Zwischen den Zeilen

Ein Film von Oli­vi­er Assay­as.

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Tat­säch­lich, es gibt sie noch, die fran­zö­si­schen Fil­me ohne Mon­sieur – Madame – Made­moi­sel­le, Blu­men­na­men oder Lebens­mit­tel im Titel – und sie kön­nen auch anders. Statt es mit dem rech­ten Poli­tik­ein­schlag so rich­tig lus­tig kra­chen zu las­sen, begnügt sich Regis­seur Oli­vi­er Assay­as mit poin­tiert tref­fen­den Dia­lo­gen, und anstel­le eines woh­lig-gefüh­lig-hei­me­li­gen Set­tings kon­zen­triert sich der Film auf die Ver­stri­ckun­gen und Aus­ein­an­der­set­zun­gen sei­ner her­vor­ra­gend dar­ge­stell­ten und pro­mi­nent besetz­ten Protagonist*innen: Sele­na (Juli­et­te Bino­che) ist eine bekann­te Schau­spie­le­rin, die sich mitt­ler­wei­le auch als Dar­stel­le­rin in Action-TV-Seri­en ver­dingt. Ihr Mann Alain (Guil­lau­me Canet) lei­tet einen Pari­ser Buch­ver­lag, der sich mit der Digi­ta­li­sie­rung her­um­schlägt. Leo­nard (Vin­cent Macai­gne) ist als Schrift­stel­ler, der zumeist sei­ne eige­nen Affä­ren, not­dürf­tig ver­schlüs­selt, in Roma­ne fasst, einer sei­ner lang­jäh­ri­gen Autoren. Sei­ne Frau Vale­rie (Nora Ham­za­wi) ist in der Poli­tik, im Büro eines sozia­lis­ti­schen Abge­ord­ne­ten, tätig. Als im Ver­lag neu ange­stell­te Fach­frau für alle neu­en Medi­en ergänzt die jun­ge, smar­te Lau­re (Chris­ta Thé­ret) die Run­de. Man trifft sich, geht aus, ist befreun­det – man­che dabei enger, als ande­re es wis­sen soll­ten. Allen ist jedoch gemein­sam, dass sie sich mit neu­en Ent­wick­lun­gen in ihrem beruf­li­chen Umfeld aus­ein­an­der­set­zen müs­sen.

… Abso­lut nah an der Gegen­wart wird hier in einem fort über Twit­ter, E‑Books, süch­tig­ma­chen­de Seri­en und Fake News gespro­chen, über den Unter­gang der Buch­kri­tik, die digi­ta­le Tran­si­ti­on und über Dich­tung und Wahr­heit. Aber Reden ist nicht alles: Mit sanf­ter, melan­cho­li­scher Hei­ter­keit ent­blößt der Regis­seur die Dop­pel­le­ben sei­ner Hel­den und zeigt dabei, wie vie­les sich doch auch gleich bleibt, selbst wenn stän­dig von Neue­run­gen und Umbrü­chen die Rede ist.“ (Bar­ba­ra Schwei­zer­hof | Vien­na­le)

 
Credits:

Dou­bles vies
Frank­reich 2018, 107 Min., frz. OmU
Regie +Buch: Oli­vi­er Assay­as
Kame­ra: Yorick le Saux
Schnitt. Simon Jac­quet
mit: Juli­et­te Bino­che, Guil­lau­me Canet, Vin­cent Macai­gne, Nora Ham­za­wi

Ter­mi­ne:

  • noch kei­ne oder kei­ne mehr

 
Trai­ler: