Seefeuer

Seefeuer

Ein Film von Gian­fran­co Rosi. Ab 28.7. im fsk.

Samu­ele ist zwölf und lebt auf einer Insel im Mit­tel­meer, weit ent­fernt vom Fest­land. Wie alle Jun­gen sei­nes Alters geht er nicht immer gern zur Schu­le. Viel lie­ber klet­tert er auf Ufer­fel­sen, han­tiert mit sei­ner Schleu­der oder streift am Hafen umher. Doch sei­ne Hei­mat ist kei­ne Insel wie alle ande­ren. Schon seit Jah­ren ist sie das Ziel von Män­nern, Frau­en und Kin­dern, die in viel zu klei­nen Boo­ten und alters­schwa­chen Schif­fen aus Afri­ka über­zu­set­zen ver­su­chen. Die Insel heißt Lam­pe­dusa und gilt als Meta­pher für die Flucht­be­we­gung nach Euro­pa, die Hoff­nun­gen und Nöte, das Schick­sal hun­dert­tau­sen­der Emi­gran­ten. Sie seh­nen sich nach Frie­den, Frei­heit und Glück und wer­den oft nur noch tot aus dem Was­ser gebor­gen. So sind die Ein­woh­ner von Lam­pe­dusa tag­täg­li­ch Zeu­gen der größ­ten huma­ni­tä­ren Tra­gö­die unse­rer Zeit.
Gian­fran­co Rosi nähert sich durch All­tags­be­ob­ach­tun­gen einem eben­so rea­len wie sym­bo­li­schen Ort und der Gefühls­welt eini­ger sei­ner Bewoh­ner, die einem per­ma­nen­ten Aus­nah­me­zu­stand aus­ge­setzt sind. Zugleich beschreibt der Film, der ohne Kom­men­tar aus­kommt, wie sich zwei Wel­ten selbst auf kleins­tem Raum kaum berüh­ren.

Gol­de­ner Bär – Ber­li­na­le 2016

OT: Fuo­co­amma­re
Ita­li­en / Frank­reich 2015, 108 Min., ital., engl. OmU

Regie: Gian­fran­co Rosi
Buch: Gian­fran­co Rosi, nach einer Idee von Car­la Cat­ta­ni
Kame­ra: Gian­fran­co Rosi
Schnitt: Jaco­po Qua­dri

mit: Samu­ele Pucil­lo
Mat­ti­as Cuci­na
Samu­ele Caru­a­na
Pie­tro Bar­to­lo