Ein Film von George Sluizer.
„Von Euch vergiftet, von uns verflucht“, nennen die Indianer ihre ehemalige Heimat, die, überzogen von Strahlung aus den Atomtests, für Jahrtausende unbewohnbar bleiben wird. In diese Wüste hat sich Boy, ein verstörter junger Mann mit indianischem Wurzeln, nach dem Strahlentod seiner Frau zurückgezogen. Buffy und Harry, ein Schauspielerpaar aus Hollywood auf Beziehung-Rettungs-Urlaub, stranden in der Nähe von Boys Hütte und sind auf seine Hilfe angewiesen. Schnell wird klar, dass Buffy sein Interesse geweckt hat, aber sie und ihr arroganter Ehemann ahnen noch nicht, dass sie in eine Falle geraten sind. River Phoenix (Boy) war eines der vielversprechenden Schauspielertalente der frühen 90er Jahre, zusammen mit heutigen Stars wie Johnny Depp, Christian Slater oder Keanu Reeves, an dessen Seite er in Gus van Sant’s MY PRIVATE IDAHO beeindruckte. Kurz vor Ende der Dreharbeiten zu DARK BLOOD versagte sein Herz plötzlich nach einer Nacht mit verschiedenen und vor allem zu vielen Drogen. Nach dem Aus für den Film fiel das Material an die Versicherung. Erst 2012 konnte der Regisseur sein Werk beenden, das die Berlinale, wo er 2013 im Wettbewerb zu sehen war, einen »existenzialistischen Spätwestern von suggestiver Kraft« nannte.
»Sluizer hat den Film neu geschnitten, teilweise mit der Stimme von Rivers Bruder Joaquin nachsynchronisiert und die Leerstellen nicht mit neu gedrehten Szenen kaschiert, sondern deutlich ausgestellt: Während das Bild immer wieder einfriert, liest Sluizer die fehlenden Passagen aus dem Off vor. Diese Rekonstruktion ist zweifellos ein interessantes Experiment, .… Dabei drängt sich vor allem die Frage auf, ob das fehlende vierte Stuhlbein, wie Sluizer es nennt, schmerzhaft spürbar macht, was hier für ein Film hätte entstehen können oder, im Gegenteil, ob die offensichtliche Unfertigkeit eine Bereicherung darstellt, weil sie der Vorstellungskraft des Zuschauers Raum lässt.« Michael Kienzl, critic.de
Nl 2012, 86 Min., engl. OmU
Regie: George Sluizer
Kamera: Edward Lachman
Schnitt: Michiel Reichwein
mit: River Phoenix Judy Davis Jonathan Pryce Karen Black
Boy, a young widower with native American roots, lives in a desert in the USA contaminated by nuclear tests. In this desolate place, surrounded by katchina dolls which the indigenous population believes possess magical powers, he awaits the end of the world. His refuge is suddenly invaded by Harry and Buffy, a couple second honeymooning in an attempt to save their marriage. When their Bentley breaks down in the middle of nowhere, Boy offers to help. But then, hoping to cross over into a better world with Buffy, he starts treating them like prisoners. When Dark Blood’s leading actor River Phoenix died suddenly ten days before the end of the shoot in 1993, the film’s insurance company became the owner of the unfinished material. Years later, director George Sluizer managed to save his footage from being destroyed. In January 2012 he decided to finish the film by reading aloud off-screen the missing scenes from the screenplay. The resulting work is an existentialist latter-day Western which derives much of its evocative power from the presence of its leading man, who was himself teetering on the brink of death.
Nl 2012, 86 Min., engl. OmU
Regie: George Sluizer
Kamera: Edward Lachman
Schnitt: Michiel Reichwein
mit: River Phoenix Judy Davis Jonathan Pryce Karen Black
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