Kategorie: archiv

  • Geranien

    Geranien

    Ein Film von Tanja Egen. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Muss man muss weder aus dem Ruhrgebiet (oder vom Rand) kom­men, noch Mutter, noch Tochter sein, um die­sen Film zu ver­ste­hen, und eben­falls nicht ambi­tio­nier­te Schauspielerin mit Traumschiff-Angebot, so wie Nina„ die Protagonistin.
    Nina kommt zur Beerdigung der gelieb­ten Oma nach Holzwickede in ihr Elternhaus. Wegen plötz­li­cher Sarglieferschwierigkeiten aber muss der Termin ver­scho­ben wer­den. So bleibt sie unwil­lig und unfrei­wil­lig noch ein paar Tage län­ger bei den Eltern, obwohl es sie eigent­lich zurück nach Amsterdam zieht, zu Freund und Kind und Theaterauftritt. Lakonisch, lebens­nah und nicht ohne Witz erzählt der Film von Entfremdung und Wiederannäherung, Verlust und Trauer, und, obwohl alle dem eigent­lich längst ent­wach­sen sein soll­ten, vom Kind-Sein und Eltern-Sein, einem offen­bar lebens­lan­gen Zustand.
    „Regisseurin Egen lässt ihren Film an ein paar weni­gen Tagen spie­len, es ist Hochsommer, alles licht­durch­flu­tet, und im klei­nen Kosmos des Reihenhauses bro­deln Konflikte – geschick­ter­wei­se lässt Egen die­se nie aus­bre­chen. Denn im wirk­li­chen Leben bre­chen sie auch nicht aus, wenn man die Mutter, den Vater besucht; auch nicht unbe­dingt in einer Ausnahmesituation wie dem Todesfall der Oma. Das macht den Film so lebens­nah, in sei­ner gan­zen Zugespitztheit…“ H. Mühlberge | kino-zeit

    Credits:

    DE 2023, 83 Min., Deutsch OmeU
    Regie: Tanja Egen
    Kamera: Claudia Schröder
    Schnitt: Nicolas Dusollier
    mit Friederike Becht, Marion Ottschick, Peer Martiny, Jasmina Musić, Stefanie Meier, Aleksandra Ćorović, Adi Hrustemović, Oliver Möller, Bruno Kirchhof

    Trailer:
    „On Mothers and Daughters” (Geranien) | Trailer | Berlinale 2023
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    A film by Tanja Egen. In German with English subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Actor Nina tra­vels to her home town in Germany’s Ruhr regi­on for her grandmother’s fun­e­ral and dis­co­vers that her child­hood home has remain­ed vir­tual­ly unch­an­ged. The cana­ry still chirps in the living room, her mother still sits in the kit­chen pit­ting kilos of plums from the gar­den, and her father still occa­sio­nal­ly indul­ges in a whis­ky from the “bot­tom shelf next to the diges­tif glas­ses”. But when the date for the fun­e­ral is post­po­ned, ten­si­ons fla­re up again bet­ween the prag­ma­tic mother and her cos­mo­po­li­tan daugh­ter who now lives in a lar­ge European city and con­siders the offer of a role in German TV soap Traumschiff (Dreamboat) to be beneath her. And kind­ly old grand­ma is no lon­ger the­re to cushion such con­flicts.
    Directed with gent­le humour, DFFB gra­dua­te Tanja Egen’s per­cep­ti­ve fea­ture debut is much more than just a tale of such clas­sic fami­ly pro­blems as repres­sed emo­ti­ons, things that remain uns­po­ken and a gro­wing sen­se of distance. Rich in detail, Geranien is an affec­tion­a­te obser­va­ti­on of the com­plex rela­ti­onships that exist bet­ween daugh­ters and mothers – no mat­ter how old a daugh­ter and a mother may be. Loss, it seems, is a uni­ver­sal feeling.

    Credits:

    DE 2023, 83 Min., Deutsch OmeU
    Regie: Tanja Egen
    Kamera: Claudia Schröder
    Schnitt: Nicolas Dusollier
    mit Friederike Becht, Marion Ottschick, Peer Martiny, Jasmina Musić, Stefanie Meier, Aleksandra Ćorović, Adi Hrustemović, Oliver Möller, Bruno Kirchhof

    Trailer:
    „On Mothers and Daughters” (Geranien) | Trailer | Berlinale 2023
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  • Trenque Lauquen

    Trenque Lauquen

    Ein Film von Laura Citarella. 

    [Credits] [Tickets & Termine – Teil1] [Tickets & Termine – Teil2] [Trailer]
    Wer bei­de Teile als Doppelprogramm sehen möch­te, kann 2x den ermä­ßig­ten Preis buchen. Leute mit Ermäßigungsberechtigung kön­nen 2x den Berlinpass Preis buchen und Berlinpass Berechtigte zah­len 1x den Normalpreis für bei­de Teile.

    Laura, eine jun­ge Biologin aus Buenos Aires, kommt für einen Forschungsauftrag in die Provinzstadt Trenque Lauquen – und ver­schwin­det plötz­lich. Zwei Männer machen sich auf die Suche nach ihr, bei­de lie­ben die­se Frau, bei­de ver­ste­hen nicht, war­um sie gegan­gen ist. Spielt die rus­si­sche Autorin Alexandra Kollontai eine Rolle, die Laura zuletzt las? Was hat es mit dem geheim­nis­vol­len Briefwechsel auf sich, den Laura gefun­den hat­te, ver­steckt in den Büchern der loka­len Bibliothek? Während die bei­den Männer sich auf ihre Spur bege­ben und Vermutungen anstel­len, hält eine unheim­li­che Entdeckung im See des ört­li­chen Parks die Menschen der Kleinstadt in Atem …
    Mit ihrem drit­ten Spielfilm fei­ert Laura Citarella die Lust am Geschichtenerzählen und bedient sich bei so unter­schied­li­chen Genres wie Detektivgeschichte, Liebesfilm, Film noir und Mysterydrama mit einer an David Lynch erin­nern­den Note. Citarella ist Mitglied des argen­ti­ni­schen Filmkollektivs El Pampero Cine, das uns 2018 das vor Ideen über­spru­deln­de Kinowunderwerk La Flor bescherte.

