Heike (59) arbeitet als Objektleiterin in einer Reinigungsfirma und vermittelt täglich zwischen Kundinnen, Unternehmensleitung und Reinigungspersonal. Sie hat versucht, einen nicht offiziell angemeldeten Arbeiter eines Subunternehmers abzuwerben und damit gegen die Vorschriften verstoßen. Nun droht der Subunternehmer, die Zusammenarbeit einzustellen, wenn Heike ihm nicht mehr Arbeitsstunden und Einnahmen zusichert. Um diesen Forderungen nachzukommen, muss sie einen ihrer eigenen Mitarbeiter entlassen – einen Kollegen, den ihre Freundin Taja sehr schätzt. Heike gerät zunehmend in einen Konflikt zwischen ihrer Verantwortung für die eigenen Mitarbeiterinnen und den Bedingungen der Arbeitswelt im Niedriglohnsektor.
Credits:
DE 2026, 93 Min., Deutsch, Kroatisch, Bosnisch, Türkisch OmU Regie: Kilian Armando Friedrich Kamera: Louis Dickhaut, Frederik Seeberger Schnitt: Leila Fatima Keita, Kilian Armando Friedrich mit: Sabine Thalau, Nada Kosturin, Werner Posselt, Sadibou Diabang, Nigyar Velagic
Marko (Lav Novosel) lebt in einem kleinen kroatischen Dorf und führt ein geordnetes Leben. Er ist in der Schule beliebt, sportlich erfolgreich und mit seiner Freundin zusammen, während seine Zukunft im Betrieb des Vaters zudem gesichert scheint. Doch dann kehrt sein früherer Freund Slaven (Andrija Žunac) zurück – und Markos Welt gerät ins Wanken. Längst vergessen geglaubte Erinnerungen und Empfindungen brechen sich Bahn. Werden die beiden wieder in frühere, „verbotene“ Muster verfallen? Am Ende muss Marko eine Entscheidung treffen und sich mit den konservativen Ansichten seiner Umgebung auseinandersetzen.
Die kroatische Regisseurin Čejen Černić Čanak kommt ursprünglich vom experimentellen Kurzfilm und hat auch schon dokumentarische Werke inszeniert. Genau das merkt man „Mauern aus Sand“ an. Behutsam, und sehr oft mit Handkamera, nähert sie sich ihren Protagonisten und ergründet mit feiner Beobachtungsgabe und einem exakten Blick fürs Detail deren innere Befindlichkeiten.
Folglich sind es die kleinen Momente des Alltags und die spontan wirkenden Szenen etwa zu Hause bei Marko und seiner Familie, die das soziale Miteinander und familiäre Gefüge authentisch einfangen. Oft passiert zwischen den Zeilen oder durch Gestik, Mimik oder flüchtige Blicke deutlich mehr als in den Gesprächsszenen bzw. Dialogen. Man spürt: Die Stimmung ist angespannt, Marko ringt mit seinem Umfeld und – vor allem – mit sich. Seine Eltern stehen dabei stellvertretend für die rückständigen Werte und die konservativen Einstellungen der ganzen Dorfgemeinschaft, die die Traditionen bewahren will.
Ebenso glaubhaft und lebensnah agieren die Schauspieler, ganz besonders die beiden fantastischen Jungdarsteller Lav Novosel als Marko und Andrija Žunac als zurückhaltender, wortkarger Außenseiter Slaven. Novosel brilliert als innerlich zerrissener Jugendlicher, dessen Selbstbild Risse erfährt. Ist er vielleicht doch nicht der harte, kernige Typ mit Freundin, dessen beruflicher Weg in der Autowerkstatt des Vaters bereits vorgezeichnet ist? Und ist er vielleicht doch nicht der „echte Kerl“, der – auf Wunsch des Vaters – an Armdrück-Wettkämpfen teilnimmt und damit den Vorstellungen seiner Umgebung entspricht?
Diesen inneren Konflikt arbeitet „Mauern aus Sand“ sorgsam und konzentriert heraus. Der Titel des Films vermittelt zweierlei: Einerseits ist er eine Entsprechung für die Mauern, die Marko um sich herum baut und hinter denen er sein Schwulsein versteckt. Niemand soll etwas von seinem heimlichen Begehren erfahre. Die Mauern des Verdrängens, Schweigens und der Unterdrückung bieten, trotz der damit verbundenen seelischen Qualen, natürlich auch Schutz. Und gleichzeitig Abgrenzung.
Andererseits versinnbildlichen die Mauern im Filmtitel gleichsam jenen Damm, den die Dorfbewohner mühevoll errichten. Sie stapeln Sandsäcke zu einem Schutzwall, da eine heftige Flut näher rückt und die Gegend zu überschwemmen droht. Eine Naturgewalt, die sich letztlich ihren Weg bahnen wird. Ebenso wie die Emotionen irgendwann nicht mehr zurückzuhalten sind – diese Erfahrung macht Marko im Laufe seiner Entwicklung. Jene Botschaft verdeutlicht die wunderbare Verbindung zwischen diesen beiden „Arten von Mauern“, die Čanak ihre Figuren errichten lässt. Einmal im Äußeren, einmal im Inneren. Björn Schneider | programmkino.de
Credits:
HR/LT 2025, 88 Min., kroatische Originalfassung mit deutschen Untertiteln Regie: Čejen Černić Čanak Kamera: Marko Brdar Schnitt: Slaven Zečević mit: Lav Novosel, Andrija Žunac, Leon Grgić, Franka Mikolaci
Frankreich im August 2024: Während die Olympischen Spiele bereits voll im Gange sind, trifft die 30-jährige Blandine in Paris ein, um sich die Schwimmwettkämpfe vor Ort anzusehen und bei der Gelegenheit ihre Halbschwester wiederzutreffen, zu der sie seit Jahren keinen Kontakt mehr hat und deren Tochter sie noch nie gesehen hat. Blandine lebt in der Normandie und hat sich dort an ein ruhiges und abgeschiedenes Dasein gewöhnt. In Paris taucht sie in das pulsierende Stadtleben ein, in dem andere Regeln zu gelten scheinen. Im Laufe ihres Aufenthalts lernt sie andere Menschen kennen, verläuft sich, zögert, versucht, alte Fäden aufzunehmen und neue zu knüpfen, und lässt sich durch das Herz einer Stadt treiben, die ganz im Zeichen dieses außergewöhnlichen Ereignisses steht.
Credits:
Le rendez-vous de l’été FR 2025, 77 Min., französische OmU Regie: Valentine Cadic Kamera: Naomi Amarger Montage: Lisa Raymond mit Blandine Madec, India Hair, Arcadi Radeff, Matthias Jacquin, Lou Deleuze, Béryl Gastaldello
Vor einer weißen Wand steht ein weißer Stuhl, der Bauarbeiter Thomas (Vladimir Vulević) sitzt auf ihm, vielleicht etwas nervös oder sogar beunruhigt, zumindest seine Worte deuten dies an, Worte, die wie stets bei Angela Schanelec mehr erzählen als die meist statisch agierenden Personen, die fast ohne Mimik und Gestik agieren.
Thomas’ Frau Clara (Agathe Bonitzer) hatte ihm auf dem Handy geschrieben, sie habe einen Unfall gehabt, genaues weiß Thomas nicht, er wartet auf genauere Informationen. Zwei Angestellte der Baufirma, für die Thomas arbeitet, unterhalten sich mit ihm, berichten von eigenen Beziehungen, Kinderwünschen, Irritationen.
Später trifft Thomas Clara, sie weint, beginnt auf dem nach Hause Weg mit erregter Stimme von einem Tanzkurs zu erzählen, den Thomas und sie gemeinsam besuchten, den weiterführenden Kurs dagegen machte Clara allein, traf dort einen Mann, mit dem sie tanzte, vielleicht auch mehr, David heißt der Mann, der nun bei dem Unfall ums Leben gekommen ist, bei dem Clara verletzt wurde.
Ein plötzlich Moment der Irritation in einer scheinbar stabilen Beziehung, die Thomas aus der Bahn wirft, aber auch Clara zum Nachdenken über sich selbst, ihre Ziele und Träume bringt.
