ves a cun­ning tech­ni­cal choice in TEHRAN TABOO, a first fea­ture writ­ten and direc­ted by Ali Soozandeh. Like Marjane Satrapi’s 2007 PERSEPOLIS, it offers just enough distance to explo­re the high­ly char­ged the­me of sexu­al and per­so­nal free­dom in Iran wit­hout sala­cious­ness. Women are the main vic­tims here, whe­ther mar­ried, divorced or sin­gle, and their lives are depic­ted as pure tragedy.
    Far from the usu­al vic­ti­mi­zed street­wal­ker, the pro­sti­tu­te Pari in the first epi­so­de embo­dies the truth that no repres­si­ve sys­tem can com­ple­te­ly quell the human spi­rit. There’s some­thing that recalls Anna Magnani’s eart­hi­ness and gre­at heart in Elmira Rafizadeh’s many-hued per­for­mance. Pari’s back­story is a fai­led mar­ria­ge to a drug addict who is now in pri­son. When she tri­es to get a judge in the Islamic Revolutionary Court to sign her divorce papers, he bar­ters his signa­tu­re for a con­cu­bi­ne arran­ge­ment. She moves into an apart­ment he owns with litt­le Elias, which is not such a bad deal. (Deborah Young)

    Deutschland/ Österreich 2017, 96 Min., far­si OmU
    Regie & Buch: Ali Soozandeh
    Kamera: Martin Gschlacht
    Schnitt: Frank Geiger,Andrea Mertens
    Darsteller: Elmira Rafizadeh, Zar Amir Ebrahimi, Arash Marandi, Negar Nasseri, Bilal Yasar, Morteza Tavakoli, Alireza Bayram, Klaus Ofczarek

  • Animals – Stadt Land Tier

    Animals – Stadt Land Tier

    Ein Film von Greg Zglinski. Ab 16.11. im fsk.

    Im Grunde ist alles ganz ein­fach: Kinderbuchautorin Anna und ihr Lebensgefährte, der Chefkoch Nick, fah­ren für eine län­ge­re Auszeit in ein Haus in den Schweizer Bergen. Zum Einen möch­te sie unge­stört an ihrem ers­ten „Erwachsenenbuch” schrei­ben und er neue, ursprüng­li­che und regio­na­le Rezepte sam­meln, zum Anderen soll ihre Beziehung eine Auffrischung erfah­ren. Anna ver­däch­tigt Nick näm­lich, eine Affäre mit der Nachbarin Andrea zu haben. Und da begin­nen schon die Merkwürdigkeiten: Andrea stürzt sich, als das Paar ihre Wiener Wohnung ver­lässt, aus dem Fenster. Wir sehen sie kip­pen, hören den Aufprall, und doch, beim Blick aus dem Fenster gibt es nichts zu sehen. Und dann noch die Sache mit dem Schaf, das unaus­weich­bar auf der Straße steht und einen Unfall pro­vo­ziert. Erstmal scheint es glimpf­lich aus­zu­ge­hen, spä­ter jedoch wird es ein Unfall mit schwer­wie­gen­den Folgen sein. Dazu kommt noch die kom­men­tie­ren­de Katze: kurz­um, wir fra­gen uns, was mag real sein, und was sich nur im Kopf oder in den Wach-/Schlaf- oder Komaträumen der Protagonisten abspie­len? Ganz unbe­küm­mert sen­det TIERE, den Zglinski nach einem hin­ter­las­se­nen Drehbuch von Jörg Kalt (Crash Test Dummies) insze­nier­te, selt­sa­me, komi­sche und unheim­li­che Nachrichten aus dem Reich des Fantastischen, wo sich die Genres mischen und Traum und Wirklichkeit inein­an­der übergehen.

    Das Hauptverdienst jedoch liegt bei Karina Resslers Schnitt: Virtuos akzen­tu­iert sie die Gedächtnislücken, die enig­ma­ti­schen Wiederholungen der Geschichte, bis der Zuschauer selbst nicht mehr weiss, was er sieht. (…) Wodurch Zglinskis kom­plex ver­rät­sel­te Story ein­drück­lich die exis­ten­zi­el­le Erkenntnis ver­mit­telt, dass das Bild, das wir uns vom ande­ren machen, oft genau­so wenig mit der Wirklichkeit zu tun hat wie Märchen und Horrorphantasien.” Christina Tilmann, Neue Zürcher Zeitung


     
    OT: Tiere
    Schweiz / Österreich / Polen 2017, 95 Min., Farbe,  deutsch und frz mit dt. Ut.
    Regie: Greg Zglinski

    Buch: Jörg Kalt, Greg Zglinski
    Kamera: Piotr Jaxa
    Schnitt: Karina Ressler

    mit:
    Birgit Minichmayr (Anna)
    Philipp Hochmair (Nick)
    Mona Petri (Mischa/Andrea/Eisverkäuferin)
    Mehdi Nebbou (Tarek)
    Michael Ostrowski (Harald)
     

     

    Animals – Stadt Land Tier – Trailer 1 – Deutsch
    film by Greg Zglinski. Starts 16.11. at the fsk. In ger­man and french with ger­man subtitles

    Nick and Anna are off to Switzerland for six months. Nick wants to coll­ect recipes of local cui­sine, and Anna final­ly hopes to wri­te a new book. The time away might be good for their rela­ti­onship too, for Anna knows about Nick’s affair with their neigh­bour Andrea, who threw hers­elf out the win­dow. Mischa will be taking care of the fish and the phi­lo­den­dron in their Viennese apart­ment while they’re gone. On the dri­ve to Switzerland, they col­l­i­de with a sheep.
    As the nar­ra­ti­ve pro­gres­ses, the more it under­mi­nes cer­tain­ties and sows doubts. At what point did the plot actual­ly begin? Are the cha­rac­ters real­ly them­sel­ves, or mere­ly fig­ments of someone else’s ima­gi­na­ti­on? First the time­frames beco­me con­fu­sed, befo­re spa­ti­al boun­da­ries are also sus­pen­ded. Disconcerting par­al­lels emer­ge bet­ween the Vienna apart­ment and the Swiss cha­let. And doesn’t the ice cream sel­ler in the neigh­bou­ring town look just like Mischa? Is Anna’s jea­lou­sy unfoun­ded, or should she lis­ten to the advice of the tal­king cat? Is Mischa actual­ly Andrea? Will every ques­ti­on be ans­we­red by the end? Wait and see, for the mind games that Tiere allows to play out bet­ween Vienna and the Swiss Alps are most sophisticated.

    OT: Tiere
    Schweiz / Österreich / Polen 2017, 95 Min., Farbe,  deutsch und frz mit dt. Ut.
    Regie: Greg Zglinski

    Buch: Jörg Kalt, Greg Zglinski
    Kamera: Piotr Jaxa
    Schnitt: Karina Ressler

    mit:
    Birgit Minichmayr (Anna)
    Philipp Hochmair (Nick)
    Mona Petri (Mischa/Andrea/Eisverkäuferin)
    Mehdi Nebbou (Tarek)
    Michael Ostrowski (Harald)

    Animals – Stadt Land Tier – Trailer 1 – Deutsch
  • Untitled

    Untitled

    Ein Film von Michael Glawogger und Monika Willi.

