Out 1, noli me tangere

Out 1, noli me tangere

Ein zwölf­ein­halb Stun­den lan­ger Film von Jac­ques Rivet­te. Am 20.& 21.8. in 2 Tei­len im fsk.

Anläß­li­ch des DVD-Releases gibt es bei uns eine ein­ma­li­ge Vor­füh­rung im Kino­for­mat von
Jaq­cu­es Rivet­tes sehr lan­gem (12,5 Std.) Theater-Realitäts-Improvisationsfilm u.a. mit Jean Pier­re Leaud und Juliet Ber­to in den Haupt­rol­len. Er wird in 2 Tei­len an einem Wochen­en­de gezeigt:

  • 20.8.: 11:00 Out 1, noli me tan­ge­re Teil 1 – OmU (mit Pau­se)
  • 21.8.: 11:00 Out 1, noli me tan­ge­re Teil 2 – OmU (mit Pau­se)

Zwei Thea­ter­grup­pen pro­ben Stü­cke von Ais­chy­los, ein taub­stum­mer jun­ger Mann (Jean-Pierre Léaud) zieht durch Pari­ser Cafés, legt Schick­sals­bot­schaf­ten auf die Tische und  spielt Mund­har­mo­ni­ka, ein Mäd­chen im roten Häkel­pon­cho (Juliet Ber­to) betrügt in einem ande­ren Café frech und sehr char­mant diver­se Män­ner um diver­se Francs. Bei­de sto­ßen auf die Spu­ren eines Geheim­bunds und einer Ver­schwö­rung. Rivet­tes Opus magnum erzählt frei nach Balz­acs His­toire des 13 in bei­na­he 13 Stun­den und acht Epi­so­den die Geschich­ten von 13 Men­schen, die in Paris leben und irgend­wie mit­ein­an­der ver­bun­den sind, aber nicht von­ein­an­der wis­sen. Ein ein­zig­ar­ti­ges Expe­ri­ment: Der längs­te Spiel­film der Film­ge­schich­te ent­steht ohne Dreh­buch, voll­stän­dig impro­vi­siert, nur nach einem Plan, der lose die Begeg­nun­gen sei­nes rie­si­gen Ensem­bles (u.a. Ber­na­dette Lafont, Micha­el Lons­da­le, Jean-François Sté­ve­n­in, Bul­le Ogier, Eric Roh­mer, Ber­nard Eisen­schitz, Bar­bet Schro­eder, Jac­ques Doniol-Valcroze) vor­gibt. Die Refle­xi­on einer Bohè­me nach dem Schei­tern der Hoff­nun­gen von 1968.

»Über meh­re­re Stun­den war­tet man dar­auf, dass einen die Mecha­nik der Fik­ti­on an der Hand nimmt und end­li­ch ver­läss­li­che Zusam­men­hän­ge her­ge­stellt wer­den. In die­ser Zeit ver­gnügt man sich treff­li­ch damit, Men­schen dabei zuzu­se­hen, wie sie sich das post­re­vo­lu­tio­nä­re “War­ten auf das Urteil der Geschichte”(Rivette) mit Spie­len ver­trei­ben.«
Film­dienst, 04.Juli.2013

Frank­reich 1971, 742 Min. (Teil 1 & 2), frz. OmU
Regie: Jac­ques Rivet­te
Kame­ra: Pierre-William Glenn
Schnitt: Nicole Lubt­chans­ky, Caro­le Mar­quand
Dar­stel­ler: Jean-Pierre Léaud, Juliet Ber­to, Micha­el Lons­da­le, Eric Roh­mer, Bul­le Ogier