Sworn Virgin

Ein Film von Laura Bispuri. Ab 23.6. im fsk.

Hanas  Heimat ist eine ein­sa­me Bergregion in Albanien. Dort gibt es nur eine Möglichkeit, tra­dier­ten Geschlechterrollen zu ent­kom­men. Um glei­che Rechte wie ein Mann zu haben und nicht nach der Heirat als Eigentum des Ehemanns zu enden, kön­nen Frauen nach den Regeln des tra­dier­ten Gewohnheitsrechts, auch Kanun genannt, den Schwur ewi­ger Jungfräulichkeit able­gen. Da Hana ihre Freiheit wich­ti­ger ist als ihre Weiblichkeit, ent­schei­det sie sich für die­sen Weg und heißt fort­an Mark. Zehn Jahre lang behält sie die­sen Status. Doch als ihr Vater stirbt, ergreift sie die Gelegenheit und bricht aus. Sie reist zu ihrer Schwester Lila, die sich schon vor Jahren mit ihrem Liebhaber nach Italien abge­setzt hat und nun in Mailand wohnt.  Lila ist von dem über­ra­schen­den Besuch nicht gera­de erbaut, hilft ihrer Schwester aber dann doch.
Ein Film vol­ler Gegensätze: Mann und Frau, Land und Stadt, Albanien und Italien, Reich und Arm, ste­hen sich in die­ser gleich­wohl sprö­den wie ein­fühl­sa­men Genderstudie gegen­über. Laura Bispuri kommt mit weni­gen Dialogen aus, setzt dafür mehr auf Blicke, Gesten und Bilder. Von der Gegenwart springt die Handlung immer wie­der zurück in die Vergangenheit, was einen ste­ti­gen Geschlechtertausch und inter­es­san­te Perspektivwechsel zur Folge hat.
(Programmkino.de)

Diese Tradition ist leben­dig und real, aber nur in den Bergen, in ent­le­ge­nen Gegenden.
Diese Entscheidung zu einem Leben als Mann und als ewi­ge Jungfrau wird aus den unter­schied­lichs­ten Gründen getrof­fen: weil sie so mehr Freiheit genie­ßen, weil sie nicht hei­ra­ten wol­len oder weil sie viel­leicht das Gefühl haben, dass sie im Innersten eher ein Mann sind. Gesellschaftlich wird als wich­tigs­ter Grund für die Entscheidung ange­se­hen: wenn in einer Familie kei­ne Söhne gebo­ren wer­den, wird eine der Töchter als Sohn auf­ge­zo­gen. Jedoch gilt für alle: die Entscheidung wird mit 11 oder 12 Jahren getrof­fen, wenn die Mädchen noch nicht sehr reif sind”   Laura Bispuri

OT: Vergine giurata

Italien / Schweiz / Deutschland / Albanien 2015, 90 Min., 
alba­nisch, ita­lie­nische OmU

Regie: Laura Bispuri
Buch: Francesca Manieri, Laura Bispuri, 
nach einem Buch von Elvira Dones
Kamera: Vladan Radovic
Schnitt: Carlotta Cristiani, Jacopo Quadr

mit
Alba Rohrwacher
Flonja Kodheli
Lars Eidinger
Luan Jaha
Bruno Shllaku