Chamissos Schatten

Adelbert von Chamisso nahm 1815 an einer russischen Entdeckungsexpedition teil. Er untersuchte die Flora Alaskas, um dann die Nordwest-Passage zu erforschen, wie es auch der Seefahrer Bering, begleitet vom Arzt und Naturforscher Steller und Cook getan haben.
Ottingers Reise von Alaska über Tschukotka nach Kamtschatka beginnt, begleitet von den Logbüchern ihrer Vorgänger. Während sie die Texte Stellers „dramatisch“ nennt, beschreibt sie Chamissos Tagebücher als lebendig und mitfühlend. Auch sie führt ein Logbuch, geprägt von ihrem vertrauten ethnografischen und künstlerischen Interesse, das sich auch in Bildern zeigt: Wasser, Fische, Seeotter, Steine, Vulkane, Tundra, Häuser, Dörfer, Fotografien, Objekte, Landkarten.
Menschen, die sie trifft, sprechen über ihr Leben, über Vergangenheit und Gegenwart. Sie zeigt sie bei der Arbeit, beim Singen, und immer wieder beim Fischen.
Zeit meint hier nicht die Länge des Films, sondern die Gleichzeitigkeit der Jahrhunderte, die Zeit, die man im Kino dazugewinnt.

D 2016 709 Min.
Regie, Buch, Kamera: Ulrike Ottinger
Schnitt: Bettina Blickwede

Kapitel 1 – Alaska & die aleutischen Inseln (190 Min.) (27.3. 14:30)
Kapitel 2 – Teil 1: Tschukotka & die Wrangelinsel (192 Min.)
Kapitel 2 – Teil 2: Tschukotka & die Wrangelinsel (153 Min.)
Kapitel 3 – Kamtschatka & die Beringinsel (174 Min.)