    Am 3. Dezember 2013 brach Michael Glawogger gemein­sam mit Kameramann Attila Boa und Tonmann Manuel Siebert auf, um Untitled‚ zu dre­hen, einen Dokumentarfilm, der Glawoggers bis­her radi­kals­tem Konzept folg­te. Geplant war eine Reise um die Welt, die ein Jahr dau­ern und durch nichts unter­bro­chen wer­den soll­te. Der Film, der dar­aus ent­stand, ver­moch­te die Welt so zu zei­gen, wie sie dem klei­nen Filmteam in die­ser zufäl­li­gen, maxi­mal offe­nen Versuchsanordnung ent­ge­gen­tre­ten wür­de. Natürlich gab es eine unge­fäh­re Reiseroute, und es gab eini­ge vor­her fest­ge­leg­te Drehorte. Aber dane­ben und dar­über­hin­aus gab es kein Thema, kei­ne Handlung, kei­nen „roten Faden“. Glawogger woll­te die Welt ein­fan­gen, wie sie war, ohne Erwartung, ohne fil­tern­de Brille. Einen „Film ohne Namen“ wünsch­te er sich, die Möglichkeit ein Jahr lang umher­zu­fah­ren und ohne ein vor­ge­ge­be­nes Thema oder Sujet zu dre­hen, war für ihn die Glücksform des Filmemachens. Nachdem der Regisseur wäh­rend der Reise an Malaria ver­starb, hat sei­ne lang­jäh­ri­ge Mitarbeiterin Monika Willi den Film mon­tiert, der aus dem ver­blie­be­nen Material so asso­zia­ti­ve wie ein­dring­li­che Bögen schlägt, beglei­tet von hin­ter­las­se­nen Tagebucheinträgen. Ein Testament der Welt und eines ganz eige­nen Blicks dar­auf, von Körpern in Arbeit und Spiel, in Anstrengung und Glück, von Momenten von Freiheit und ihren Bedingtheiten.

    So, dach­te ich, kann ein Film sein. Eine Bewegung, die nur sel­ten unter­bro­chen wird – und wenn, dann von einem mar­kan­ten Ereignis. Nicht war­ten, son­dern immer wei­ter­fah­ren. Denn nur in der größt­mög­li­chen Bewegung kom­men die Geschichten auf einen zu. Nur wenn das Leben von selbst anhält, muss man auch inne­hal­ten und solan­ge ver­har­ren, bis man erlebt hat, was es zu erle­ben gibt, und gefilmt hat, was es zu fil­men gilt.“ Michael Glawogger

    Die ers­ten Quicktime-Movies, die ich ihm schick­te, ver­dien­ten es weder Rohschnitt noch Sequenz genannt zu wer­den. Ich nann­te sie Flächen. Das gefiel uns, und so gestal­te­te ich Flächen, bis sie uns wie­der lang­wei­lig wur­den. Aber auf die­se Weise schritt die Stilfindung vor­an, nicht nur im Schneideraum, son­dern auch drau­ßen, beim Dreh. Alles war ja neu, das Konzept bot kei­nen Halt, dage­gen viel Raum für Zweifel.“ Monika Willi

    Österreich / Deutschland 2017, engl. dt. OmU, 107 Min .
    Regie: Michael Glawogger, Monika Willi
    Kamera: Attila Boa
    Schnitt: Monika Willi

    UNTITLED – Offizieller Trailer
    film by Michael Glawogger and Monika Willi. In ger­man and eng­lish with ger­man subtitles

    This film seeks to crea­te an image of the world that can only be made if you don’t fol­low a topic, try to judge or pur­sue a par­ti­cu­lar aim. It’s about allo­wing ones­elf to drift along, pro­pel­led by not­hing except your own curio­si­ty and intui­ti­on.’ These are the words of Michael Glawogger, who­se ear­lier films had often been about glo­bal explo­ita­ti­on. In 2014 the direc­tor died during his aim­less jour­ney through the Balkans, Italy, North and West Africa after con­trac­ting mala­ria just five months ear­lier. Two years after his death, his edi­tor Monika Willi took on the task of com­ple­ting his film. Combining hard cuts with a gent­ler, quie­ter style of editing she has shaped from Glawogger’s foo­ta­ge a fasci­na­ting, visual­ly stun­ning docu­ment accom­pa­nied by a strong but unob­tru­si­ve mix­tu­re of ori­gi­nal and com­po­sed sounds. Untitled is a rest­less film about move­ment and tra­vel­ling, about the unknown and the other. Above all howe­ver – and this is what turns the magic of the images and the act of obser­ving into a tru­ly exci­ting expe­ri­ence – this is a film about the poet­ry of the arbi­tra­ry. A trip across the world in order to obser­ve, lis­ten and expe­ri­ence. A jour­ney that is raw, cou­ra­ge­ous and honest.

     

    Österreich / Deutschland 2017, engl. dt. OmU, 107 Min .
    Regie: Michael Glawogger, Monika Willi
    Kamera: Attila Boa
    Schnitt: Monika Willi

    UNTITLED – Offizieller Trailer

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