Mia Madre

Mia Madre

Film­re­gis­seu­rin Mar­ghe­ri­ta hat vie­le Bau­stel­len zu bewäl­ti­gen. Gera­de hat sie sich von Ihrem Freund getrennt, der aber als Schau­spie­ler auch beim aktu­el­len Film­dreh dabei ist. Toch­ter Livia, die beim Vater lebt, puber­tiert hef­tig und lässt sich von ihr nichts mehr sagen. Der neu ein­ge­trof­fe­ne US-amerikanische Haupt­dar­stel­ler Bar­ry Hugg­ins erweist sich als Meis­ter der Selbst­über­schät­zung und bringt mit alber­nen Star­al­lü­ren die Dreh­ar­bei­ten ins Sto­cken. Ihre größ­te Her­aus­for­de­rung besteht aber dar­in, damit zurecht­zu­kom­men, dass ihre kran­ke Mut­ter nicht mehr lan­ge zu leben hat. Und wäh­rend ihr Bru­der Gio­van­ni sich lie­be­voll um die Mut­ter küm­mert, ist sei­ne Schwes­ter mit der Situa­ti­on völ­lig über­for­dert. Mar­ghe­ri­ta steckt in einer Aus­nah­me­si­tua­ti­on, in der sie Beruf­li­ches und Pri­va­tes, Ängs­te und Rea­li­tät zuneh­mend mischt, und mit ihr der Film. Ange­streng­ter Film­dreh und kon­tem­pla­ti­ve Zurück­ge­zo­gen­heit wech­seln sich ab, schei­nen sich zu kom­men­tie­ren. Moti­ve, Satz­fet­zen, Gedan­ken über­la­gern sich in bei­den Sphä­ren und rau­ben Mar­ghe­ri­ta nicht nur den Schlaf, son­dern krat­zen arg an ihrem Selbst­ver­ständ­nis.

Mia Madre ist einer­seits ein typi­scher Moretti-Film. Aus­ge­wo­gen, komi­sch, tra­gi­sch, mensch­li­ch. Ande­rer­seits aber auch eine wei­ter gereif­te Ver­si­on sei­nes meist ange­nehm ego­zen­tri­schen Schaf­fens, ein Vor-Alterswerk, dass schon jetzt Vor-Freude auf sei­nen nächs­ten Film in rund vier Jah­ren weckt.“ Senn­hau­sers  Film­blog

It, F, D 2015  106 Min. ital. OmU
Regie: Nan­ni Moret­ti
Buch: Fran­ces­co Pic­co­lo, Nan­ni Moret­ti, Valia San­tel­la
Kame­ra: Arnal­do Cati­na­ri
Schnitt: Cle­lio Beneven­to
mit: Mar­ghe­ri­ta Buy, Nan­ni Moret­ti, John Tur­tur­ro, Pie­tro Ragusa, Anto­nio Zavatte­ri, Giu­lia Laz­za­ri­ni