    Credits:

    AR/DE 2022, Teil 1: 128 Min./Teil 2: 132 Min., span. OmU,
    Regie: Laura Citarella
    Kamera: Agustín Mendilaharzu, Inés Duacastella, Yarará Rodriguez,
    Schnitt: Miguel de Zuviría, Alejo Moguillansky,
    mit Laura Paredes, Ezequiel Pierri, Rafael Spregelburd, Elisa Carricajo, Juliana Muras, Verónica Llinás, Cecilia Rainero u. a.

    Trailer:
    TRENQUE LAUQUEN – ein Film von Laura Citarella
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    A film by Laura Citarella. In Spanish with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine – Teil1] [Tickets & Termine – Teil2] [Trailer]

    Laura Citarella makes a poignant and whim­si­cal ent­ry into the ranks of New Argentine cine­ma with her latest, expan­si­ve­ly nar­ra­ted fea­ture TRENQUE LAQUEN. Fans of Argentine direc­tors such as Mariano Llínas and Alejo Moguillansky, who share the film’s screen­wri­ting and editing cre­dits respec­tively, will reco­gni­ze the cha­rac­te­ristic rich­ly mean­de­ring sto­rytel­ling, which draws on mul­ti­ple quir­ky cha­rac­ters and a healt­hy dose of meta-humor and self-iro­ny. In Part I, Laura (Laura Paredes, who co-wro­te the script), the film’s prot­ago­nist, goes miss­ing, sen­ding her prag­ma­tic jil­ted boy­fri­end and her stone-faced, yet infi­ni­te­ly sen­si­ti­ve co-worker on a quest to find her. Laura is a woman of two-pron­ged pas­si­ons: a dedi­ca­ted plant rese­ar­cher, she beco­mes ent­ran­ced with a sto­ry of a high­ly ero­tic and tor­men­ted love affair bet­ween a young fema­le bio­lo­gist and a mar­ried man. TRENQUE LAQUEN I takes view­ers on a jour­ney through the epony­mous pro­vin­cial muni­ci­pa­li­ty sou­thwest of Buenos Aires, during which ordi­na­ry land­scapes, under­sta­ted pit­s­tops and situa­tions are tur­ned into the sta­ti­ons of an engros­sing mys­tery. At its heart lies the human year­ning for the extra­or­di­na­ry: an exis­ten­ti­al dis­co­very plot that could fore­ver chan­ge our lives. (Ela Bittencourt)

    Credits:

    AR/DE 2022, Teil 1: 128 Min./Teil 2: 132 Min., span. OmU,
    Regie: Laura Citarella
    Kamera: Agustín Mendilaharzu, Inés Duacastella, Yarará Rodriguez,
    Schnitt: Miguel de Zuviría, Alejo Moguillansky,
    mit Laura Paredes, Ezequiel Pierri, Rafael Spregelburd, Elisa Carricajo, Juliana Muras, Verónica Llinás, Cecilia Rainero u. a.

    Trailer:
    TRENQUE LAUQUEN – ein Film von Laura Citarella
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  • Die Verachtung – Le Mépris

    Die Verachtung – Le Mépris

    Ein Film von Jean-Luc Godard.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer] [indie­ki­no club]

    Ein ame­ri­ka­ni­scher Filmproduzent enga­giert einen Drehbuchautor, weil er meint, sein Regisseur sei dabei, einen Flop zu dre­hen. Die Ehe des Drehbuchautors geht dabei zu Bruch, weil sei­ne Frau nicht ertra­gen kann, dass ihr Mann sich dem Geldgeber ver­kauft, mehr noch, das Gefühl hat, dass er sogar sie selbst dem Produzenten anbie­tet. Godard macht ein Experiment: Er dreht einen teu­ren Film mit zwei Großproduzenten (Carlo Ponti und dem Amerikaner Levine), die eine Rendite erwar­ten über das Thema „was pas­siert, wenn die Geldgeber dem Regisseur in den Film drein­re­den?“ Er enga­giert einen berühm­ten Regisseur für die Rolle des Regisseurs, spielt selbst den Assistenten und bit­tet sei­nen Hauptdarsteller, zum Drehen sei­ne eige­ne Kleidung zu tra­gen. So wird klar, das ist nicht nur Filmhandlung, son­dern auch Realität, und wenn er den gan­zen Film über den Regisseur gegen den Produzenten in Schutz nimmt, ver­kauft er des­sen rea­lem Pendant ein Plädoyer für die Freiheit des Künstlers gegen­über dem Geldgeber. Dumm nur, dass die ver­meint­lich Gefoppten dann doch immer am län­ge­ren Hebel sit­zen und so gemei­ne Dinge tun wie z.B. eine Nacktszene mit Brigitte Bardot in den Film zu zwingen.

    Dieser Film wur­de von 2021 bis 2023 von STUDIOCANAL bei HIVENTY mit Unterstützung des CNC in 4K digi­tal restau­riert. Durch die Version des Films hat man die Gelegenheit, zur ursprüng­li­chen Farbpalette des Films zurück­zu­keh­ren. Um die Restaurierung zu opti­mie­ren, wur­den das ursprüng­li­che 35-mm-Negativ und Szenen aus dem Zwischenpositiv sowie die Referenzkopie ver­wen­det, die 2002 von Raoul Coutard, dem Kameramann des Films, über­ar­bei­tet wurde.

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    Credits:

    FR 1963, 105 Min., frz. OmU
    Regie: J.-L. Godard
    Kamera: Raoul Coutart
    mit: Michel Piccoli, Brigitte Bardot, Jack Palance, Fritz Lang, Francesca Vanini, Georgia Moll

    Trailer:
    DIE VERACHTUNG – LE MÉPRIS | Trailer / Deutsch | Jean-Luc Godard | ARTHAUS
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    A film by Jean-Luc Godard. In French with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer] [indie­ki­no club]

    A 1963 French New Wave dra­ma film writ­ten and direc­ted by Jean-Luc Godard, based on the 1954 Italian novel Il disprez­zo (A Ghost at Noon) by Alberto Moravia.[6] It stars Brigitte Bardot, Michel Piccoli, Jack Palance, and Giorgia Moll.
    Plot

    Paul Javal, a young French play­w­right who has found com­mer­cial suc­cess in Rome, accepts an offer from vul­gar American pro­du­cer Jeremy Prokosch to rework the script for German direc­tor Fritz Lang’s screen adapt­a­ti­on of the Odyssey.

    Paul’s wife, Camille Javal, joins him on the first day of the pro­ject at Cinecittà. As the first dis­cus­sions are com­ple­ted, Prokosch invi­tes the crew to join him at his vil­la, offe­ring Camille a ride in his two-seat sports­car. Camille looks to Paul to decli­ne the offer, but he sub­mis­si­ve­ly with­draws to fol­low by taxi, lea­ving Camille and Prokosch alo­ne. Paul does not catch up with them until 30 minu­tes later, explai­ning that he was delay­ed by a traf­fic acci­dent. Camille grows unea­sy, secret­ly doubting his hones­ty and suspec­ting that he is using her to cement his ties with Prokosch. Her mis­gi­vings are heigh­ten­ed when she sees Paul gro­pe Prokosch’s secre­ta­ry, Francesca. Back at their apart­ment, Paul and Camille dis­cuss the subt­le unea­si­ness that has come bet­ween them in the first few hours of the pro­ject, and Camille sud­den­ly announ­ces to her bewil­de­red hus­band that she no lon­ger loves him.

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    Credits:

    FR. 1963, 105 Min., frz. OmU
    Regie: J.-L. Godard
    Kamera: Raoul Coutart
    mit: Michel Piccoli, Brigitte Bardot, Jack Palance, Fritz Lang, Francesca Vanini, Georgia Moll

    Trailer:
    DIE VERACHTUNG – LE MÉPRIS | Trailer / Deutsch | Jean-Luc Godard | ARTHAUS
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  • Unser Fluss… Unser Himmel

    Unser Fluss… Unser Himmel

    Ein Film von Maysoon Pachachi.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Es sind vie­le Geschichten, und doch nur eine – per­sön­lich und kol­lek­tiv zugleich. Regisseurin Maysson Pachachi und (Drehbuch-)Autorin Irada Al-Jubori haben anhand von selbst gehör­ten Dialogen und erleb­ten Szenen eine fik­ti­ve Erzählung ent­wi­ckelt, die uns einen Einblick gibt in das ganz all­täg­li­che Leben in einem besetz­ten Land, zu einer Zeit extre­mer sek­tie­re­ri­scher Gewalt und nächt­li­cher Ausgangssperren. 2006, drei Jahre nach dem Einmarsch der US-Truppen, ist Bagdad ein gefähr­li­cher Ort vol­ler Chaos und Ungerechtigkeit. Autorin Sara, die im Mittelpunkt des Films steht, muss mit ihrer Tochter Rima das Leben allei­ne meis­tern. Oft genug denkt denkt sie dar­an, die gelieb­te Stadt, das Land zu ver­las­sen, um Rima eine bes­se­re, oder über­haupt eine Zukunft zu ermög­li­chen, aber nicht zuletzt die Nachbarschaft, Familie, Freund:innen und Rima sel­ber hal­ten sie bis­lang davon ab.
    Trotz aller auf­re­gen­den Geschehnisse und Ereignisse ist der Film der aus dem Irak stam­men­den Regisseurin zurück­hal­tend insze­niert, ohne zu beschönigen.

    „Wir sind der Meinung, dass es gera­de jetzt wich­tig ist, Geschichten von indi­vi­du­el­lem Widerstand und Hoffnung über den Nahen Osten zu erzäh­len, wo so vie­le Menschen es immer noch schaf­fen, als Menschen mit­ein­an­der soli­da­risch zu sein, trotz des stark spal­ten­den Drucks von Religion und Politik, mit dem sie leben.“
    Maysson Pachachi / Irada Al-Jubori

    Credits:

    UK, FR, DE, KW 2021, 117 Min., arab.OmU
    Regie: Maysoon Pachachi
    Schnitt:Alexandre Donot
    Kamera: Jonathan Bloom
    mit: Darina Al Joundi, Zainab Joda, Basim Hajar, Labwa Arab, Amed Hashim

    Trailer:
    Im Kino mit deut­schen Untertiteln.
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    A film by Maysoon Pachachi. In Arabic with German subtitles

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    In a resi­den­ti­al neigh­bour­hood in Baghdad, ordi­na­ry peo­p­le try to live their lives amidst the thre­at of unpre­dic­ta­ble violence.

    Credits:

    UK, FR, DE, KW 2021, 117 Min., arab.OmU
    Regie: Maysoon Pachachi
    Schnitt:Alexandre Donot
    Kamera: Jonathan Bloom
    mit: Darina Al Joundi, Zainab Joda, Basim Hajar, Labwa Arab, Amed Hashim

    Trailer:
    Im Kino mit deut­schen Untertiteln.
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  • Thomas Schütte – Ich bin nicht allein

    Thomas Schütte – Ich bin nicht allein

    Ein Film von Corinna Belz. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Im Werk von Thomas Schütte geht es immer um den Menschen. Seine Arbeiten haben Schwere und Leichtigkeit, zei­gen Beschädigungen, Machtverhältnisse, Ängste, Abhängigkeiten, böse, schrä­ge und schö­ne Gestalten. Das Arbeiten mit den Händen, das Zeichnen, das Aquarellieren, das Modellieren, das Formen mit Ton und Knetmasse, das Bauen mit Holz und ande­ren Materialien ste­hen im Zentrum sei­ner künst­le­ri­schen Tätigkeit; sein Wissen um hand­werk­li­che Techniken ver­bin­det ihn eng mit sei­nen Werkstätten. Schütte stu­dier­te an der Kunstakademie Düsseldorf bei Fritz Schwegler und Gerhard Richter. Heute zählt er zu den bedeu­tends­ten Künstlern der Gegenwart und ist welt­weit in allen gro­ßen Museen und Sammlungen ver­tre­ten.
    Corinna Belz wähl­te für ihr Porträt einen klas­si­schen Weg. Am Anfang steht eine wie­der­ent­deck­te Idee, am Ende das Kunstwerk, die „Nixe“, als fer­ti­ge Skulptur. Dazwischen gibt es Begegnungen mit lang­jäh­ri­gen Mitarbeiter:innen und Galerist:innen, Innenansichten und Rückschauen.
    „Für Corinna Belz und ihr Interesse am krea­ti­ven Akt ist Thomas Schütte ein idea­ler Kandidat. Nicht nur wegen sei­nes tro­cke­nen Witzes und sei­ner locker-zugäng­li­chen Art. Sondern zum einen, weil man inner­halb des arbeits­tei­li­gen Prozesses, bei dem auch vie­le Handwerker nötig sind, den spe­zi­fi­schen Beitrag des Künstlers bes­ser sieht. Und zum andern, weil Thomas Schütte gern schnell arbei­tet. … Mit ein­fühl­sa­men Kamerafahrten und auf­ge­räum­ten Bildern funk­tio­niert [der Film] als Dialog zwi­schen kine­ma­to­gra­fi­scher und bil­den­der Kunst. Durch den Austausch auf Augenhöhe wirkt er dem Elitären ent­ge­gen, das sich meist mit der abge­schot­te­ten Welt der Sammler ver­bin­det. Und er durch­kreuzt das Vorurteil, dass man als „nor­ma­ler“ Mensch heut­zu­ta­ge sowie­so kei­nen Zugang mehr zu Werken von Gegenwartskünstlern fin­de. Thomas Schütte und Corinna Belz bewei­sen das Gegenteil – mit einer immer wie­der unter­halt­sa­men Reise zu den Brüchen und Kontinuitäten im Werk eines sich treu blei­ben­den Künstlers.“
    Peter Gutting | kino-zeit

    Credits:

    DE 2023, 94 Min., engl., franz. deut­sche OmU
    Regie: Corinna Belz
    Schnitt: Rudi Heinen
    Kamera: David Wesemann, Jule Katinka v. Cramer

    Trailer:
    THOMAS SCHÜTTE – ICH BIN NICHT ALLEIN – Offizieller Trailer
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    A film by Corinna Belz. In German, English and French with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Setting: a work­shop. When it comes to Thomas Schütte’s lar­ger than life sculp­tures, the work is hands on – and on an impres­si­ve sca­le. Sanding, sawing and mil­ling are the order of the day. The artist, with a ciga­ret­te han­ging out of his mouth, moulds the eyes of a figu­re with his own hands or some­ti­mes uses com­pu­ter simu­la­ti­on. Regardless of the machi­nery, tech­no­lo­gy or mate­ri­al, it beco­mes clear: art is hard work. Anja Klauck

    Credits:

    DE 2023, 94 Min., engl., franz. deut­sche OmU
    Regie: Corinna Belz
    Schnitt: Rudi Heinen
    Kamera: David Wesemann, Jule Katinka v. Cramer

    Trailer:
    THOMAS SCHÜTTE – ICH BIN NICHT ALLEIN – Offizieller Trailer
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  • Nostalgia

    Nostalgia

    Ein Film von Mario Martone. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Kaum ist Felice wie­der in Neapel, geht er hin­aus auf die Straße und taucht ein in das Chaos der tru­beli­gen Großstadt mit ihrem Lärm, ihren unzäh­li­gen ver­schlun­ge­nen Gassen und Gässchen, ein Labyrinth vol­ler Mysterien, vol­ler Dreck und Blumen – eine Mischung aus alt und neu, hell und dun­kel, pit­to­resk und häss­lich zugleich. Am nächs­ten Tag besucht er sei­ne Mutter, die allein in einer düs­te­ren, zuge­räum­ten Wohnung lebt. Sie ist nur noch Haut und Knochen. Ihretwegen ist er gekom­men, und ihret­we­gen will er blei­ben. Er ver­sorgt sie, badet sie und kauft ihr neue Kleidung. Wenige Tage spä­ter hat er in sei­nem alten Viertel mit dem schö­nen Namen Sanità eine Wohnung ange­mie­tet und nimmt die Mutter bei sich auf. Immer öfter holen ihn die Erinnerungen an sei­ne Jugend ein – er war damals eine gro­ße Nummer im Kiez mit sei­nem Moped, stän­dig auf Achse und gie­rig, etwas Neues zu erle­ben. Kaum jemand erkennt ihn heu­te noch, doch er wird gewarnt: Sein ehe­ma­li­ger bes­ter Freund Oreste ist der „Malommo“, ein schlech­ter Mensch, einer der Mafiabosse in der Gegend. Skrupellos und gewalt­tä­tig gebie­tet er über das gesam­te Viertel. Sein größ­ter Gegner ist der kämp­fe­ri­sche Pfarrer Don Luigi, der ver­sucht, mit Idealismus und guten Ideen die Herrschaft der Camorra zu bre­chen. Nach dem Tod der Mutter schlie­ßen Felice und Don Luigi Freundschaft. Immer tie­fer taucht Felice ein in die Stadt am Fuße des Vesuvs, aber wie ein Damoklesschwert schwebt ein Geheimnis über ihm.

    Vom sanf­ten Beginn bis zu sei­nem unaus­weich­li­chen Ende behält der Film eine undurch­schau­ba­re Stimmung. Da ist sehr viel Abgründiges, man­ches ist rau und sprö­de oder schwer ver­ständ­lich, viel­leicht nur für Eingeweihte. Doch der Zauber die­ser kaum fass­ba­ren Metropole teilt sich auch denen mit, die noch nie in Neapel waren. In lan­gen, meist ruhi­gen Einstellungen zeich­net Mario Martone ein fas­zi­nie­ren­des Bild die­ser Stadt, genau­er gesagt: des Viertels Sanità, in dem Felice auf­wuchs und wo er sei­ne Jugend ver­brach­te, bis er auf­grund eines schlim­men Ereignisses Neapel ver­las­sen muss­te. Für die Rückblenden wählt Martone das alt­mo­di­sche Academy Format – ein Filmbild im Format 4:3. Die Erinnerungen tau­chen anfäng­lich wie kur­ze Blitze auf und wer­den immer inten­si­ver. Da begeg­nen sich das alte und das neue Neapel, so wie der alte und der jun­ge Felice und sein Jugendfreund, der blond­schöp­fi­ge Oreste (Tommaso Ragno), der ein Mafiaboss wur­de und jeden von Felices Schritten beob­ach­ten lässt.

