Burning

Ein Film von Lee Chang-dong,

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Es braucht Zeit, aus einer Kurzgeschichte einen 148-minü­ti­gen guten Film zu machen. Nach sei­nem letz­ten Werk, dem wun­der­ba­ren POETRY, hat sich Lee Chang-dong acht Jahre genom­men, und jetzt kommt der beein­dru­cken­de Nachfolger zu unse­rem Glück tat­säch­lich ins Kino. Die Vorlage, Haruki Murakamis Scheunenabbrennen ist schon genau­so mys­te­ri­ös wie der Palmen-Anwärter im Wettbewerb von Cannes 2018, nur gibt der Film der Geschichte zusätz­lich einen ruhig-lang­sa­men Spannungsaufbau und betö­ren­de Bilder. Jong Su liebt Geschichten von William Faulkner, so sagt er, und will als Schriftsteller in sei­ne Fußstapfen tre­ten. Erstmal aber lebt er von Lieferjobs. Haemi arbei­tet als Gelegenheits-Model und sucht Sinn in ihrem Leben. Als die bei­den sich zufäl­lig über den Weg lau­fen, behaup­tet sie, Klassenkameraden gewe­sen zu sein (er habe sie schlimm gemobbt), er kann sich nicht erin­nern. Die Affäre zwi­schen bei­den jun­gen Leuten ist zu Ende, kaum dass sie begon­nen hat, da Haemi zwecks Sinnsuche nach Kenia reist. Jong Su darf sich der­weil um ihre Katze küm­mern, die er und auch wir trotz der Winzigkeit der Wohnung aller­dings nie zu sehen bekom­men. Zurück aus Afrika hat Haemi den wohl­ha­ben­den, ele­gan­ten und ver­wöhn­ten Ben im Schlepptau, der auch spä­ter immer mit dabei ist. Jong Su, der sich neu­er­dings auch um den Hof des ver­haf­te­ten Vaters küm­mern muss, arran­giert sich trotz sei­ner Eifersucht gezwun­ge­ner­ma­ßen mit dem selt­sa­men Dreiecksverhältnis. Doch Ben ver­hält sich zuneh­mend merk­wür­dig, und eines Tages ist Haemi spur­los ver­schwun­den. Jong Su ver­liert lang­sam den Boden unter den Füßen.

Ein hoch intel­li­gen­tes und geheim­nis­vol­les Puzzlespiel, das mit den sagen­haft kla­ren Bildern von Kameramann Hong Kyung-Pyo nicht nur von Rachefantasien, Neid und sexu­el­ler Frustration erzählt, son­dern auch von der unzu­ver­läs­si­gen Kraft der Fiktion. Burning ist erwach­se­nes Kino. Klug, hin­ter­grün­dig und rät­sel­haft, ver­gleich­bar nur mit Michelangelo Antonionis Meisterwerk Blow Up.“ Patrick Wellinski | 14 films around the world

 
Credits:

Beoning
Südkorea 2018, 148 Min., Koreanische OmU
Regie: Lee Chang-dong
Buch: Haruki Murakami, Lee Chang-dong, Jungmi Oh
Kamera: Kyung-Pyo Hong
Schnitt: Da-won Kim, Hyun Kim
mit: Ah-in Yoo, Steven Yeun, Jong-seo Jeon, Joong-ok Lee, Ja-Yeon Ok

Termine:

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Trailer: