Akt – 4 Leben ein Akt

Ein Dokumentarfilm von Mario Schneider.

Mario Schneider por­trä­tiert in Akt vier ver­schie­de­ne Personen, die zumin­dest eines ver­bin­det: Sie sind Aktmodelle und stel­len ihre Körper in den Dienst der Kunst. Von die­ser gemein­sa­men Tätigkeit aus­ge­hend, taucht der sehr viel­schich­ti­ge Film in die Leben der Protagonisten ein. Der Zuschauer lernt sie immer bes­ser ken­nen, bis auch hier und da Gemeinsamkeiten erkenn­bar werden.
Mario Schneider ist ein groß­ar­ti­ger Gesprächspartner für sei­ne Protagonisten. Schon in sei­nen vor­her­ge­hen­den Filmen ist die gro­ße Nähe zu den Personen vor der Kamera, ihre Offenheit und Ehrlichkeit immer ein wert­vol­ler Teil sei­ner doku­men­ta­ri­schen Arbeit gewe­sen. In Akt wird das „Sich-Zeigen und Sich-Öffnen“ nun auf dop­pel­te Weise zum Thema: In der Arbeit als Modell und in ihrer Bereitschaft von ihren Gedanken, Gefühlen und ihren Biographien zu erzählen.
Es ist ein inten­si­ver Film über den fra­gi­len mensch­li­chen Körper und die fra­gi­le Seele in ihm. Oder anders ausgedrückt:
„Schneiders Film han­delt auf eine gro­ße und zugleich kon­kre­te Weise von Geborgenheit und dem Kampf dar­um. Ein sehr berüh­ren­der Blick in unse­re schein­bar so klar geschich­te­te Gesellschaft.“ (Matthias Dell)

D 2015, 105 Min.
Buch & Regie: Mario Schneider
Kamera: Friede Clausz
Schnitt: Gudrun Steinbrück / Mario Schneider 

AKT – Offizieller Trailer

Kategorie: archiv

  • Akt – 4 Leben ein Akt

    Akt – 4 Leben ein Akt

    Ein Dokumentarfilm von Mario Schneider.

    Mario Schneider por­trä­tiert in Akt vier ver­schie­de­ne Personen, die zumin­dest eines ver­bin­det: Sie sind Aktmodelle und stel­len ihre Körper in den Dienst der Kunst. Von die­ser gemein­sa­men Tätigkeit aus­ge­hend, taucht der sehr viel­schich­ti­ge Film in die Leben der Protagonisten ein. Der Zuschauer lernt sie immer bes­ser ken­nen, bis auch hier und da Gemeinsamkeiten erkenn­bar werden.
    Mario Schneider ist ein groß­ar­ti­ger Gesprächspartner für sei­ne Protagonisten. Schon in sei­nen vor­her­ge­hen­den Filmen ist die gro­ße Nähe zu den Personen vor der Kamera, ihre Offenheit und Ehrlichkeit immer ein wert­vol­ler Teil sei­ner doku­men­ta­ri­schen Arbeit gewe­sen. In Akt wird das „Sich-Zeigen und Sich-Öffnen“ nun auf dop­pel­te Weise zum Thema: In der Arbeit als Modell und in ihrer Bereitschaft von ihren Gedanken, Gefühlen und ihren Biographien zu erzählen.
    Es ist ein inten­si­ver Film über den fra­gi­len mensch­li­chen Körper und die fra­gi­le Seele in ihm. Oder anders ausgedrückt:
    „Schneiders Film han­delt auf eine gro­ße und zugleich kon­kre­te Weise von Geborgenheit und dem Kampf dar­um. Ein sehr berüh­ren­der Blick in unse­re schein­bar so klar geschich­te­te Gesellschaft.“ (Matthias Dell)

    D 2015, 105 Min.
    Buch & Regie: Mario Schneider
    Kamera: Friede Clausz
    Schnitt: Gudrun Steinbrück / Mario Schneider 

    AKT – Offizieller Trailer
  • Wild

    Wild

    Ein Film von Nicolette Krebitz.

    Ania ist IT-Spezialistin. Sie wohnt zusam­men mit ihrer Schwester in einer Hochhaussiedlung. Auf dem Weg zur Arbeit nimmt sie stets eine Abkürzung durch einen Vorstadtparkwald.

    Anias Leben erscheint trost­los, eine Art leb­lo­se Vorhölle der aus­weg­lo­sen Angepasstheit.

    Dann hat sie eines mor­gens eine selt­sa­me Begegnung: sie steht einem Wolf gegen­über. Sie sehen sich direkt in die Augen – und es kommt ihr so vor, als wäre ihr bis­he­ri­ges Leben ein Witz. Das Mäuschen wird zur Jägerin, legt Fährten und schafft es das wil­de Tier zu fan­gen. Sie sperrt es in ihrer Hochhauswohnung ein – und sprengt sämt­li­che Fesseln ihres bis­he­ri­gen Lebens.

    Nicolette Krebitz‘ drit­te Regiearbeit hat­te Premiere in SUNDANCE, und die Kritiker waren sich einig, ein beson­de­res Werk vor sich zu haben:

    »Es gab noch kei­nen Film wie die­sen, dies kann man mit Sicherheit behaup­ten.« (The Hollywood Reporter)

    »Anias Emanzipation und der bizar­re Weg dort­hin, machen WILD zu einem ver­stö­ren­den und kom­pro­miss­lo­sen Werk.« (Screen International),

    aber auch hier­zu­lan­de ist man entzückt:

    »In sei­ner Eigenwilligkeit und Konsequenz ist Wild beglü­ckend. Eine traum­wand­le­risch sicher insze­nier­te Emanzipations- und Initiationsgeschichte, ein trös­ten­des Leinwandgeschenk.« (critic.de)

    »WILD ist eines der wohl­ge­merkt vie­len Meisterwerke, die wir in den letz­ten 20 Jahren im Programmkino unse­rer Wahl erle­ben durf­ten.« (intro)

    D 2016, 97 Min.
    Regie & Buch: Nicolette Krebitz

    Kamera: Reinhold Vorschneider
    Schnitt: Bettina Böhler
    mit : Lilith Stangenberg, Georg Friedrich,
    Silke Bodenbender

    wei­te­re Filme von Nicolette Krebitz:
    Jeans, Das Herz ist ein dunk­ler Wald

    WILD – Offizieller Trailer – Ab 14. April im Kino
  • Gestrandet

    Gestrandet

    Fünf eri­tre­ische Flüchtlinge wer­den in einem alten Backsteingebäude außer­halb des Dorfes Strackholt in Ostfriesland unter­ge­bracht, wo sie auf den Ausgang ihres Asylverfahrens war­ten.  Abseits einer Stadt – selbst die Metropole Aurich ist weit ent­fernt – schei­nen durch das Nichtstun, Langeweile und Depression, Konflikte vor­pro­gram­miert zu sein. Ein pen­sio­nier­ter Schuldirektor und eine Journalistin küm­mern sich um die Männer und ver­su­chen, ihnen über Sprache und Kontakte zur loka­len Bevölkerung einen Weg in ein selbst­be­stimm­tes Leben zu ermög­li­chen. Auch die Flüchtlinge selbst wol­len nicht nur in der Warteschleife fest­hän­gen, son­dern seh­nen sich nach Arbeit und Beschäftigung. Die Gemeinde stellt sie dar­auf­hin beim Bauhof als Ein-Euro-Jobber ein. Doch die gut­ge­mein­te Starthilfe hat auch ihre Tücken – und über allem schwebt die Frage: Dürfen die Neuankömmlinge über­haupt blei­ben oder müs­sen sie zurück in ihre Heimat? „Gestrandet ist daher ein sehr puris­ti­scher und beob­ach­ten­der Film. Und ich woll­te auch das Aufeinandertreffen der Neuankömmlinge und der Ehrenamtlichen beleuch­ten. Ich woll­te ihr Engagement zei­gen, aber auch die vie­len Probleme und Missverständnisse, die sich in so einem Prozess auf­tun und dass die Gruppe trotz aller Schwierigkeiten nicht aus­ein­an­der­ge­bro­chen ist.“  (Lisei Caspers)

    D 2016, 80 Min.
    Regie & Buch: Lisei Caspers
    Kamera: Fabian Klein
    Schnitt: Jamin Benazzouz

  • Alfilm – 7. Arabisches Filmfestival Berlin

    Alfilm – 7. Arabisches Filmfestival Berlin

    ALFILM prä­sen­tiert in sei­ner 7. Ausgabe aktu­el­le Spiel‑, Dokumentar- und Kurzfilme sowie Videokunst aus den ara­bi­schen Ländern und von ara­bi­schen Künstlern – vie­le davon inter­na­ti­on­lal aus­ge­zeich­ne­te Deutschland- oder Europapremieren. Daneben wid­met sich das Festival in der Nebenreihe SPOTLIGHT gesell­schaft­lich rele­van­ter Themen, so 2016 zum Thema „Cousins/Cousinen. Jüdisch-ara­bi­sche Identitäten“.