    Man taucht förm­lich ein in den Lärm und in die unver­gleich­li­che Atmosphäre die­ser Stadt. Wenn Felice nach so lan­ger Zeit sei­ne Mutter wie­der­sieht, dann ist da viel Zärtlichkeit und Wehmut, und wenn er sie in die Badewanne setzt und sie wäscht, wobei sie sich sehr schämt, dann hat das etwas sehr Anrührendes. Doch Martone führt das Publikum geschickt in die Irre, denn dies ist kei­nes­falls ein rühr­se­li­ges Kitschdrama. Im Gegenteil: Der Reiz die­ses schwie­ri­gen, aber schö­nen Filmes ent­fal­tet sich vor allem beim Hinschauen. Zu Beginn hat Felice vie­les ver­ges­sen, doch je län­ger er in Neapel bleibt, des­to stär­ker wer­den die Erinnerungen und des­to mehr fällt ihm wie­der ein von dem, was er 40 Jahre lang ver­drängt hat. Und was als Mutter-Sohn-Geschichte begann, wird zu einem Thriller, in dem es um Schuld und Unschuld geht, um Freundschaft und Verrat.

    Pierfrancesco Favino spielt den Felice als ruhi­gen, schwer durch­schau­ba­ren Mann, der offen­bar eini­ges hin­ter sich hat. Er strahlt viel Gelassenheit aus, lässt sich kaum aus der Ruhe brin­gen, lächelt sel­ten. Er lässt sich durch die Stadt trei­ben und ist doch kein Getriebener. Nebenbei erfährt man, dass er mitt­ler­wei­le als rei­cher Mann im Libanon lebt, eine Ärztin gehei­ra­tet hat und Moslem wur­de. Doch sei­ne Rückkehr nach Neapel löst offen­bar etwas in ihm aus, was er nur schwer kon­trol­lie­ren kann. Er will sich der Vergangenheit stel­len, will Klarheit – tabu­la rasa für sich selbst. Dafür braucht er die Mitwirkung des Malommo, sei­nes alten Freundes Oreste. Nur mit sei­ner Hilfe kann Felice sich sei­nen Traum erfül­len, sei­ne Frau zu sich holen und in Neapel blei­ben. Ein Hoffnungsschimmer …

    Gaby Sikorski | programmkino.de

    Credits:

    IT / FR 2022, 118 Min., ital. OmU
    Regie: Mario Martone
    Kamera: Carmine Guarino
    Schnitt: Jacopo Quadri
    mit: Pierfrancesco Favino, Francesco Di Leva, Tommaso Ragno

    Trailer:
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    A film by Mario Martone. In Italian with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    After 40 years of abs­cence, Felice returns to his home­town : Naples.
    He redis­co­vers the places, the rules of the city and a past that haunts him.

    Credits:

    IT / FR 2022, 118 Min., ital. OmU
    Regie: Mario Martone
    Kamera: Carmine Guarino
    Schnitt: Jacopo Quadri
    mit: Pierfrancesco Favino, Francesco Di Leva, Tommaso Ragno

    Trailer:
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  • How to Blow up a Pipeline

    How to Blow up a Pipeline

    Ein Film von Daniel Goldhaber. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Terrorismus oder Selbstverteidigung? Ist es ange­sichts des fort­schrei­ten­den Klimawandels und den abzu­se­hen­den ver­hee­ren­den Auswirkungen legi­tim, einen radi­ka­le­ren Weg ein­zu­schla­gen als den bis­he­ri­gen fried­fer­ti­gen? Acht jun­ge Leute aus diver­sen Zusammenhängen haben sich in How to blow up a pipe­line dafür ent­schie­den und wol­len eine Ölleitung sabo­tie­ren. Der Akt soll nicht nur auf­rüt­teln, son­dern direk­te, auch finan­zi­el­le Auswirkungen auf die Petroindustrie haben und dort Ängste schü­ren. In die­sem zuneh­mend span­nen­den Polit-Thriller, der das pro­vo­kan­te, gleich­na­mi­ge Manifest des schwe­di­schen Wissenschaftlers Andreas Malm ernst nimmt, beglei­ten wir die Aktionen der Klimaaktivist*innen in der texa­ni­sche Wüste zunächst so minu­ti­ös wie in jedem ordent­li­chen Heist-Film, unter­bro­chen nur durch Rückblenden, in denen die per­sön­li­chen Beweggründe aus­ge­führt wer­den. Da jeder­zeit etwas in die Luft flie­gen kann, auf tech­ni­scher Ebene wie unter­ein­an­der, fie­bern wir mit und fra­gen uns dann, wie die Sache wohl aus­geht …
    Der Film ist im Übrigen kei­ne Anleitung zum Bombenbau, son­dern eine Genre-Film mit hohem Eskapismus-Potential, der höchst aktu­el­le Fragen auf­wirft.
    „… Der Film ori­en­tiert sich an sei­nen Helden: Er will das Publikum zum Handeln anre­gen, statt sich zu unter­wer­fen. Es ist eine Höllenfahrt. Nach sei­ner Premiere in Toronto im ver­gan­ge­nen Jahr bezeich­ne­te die New York Times HOW TO BLOW UP A PIPELINE als „kul­tu­rel­les Wahrzeichen“ für sei­ne sym­pa­thi­sche Sicht auf den Öko-Terrorismus, wäh­rend die Washington City Paper sei­ne jugend­li­che Besetzung als ‚eine viel inten­si­ve­re, explo­si­ve Version von The Breakfast Club‘‚ beschrieb.“ Simran Hans | The Guardian

    Credits:

    US 2022, 106 Min., engl. OmU,
    Regie: Daniel Goldhaber
    mit Ariela Barer, Kristine Froseth, Lukas Gage, Forrest Goodluck, Sasha Lane, Jayme Lawson , Marcus Scribner, Jake Weary, Irene Bedard, Olive Jane Lorraine 

    Trailer:
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    A film by Daniel Goldhaber. In English with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Based on the epony­mous novel by Andreas Malm, this thril­ler revol­ves around the sabo­ta­ge car­ri­ed out by a group of mili­tant eco­lo­gi­cal acti­vists. People are gathe­ring in the desert. They’re the­re to prepa­re a mis­si­on: some have alre­a­dy felt the effects of envi­ron­men­tal pol­lu­ti­on, others are frus­tra­ted cli­ma­te acti­vists for whom radi­cal methods appear the only means of pro­test­ing against the cli­ma­te cata­stro­phe. Their plan is to sabo­ta­ge a pipe­line to knock the oil busi­ness off balan­ce and thus ensu­re chan­ge, whe­re other forms of resis­tance have alre­a­dy exhaus­ted their useful­ness. The film is a varia­ti­on on a heist thril­ler and a psy­cho­lo­gi­cal stu­dy of acti­vists bet­ween per­so­nal con­cern, radi­cal­i­sa­ti­on and doubt.

    Credits:

    US 2022, 106 Min., engl. OmU,
    Regie: Daniel Goldhaber
    mit Ariela Barer, Kristine Froseth, Lukas Gage, Forrest Goodluck, Sasha Lane, Jayme Lawson , Marcus Scribner, Jake Weary, Irene Bedard, Olive Jane Lorraine 

    Trailer:
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  • Das Lehrerzimmer

    Das Lehrerzimmer

    Ein Film von İlker Çatak. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Die jun­ge Lehrerin Carla arbei­tet mit viel Schwung und Idealismus in ihrem ers­ten Job an einem Hamburger Gymnasium. Ununterbrochen in Action schuf­tet sie wie ein Pferd, ist trotz allem gut­ge­launt, hilfs­be­reit, kol­le­gi­al und stets für alle ansprech­bar, kurz: eine Pädagogin wie aus dem Bilderbuch. Carla ach­tet zudem sehr dar­auf, sich den Kindern gegen­über kor­rekt zu ver­hal­ten. Sie setzt sich für Integration und Geschlechtergerechtigkeit ein, sie unter­stützt und för­dert die Schwächeren eben­so wie die Leistungsstarken, aber sie zeigt den Kids auch ihre Grenzen und kann sehr ener­gisch wer­den. Eigentlich soll­te sie ein Vorbild für alle ande­ren Lehrkräfte sein. aber statt­des­sen wird sie miss­trau­isch beäugt von den alten Häsinnen und Hasen im Kollegium, denen Carlas Engagement suspekt erscheint. Carlas Methoden sind aller­dings wirk­lich erfolg­reich, sie hat ihren Laden im Griff, die Kids ver­trau­en ihr und fol­gen ihr aufs Wort. In Carlas Stunden läuft alles wie geschmiert, sie hat schnell bestimm­te Routinen eta­bliert, die von allen ange­nom­men wer­den, ihre Methoden sind modern, und die 7. Klasse, in der sie Mathe und Sport unter­rich­tet, macht pri­ma mit. Es scheint, als ob Carla in ihrem Beruf rund­her­um glück­lich ist, obwohl sie sich viel zu viel zumu­tet. Doch ganz plötz­lich, prak­tisch von einer Minute zur ande­ren, wen­det sich das Blatt: Bei der Aufklärung von Diebstählen an der Schule über­schrei­tet Carla ihre Kompetenzen, sie macht sich schul­dig und droht zum Opfer ihrer eige­nen mora­li­schen Ansprüche zu wer­den. Carla wird von allen Seiten mit Anfeindungen und Schuldzuschreibungen konfrontiert.

    Gibt es eigent­lich eine all­ge­mein gül­ti­ge Wahrheit? Wie funk­tio­niert Gerechtigkeit? Wie steht es um die mora­li­schen Werte unse­rer Gesellschaft? In sei­nem neu­en Film stellt İlker Çatak vie­le Fragen und zeigt die Schule als Mikrokosmos. Da geht es ein­mal nicht um die Bildungskrise und um die „rich­ti­ge“ Erziehung, son­dern viel­mehr um Debattenkultur, um Idealismus und um den Kampf für das Gute. Lohnt sich das alles über­haupt? Was ist gut und was ist böse? Und wie kann man bei­des von­ein­an­der unter­schei­den? İlker Çatak hält der Gesamtgesellschaft einen kri­ti­schen Spiegel vor, und was er dar­in sieht, ist alles ande­re als ange­nehm. Darüber hin­aus zeigt İlker Çatak das Psychogramm einer taf­fen Frau, die in jeder Beziehung cha­rak­ter­lich und mensch­lich gefes­tigt wirkt und alles rich­tig machen möch­te. Sie will die per­fek­te Lehrerin sein, und die­se Vorstellung betrifft prak­tisch jeden Aspekt ihrer Arbeit: Erziehung, Bildung, Wertevermittlung, Kommunikation, Kooperation, Integration. Sie steckt ihre gan­ze Kraft in die­se Aufgabe, und sie macht sich selbst dabei kaputt. Für Carla steht die Gemeinschaft im Vordergrund, wäh­rend sich alle ande­ren vor­ran­gig mit Formalismen und ihrem eige­nen Egoismus beschäf­ti­gen. Niemand von den Erwachsenen, weder Eltern noch Lehrkräfte, scheint bereit zu sein, ande­ren auch nur zuzuhören.

    Das Lehrerzimmer wird zum Ort, wo die Handlung kul­mi­niert, wo Carla, ver­folgt von nei­di­schen Kolleginnen und satu­rier­ten Kollegen, an ihre Grenzen kommt. Und Leonie Benesch, die ver­mut­lich dank ihrer schau­spie­le­ri­schen Ausnahmebegabung zum neu­en Star des deut­schen Films avan­ciert, spielt die­se Carla mit sehr viel posi­ti­ver Energie und einer zu Herzen gehen­den Ausdruckskraft. In ihren sanf­ten, gro­ßen Augen spie­gelt sich das Unverständnis über das, was mit ihr pas­siert, eben­so wie die stän­dig wach­sen­de Angst vor dem Kontrollverlust. Die Kamera hängt an ihr, nahe­zu den gesam­ten Film über steht Leonie Benesch im Zentrum des Geschehens, und sie trägt den Film mit ihrer Dynamik und mit einer Leidenschaft, die sich aufs Publikum über­trägt. Mit sehr viel insze­na­to­ri­schem Geschick fängt der Berliner Filmemacher İlker Çatak, der mit jedem Film siche­rer und sou­ve­rä­ner zu wer­den scheint, die durch Aggressionen und Vorurteile auf­ge­heiz­te Atmosphäre einer dys­funk­tio­na­len Aufregungsgesellschaft ein. Das ist ent­lar­vend und extrem span­nungs­ge­la­den, dank Leonie Benesch und ihrem sub­ti­len Spiel aber auch stre­cken­wei­se sehr zu Herzen gehend, kurz: ein tol­ler Film, unbe­dingt sehenswert!

