Pause

pause

Ein Film von Mathieu Urfer. Ab 9.6. im fsk.

Manch­mal ist es ein­fach gut, kei­ne all­zu gro­ßen Ambi­tio­nen zu hegen. Musi­ker Sami ist zufrie­den damit, mit sei­nem alten Alko­ho­li­ker­freund Fér­nand durch die Loka­le zu zie­hen und sei­ne Country-Musik zu spie­len. Er kom­po­niert und tüf­telt an Songs. Und er lebt eben gera­de wie­der in sei­nem Auto, weil ihn sei­ne Freun­din nach vier Jah­ren raus geschmis­sen hat.
Das erklärt er Julia, die er an einer Tank­stel­le trifft. Und vier Jah­re spä­ter ist er mit Julia am glei­chen Punkt. Manch­mal ist es ein­fach gut, kei­ne all­zu gro­ßen Ambi­tio­nen zu hegen, hat sich glück­li­cher­wei­se wohl auch Dreh­buch­au­tor, Regis­seur und Musi­ker Mathieu Urfer gesagt, als er sich auf sei­nen ers­ten Spiel­film vor­be­rei­tet hat.
Das ist dar­um ein Glück, weil er aus der Ver­qui­ckung der roman­ti­schen Komö­die und dem Musi­k­er­film ein erstaun­li­ches Maxi­mum her­aus­holt. Was der Geschich­te an Exo­tik abgeht, ersetzt er durch sze­ni­sche Ein­fäl­le, ori­gi­nel­le Erzähl­wei­se, char­man­te Sze­nen, star­ke Schau­spie­ler und sei­ne eige­ne, mit­rei­ßen­de Musik.
Der Titel ist auch fast schon der Plot. Wenn die Frau davon läuft, oder einen ande­ren hat, erklärt der Alte dem Jun­gen, dann ist das nicht so schlimm. Dra­ma­ti­sch wird es erst, wenn sie dich scho­nen will und nach einer Bezie­hungs­pau­se ver­langt. Und das tut Julia dann natür­li­ch und Sami geht in Over­dri­ve, bzw. ver­sinkt in Selbst­mit­leid, abwechs­lungs­wei­se.
Irgend­wo in Pau­se steckt der Geist eines Ber­li­ner oder New Yor­ker Szene-Films, der sich nach Lau­san­ne ver­irrt hat. Und dem es da gefällt. Zwi­schen dem gross­ar­ti­gen Vete­ra­nen André Wilms und Aki Kau­ris­mä­kis Kame­ra­mann Timo Sal­mi­nen ent­fal­ten eine gan­ze Rei­he von Jung­schau­spie­lern ihre Talen­te, ver­sprü­hen bors­ti­gen Char­me und einen Unter­ton von Wahr­haf­tig­keit und Weh­mut. (aus: Senn­hau­sers Film­blog)

CH 2014, 82 Min., frz. OmU
Buch & Regie: Mathieu Urfer
Kame­ra: Timo Sal­mi­nen
Schnitt: Yan­nick Leroy
mit: Bap­tis­te Gil­lié­ron, Julia Fau­re, André Wilms, Nils Alt­haus, Roland Vouil­loz, Nicole Letup­pe