Clair Obscur

Ein Film von Yesim Ustaoglu.

Auf den ers­ten Blick könn­ten die bei­den Frauen Sehnaz und Elmas nicht unter­schied­li­cher sein. Sehnaz, eine moder­ne, libe­ra­le Frau, lebt an der Mittelmeerküste mit ihrem lang­jäh­ri­gen Partner Cem in einem schi­cken Apartment, wäh­rend sie in einem Krankenhaus als Psychiaterin arbeitet.

Elmas hin­ge­gen ist noch als Kind mit einem älte­ren Ehemann ver­hei­ra­tet wor­den, der viel auf kon­ser­va­ti­ve Werte hält. Seine Mutter lebt mit bei­den in einem Haushalt und Elmas muß sich um die pfle­ge­be­dürf­ti­ge Schwiegermutter kümmern.

Als ihr Mann an einer Kohlenmonoxyd-Vergiftung stirbt, da ein Sturm den Qualm  des Kohleofen zurück in den Schornstein gedrückt hat, wird Elmas völ­lig ver­stört und unter­kühlt auf dem Balkon gefunden.
Elmas wird wegen Mordes an ihrem Mann ver­haf­tet. Nachdem sie vom Gerichtsmediziner unter­sucht wor­den ist, wird sie zur psy­cho­lo­gi­schen Betreuung zu Chehnaz geschickt. Diese Begegnung wird bei­de Frauen grund­le­gend ver­än­dern. Sie löst einen Prozess aus, in dem sie ver­su­chen, ihre Probleme zu bewäl­ti­gen, die nur auf den ers­ten Blick unter­schied­lich erscheinen.

Aus mei­ner eige­nen Erfahrung, als Frau, Produzentin und Regisseurin, spü­re ich deut­lich, dass die erfolg­rei­che Zukunft einer Gesellschaft, wie der mei­nen, nur dann gestal­tet wer­den kann, wenn wir den destruk­ti­ven Kreislaufs tra­dier­ter Verhaltensmuster und gesell­schaft­li­cher Strukturen in unse­rem Land durch­bre­chen, statt sie unge­fragt von Generation zu Generation wei­ter­zu­ge­ben. Dies gilt ins­be­son­de­re dann, wenn die Freiheit der Frau und ihre sexu­el­len Identität dadurch gefähr­det, oder gar nicht erst zur Kenntnis genom­men wird. Denn dies ist immer gleich­be­deu­tend mit der Einschränkung indi­vi­du­el­ler Freiheit – egal ob die der Frau oder die des Mannes.
Die Geschichte von Chehnaz und Elmas, ihre Lebensläufe und auch die Therapie die sie durch­lau­fen, basiert auf einer lan­gen Recherche, auf Gesprächen mit Patienten und ihren Psychologen und Beobachtungen der Psychodrama-Therapie ver­gleich­ba­rer Fälle.”
Yeşim Ustaoğlu

Credits:

Tereddüt
Deutschland, Frankreich, Polen, Türkei 2016, 105 Min., türk. OmU
Regie: Yesim Ustaoglu
Drehbuch: Yesim Ustaoglu
Kamera: Michael Hammon
Schnitt: Svetolik Zajc, Agnieszka Glinska

mit: Okan Yalabik, Mehmet Kurtulus, Funda Eryigit, Ecem Uzun

Termine:

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