    Gaby Sikorski | programmkino.de

    Credits:

    DE 2023, 94 min, Deutsch,  Türkisch,  Polnisch,  Englisch OmU
    Regie: İlker Çatak
    Schnitt: Gesa Jäger
    Kamera: Judith Kaufmann
    mit: Leonie Benesch, Leonard Stettnisch, Eva Löbau, Michael Klammer, Anne-Kathrin Gummich

    Trailer:
    DAS LEHRERZIMMER | Trailer deutsch | Jetzt im Kino!
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    A film by İlker Çatak. In German, Turkish, Polish and English with German subtitles. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    “What hap­pens in the staff room stays in the staff room,” says Carla Nowak in an inter­view with the school news­pa­per. Even if that is purely wishful thin­king for the tea­cher at this point. This is her first job, and she is com­mit­ted to tea­ching mathe­ma­tics and phy­si­cal edu­ca­ti­on to her class of seventh gra­d­ers. Things are going well and she is able to moti­va­te the­se ado­le­s­cents. Then a series of thefts occur at school and one of her stu­dents is quick­ly suspec­ted. An outra­ged Carla deci­des to get to the bot­tom of the mat­ter hers­elf, but the case is not so easy to sol­ve and has reper­cus­sions. Quickly decried as idea­li­stic by the rest of the staff, Carla finds hers­elf having to ans­wer to angry par­ents and media­te bet­ween quar­rel­ling stu­dents. The more she tri­es to do ever­y­thing right, the more she – and others – are pushed to their limits, and the enti­re school sys­tem is thrown off balan­ce.
    İlker Çatak mis­ses not­hing in his bril­li­ant­ly obser­ved film. In his unspa­ring dra­ma, the school is a micro­c­osm in which the out­side world no lon­ger exists and not­hing remains pri­va­te. Das Lehrerzimmer is a stu­dy in power rela­ti­ons that demons­tra­tes how indi­vi­du­als are worn down bet­ween ent­ren­ched positions.

    Credits:

    DE 2023, 94 min, Deutsch,  Türkisch,  Polnisch,  Englisch OmU
    Regie: İlker Çatak
    Schnitt: Gesa Jäger
    Kamera: Judith Kaufmann
    mit: Leonie Benesch, Leonard Stettnisch, Eva Löbau, Michael Klammer, Anne-Kathrin Gummich

    Trailer:
    DAS LEHRERZIMMER | Trailer deutsch | Jetzt im Kino!
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  • Bis ans Ende der Nacht

    Bis ans Ende der Nacht

    Ein Film von Christoph Hochhäusler.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Die Stadt, der Müll und der Tod. Sicher hat Frankfurt mehr Kulissen zu bie­ten, aber es pass­te auch zur Berlinale 23, die­se Stadt in Christoph Hochhäuslers sechs­tem Film zu sehen, wäh­rend man den Unort Potsplatz fast schon moch­te, weil die Beschissenheit des Mercedes Dings Platz schwe­rer wog. Natürlich ist Bis ans Ende der Nacht aber haupt­säch­lich ein Kammerspiel an dunk­len, zugi­gen, abschüs­si­gen Orten, auch Melodram mit einem Geschmack von Fassbinder, Film Noir mit ver­zwick­ter Handlung. Der ver­deck­te Ermittler Robert soll in das Umfeld des Großdealers Victor ein­tau­chen, dazu benutzt er Leni, der dafür die Haft gestri­chen wird. Allerdings waren Robert und Leni mal ein Paar und Leni war damals noch ein Mann. Schließlich ver­läuft auch das Eintauchen zu per­fekt, Robert und Victor ver­ste­hen sich zu gut und Leni freun­det sich zu sehr mit Nicole an, der Partnerin von Victor.
    Kinofilme über ver­deck­te Ermittlungen gibt es vie­le, es han­delt sich um ein eige­nes Untergenre. Aber Christoph Hochhäuslers Film Bis ans Ende der Nacht, der letz­te von fünf deut­schen Beiträgen im Berlinale-Wettbewerb, schlägt einen eige­nen Weg ein. Er hält sich an die Gesetze des Genres und lädt den Thriller melo­dra­ma­tisch auf. Die Spannung, die dar­aus erwächst, ist auch den Hauptdarstellern Timocin Ziegler und Thea Ehre zu ver­dan­ken. Zum Soundtrack gehö­ren Chansons von Zarah Leander, Evelyn Künneke und Hildegard Knef. Eine Verfolgungsjagd ist mit Howard Carpendales Soul-Schlager „Du hast mich“ unter­legt…
    (Tagesspiegel, Christian Schröder)
    Bis ans Ende der Nacht bleibt den­noch ein Mund, der hin­ter der Scheibe zum Kuss ansetzt, um nur auf Glas zu tref­fen; ein Film, des­sen Schichten Verstecke bie­ten, bei deren Erkundung sich die wah­ren Tränen offen­ba­ren.
    (critic.de, Anne Küper)

    Credits:

    DE 2023, 123 min, Deutsch OmeU
    Regie: Christoph Hochhäusler
    Schnitt: Stefan Stabenow
    Kamera: Reinhold Vorschneider
    mit: Timocin Ziegler, Thea Ehre, Michael Sideris, Ioana Iacob, Rosa Enskat

