Prélude

Ein Film von Sabri­na Sara­bi. Ab 29.8. im fsk.

[Credits] [Ter­mi­ne] [Trai­ler]

Da ist der deut­sche Wun­der­kna­be“ wird der 19-jäh­ri­ge David von sei­nem Kom­mi­li­to­nen Wal­ter begrüßt, gera­de ein­ge­trof­fen an sei­nem neu­en Zuhau­se. Die bei­den wer­den in mehr­fa­cher Hin­sicht Kon­kur­ren­ten wer­den, beim Kla­vier­stu­di­um wie bei der Lie­be. Wal­ter ist extro­ver­tiert und ver­sucht, die Situa­ti­on mit über­heb­li­chem Witz zu meis­tern. Der eher in sich gekehr­te David, der als gro­ßes und viel­ver­spre­chen­des Talent gilt, wird jedoch zuneh­mend zu sei­nem eige­nen Feind. Dazu trägt auch die berech­nend-süf­fi­san­te Art sei­ner kom­pe­ten­ten Leh­re­rin bei, die ihre Schü­ler enorm her­aus­for­dert und undurch­sich­tig zwi­schen auto­ri­tär und behut­sam pen­delnd agiert. Ehr­gei­zig sind alle, die Stu­die­ren­den am Musik­kon­ser­va­to­ri­um, die Leh­ren­den, die einen Ruf zu ver­lie­ren haben und die Talents­couts, die nur die Bes­ten aus­su­chen dür­fen. Dem eige­nen und äuße­ren Leis­tungs­druck sind nicht alle der jun­gen Musiker*innen gewach­sen. Es bau­en sich zwar Freund­schaf­ten in der ein­ge­grenz­ten Cam­pus­ge­mein­schaft auf, Kon­kur­renz­den­ken ist jedoch gefragt und wird, hier bei­spiels­wei­se über die Aus­wahl für ein begehr­tes Sti­pen­di­um in New York, vor­sätz­lich geför­dert. Auch das Leben in den kalt aus­ge­stat­te­ten Räu­men der Lehr­an­stalt erscheint unge­müt­lich, unter­stri­chen von den Geräu­schen – dem Knar­ren der Stu­fen, Quiet­schen der Türen und vom ewi­gen Ping-Pong im Hof.

Wie die Tril­ler, die David in atem­be­rau­bend geschnit­te­nen Sequen­zen in der Mit­te des Films sto­isch übt und die sich zu einem Score vol­ler trei­ben­der Rhyth­mik und ener­vie­ren­der Mono­to­nie aus­brei­ten, ist Sabri­na Sara­bis Spiel­film­de­büt Pré­lude ein Werk vol­ler Musi­ka­li­tät und extrem rhyth­misch kom­po­niert. Die Musik­stü­cke, das stak­ka­to­haf­te Kla­cken des Tisch­ten­nis­balls, der vor Davids Woh­nung von Wal­ter mit beses­se­ner Inbrunst gespielt wird … — all das erzeugt einen nicht nur musi­ka­li­schen Sog, son­dern gibt dem ruhi­gen Dra­ma, das bis­wei­len eher an einen Psy­cho­thril­ler der bedäch­ti­gen Art erin­nert, auch dra­ma­tur­gisch Dri­ve und Tem­po. … eine Stu­die über Ver­ein­sa­mung und nicht nur musi­ka­li­sche Obses­sio­nen, unter­drück­te Wut und offen­sicht­li­che Ver­sa­gens­angst, über Abhän­gig­keits­ver­hält­nis­se und deren Fol­gen.“ Joa­chim Kurz | kino-zeit

 

 
Credits:

DE 2019, 95 min.
Buch und Regie: Sabri­na Sara­bi
Kame­ra: Max Preiss
Schnitt: Han­nah Schwe­gel, Jan von Rimscha
mit: Lou­is Hof­mann, Liv Lisa Fries, Johan­nes Nuss­baum, Ursi­na Lar­di, Jen­ny Schi­ly, Sas­kia Rosen­dahl

Ter­mi­ne:

Do., 29. Aug.:Fr., 30. Aug.:Sa., 31. Aug.:So., 1. Sep.:Mo., 2. Sep.:Di., 3. Sep.:Mi., 4. Sep.: