Der Sommer mit Mamã

Val arbeitet seit vielen Jahren als Haushälterin bei einer wohlhabenden Familie in São Paulo. Um deren 17-jährigen Sohn Fabinho kümmert sie sich liebevoll, für ihn ist Val wie eine zweite Mutter, der er alles anvertraut. Val gehört praktisch zum Haushalt, die dort herrschenden Klassenverhältnisse akzeptiert sie ganz selbstverständlich. Zu ihrer eigenen Familie hat Val keinen Kontakt. Ihre Tochter Jéssica hat sie schon seit über zehn Jahren nicht mehr gesehen. Als Jéssica nach São Paulo zur Aufnahmeprüfung an der Universität kommt, bieten die Arbeitgeber Vals an, Jéssica ein paar Tage mit im Haus wohnen zu lassen. Während man sich einerseits gastfreundlich zeigt, wird andererseits erwartet, dass Jéssica die herrschenden Machtverhältnisse genauso akzeptiert wie ihre Mutter. Aber Jéssica gehört zur jungen Generation, die die herrschenden Verhältnisse in Frage stellt und dagegen aufbegehrt – was Val irritiert und wofür sie sich zunächst noch entschuldigt.

„Anna Muylaerts kleine Geschichte aus der großen brasilianischen Erzählung lebt von der hohen Kunst, die wechselseitigen Verstrickungen mit Humor und Widersprüchlichkeit darzustellen. Die Hauptdarstellerin Regina Casé ist dabei allein schon den Filmbesuch wert. Als Val verkörpert sie perfekt den „einfachen“ Menschen, der sich in der alten Welt ganz wohlfühlt, aber dennoch frei genug ist, eine Entscheidung zu treffen.“
Andreas Fanizadeh, taz

Brasiliens Filmstar Regina Casé wurde für ihre Rolle als Val beim Sundance-Festivals als Beste Schauspielerin ausgezeichnet. Auf der diesjährigen Berlinale gewann DER SOMMER MIT MAMÃ den Panorama Publikumspreis und den Preis der Filmkunsttheater.

OT: Que Horas Ela Volta?
Brasilien 2015, 111 Min.,  port. OmU 

Regie & Buch: Anna Muylaert

Kamera: Bárbara Alvarez
Schnitt: Karen Harley
mit: Regina Casé,  Camila Márdila,  Karine Teles,  Lourenço Mutarelli, Michel Joelsas,  Helena Albergaria