My name is salt

My name is salt

Die Wüs­te geht bis zum Hori­zont, end­los, flach und hell, kein Baum, kein Gras, kein Stein ist zu erken­nen. Ein Wagen taucht wie aus dem Nichts auf, kommt näher, und eine Fami­lie steigt her­un­ter. Sie kom­men wie jedes Jahr. Die nächs­ten acht Mona­te wer­den sie hier ver­brin­gen, 1 Kilo­me­ter ent­fernt von der nächs­ten der wei­te­ren rund 40000 Fami­li­en, die gen­au wie sie hier Salz ern­ten wer­den, das wei­ßes­te Salz der Erde. Wie hier in kur­zer Zeit zunächst Hüt­ten, Brun­nen, Arbeits­ge­rä­te und schließ­li­ch Salz­fel­der haupt­säch­li­ch durch Hand- und Fuss­ar­beit, unter­stützt von einem alten Die­sel­mo­tor, ent­ste­hen, grenzt an ein Wun­der. Der ers­te abend­fül­len­de Doku­men­tar­film der Etho­lo­gin Gebo Fari­da Pacha ist ein beob­ach­ten­der. Kei­ne Off­stim­me erklärt das Wo, kei­ne Text­ta­fel benennt die Hin­ter­grün­de. Wir fol­gen der Fami­lie San­ab­hai durch die Zeit. Die Arbeit ist hart, oft bringt sie nicht den erwünsch­ten Erlös, aber sie wird ruhig und mit Kon­zen­tra­ti­on ver­rich­tet. Vie­les im Film lässt uns stau­nen, man­ches erklärt sich erst im nach und nach. Unter­stützt von wun­der­schö­nen, aber nicht beschö­ni­gen­den Bil­dern geht ein hyp­no­ti­scher Zau­ber vom Film aus, die „Zivi­li­sa­ti­on“, die in Form von Was­ser­tan­kern oder Motor­rä­dern immer wie­der vor­bei­schaut, unter­stützt den Ein­druck noch.

CH 2013 92 Min., Guja­ra­ti OmU,

Regie & Buch: Fari­da Pacha,

Kame­ra.: Lutz Koner­mann

Schnitt: Katha­ri­na Fied­le Ram­pal

mit Chhan­ab­hai Bab­ab­hai Pagi, Devu­ben Chhan­ab­hai Pagi, Guh­ab­hai Lak­sh­m­an­bhai Rathod, Man­ju, Raj­nik, Ajit, Dhar­mi, Ram­pal

Deut­scher Kamer­a­preis 2014: Lutz Koner­mann