Von Scham und Geld

Von Scham und Geld

Ein Film von Visar Morina. 

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„Scham ist Luxus“ sagt Hatixhe zu ihrer reich ver­hei­ra­te­ten Schwester Lina, als sie das ihr ange­bo­te­ne Geld nimmt, wäh­rend ihr Mann Shaban jeg­li­che „Almosen“ zurück­weist, und Linas wohl­ha­ben­der Ehemann Alban sich für den Schwager schämt, als er ihn auf dem „Arbeitsstrich“ von Pristina ent­deckt – die Ehre der Familie steht auf dem Spiel.
Hatixhe und Alban gera­ten unver­schul­det in finan­zi­el­le Nöte und müs­sen mit den Töchtern und der Großmutter ihren Bauernhof, auf dem sie ein ein­fa­ches, aber aus­kom­men­des Leben führ­ten, ver­las­sen. Kurzzeitigen Unterschlupf gewäh­ren Lina und Alban in ihrer groß­zü­gi­gen Stadtwohnung, aber die­se Hilfe ist letzt­end­lich eher Demütigung als Unterstützung. So ver­sucht die Familie, irgend­wie durch­zu­kom­men, und stößt dabei auf die Hindernisse, die der Kapitalismus zu bie­ten hat. In den meis­ten per­sön­li­chen Begegnungen und Reaktionen, bei allen Vorhaben scheint stets die struk­tu­rel­le Gewalt durch, die pre­kä­re Lagen immer wei­ter ver­schlim­mert, wobei gesell­schaft­li­che Übereinkünfte auch noch den­je­ni­gen, die von ihr betrof­fen sind, die Schuld zuwei­sen.
Visar Morina gelingt es auch in sei­nem drit­ten Spielfilm (nach Babai und Exil), sozi­al­kri­ti­sches Kino mit glaub­wür­di­gen Protagonisten in eine fast uner­hör­te Spannung zu über­set­zen. Das über­zeug­te u.a. in Sundance die (übri­gens rein weib­lich besetz­te) Grand Jury des World Cinema Dramatic Wettbewerbs. und sicher­te damit dem Regisseur schon früh im Jahr eine Nominierung bei den Academy Awards, die im nächs­ten März ver­ge­ben wer­den.
„Die Jury des wich­tigs­ten Independent Film Festivals lob­te, dass Visar Morinas star­kes und ein­zig­ar­ti­ges Porträt mensch­li­cher Würde im Kosovo uni­ver­sell gül­tig und welt­weit ver­ständ­lich sei. Tatsächlich könn­te das Drama so oder so ähn­lich auch anders­wo spie­len. Doch Morinas Film erzählt zugleich eine spe­zi­fi­sche Geschichte über den Kosovo, ein euro­päi­sches Land, in dem die Folgen des Krieges nach mehr als drei­ßig Jahren immer noch spür­bar sind …“
Marigt Frölich, epd-Film

Credits:

DE, XK, SI, AL, MK, BE 2026 , 129 Min., Albanisch mit deut­schen Untertiteln
Regie: Visar Morina
Kamera:
Janis Mazuch
Schnitt: Joëlle Alexis
mit: Astrit Kabashi, Flonja Kodheli, Kumrije Hoxha, Fiona Gllavica, Alban Uka

Audiodeskriptionen, Untertitel und Hörverstärkung mit der Greta App

Trailer:

im Kino mit deut­schen Untertiteln.

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