    Im breit­ge­fä­cher­ten Themenspektrum des dies­jäh­ri­gen Hauptprogramms befin­den sich vie­le Langfilmdebüts. Die Palette bei den Dokumentarfilmen reicht u.a. von Szenen im Mikrokosmos eines alge­ri­schen Schlachthauses (A ROUNDABOUT IN MY HEAD) über per­sön­li­che und prä­gnan­te Bilder drei­er Frauen in einer Wohnung im bela­ger­ten Damascus (COMA) bis zum Roadmovie, dass sich zu einem amü­sant-inti­men Vater-Tochter-Portrait ent­wi­ckelt (A PRESENT FROM THE PAST). Der absurd-komi­sche Roadtrip eines Überlebenskünstlers und Gelegenheits-diebs durch die Westbank (LOVE, THEFT AND OTHER ENTANGLEMENTS), die ambi­va­len­te Haltung eines Regisseurs zu sei­ner Heimatstadt Kairo (IN THE LAST DAYS OF THE CITY) oder der klas­si­sche Mystery-Thriller, der auf meh­re­ren Ebenen Fragen von Identität, Zugehörigkeit und Fremdheit auf­wirft (BLIND SUN) – auch die Spielfilme zei­gen sich viel­fäl­tig in Form und Inhalt. In der Reihe SPOTLIGHT nimmt SALATA BALADI Ägyptens kom­ple­xe Geschichte zwi­schen Königreich und bri­ti­scher Besatzung, Unabhängigkeit und Republik auf, wäh­rend der Spielfilm WHERE ARE YOU GOING, MOSHÉ? sich mit den Emigrationserfahrungen und ‑grün­den der  marok­ka­ni­schen jüdi­schen Gemeinde aus­ein­an­der­setzt. Die fünf­zig­jäh­ri­ge Trennung des aus mus­li­mi­schen und jüdi­schen Chaabi-Musikern bestehen­den Ensembles von Algiers ist Thema von EL GUST, und Avi Mogravi begibt sich in ONCE I ENTERED A GARDEN in kri­ti­scher Perspektive auf die his­to­ri­sche Spurensuche sei­ner eige­nen jüdisch-ara­bi­schen Identität.  Viele Filmgespräche und zwei Kurzfilmprogramme run­den das Programm ab. Weitere Informationen gibt es auf www.alfilm.de, sowie im aus­lie­gen­den Programmheft.

    Termine:

    07.April
    20.00 Geographies/ #73
    22.00 Un Eté à la Goulette
    08.April
    20.00 A Present from the Past
    22.00 Roundabout in my Head
    09.April
    14.00 Salata Baladi
    16.00 Kurzfilmprogramm 2
    20.00 Roundabout in my Head
    22.00 Blind Sun
    10.April
    14.00 Where are you going Moshe?
    16.00 El Gusto
    20.00 Mother of the Unborn
    22.00 Love, Theft and other entanglements
    11.April
    20.00 Roshmia
    22.00 Kurzfilmprogramm 1
    12.April
    20.00 Coma
    22.00 Once I ente­red a Garden
    13.April
    20.00 In the last Days of the City

    ☻bedeu­tet: mit Gast / Gästen

  • Chevalier

    Chevalier

    Ein Film von Athina Tsangari.

    [indie­ki­no Club]

    Mitten im Ägäischen Meer, beschlies­sen sechs Männer, die auf einer Luxusjacht ein Fischerausflug machen, ein Spiel zu spie­len: „Der bes­te in allem”. Bei die­sem Spiel wird ver­gli­chen. Dinge wer­den gemes­sen und gegen­über­ge­stellt. Es wer­den Lieder zer­fetzt, Blut getes­tet. Freunde wer­den zu Gegnern. Aber zum Schluss der Reise, als das Spiel zu Ende ist, wird der Gewinner zum bes­ten Mann gekürt. Er wird am klei­nen Finger den Ring des Sieges tra­gen: den Chevalier.Der Film ist eigent­lich kei­ne aus­ge­wie­se­ne Komödie, aber ich muß­te die gan­ze Zeit vormichhinglucksen.

    Die Männlichkeitsrituale des Fischens, Spielens und Härtezeigens ste­hen dabei in einem aber­wit­zi­gen Kontrast zum eigent­li­chen Setting von Athina Rachel Tsangaris Chevalier: Das Schiff ist eine veri­ta­ble com­fort zone, inklu­si­ve Koch und Diener. Wir sehen die arri­vier­ten Männer brav beim Saugen und Wischen. Doch als beim Dinner unter frei­em Himmel die abend­li­che Frische ein­setzt, frie­ren die Freunde lie­ber kol­lek­tiv, als dass einer von ihnen zuge­ben wür­de, dass es zu kalt ist. Keine Schwäche zu zei­gen, die­ses schein­ba­re Urgesetz der männ­li­chen Sozialisation ver­hin­dert alle Empathie und macht ein sozia­les Leben, das die­sen Namen ver­die­nen wür­de, unmög­lich. ” Johannes Bluth bei critic.de

    Athina Rachel Tsangari stu­diert die­se Männer wie eine Verhaltensforscherin. In Attenberg (2010) bau­te sie eine Hommage an den Tierfilmer Sir Richard Attenborough ein, nun macht sie einen wei­te­ren Schritt in die Richtung einer Komik, die Ethologie als Parawissenschaft für einen recht merk­wür­di­gen Tonfall pro­duk­tiv macht. Denn Chevalier gibt bereits mit sei­nem Titel zu erken­nen, dass es hier dar­um geht, eine erns­te Situation auf ein Spiel zu set­zen. Die Situation, das sind die aus­ge­spar­ten Verhältnisse in der Wirklichkeit, das Spiel sind die teils absur­den Formen, in denen die Männer, alle im soge­nann­ten bes­ten Alter, mit­ein­an­der kon­kur­rie­ren.” Bert Rebhandl in derstandard.at

    Griechenland 2015, 99 Min., gr. OmU
    Regie: Athina Tsangari
    Kamera: Christos Karamanis
    Schnitt: Matt Johnson, Yorgos Mavropsaridis
    mit: Makis Papadimitriou , Nikos Orfanos , Sakis Rouvas , Vangelis Mourikis , Yorgos Kentros , Yiannis Drakopoulos , Yorgos Pirpassopoulos , Panos Koronis , Kostas Philippoglou

  • Rabbi Wolff

    Rabbi Wolff

    Ein Film von Britta Wauer. Ab 14.4. im fsk. Am 16.4. mit anschlie­ßen­dem Filmgespräch mit Britta Wauer.

    William Wolff ist Ende 80 und Landesrabbiner von Mecklenburg-Vorpommern. Weil er in der Nähe von London wohnt, pen­delt er jede Woche von dort nach Schwerin und Rostock und wie­der zurück nach England. Die Ausbildung zum Rabbiner begann er erst mit 53, davor war er als Journalist für ver­schie­de­ne eng­li­sche Tageszeitungen tätig und als eng­li­scher Korrespondent mehr­mals Gast beim „Internationalen Frühschoppen“ im deut­schen Fernsehen. In Deutschland wur­de er gebo­ren, sei­ne Familie floh 1933 vor den Nationalsozialisten zuerst nach Amsterdam und dann nach England.
    Rabbi Wolff ist ein unkon­ven­tio­nel­ler Rabbiner, er ist dem Pferderennsport zuge­neigt, fas­tet vor­zugs­wei­se in Bad Pyrmont und lebt nach dem Motto, dass das Leben Spaß machen soll­te – und den sieht man ihm auch an. In Britta Wauers vor­he­ri­gem Dokumentarfilm „Im Himmel, unter der Erde“ über den Friedhof Berlin-Weißensee kam Rabbi Wolff bereits vor, der neue Film wid­met sich jetzt ganz die­sem unge­wöhn­li­chen Menschen.

    D 2016, 90 Min. dt. O.m.engl.U.
    Regie: Britta Wauer
    Kamera: Kaspar Köpke
    Schnitt: Berthold Baule

    RABBI WOLFF – Ein Gentleman vor dem Herrn | Trailer [HD]

