Die Grundschullehrerin

Ein Film von Hélè­ne Angel. Ab 15.2. im fsk.

Flo­rence Mau­tret ist von Her­zen ger­ne Leh­re­rin und opfert sich jeden Tag voll und ganz für ihren Beruf auf. Eines Tages erfährt die allein­er­zie­hen­de Mut­ter, dass ihr Schü­ler Sacha von sei­ner Mut­ter ver­las­sen wur­de und beschließt, ihm zu hel­fen. Doch sie stellt schnell fest, dass sich Sach­as Pro­ble­me nicht ohne wei­te­res aus der Welt schaf­fen las­sen und die zusätz­li­che Belas­tung sorgt sogar dafür, dass die Bezie­hung zu ihrem eige­nen Sohn dar­über in Gefahr gerät.

Es geht um eine Leh­re­rin, die sich für ihre Schü­ler auf­op­fert, selbst Mut­ter ist und sich vie­le Fra­gen stellt. Den Anstoß zu mei­nem Film gaben die Gefüh­le, die ich emp­fand, als mein Sohn am Ende der vier­ten Klas­se die Grund­schu­le ver­ließ. Ich muss­te wei­nen, weil es das Ende sei­ner Kind­heit mar­kier­te – er hin­ge­gen war ganz auf­ge­regt, weil für ihn das Tor zum Leben auf­ging. Da wur­de mir klar, wie sehr die Schu­le unser Leben prägt, das der Kin­der und das der Eltern, mit all ihren Initia­ti­ons­ri­ten und unter­schied­li­chen Etap­pen. Eine die­ser Etap­pen muss im Film mei­ne Haupt­fi­gur Flo­rence bewäl­ti­gen. Denn sie hat ver­ges­sen, dass sie nicht nur viel zu geben hat, son­dern auch von ande­ren ler­nen kann. Wir wis­sen doch alle, dass Leh­rer heut­zu­ta­ge ech­te Hel­den des All­tags sind. Wir ver­lan­gen von ihnen, dass sie vie­le Din­ge wei­ter­ge­ben – Wis­sen und Wer­te –, und das unter Bedin­gun­gen, die immer schwie­ri­ger wer­den. Ein All­tags­held ist immer eine span­nen­de Figur für einen Film. Flo­rence kommt im Schul­sys­tem eini­ger­ma­ßen klar, denn sie glaubt an die öffent­li­chen Schu­len, die lai­zis­tisch aus­ge­rich­tet und kos­ten­los und ver­pflich­tend sind. In einer Welt, die vom Geld regiert wird, sind es sol­che grund­le­gen­den Wer­te, die mich berüh­ren. Ich woll­te eine Hel­din schaf­fen, die – von ihren Gefüh­len und mora­li­schen Fra­gen hin und her geris­sen – immer mal wie­der in Stol­per­fal­len gerät und trotz­dem ihre Frau ste­hen muss. Das alles in einem abge­schlos­se­nen Sys­tem, das nichts­des­to­trotz die Welt wie­der­spie­gelt.” Hélè­ne Angel


 
Credits:
Pri­ma­i­re, Frank­reich 2016, 105 Min., franz. OmU

Regie: Hélè­ne Angel
Dreh­buch: Hélè­ne Angel, Yann Cori­di­an
Kame­ra: Yves Ange­lo
Schnitt: Chris­to­phe Pinel
mit: Albert Cou­si, Ghil­las Bend­jou­di, Sara Fores­tier, Vin­cent Elbaz Pro­duk­ti­on: Hélè­ne Cases
 
Ter­mi­ne:
  • noch kei­ne / oder kei­ne mehr