Fado

Ein Film von Jonas Rothlaender.

Der junge Arzt Fabian lässt seine Arbeit in Berlin ruhen und verreist nach Lissabon, um seine ehemalige Freundin Doro zu finden. Bald stellt sich heraus, dass es sich nicht nur um einen Besuch handelt, sondern um einen Versuch, die Liebe zurück zu gewinnen. Nach anfänglichem Fremdeln und Misstrauen lässt sie sich wieder auf ihn ein. Nach und nach aber brechen alte Verhaltensmuster aus, die ehemals zur Trennung geführt hatten, und Fabian fängt wieder an, eine Eifersucht an den Tag zu legen, die er scheinbar nicht mehr zu kontrollieren imstande ist. Der Film wird vorzugsweise aus der Perspektive des Mannes erzählt, manchmal so sehr, dass der Zuschauer meint, es gäbe einen „berechtigten“ Anlass für seine Eifersucht. Schnell stellt sich aber heraus, dass es sich immer um die Spiegelung seiner Psyche handelt, die sich fortwährend eine Vergewisserung und Rechfertigung seines Zustandes sucht.

„Was ich an dem Motiv der Eifersucht so faszinierend und extrem filmisch finde, ist, dass es sich dabei ja im Prinzip um Kopfkino handelt. Das Tückische ist, dass sich die Bilder der Eifersucht, die sich im Kopf abspielen, sehr real anfühlen können. Diesen Umstand wollten wir in die visuelle Gestaltung des Films übertragen und den Unterschied zwischen realen und imaginierten Szenen möglichst subtil halten. Genau wie Fabian soll es auch den Zuschauern schwerfallen, zwischen Realität und Wahnvorstellung zu unterscheiden. Dadurch lassen wir die Zuschauer teilhaben an Fabians verzerrter Wahrnehmung.“
(Jonas Rothlaender)
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DE / PT 2015 100 Min.
R.: Jonas Rothlaender
B.: Sebastian Bleyl, Jonas Rothlaender
K.: Alexander Haßkerl
S.: Dietmar Kraus
D.: Golo Euler, Luise Heyer, Albano Jerónimo