  • Ixcanul

    Ixcanul

    María, eine 17-jäh­ri­ge Maya-Frau, lebt mit ihren Eltern auf einer Kaffeeplantage am Fuße des akti­ven Vulkans Ixcanul. Um die Zukunft der klei­nen Familienfarm zu sichern, soll sie an den anstän­dig erschei­nen­den Farmaufseher Ignacio ver­hei­ra­tet wer­den. Das Verlobungsfest hat schon statt­ge­fun­den, als Maria sich in den Pflücker Pepe ver­liebt. Der hat näm­lich grö­ße­res vor: er will in die USA abhau­en. Die jun­ge Frau will immer schon wis­sen, was genau sich jen­seits des Vulkans befin­det und Pepe sagt, er wür­de María womög­lich mit­neh­men, wenn sie mit ihm schla­fe. Aber dann ist Pepe plötz­lich weg, und Marias Leben nimmt eine neue, dra­ma­ti­sche Wendung.
    Im ers­ten gua­te­mal­te­ki­sche Film im Berlinale-Wettbewerb (aus­ge­zeich­net mit dem Silbernen Bären für den Spielfilm, der neue Perspektiven eröff­net) wird fast nur Kaqchikel gespro­chen, die ver­brei­tets­te Sprache der indi­ge­nen Maya-Bevölkerung. Dass die Menschen kei­ne ande­re Sprache ver­ste­hen oder spre­chen, nut­zen offi­zi­el­le Institutionen zu ihrem Vorteil aus, auch das zeigt der Film. 

    Ein lei­ses Drama in einer mäch­ti­gen Natur vol­ler Armut und Abhängigkeiten. Bustamente hat mit sei­nen Laiendarstellern ein inten­si­ves und men­schen­freund­li­ches Gesellschaftsporträt ent­wi­ckelt. Die Frauen bewir­ken hier mehr, als man ihnen anfangs zutraut.“ Christoph Schmitz, Deutschlandfunk

    Sie rebel­liert (…) mit ihren eige­nen Träumen, ihrer eige­nen Bestimmtheit, ihrer eige­nen Lust – aber in einer klei­nen Gemeinschaft vol­ler Abhängigkeiten und qua­si-feu­da­ler Verhältnisse setzt sie damit gleich die Existenz der gan­zen Familie aufs Spiel. Das wird so zwin­gend erzählt, wie die pre­kärs­ten Verhältnisse nun ein­mal sind, im ewi­gen Kreislauf von Geburt und Tod, Saat und Ernte unter dem Vulkan, der dem Film sei­nen Titel gibt. Und es fühlt sich wirk­lich so an, als sei hier ein­mal kein Konzept von außen exe­ku­tiert wor­den, als sei­en die Maya hier selbst Erzähler ihres Volksglaubens, ihrer Traditionen, ihrer Geschichte.“
    Tobias Kniebe, SZ

    Verleihtitel: Ixcanul – Träume am Fuß des Vulkans
    Guatemala/F 2015, 90 Min.
    Kaqchikel OmU

    Regie & Buch: Jayro Bustamante
    Kamera: Luis Armando Arteaga
    Schnitt: César Díaz
    mit:
    María Mercedes Coroy, María Telón,
    Manuel Antún,
    Justo Lorenzo

    Trailer „Ixcanul”

  • Chamissos Schatten

    Chamissos Schatten

    Adelbert von Chamisso nahm 1815 an einer rus­si­schen Entdeckungsexpedition teil. Er unter­such­te die Flora Alaskas, um dann die Nordwest-Passage zu erfor­schen, wie es auch der Seefahrer Bering, beglei­tet vom Arzt und Naturforscher Steller und Cook getan haben.
    Ottingers Reise von Alaska über Tschukotka nach Kamtschatka beginnt, beglei­tet von den Logbüchern ihrer Vorgänger. Während sie die Texte Stellers „dra­ma­tisch“ nennt, beschreibt sie Chamissos Tagebücher als leben­dig und mit­füh­lend. Auch sie führt ein Logbuch, geprägt von ihrem ver­trau­ten eth­no­gra­fi­schen und künst­le­ri­schen Interesse, das sich auch in Bildern zeigt: Wasser, Fische, Seeotter, Steine, Vulkane, Tundra, Häuser, Dörfer, Fotografien, Objekte, Landkarten.
    Menschen, die sie trifft, spre­chen über ihr Leben, über Vergangenheit und Gegenwart. Sie zeigt sie bei der Arbeit, beim Singen, und immer wie­der beim Fischen.
    Zeit meint hier nicht die Länge des Films, son­dern die Gleichzeitigkeit der Jahrhunderte, die Zeit, die man im Kino dazugewinnt.

    D 2016 709 Min.
    Regie, Buch, Kamera: Ulrike Ottinger
    Schnitt: Bettina Blickwede

    Kapitel 1 – Alaska & die ale­uti­schen Inseln (190 Min.) (27.3. 14:30)
    Kapitel 2 – Teil 1: Tschukotka & die Wrangelinsel (192 Min.)
    Kapitel 2 – Teil 2: Tschukotka & die Wrangelinsel (153 Min.)
    Kapitel 3 – Kamtschatka & die Beringinsel (174 Min.)

