Kategorie: archiv

  • The Chronology of Water

    The Chronology of Water

    Ein Film von Kristen Stewart. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Schauspielerin Kristen Stewarts Regiedebüt basiert auf dem gleich­na­mi­gen auto­bio­gra­fi­schen Roman der ame­ri­ka­ni­schen Autorin Lidia Yuknavitch. Darin erzählt sie von sexu­el­lem Missbrauch in der Kindheit, von der Entdeckung der Worte und des Wassers als Fluchten. Von Drogen, Selbstzerstörung, Beziehungen. Selbstheilung und einer Begegnung in einem Schreibseminar mit Ken Kesey – dem Autor von „Einer flog über das Kuckucksnest”. Stewart hüllt die Erzählung in traum­glei­che Bilder. Nahaufnahmen, 16-mm-Format, Spiegelungen, schnel­le Schnitte. Sie packt anschei­nend alle Mittel aus der Trickkiste des ana­lo­gen Films aus, setzt die­se aber doch behut­sam genug ein, damit es noch bedacht und nicht zu viel erscheint. Schnell fin­det man sich im Sog der inten­si­ven Bilderwelten und der poe­ti­schen und doch schmerz­li­chen Erzählung im Off. Literaturprogramme. Partys. Die Erkundung der eige­nen Sexualität. Der Verlust eines Kindes. Das Schwimmen als Metapher ihres Lebens. Lidia ver­bin­det die Punkte ihrer Biografie ehr­lich und berüh­rend.
    Selbstverständlich kann eine Hollywood-Größe wie Kristen Stewart geschätz­te Kolleg*innen um sich ver­sam­meln, und so ist der Cast ein­fach sehr gut. Kim Gordon hat einen Auftritt. Jim Belushi als lebens­süch­ti­ger Kesey schaut so ver­schmitzt und ver­lo­ren unter sei­nem Anglerhut her­vor, wie man sich einen altern­den Hippie-Autor vor­stel­len mag. Zwischen Kesey und Lidia ent­fal­ten sich auch groß­ar­ti­ge Momente der Intimität und des Ausatmens, die den Fluss an Stilmitteln vor­teil­haft unter­bre­chen und den Fokus auf die Charaktere legen. Imogen Poots schenkt ihrer Lidia ein lau­tes, unge­stü­mes Lachen, mit dem sie hel­den­haft durch alle Höhen und Tiefen navi­giert, ohne zu über­zeich­nen. Eine kraft­vol­le Verfilmung auto­fik­tio­na­ler Literatur, die auf die Komplexität sei­nes Vorbilds und die Sprache des Kinos setzt.“
    Clarissa Lempp | indiekino

    Credits:

    US/FR/LV 2025, 128 Min., engl. OmU
    Regie: Kristen Stewart
    Kamera: Corey C. Waters
    Schnitt: Olivia Neergaard-Holm
    mit: Imogen Poots, Thora Birch, Susannah Flood, Tom Sturridge, Kim Gordon, Michael Epp, Jim Belushi

    Trailer:
    THE CHRONOLOGY OF WATER – Kristen Stewarts radi­ka­les Regiedebüt | Trailer | OmdU
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  • Prinzessin Mononoke

    Prinzessin Mononoke

    Ein Film von Hayao Miyazaki. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Hayao Miyazakis PRINZESSIN MONONOKE (1997, deut­sche Erstaufführung 2001) gehör­te neben AKIRA (1991) und GHOST IN THE SHELL (1997) zu den ers­ten Animes für Erwachsene, die in deut­schen Kinos zu sehen waren. Der Film, der in Japan erfolg­rei­cher war als James Camerons TITANIC und immer­hin als Abschlussfilm der Berlinale 1998 lief, erreich­te im Kino nur 70.000 Zuschauer*innen und war jah­re­lang nur in der deut­schen Synchronfassung erhält­lich. Nun hat Studio Ghibli eine sorg­fäl­tig restau­rier­te digi­ta­le 4‑K-Fassung erstellt.

    Für alle, die Zeichentrick bis dahin nur in der kind­ge­rech­ten, strom­li­ni­en­för­mi­gen Disneyvariante kann­ten, war die wen­dungs­rei­che Geschichte mit ihren kom­ple­xen Figuren, schil­lern­den Waldgeistern und nied­li­chen Nebenfiguren eine Offenbarung. Prinz Ashitaka wird von einem Fluch befal­len und ver­lässt auf der Suche nach Heilung sein Heimatdorf. Weit weg von zu Hause gelangt er zu einer Eisenhütte, in der die Menschen unter Leitung ihrer Herrscherin Eboshi Edelmetalle ver­ar­bei­ten, und zu deren Betrieb sie den Wald abhol­zen. Ashitaka gerät mit­ten in den erbit­ter­ten Konflikt zwi­schen den Menschen und den Tieren und Geistern des Waldes, auf deren Seite auch Prinzessin Mononoke kämpft, die bei Wölfen auf­wuchs und alle Menschen hasst. 

