Operation Duval – Das Geheimprotokoll

Ein Film von Thomas Kruithof.

Wahlmanipulation, Geheimdienstverschwörung, Lauschangriff und Machtmissbrauch, das sind (durch­aus aktu­el­len) Themen, die die­ser defen­si­ve Polit-Thriller, bei dem Kafkas „Prozess” Pate stand, in der Hinterhand hat. Der seit 2 Jahren arbeits­lo­se Ex-Unternehmensberater und tro­cke­ne Alkoholiker Duval fragt nicht all­zu viel nach, als ihm von einem erfolg­rei­chen Ex-Kommilitonen, einem unan­ge­neh­men Nationalisten, ein Job ange­bo­ten wird. Die Arbeit, die Transkription von Telefongesprächen, ist ein­tö­nig, aber ein­fach und gut bezahlt. Zuverlässig wie eh und je schreibt der intro­ver­tier­te Mittfünfziger alles auch noch so Merkwürdige auf. Erst als es offen­sicht­lich einen Mord zu pro­to­kol­lie­ren gibt, wird er stut­zig. Doch da ist es fast schon zu spät, um aus­zu­stei­gen. Kündigung ist kei­ne Option mehr, steckt er doch schon mit­ten­drin im kri­mi­nel­len, undurch­sich­ti­gen Tun. Als die Situation auch für sei­ne weni­gen Sozialkontakte immer bedroh­li­cher wird, muss Duval sich etwa ein­fal­len lassen.

An die Seite des hier an Dustin Hoffmann erin­nern­den und ide­al besetz­ten François Cluzet hat Regie-Debütant Thomas Kruithof ein ein­drucks­vol­les Ensemble gestellt. Die wun­der­ba­re Alba Rohrwacher ist sein neu­er und eben­falls gefähr­de­ter Schwarm, Denis Podalydès und Sami Bouajila geben die geheim­nis­vol­len Chefs ver­schie­de­ner omi­nö­ser, gegen­ein­an­der agie­ren­den Organisationen. Gänzlich ohne spek­ta­ku­lä­re Action- oder Jagdszenen, ruhig und kon­zen­triert-redu­ziert machen sie das Paranoide, Schattenhafte der Lage sichtbar.

»Er [der Film] macht auch neu­gie­rig. Darauf, was das alles soll. Darauf, was wohl als nächs­tes pas­siert. Tatsächlich ist Operation Duval einer der span­nends­ten Thriller der letz­ten Zeit, obwohl er so gar nicht in die­se Zeit passt.« film-rezensionen.de

Credits:

La Mécanique de l’ombre
F 2016, 90 Min., franz. OmU
Regie: Thomas Kruithof
Buch: Yann Gozlan, Thomas Kruithof
Kamera.: Alex Lamarque
Schnitt: Jean-Baptiste Beaudoin 
mit: François Cluzet, Denis Podalydès, Sami Bouajila, Alba Rohrwacher, Simon Abkarian

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