    Trailer | Ulrike Ottinger: Chamisso´s Shadow

  • Pelo Malo

    Pelo Malo

    Ein Film von Mariana Rondón. Ab 31.3. im fsk.

    Ein rie­si­ger Appartmentblock in der Stadthölle von Caracas. Hier lebt Junior, ein Lockenkopf, mit sei­ner arbeits­lo­sen, ver­wit­we­ten Mutter Marta und sei­nem klei­nen Bruder auf engs­tem Raum. Juniors Sehnsucht, ein Anderer zu sein, drückt sich in sei­nem fan­tas­ti­schen Wunsch nach glat­ten Haaren aus. Der dar­aus resul­tie­ren­de Dauerkonflikt mit sei­ner Mutter, die ihren Sohn auf Distanz hält, ihn durch­aus auch kör­per­lich schroff zurück­weist und dabei ihre eige­nen Probleme auf ihren Sohn über­trägt, führt Junior immer mehr in eine aus­sichts­lo­se Lage hinein.
    Pelo Malo ist eine genaue Beobachtung der schwie­ri­gen Beziehung zwi­schen Mutter und Sohn. Hier kocht im Inneren über, was der Druck von außen über­haupt erst geschaf­fen hat.“ (kino.zeit.de)
    Durchaus auch ein Film über Zusammenhänge von Klasse, Geschlecht und Ethnie.

    Venezuela, Peru, Arg., D 2015, span. OmU, 93 Min.
    Regie & Buch: Mariana Rondón
    Kamera: Micaela Cajahuaringa
    Schnitt: Marité Ugás
    mit: Samuel Lange, Samantha Castillo 

    PM_TrailerDE_03_160122_1080_17500_Stereo from HANFGARN & UFER on Vimeo.

  • Heart of a dog

    Heart of a dog

    Ein Film von Laurie Anderson.
    „Hallo, du klei­ner Dummkopf – ich wer­de dich für immer lie­ben.“ So beginnt Laurie Anderson mit sanf­ter Stimme ihre fil­mi­sche Reise zu Liebe, Tod, Sprache und Musik. Für die Musikerin, Performanceartistin, Schriftstellerin und Malerin ist dies nach Home of the bra­ve (this is your cap­tain …), also nach fast 30 Jahren, die zwei­te Regiearbeit. Heart of a dog ist im Grunde die Geschichte des Terriers Lolabelle, zugleich aber ist Lolabelle ein Bild der Welt: die Hündin ist das Lebendige schlecht­hin, die Erinnerung, die Gegenwart, das Glück und der Verlust, und sie ist musi­ka­lisch (ja, wir sehen sie am Klavier). Der Film ist eine Reflektion über exis­ten­zi­el­le Dinge, mit viel Zärtlichkeit und Humor vor­ge­bracht, und eine sehr per­sön­li­che Collage, die Kindheitserinnerungen, Videotagebücher und phi­lo­so­phi­sches Nachdenken über Datensammlungen, Überwachungskultur und die bud­dhis­ti­sche Konzeption des Leben nach dem Tode ver­webt und aus­ser­dem zahl­rei­chen Künstlern, Autoren, Musikern und Philosophen, die sie berührt und inspi­riert haben, Tribut zollt. Melancholisch genug, dass man spü­ren mag, wie sie auch von jenem Menschen erzählt, den sie vor nicht all­zu lan­ger Zeit ver­lo­ren hat, ihrem Mann Lou Reed: „Every love­sto­ry is a ghoststory.“

    Gerade dass Laurie Andersons Film trotz die­ser sehr per­sön­li­chen, ja inti­men Note alles ande­re als eine Nabelschau gewor­den ist, son­dern ein viel­schich­ti­ger, asso­zia­ti­ver Essay über das Leben und den Tod, macht Heart of a Dog zu so einem berüh­ren­den, her­aus­ra­gen­den Film.“  Michael Meyns | programmkino.de

     

    USA, F 2015, 75 Min., engl. OmU,
    Regie: Laurie Anderson
    Kamera: Laurie Anderson, Toshiaki Ozawa, Joshua Zucker Pluda
    Schnitt.: Melody London, Katherine Nolfi

    HEART OF A DOG Trailer (deutsch/german)