    Credits:

    Mononoke-hime
    Japan 1997, 128 Min., japa­ni­sche OmU
    Regie: Hayao Miyazaki
    Kamera: Atsushi Okui
    Schnitt: Hayao Miyazaki, Takeshi Seyama

    Trailer:
    PRINCESS MONONOKE | Official Trailer

    Im Kino mit deut­schen Untertiteln.

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  • Ungeduld des Herzens

    Ungeduld des Herzens

    Ein Film von Lauro Cress. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Lauro Cress‘ mehr­fach preis­ge­krön­te fil­mi­sche Übertragung von Stefan Zweigs gleich­na­mi­gen psy­cho­lo­gi­schem Roman in die Gegenwart bleibt nah an der Vorlage, wo zwei Welten auf­ein­an­der­pral­len: hier ein Bundeswehr-Ausbildungsstützpunkt im bran­den­bur­gi­schen Hinterland und eine Villa mit wohl­ha­ben­der Familie.
    Ein Bowlingabend, ein Missverständnis – und ein kur­zer Moment, der alles ver­än­dert. Der jun­ge Soldat Isaac will Ilona impo­nie­ren, indem er ihre schlecht gelaun­te Schwester Edith mit kör­per­li­chem Nachdruck zum Mitspielen auf­for­dert. Erst als sie kraft­los zu Boden sinkt, sieht er den Rollstuhl an der Seite: Edith ist seit einem Motorradunfall quer­schnitts­ge­lähmt. Voller Scham sucht Isaac ihre Nähe, und wird von ihrem Vater freund­lich in die Familie auf­ge­nom­men. Edith lebt in sei­ner Anwesenheit auf, zumal bei­de die für sie einst tra­gi­sche Leidenschaft zum Moto-Cross ver­bin­det. Aber was emp­fin­det Isaac wirk­lich für sie?
    Zwischen Mitleid, Zuneigung und Projektion ent­wi­ckelt sich eine Beziehung, die bald gefähr­lich kippt. Isaac impo­niert die selbst­be­wuss­te Edith, und ver­wech­selt mög­li­cher­wei­se sein Bedürfnis nach Anerkennung mit Liebe, Edith erhofft sich von ihm eine ande­re Nähe als die ein­engen­de ihrer Familie und mehr Eigenständigkeit. Der Film erzählt mit gro­ßer Sensibilität und klas­sen­be­wuss­tem Blick von Sehnsucht, von der Angst, nie wirk­lich jemand gewe­sen zu sein – und von der Kraft, sich selbst zurück­zu­er­obern. „Ein elek­tri­sie­ren­des Schauspieler*innen-Ensemble, ein fein beob­ach­te­tes Drehbuch und eine Regie, die mit Sehgewohnheiten bricht, machen die­ses Debüt zu einem der ein­drucks­volls­ten Filme des Jahres.“ Goethe-Institut
    „… ganz gro­ßes Verdienst eines jun­gen Regisseurs: eine eige­ne Sicht auf die­se Dinge mit­zu­brin­gen und mit jun­gen Schauspielern eine kraft­vol­le Interpretation klas­si­scher Literatur abzu­lie­fern, die man als Zuschauer, wür­de ich behaup­ten, gar nicht als sol­che spürt.“
    Andreas Dresen, Jurymitgied Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern 2025

    Credits:

    DE 2015, 104 Min., deut­sche OmeU
    Regie Lauro Cress
    Kamera Jan David Gunther
    Schnitt Ilya Gavrilenkov
    mit: Giulio Brizzi, Ladina von Frisching, Thomas Loibl, Livia Matthes, Jan Fassbender 

    Audiodeskriptionen, Untertitel und Hörverstärkung mit der Greta App

    Trailer:
    Ungeduld des Herzens [Offizieller Trailer DEUTSCH HD] – Ab 5. Februar im Kino
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  • Delegation

    Delegation

    Ein Film von Asaf Saban. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Wie Tausende ande­re jun­ge Menschen aus Israel reist eine Gruppe quer durch Polen, um an authen­ti­schen Schauplätzen etwas über die Geschichte ihrer Vorfahren und dere­nys­te­ma­ti­sche Vernichtung durch die deut­schen NS-Besatzer zu erfah­ren. Dabei wer­den Frisch, Ido, Nitz und ihre Klassenkamerad*innen nicht nur von Zeitzeugen beglei­tet, son­dern auch von Sehnsüchten und Sorgen, wel­che alle Teenager in die­sem Alter umtrei­ben – die ers­te Liebe, die ers­te Enttäuschung, die ers­te Identitätssuche, die ers­te Fernreise ohne den kon­trol­lie­ren­den Blick der Eltern.

    Das Coming-of-Age-Roadmovie zeigt einer­seits eine Reise, die pro­to­ty­pisch für jene Mischung aus hoch­emo­tio­na­ler Geschichtsstunde und Partytour ist, wie sie vie­le Jugendliche aus Israel erlebt haben, bevor sie in die Armee ein­ge­zo­gen wur­den. Gleichzeitig schil­dert der Film ein fili­gra­nes Beziehungsdreieck, das von einer Überdosis an Impressionen und Hormonen kräf­tig durch­ge­rüt­telt wird. Der Film schafft es gekonnt, die Bustour weder als blo­ßes Erinnerungskultur-Theater zu dis­kre­di­tie­ren noch sie pathe­tisch zu über­hö­hen. Vielmehr zeich­net er ein warm­her­zi­ges, glaub­wür­di­ges Panorama über das Erwachsenwerden und die Schwierigkeiten der
    Erinnerungskultur im 21. Jahrhundert – auch dank der her­aus­ra­gen­den Leistungen der jun­gen Hauptdarsteller*innen, allen vor­an Neomi Harari als drauf­gän­ge­ri­sche und gleich­zei­tig ver­letz­li­che Nitzan.
    [Rainer Mende]

    Credits:

    Ha’Mishlahat
    IL/PL/DE 2023, 101 Min., Polish, English, Hebrew
    OmU
    Regie: Asaf Saban
    Kamera: Bogumił Godfrejów
    Schnitt: Michal Oppenheim
    mit: Neomi Harari, Yoav Bavly, Leib Lev Levin,
    Ezra Dagan, Alma Dishy u. a.

    Trailer:
    Delegation | Trailer [HD]
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  • Faruk

    Faruk

    Ein Film von Aslı Özge. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Der über 90-jäh­ri­ge Faruk wird zuse­hends zur Hauptfigur des Films, den sei­ne Tochter über den dro­hen­den Abriss sei­nes Wohnblocks in Istanbul dreht. In der Hoffnung, den Abriss des Hauses, in dem er meh­re­re Jahrzehnte sei­nes Lebens ver­bracht hat, noch abzu­wen­den, besucht Faruk regel­mä­ßig Sitzungen der Gebäudeverwaltung. Während die Tochter ihren Vater filmt, begin­nen die Grenzen zwi­schen Realität und Fiktion zu ver­schwim­men.
    Gedreht an Originalschauplätzen, basie­rend auf wah­ren Begebenheiten und inspi­riert von rea­len Personen, gibt Aslı Özges neu­er Film Einblick in das Leben eines betag­ten Mannes in der leb­haf­ten Metropole Istanbul. Im Vordergrund ste­hen dabei neben den Folgen von Gentrifizierung auch die Verstrickungen inner­halb einer kom­ple­xen Vater-Tochter-Beziehung.

    Es ist schön zu sehen, wie spar­sam und bei­läu­fig Aslı Özge klei­ne Pointen setzt, so wie das Leben selbst: Was dem alten Mann an der zukünf­ti­gen Wohnung miss­fällt, ist nicht zuletzt, dass sie kei­nen Balkon mehr haben wird, nur einen fran­zö­si­schen. Dabei hat er sei­nen alten nie mehr benutzt. Nicht, seit sei­ne Frau gestor­ben war. Der lee­re Balkon bewahrt ihr Andenken.“ Kerstin Decker | Tsp.

