Ein Film von Raoul Peck.
1979 begann James Baldwin die Arbeit an seinem letzten, unvollendet gebliebenen Buch, dem er den Titel „Remember this house“ gab. Er reflektiert sein Verhältnis zum Civil Rights Movement der Afroamerikaner und einigen ihrer prominentesten Vertreter: Martin Luther King, Malcolm X, Medgar Evers.
Alle drei wurden ermordet. Baldwin selber ging Ende der 40er Jahre nach Paris, weil er den Rassismus in den USA nicht länger ertragen wollte. Später kehrte er in die USA zurück, literarisch bereits anerkannt und mit dem Willen, den politischen Protest und den Kampf um die Gleichberechtigung der Afroamerikaner mitzutragen. Unter dem Eindruck der Brutalität der Auseinandersetzungen zog er 1970 aber wieder zurück nach Frankreich und blieb dort.
James Baldwin hatte ein unglaublich feines Gespür für die Unterdrückungsmechanismen der Gesellschaft entwickelt und literarisch umgesetzt. Denn er litt sowohl unter dem alltäglichen Rassismus als auch unter der Diskriminierung als Homosexueller und der damit verbundenen Ausgrenzung. Sein letztes Manuskript nahm Raoul Peck als Grundlage für diesen Film:
„Raoul Peck inszeniert die 30 bislang unveröffentlichten Manuskriptseiten mit einer fulminanten Collage von Archivfotos, Filmausschnitten und Nachrichten-Clips: die Boykottinitiativen und den Widerstand gegen die Rassentrennung in den 1950er- und 60er-Jahren, die Unsichtbarkeit von Schwarzen in den Kinomythen Hollywoods, afroamerikanische Proteste gegen weiße Polizeigewalt bis in die jüngste Gegenwart, Baldwins kompliziertes Verhältnis zur Black-Power-Bewegung, den paranoiden Blick eines FBI-Berichts auf dessen Homosexualität. Ein prägnanter und verstörender Essay über die bis heute vom Mainstream weitgehend ausgeblendete Wirklichkeit schwarzer Amerikaner. Samuel L. Jacksons Stimme verleiht der poetisch-meditativen Sprache Baldwins einen angemessenen Ausdruck.“
Berlinale 2017, „Remember this house“ lief im Panorama
Frankreich / USA / Belgien / Schweiz 2016, 93 Min., engl. OmU
Regie: Raoul Peck
Buch: James Baldwin, Raoul Peck
Kamera: Henry Adebonojo, Bill Ross, Turner Ross
Schnitt: Alexandra Strauss
Mit
James Baldwin
Samuel L. Jackson (Erzähler)
Malcolm X
Martin Luther King Jr.
Medgar Evers
Lorraine Hansberry
In June 1979 renowned US writer James Baldwin began work on his last, unfinished text ‘Remember this House’. His personal memories of his three murdered civil rights friends Malcolm X, Medgar Evers and Martin Luther King and his reflections on his own painful experiences as a black American serve to re-write American history.
Raoul Peck has turned these thirty hitherto unpublished pages into a powerful collage of archive photographs, excerpts from films and newsreel footage: the boycotts and the resistance against racial segregation in the 1950s and 1960s, the invisibility of black Americans in Hollywood’s legendary works, the Afro-American protests against white police brutality that continue to take place even today, Baldwin’s complex relationship with the Black Power Movement and one FBI report’s paranoid view of Baldwin’s homosexuality. A trenchant and disturbing essay about the reality of the lives of African Americans – lives that are still largely ignored by America’s mainstream. Samuel L Jackson’s voice lends Baldwin’s poetic, meditative language suitable expression.
Frankreich / USA / Belgien / Schweiz 2016, 93 Min., engl. OmU
Regie: Raoul Peck
Buch: James Baldwin, Raoul Peck
Kamera: Henry Adebonojo, Bill Ross, Turner Ross
Schnitt: Alexandra Strauss
Mit
James Baldwin
Samuel L. Jackson (Erzähler)
Malcolm X
Martin Luther King Jr.
Medgar Evers
Lorraine Hansberry
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