In ihrem letzten Film „Music“ variierte Angela Schanelec den antiken Ödipus-Mythos, inszenierte ihre typischen, oft an ein Tableau erinnernden Bilder in Griechenland, am Ende aber auch in Berlin, ihrem Wohnort. Auch „Meine Frau weint“ spielt in Berlin, auch wenn man das kaum erkennt: Auf einer Baustelle beginnt die Geschichte, an S‑Bahn-Höfen und in den ausladenden Parks spielen sich Szenen ab, einmal kann man die Tiergartenstraße erkennen, an der Clara und einer Freundin entlangradeln. Ein vielleicht nicht zufällig gewählter Schauplatz, denn hier befinden sich etliche diplomatische Vertretungen, die auf die Vielstimmigkeit einer Stadt verweisen, die immer internationaler wird. Diese Internationalität, die immer wieder zu kulturellen, persönlichen, aber auch emotionalen Missverständnissen führt, zeigt sich in „Meine Frau weint“ ironischerweise jedoch nicht in der gesprochenen Sprache: Ausschließlich auf Deutsch unterhalten sich die Figuren, man sollte vielleicht mehr vom Vortragen ihrer oft zu ausladenden Monologen werdenden Texte sprechen, die eher auf einer Theaterbühne zu vermuten sind und weniger im echten Leben.
Unterschwellig zeigt sich die Internationalität der Figuren, die das moderne Berlin spiegeln, besonders aber den Kulturbetrieb, in dem sich auch Schanelec bewegt, durch die markanten Akzente der Schauspieler: Allen voran der Serbe Vladimir Vulević und die Französin Agathe Bonitzer, dazu der Engländer Ben Carter und manch andere.
Auch wenn sie sich alle auf Deutsch unterhalten, sich eigentlich verstehen, ist das Miteinander von Irritationen geprägt, von Leerstellen, die sich wiederum auch in filmischen Ellipsen spiegeln. Oft reden die Figuren zwar Miteinander, aber auch ein wenig aneinander vorbei, offenbaren in ihren Worten ihr Innerstes, wirken dabei aber äußerlich kühl und unnahbar.
Einmal mehr inszeniert Angela Schanelec diesen Reigen wie eine filmische Versuchsanordnung, verweist auf Kunst- und Filmgeschichte, lehnt sich bisweilen fast am absurden Theater eines Samuel Becketts an und bleibt am Ende doch ganz bei sich. Ein eigentümlicher, eigensinniger Film, der in jedem Moment die Handschrift seiner Regisseurin durchscheinen lässt. Michael Meyns | programmkino.de
Credits:
DE/FR 2026, 96 Min., deutsche OmeU Regie & Schnitt: Angela Schanelec Kamera: Marius Panduru mit: Vladimir Vulević, Agathe Bonitzer, Birte Schnöink, Pauline Rebmann, Ben Carter
In Lützerath verläuft für Blinker, Ronni und die Bundestagsabgeordnete Kathrin Henneberger die 1,5 Grad-Grenze. Auf unterschiedliche Art kämpfen sie für den Erhalt des Dorfes im rheinischen Braunkohlerevier. Während Blinker auf Barrikaden setzt und Ronni sich auf die Medienstrategie der Besetzung konzentriert, versucht die örtliche Grünen-Abgeordnete den Protest zu unterstützen und muss eine schwere Niederlage einstecken, als die Ampelkoalition dem Kohlekompromiss mit RWE zustimmen – der zwar den Ausstieg bis 2030 festhält, aber Lützerath dem Konzern opfert. Nach der Räumung bleiben Bilder der Zerstörung, Erinnerungen und erst langsam heilende Wunden.
Credits:
DE 2025, 110 Min., deutsche OmeU Regie & Kamera: Lukas Reiter Schnitt: Christoph Hans
Eigentlich will sich die hochschwangere Kriegsjournalistin Ada eine Auszeit bei ihrem Partner in Hamburg gönnen. Doch dann bekommt sie aus Polen ein Buch zugeschickt, in dem eine Frau ihre Missbrauchserfahrungen als Kind schildert – versehen mit einer persönlichen Widmung und einer Telefonnummer. Gegen jede Vernunft macht sich Ada auf den Weg in ihre alte Heimat. Dort trifft sie sich mit Roksana, der Autorin des Buchs. Diese bittet Ada, mit ihr in die polnische Provinz zu fahren, wo beide aufgewachsen sind. Vielleicht können sie nach dem Tod von Roksanas Vater ihre Mutter dazu bringen, das Schweigen über die Ereignisse von damals zu brechen. Das odd couple macht sich auf den Weg, um zu rekonstruieren, was geschehen ist – oder ob sich Roksana die Geschichte vielleicht nur ausgedacht hat.
Kamila Taraburas Langfilm-Debüt ist eine feinfühlige Mischung aus Roadmovie, Thriller, Krimi und Psychoporträt, das viele überraschende Wendungen nimmt, um parallel mehrere Geschichten zu erzählen. Dabei kann sich die Regisseurin vor allem auf ihre traumhaft interagierenden Hauptdarstellerinnen Dagmara Domińczyk (Ada) und Katarzyna Warnke (Roksana) verlassen, deren Schweigen oft beredter ist als ihre Worte. [Rainer Mende]
PL/LT 2024, 101 Min., poln. OmU, Regie: Kamila Tarabura, mit: Dagmara Domińczyk, Katarzyna Warnke, Małgorzata Hajewska-Krzysztofik, Andrzej Konopka
Spoonie, der Löffelstrandläufer, wäre ohne Dr. Christoph Zöckler und eine eingeschworene internationale Gruppe von Ornithologen längst ausgestorben. Als wäre das nicht an sich schon schlimm genug, verläuft die Flugroute des spatzengroßen Watvogels, mit dem sonderbaren Löffelschnabel, von Russland über Nordkorea, China bis nach Myanmar und führt so durch die Krisenregionen des letzten Jahrzehnts. Die Arbeit der Task Force wird unversehens zu einer politischen Herausforderung und einem diplomatischen Balanceakt zwischen Russen, Deutschen, Chinesen, Engländern und weiteren Mitgliedern des Flyway. Während ein ambitionierter Zuchtversuch in England zu scheitern droht, erreicht der Spoonbilled Sandpiper, in China ungeahnte Popularität. Von seine Fans liebevoll als „Spoonie“ bezeichnet, wird er zum Poster-Boy einer erwachenden chinesischen Umweltbewegung. Doch während seine Bekanntheit ständig wächst, nimmt die Zahl der real existierenden Vögel, trotz weltweiter Bemühungen, weiterhin dramatisch ab. So diskutieren die exzentrischen Vogelliebhaber ob es noch ein, zwei oder, wie Optimisten meinen, dreihundert brütende Paare auf der Welt gibt. Und so spiegelt sich in der Tragikkomödie über Spoonies Schicksal der Kampf um die bedrohte Vielfalt, in einer zerbrechlich gewordenen Welt.
Credits:
DE 2025, 87 Min., dt. engl. russisch, chinsesische OmU Regie: Till Harms Kamera: Börres Weiffenbach Schnitt: Natali Barrey
Mittendrin in der Black-Metal-Szene ist Regisseur Jonas Ulrich mit seinem Film Wolves, aber nicht nur das. Beim Max Ophüls-Preis in Saarbrücken erhielt er den Preis der Jugendjury und den der Filmkritik. Luana arbeitet als Erzieherin und lebt bei ihrer Mutter in Zürich. Zu ihrem Cousin Dominik hat sie ein gutes Verhältnis und teilt seine Black-Metal Vorliebe. Kurz vor einer Tournee steigt in dessen Band WLVS ein neuer Frontmann ein. Nicht nur Wiktors außergewöhnlicher Gesang fasziniert Luana, der junge Pole ist auch charmant und enigmatisch. Sie quittiert die Arbeit und überredet Dominik, sie bei der Provinz-Tour als Social-Media-Managerin mitzunehmen. Die Rechnung geht auf, Wiktor interessiert sich auch für sie. Nach und nach wird jedoch klar, dass ihr neuer Freund ideologisch in eine fragwürdige Richtung tendiert. Hinweise wie spezielle Tattoos, merkwürdige Fans und mehr werden aber immer wieder relativiert oder weggeredet. Der Film stellt nicht die Frage, wie weit man Kompromisse aushandeln oder eingehen soll. Er fragt, wann man erkennt, dass es höchste Zeit ist, zusammenzupacken und das Weite zu suchen. Er weiß aber auch, wie schwierig das, nicht nur in einer Beziehung, sein kann. „In Bildern von großer Schönheit erzählt dieses Drama von Grenzen, die sich verschieben, und Abgründen, die sich auftun, wobei die kleine auf die große Welt verweist. Mutig und authentisch blickt der Film in einen unbekannten Kosmos, den wir durch die Augen der Protagonistin erleben. Im Kontrast zwischen weichem Licht und scharfer Musik baut sich eine intensive Kinoatmosphäre auf.“ Jurybegründung Preis der Filmkritik MOP
Credits:
CH 2025, 96 Min., engl, schweizerdeutsch OmU Regie & Schnitt: Jonas Ulrich Kamera: Tobias Kubli mit: Bartosz Bielenia, Selma Kopp, Fabian Künzli, Anna Sauter-McDowell, Moritz Fabian
In einem Sportinternat im ländlichen Frankreich träumt der junge talentierte Boxer Camille von einer Zukunft im Profisport. Camille ist ehrgeizig, gilt als unschlagbar im Ring – und füttert heimlich Füchse im angrenzenden Wald. Als er bei einem seiner Waldausflüge von einem Felsen abstürzt, überlebt er nur deshalb knapp, weil ihn sein bester Freund Matteo rettet. Nach schneller Genesung wird Camille zunehmend von unerklärlichen Schmerzen heimgesucht, die sein Training beeinträchtigen und seinen Traum von einer Karriere bedrohen. Auch die Beziehung zu seinem Team verschlechtert sich, denn in der Welt der jungen Boxer gibt es für Schwäche keinen Platz. Als ein wichtiges Turnier in Brüssel ansteht, setzt Camille alles auf eine Karte – und setzt dabei auch seine Freundschaft mit Matteo aufs Spiel… „Boxfilme gibt es wie Sand am Meer, man muss also einen guten Grund haben, um noch einen zu drehen. Den hat der belgische Regisseur Valéry Carnoy, denn eigentlich hat er kein wirkliches Interesse am Boxen selbst, nutzt den Sport und die mit ihm verbundenen Klischees jedoch, um in seinem Debütfilm Wild Foxes auf gelungene Weise Strukturen und Folgen toxischer Männlichkeit zu sezieren.“ programmkino.de
Credits:
FR/BE 2025, 94 Min., französische OmU Regie: Valéry Carnoy, Kamera: Arnaud Guez, Schnitt: Suzana Pedro mit: Samuel Kircher, Fayçal Anaflous, Anna Heckel, Jef Jacobs, Hassane Alili, Salahdine El Gharchi, Jean Baptiste Durand, Raphaël Thierry unter der Mitwirkung von Yoann Blanc
Trailer:
Wild Foxes (offizieller Trailer) | Ein Film von Valéry Carnoy | Ab 7. Mai im Kino
Tarik Salehs neuer Film Eagles of the Republic beginnt mit handgezeichneten Postern aus der großen Zeit des ägyptischen Kinos. Das ist nicht nur Nostalgie, sondern auch ein Statement, ein persönliches, politisches und ästhetisches. Das ägyptische Kino mag, aufgrund der politischen Veränderungen des arabischsprachigen Raums und in Ägypten selbst, nicht die alte Größe aus der Zeit von Cairo Station haben, aber Tarik Saleh, Sohn eines Ägypters und einer Schwedin, dreht seit 11 Jahren Politthriller, die sich mit Alan J. Pakula, Alan Parker und Costa-Gavras messen können. Eagles of the Republic spielt im gegenwärtigen Kairo, in dem zu Beginn der Glamour vergangener Zeiten herrscht: elegante Clubs, Filmsets, Partys. Der nicht sonderlich religiöse Christ George Fahmy (Fares Fares, fantastisch) ist der größte Filmstar Ägyptens und hat gerade seinen letzten Film abgeschlossen. Aber die Zensurstelle, drei muslimische Frauen, hat Einwände. Eine Kampagne gegen George beginnt. Eine Kollegin soll im Fernsehen über Georges Lebenswandel und politische Einstellung sprechen und verkünden, dass sie nicht mit ihm arbeiten will. Stattdessen wendet sie sich an George, und im Fernsehen spricht sie nur freundlich von ihm. Dann nehmen die Dinge eine erste seltsame Wendung. George soll plötzlich in einem Propagandafilm über das Leben von Präsident Sisi die Hauptrolle spielen. Er will nicht, aber das Regime hat Mittel, schmeichelnde und mörderische. Mit dem Einstieg in den Präsidentenfilm wird George immer tiefer in die Ränke der Machthaber und deren nicht weniger korrupten Gegner innerhalb des Regimes gezogen. Die Atmosphäre am Set ist psychotisch, aber das ist noch nichts gegen das, was sich erst allmählich, dann rasant entfaltet. Eagles of the Republic ist ein vertrackt schleichender, sehr stylischer Thriller, beängstigend und brandaktuell.
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