    Credits:

    DE/TR/FR 2024, 97 Min., tür­ki­sche OmU
    Regie: Aslı Özge
    Kamera: Emre Erkmen
    Schnitt: Andreas Samland, Aslı Özge
    mit: Faruk Özge, Derya Erkenci, Gönül Gezer, Nurdan Çakmak, Semih Arslanoğlu, Fikret Özge

    Trailer:
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  • No Bears

    No Bears

    Ein Film von Jafar Panahi. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Jafar Panahi dreht dies­mal einen Film über ein Liebespaar, das mit gefälsch­ten Pässen nach Frankreich flüch­ten will – in der Türkei. Doch wie schafft das der ira­ni­sche Regisseur, der ein Arbeitsverbot hat und das Land nicht ver­las­sen darf? Panahi hat sich in eine Provinz nahe der ira­nisch-tür­ki­schen Grenze zurück­ge­zo­gen und gibt sei­nem Regieassistenten über eine höchst insta­bi­le Internetverbindung Anweisungen. Nachts tref­fen sie sich heim­lich zur Übergabe der Festplatte mit dem neus­ten Drehmaterial. Aber Panahis Filme sind stets mehr­di­men­sio­nal. Wie schon zuvor ver­webt er auch hier geschickt Fiktion und Wirklichkeit, denn auch das länd­li­che Dorf ist Schauplatz einer fik­ti­ven Geschichte – über einen Regisseur, der den staat­li­chen Repressionen zum Trotz ver­sucht, sei­ne Arbeit als Filmemacher fort­zu­set­zen. Obwohl er sich unauf­fäl­lig ver­hält, um nicht iden­ti­fi­ziert und den Behörden gemel­det zu wer­den, gerät er wegen eines ver­meint­lich geschos­se­nen Fotos in Schwierigkeiten. Er soll ein Liebespaar abge­lich­tet haben, aber der jun­ge Mann war nicht der Verlobte, dem das Mädchen ver­spro­chen ist. Schon bald steht das gan­ze Dorf Kopf.

    Auch in «No Bears» sind Panahis auto­bio­gra­fi­sche Erfahrungen und die Entstehungsbedingungen sei­nes Werks ein zen­tra­les Motiv. Er hat damit einen ein­drucks­vol­len, wenn auch für ihn gefähr­li­chen Weg gefun­den, für die Freiheit des Kunstschaffens im Iran zu kämp­fen. Darüber hin­aus ist «No Bears» eine viel­schich­ti­ge Parabel über den beklem­men­den Stillstand einer Gesellschaft und die pani­sche Ablehnung von Veränderung: in der Stadt unter dem Druck der Autoritäten, im Dorf in der Befangenheit des Aberglaubens. Wie macht man Kunst, um die Gesellschaft zum Wandel zu bewe­gen, wenn die­se es nicht will? Zu die­ser Frage kehrt «No Bears» immer wie­der zurück und ver­zwei­felt dabei lei­se an der Welt. Der Film gewann an den Filmfestspielen von Venedig den Spezialpreis der Jury, Jafar Panahi selbst wur­de im Juli erneut inhaf­tiert und vor Kurzem auf Kaution wie­der freigelassen.

    Credits:

    Khers nist 
    IR 2022, 107 Min., far­si OmU
    Regie: Jafar Panahi
    Kamera: Amin Jafari
    Schnitt: Amir Etminan
    mit: Naser Hashemi, Jafar Panahi, Vahid Mobasheri
    , Mina Kavani

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  • Souleymans Geschichte

    Souleymans Geschichte

    Ein Film von Boris Lojkine. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    In man­cher Hinsicht erin­nert Lojkines drit­ter Spielfilm an eine rasan­te Neuauflage des ita­lie­ni­schen Meisterwerks Fahrraddiebe und zeigt, wie die alte Geschichte aus der Nachkriegszeit auch heu­te pas­sie­ren könn­te oder sogar pas­siert – in einer Zeit, in der Einwanderer unter kata­stro­pha­len Bedingungen uner­gie­bi­ge, aber erwünsch­te Arbeiten in Städten auf der gan­zen Welt aus­üben, Jobs, die am unte­ren Ende einer von Gleichgültigkeit gepräg­ten Gig-Economy ste­hen.
    Der Film beglei­tet den Guineaner Souleymane auf sei­ner Fahrt durch die Pariser Boulevards, und wir erle­ben eini­ge der haar­sträu­bends­ten Fahrradszenen seit Buster Keaton. Die Kamera von Tristan Galand filmt die sich stän­dig ver­än­dern­de Hauptstadt Frankreichs mit ver­schwom­me­ner impres­sio­nis­ti­scher Schönheit, und bleibt dabei Souleyman, stets Mittelpunkt des Geschehens, in der vom Anstand gebüh­ren­der Nähe auf den Fersen. Der befin­det sich in einer pre­kä­ren Lage – nicht nur in Bezug auf den Verkehr, oder nach dem Diebstahl sei­nes Gefährts, son­dern auch wirt­schaft­lich und emo­tio­nal. Ständig unter der Kontrolle und in Zeitdruck, kann er auch schon mal gegen­über einem Restaurantbesitzer, der belei­di­gend ist und ihn war­ten lässt, sei­ne eige­ne Kontrolle ver­lie­ren. Die stän­di­gen Demütigungen zer­mür­ben den jun­gen Mann, und der bevor­ste­hen­de Prüfungstermin sei­nes Asylantrags tut das übri­ge.
    „Boris Lojkine erzählt die Geschichte eines Mannes, der aus Verzweiflung lügt, sich dabei ver­liert und schließ­lich in noch mehr Verzweiflung wie­der­fin­det. Und wir reagie­ren dar­auf für ein­mal nicht wie paw­low­sche Kinohunde mit Rührung und Schrecken und schnel­lem Vergessen, son­dern mit der Erkenntnis, das wir um den Schrecken ja wis­sen, dass uns uner­war­te­te Freundlichkeit gegen­über dem Protagonisten aus der fil­mi­schen Bahn wer­fen kann, und dass die Kulisse, die wir da sehen, die Welt ist, in der wir leben.“ Sennhausers Filmblog

    Credits:

    L’Histoire de Souleymane
    FR 2024, 93 Min., Französisch, Pular, Maninka OmU
    Regie: Boris Lojkine
    Kamera: Tristan Galand
    Schnitt: Xavier Sirven
    mit: Abou Sangare, Nina Meurisse, Alpha Oumar Sow, Emmanuel Yovanie, Younoussa Diallo, Ghislain Mahan, Mamadou Barry, Yaya Diallo, Keita Diallo

    Trailer:
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  • Winter in Sokcho

    Winter in Sokcho

    Ein Film von Koya Kamura.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    In Sokcho, einer klei­nen Stadt am Meer in Südkorea, führt die 23-jäh­ri­ge Soo-Ha ein rou­ti­nier­tes Leben zwi­schen den Besuchen bei ihrer Mutter, einer Fischhändlerin, der Beziehung zu ihrem Freund Jun-oh und ihrer Arbeit im Hotel. Normalerweise hat Soo-Ha im Winter nicht viel zu tun, da sich kaum jemand in den unspek­ta­ku­lä­ren Badeort ver­irrt. Doch die­ses Mal ist alles anders: Der fran­zö­si­sche Comickünstler Yan Kerrand checkt in dem Hotel ein, in dem sie arbei­tet. Gewissenhaft nimmt sie sich sei­ner an. Seine Ankunft weckt in Soo-Ha auch Fragen über ihre eige­ne Identität, denn ihr Vater, den sie nie ken­nen­lern­te, war Franzose.
    Während der Schnee die Stadt betäubt, beob­ach­ten sich die jun­ge Frau und der Zeichner gegen­sei­tig, prü­fen sich und knüp­fen eine zer­brech­li­che Verbindung. Es ist, als öff­ne­ten sich auf ihren lan­gen gemein­sa­men Ausflügen zwei ver­wun­de­te Seelen. Dabei ver­schwim­men die Grenzen zwi­schen Privatem und Beruflichem, reißt er doch unwis­sent­lich eine alte Wunde auf.
    „Nicht mit gro­ßen Emotionen ver­sucht so ‚Hiver à Sokcho‘ das Publikum zu über­wäl­ti­gen, son­dern schleicht sich gera­de mit sei­ner Zartheit und Beiläufigkeit lang­sam ins Herz ein, berührt und wirkt mit sei­nem aus­ge­präg­ten, aber unauf­dring­li­chen Stilwillen und sei­nem Feingefühl nach.“
    Walter Gaspari | film-netz.com

    Credits:

    Hiver à Sokcho
    FR 2024, 105 Min., Französisch, Koreanisch, Englisch OmU
    Regie: Koya Kamura
    Kamera: Élodie Tahtane
    Schnitt: Antoine Flandre
    mit: Bella Kim & Roschdy Zem

    Trailer:
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  • Schwesterherz

    Schwesterherz

    Ein Film von Sarah Miro Fischer. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Rose und ihr älte­rer Bruder Sam haben eine enge Bindung. Als Sam der Vergewaltigung beschul­digt wird, soll Rose im Rahmen der Ermittlungen gegen ihn aus­sa­gen. Das stellt sowohl die Beziehung der bei­den als auch Roses mora­li­sche Integrität auf die Probe.
    Regisseurin Sarah Miro Fischer erkun­det in Schwesterherz eine inni­ge Geschwisterbeziehung. Sie unter­sucht, inwie­fern die Nähe zu einer Person den Blick auf die Realität ver­stel­len kann und wel­che Ereignisse die Kraft haben, auch die engs­ten Bindungen zu zer­stö­ren. In ihrer Arbeit mit den Schauspieler*innen legt sie beson­de­ren Wert auf kör­per­li­chen Ausdruck, um Geschichten auch jen­seits des gespro­che­nen Worts erzäh­len zu können.

    Credits:

    DE/ES 2025, 96 Min.,
    In Deutsch (das meis­te) und Englisch, mit eng­li­schen und deut­schen Untertiteln
    Regie: Sarah Miro Fischer
    Kamera: Selma von Polheim Gravesen
    Schnitt: Elena Weihe
    mit: Marie Bloching, Anton Weil, Proschat Madani, Laura Balzer, Jane Chirwa

    Trailer:
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  • White Snail

    White Snail

    Ein Film von Elsa Kremser und Levin Peter. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Von zwei sehr ver­schie­de­nen Menschen, die der Welt abge­wandt erschei­nen und sich für eine Zeit Halt geben kön­nen, erzählt der ers­te Spielfilm des bis­her auf doku­men­ta­ri­sches spe­zia­li­sier­ten Regieduos Elsa Kremser und Levin Peter. Reine Fiktion ist es den­noch nicht, denn immer­hin spie­len die bei­den eine Version ihrer selbst.
    Mascha geht auf eine Modelschule und hat gute Chancen, danach in China zu arbei­ten. Der eini­ge Jahre älte­re Misha arbei­tet im Leichenschauhaus und ver­ar­bei­tet dies in dras­ti­schen Gemälden. Die im Film ange­leg­te Freundschaft zwi­schen der gra­zi­len, fast durch­schei­nend wir­ken­den jun­gen Frau und dem über und über täto­wier­tem, zurück­ge­zo­gen leben­den Maler ent­wi­ckelt sich, als Mascha nach einem Suizidversuch im Krankenhaus mit dem Tod eines Mitpatienten kon­fron­tiert wird. Fasziniert davon schleicht sie sich in das Leichenschauhaus, und lernt dort Misha ken­nen.
    „Zwei kon­trast­rei­che Welten – bei­de um den Körper und sei­ne Darstellung zen­triert, doch auf zutiefst unter­schied­li­che Weise aus­ge­drückt – brin­gen wir in einem fik­tio­na­len Gefüge gezielt zum Zusammenstoß. Gemeinsam träu­men sie vom Ausbruch, doch ihre Hoffnungen wer­den gefes­selt von Angst und Scham – der Scham, als Künstler unge­se­hen zu blei­ben, der Scham im Kampf mit
    Depressionen. Im Zentrum der Geschichte steht ein grund­le­gen­der Konflikt: die Wahl, sich einem ande­ren zu öff­nen und dadurch Verletzungen zu ris­kie­ren – oder sich zu iso­lie­ren und Einsamkeit und Stillstand zu akzep­tie­ren. …
    Mit White Snail wol­len wir Verbundenheit spür­bar machen – das Gefühl, in unse­ren Kämpfen nicht allein zu sein, und den Mut, unse­re Schwächen nicht zu ver­ber­gen. Wir möch­ten sicht­bar machen, was meist ver­bor­gen bleibt – jen­seits von Nostalgie und ost­eu­ro­päi­schen Klischees. Wir erzäh­len von einem Land, des­sen Stimmen nur noch sel­ten über sei­ne Grenzen hin­aus­drin­gen.“ Regiekommentar
    „Kemser und Peter fol­gen nie den gän­gi­gen Prinzipien und Mustern vie­ler inhalt­lich ähn­lich aus­ge­rich­te­ter Romanzen.… ruhig und gemäch­lich ent­wi­ckelt sich die Verbindung der bei­den Hauptcharaktere in die­sem unkon­ven­tio­nel­len, dring­li­chen Mix aus Drama und Romanze.“ Filmstarts.de 


    Credits:

    DE/AT 2025, 115 Min., Russian, Belarusian, English, Mandarin OmU
    Regie: Elsa Kremser, Levin Peter
    Kamera: Mikhail Khursevich
    Schnitt: Stephan Bechinger
    mit: Marya Imbro, Mikhail Senkov

    Trailer:
    WHITE SNAIL – Offizieller Trailer
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