    Trailer:
    Bis ans Ende der Nacht (offi­zi­el­ler Trailer) – Ein Film von Christoph Hochhäusler mit Thea Ehre
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    A film by Christoph Hochhäusler. In German with English subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Robert wears a lea­ther jacket and his hair rather long. He is by no means your avera­ge cop – at least not the kind to be found in most German movies. As an under­co­ver inves­ti­ga­tor, he is tas­ked with gai­ning the trust of a cri­mi­nal, Victor, by faking a rela­ti­onship with Leni who has been released on paro­le to play along. They mana­ge to make cont­act with Victor at a dance class: Robert and Leni – he gay, she trans – make a gre­at cou­ple and soon have the cri­mi­nal on the hook. Or is it he who has ent­rap­ped them? And ulti­m­ate­ly, are the­re not more fee­lings at play in this sup­po­sedly fake love affair? We would not be in a film by Christoph Hochhäusler if the­re were any simp­le ans­wers or truths. His cle­ver plot is pure oscil­la­ti­on, and the result is an inge­nious por­trait of the emo­tio­nal intellect that is as wit­ty as it is tou­ch­ing. The film is a (not enti­re­ly drug-free) trip along the director’s trade­mark Möbius strip of gen­re and auteur cine­ma. Added into the mix is one of the most beau­tiful­ly nost­al­gic sound­tracks of the year, a worse-for-wear roman­tic atmo­sphe­re with a Fassbinder-like charm and, final­ly, an ensem­ble cast that brea­thes life into all of pup­pet mas­ter Hochhäusler’s decep­ti­ve mano­eu­vres, death wish included.

    Credits:

    DE 2023, 123 min, Deutsch OmeU
    Regie: Christoph Hochhäusler
    Schnitt: Stefan Stabenow
    Kamera: Reinhold Vorschneider
    mit: Timocin Ziegler, Thea Ehre, Michael Sideris, Ioana Iacob, Rosa Enskat

    Trailer:
    Bis ans Ende der Nacht (offi­zi­el­ler Trailer) – Ein Film von Christoph Hochhäusler mit Thea Ehre
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  • Miyama – Kyoto Prefecture

    Miyama – Kyoto Prefecture

    Ein Film von Rainer Komers. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Das kar­ge und aut­ar­ke Leben in den japa­ni­schen Bergen, ein­ge­fan­gen zwi­schen Regenzeit und ers­tem Schnee. Abgelegen und ruhig: ein Ort, den die Zeit ver­ges­sen hat – und doch, selbst hier, ein Gefühl der Unruhe … Die Welt ver­än­dert sich, und es gibt kein Entrinnen, nur Anpassung.

    Rainer Komers por­trai­tiert in sei­nem neu­en Film die Dorfgemeinschaft von Miyama, einer Bergregion nörd­lich von Kyoto, und trifft dabei auf eine Welt, in der Tradition und Moderne, auf viel­fäl­ti­ge Weise ver­wo­ben, mit­ein­an­der exis­tie­ren. Junge Familien, die ver­su­chen, sich eine eigen­stän­di­ge Existenz auf­zu­bau­en, die Alten, die ein genüg­sa­mes Leben aus einer ande­ren Zeit zu füh­ren schei­nen, die immer gegen­wär­ti­ge Natur, der tra­di­tio­nel­le Reisanbau und der Kampf gegen die Makaken bil­den den Fluss der Erzählung.

    Diesem gesellt sich als Melodie die Geschichte von Uwe Walter hin­zu, der aus dem Ruhrgebiet stammt und seit drei Jahrzehnten mit sei­ner japa­ni­schen Frau in Miyama lebt. Für die Alteingesessenen ist Uwe der Außenseiter, aber zugleich auch ein Kenner des tra­di­tio­nel­len Nō-Theaters und ein Meister der Shakuhachi-Flöte, einem prä­gen­den Instrument der klas­si­schen Musik Japans. Kaum vor­stell­bar, dass es einen wei­te­ren Deutschen gibt, der so sehr die japa­ni­sche Kultur lebt und sich der dörf­li­chen Gemeinschaft ange­passt hat.

    MIYAMA, KYOTO PREFECTURE erzählt vom Leben in die­ser Dorfgemeinschaft, von der der Leiter des Dokumentarfilmfestivals Leipzig, Christoph Terhechte sagt: „Der eigent­li­che Gegenstand die­ses Films ist nicht der grau­blond gelock­te Deutsche, son­dern eben jene Gemeinschaft, die Rainer Komers in bit­ter­sü­ßer Vielstimmigkeit por­trä­tiert. Sie ent­steht im Spiel der Kinder, in den Verrichtungen der Erwachsenen und den Erzählungen der Alten, in den som­mer­li­chen Wolkenbrüchen der Regenzeit, im wei­ßen Mond über dem nächt­li­chen Dorf und in den blut­rot gefärb­ten Blättern im Herbst – ein herr­li­cher Film, der zeigt, wie anpas­sungs­fä­hig wir Menschen sind.“

    Credits:

    DE 2022, 97 min, Deutsch, Japanisch OmU
    Regie & Kamera: Rainer Komers
    Schnitt: Gregor Bartsch

    Trailer:
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    A film by Rainer Komers. In German and Japanese with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    There’s pro­ba­b­ly no other citi­zen of Gelsenkirchen who has ever mas­te­red Nō sin­ging and play­ing the Shakuhachi flu­te as authen­ti­cal­ly as Uwe Walter. He has lived in the moun­tain vil­la­ge of Miyama north of Kyoto for three deca­des and emu­la­tes the local resi­dents, whe­ther they earn their living on the fields, bree­ding catt­le or hun­ting. People tend their gar­dens, repair fen­ces to keep away the maca­ques and grow their own rice. Uwe has beco­me per­fect­ly Japanese, at one with his environment.

    However well-sui­ted his Ruhr area wit makes him as a figu­re of iden­ti­fi­ca­ti­on, the came­ra keeps a respectful distance, more reser­ved than Uwe hims­elf. Only at one point does it come tou­ch­in­gly clo­se: When he is forced to say good­bye to an essen­ti­al part of his past in the inte­rest of the vil­la­ge com­mu­ni­ty. But the real sub­ject of this film is not the German with his grey­ish blon­de curls but rather that very com­mu­ni­ty, por­tray­ed by Rainer Komers in bit­ters­weet poly­pho­ny. It emer­ges in the children’s games, the adults’ pur­suits and the old people’s tales, in the sum­mer down­pours of the rai­ny sea­son, the white moon over the noc­turnal vil­la­ge and the blood-red lea­ves of autumn.

    Christoph Terhechte

    Credits:

    DE 2022, 97 min, Deutsch, Japanisch OmU
    Regie & Kamera: Rainer Komers
    Schnitt: Gregor Bartsch

    Trailer:
    
    
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