Der Fall Sarah und Saleem

Ein Film von Mua­yad Ala­yan. Ab 14. März im fsk.
Pre­view am 13.3. um 20:15 mit anschlie­ßen­dem Film­ge­spräch mit Mua­yad Ala­yan

[Credits] [Ter­mi­ne] [Trai­ler]

Sarah führt ein klei­nes Cafe in Jeru­sa­lem, Saleem ist Lie­fe­rant. Obwohl jeweils ver­hei­ra­tet, begin­nen sie eine lei­den­schaft­li­che Affä­re mit­ein­an­der. Was nor­ma­ler­wei­se eine pri­va­te, nur mora­lisch zu behan­deln­de Sache wäre, ent­wi­ckelt sich in die­sem Fall zu einer hoch­po­li­ti­schen, denn Saleem ist Paläs­ti­nen­ser, Sarah jüdi­sche Israe­lin. Als sie aus­nahms­wei­se zusam­men in Beth­le­hem eine Bar besu­chen, wird ein auf­dring­li­cher Gast miss­trau­isch und ahnt, dass Sarah Jüdin ist. Das hat Fol­gen für Saleem, der sich beim poli­zei­li­chen Ver­hör nur mit einer Not­lü­ge her­aus­win­den kann, die wie­der­um Sarah in den Fokus des israe­li­schen Geheim­diens­tes stellt. Für ihren Mann David, einem Armee-Offi­zier, kann dies äußerst unan­ge­nehm wer­den, und auch Saleems schwan­ge­re Frau Bisan erfährt von der Affä­re. Ihr Mann sitzt da schon in israe­li­scher Haft und wird von paläs­ti­nen­si­scher Sei­te als Held gefei­ert. Als die Situa­ti­on für alle immer aus­weg­lo­ser wird, ver­su­chen die bei­den Frau­en eine Annä­he­rung, um zu ret­ten, was zu ret­ten ist.

Regis­seur Mua­yad Ala­yan insze­niert die Tei­lung Jerusa­lems und das poli­ti­sche Minen­feld des Nah­ost­kon­flikts … nicht mit Hil­fe sym­bo­li­scher Überformun­gen, mit denen Kon­flik­te, Tei­lung und Segre­ga­ti­on oft dar­ge­stellt wer­den. „Der Fall Sarah & Saleem“ dekon­stru­iert nicht vor­der­grün­dig den Macht­ap­pa­rat und das dazu­ge­hö­ri­ge Welt­bild, das die eige­ne Sicher­heit nur mit mili­tä­ri­scher und nach­rich­ten­dienst­li­cher Über­macht zu gewähr­leis­ten behaup­tet. Es sind viel­mehr die per­sön­li­chen Pro­ble­me und exis­ten­zi­el­len Ängs­te der Men­schen, anhand derer Alay­an die Tra­gik der Situa­ti­on zuspitzt: Sarah muss ihre Bedürf­nis­se hin­ter der Sicher­heit Isra­els zurückstel­len, die ihr Mann als rang­ho­her Offi­zier mit zu ver­ant­wor­ten hat. Saleem wie­der­um schafft es nicht, sich die finan­zi­el­le Unab­hän­gig­keit von der Fami­lie sei­ner Frau zu erar­bei­ten. Ihre Affä­re ist eine Flucht vor den fami­liä­ren und poli­ti­schen Struk­tu­ren, die ihr Leben bestim­men; der Ehe­bruch ein per­sön­li­cher Ver­rat, den die Staats­be­hör­den als Lan­des­ver­rat dekla­rie­ren.“
Kars­ten Mund | Film­dienst

 
Credits:

PS/NL/DE/MX 2018, 127 min., Far­be, Arab./Hebr./Engl. OmU
Regie: Mua­yad Ala­yan
Kame­ra: Sebas­ti­an Bock
Schnitt: Sameer Qum­si­y­eh
mit: Mai­sa Abd Elha­di, Ade­eb Safadi, Siva­ne Kretch­ner, Ishai Golan

Ter­mi­ne:

  • noch kei­ne oder kei­ne mehr

 
Trai­ler: