filmPOLSKA 2020

Das pol­ni­sche Film­fes­ti­val in Ber­lin fin­det die­ses Jahr vom 27.August bis 2. Sep­tem­ber statt:

Die Fil­me im fsk:

Do., 27. Aug.:Fr., 28. Aug.:Sa., 29. Aug.:So., 30. Aug.:Mo., 31. Aug.:Di., 1. Sep.:Mi., 2. Sep.:
  • film­POL­S­KA: Love and Empty Words um 20:30

  • Wind. A Docu­men­ta­ry Thril­ler / Wiatr. Thril­ler doku­men­tal­ny

    PL 2019, R/B: Mich­ał Bielawski, 75 min, OmeU
    K: Bar­tek Solik, S: Hubert Pusek, M: Lukáš Kobe­la

    Podha­le, die süd­polni­sche Regi­on am Fuß der Kar­pa­ten, ist eine beschau­li­che, länd­li­che Gegend. Es gibt hüb­sche Land­schaf­ten, pit­to­res­ke Holz­häu­ser und exzel­len­ten Räu­cher­kä­se – hier könn­te das Para­dies sein. Aber hier gibt es auch den Hal­ny – ein Wet­ter­phä­no­men, das den Ein­woh­nern das Leben schwer macht. In unre­gel­mä­ßi­gen Abstän­den wälzt sich die­ser war­me, tro­cke­ne Fön­wind ins Tal und reißt alles mit, was nicht fest­ge­na­gelt oder tief ver­wur­zelt ist.

    Auch an Mensch und Tier geht der gewal­ti­ge Sturm nicht spur­los vor­bei. Die rapi­de Druck­ver­än­de­rung, ver­bun­den mit einem plötz­li­chen Tem­pe­ra­tur­an­stieg, macht Kreis­lauf und Psy­che zu schaf­fen. Die Selbst-/Mord­ra­te steigt, die Men­schen kämp­fen mit Depres­sio­nen, mög­li­cher­wei­se geht sogar die eine oder ande­re Revo­lu­ti­on auf das Kon­to des Hal­ny.

    Bielaw­ski wirft sich furcht­los mit­ten in die Natur­ge­wal­ten und schil­dert in atem­be­rau­ben­den Bil­dern, wie die Ein­hei­mi­schen mit ihrem Schick­sal und dem unsicht­ba­ren, unbe­re­chen­ba­ren Geg­ner rin­gen.

    Mich­ał Bielaw­ski stu­dier­te Inter­dis­zi­pli­nä­re Geis­tes- und Gesell­schafts­wis­sen­schaft in War­schau. Er dreh­te zahl­rei­che Doku­men­tar­fil­me und ‑seri­en, die sich sowohl mit Film und Kino als auch mit Sport beschäf­tig­ten.

    27/08/2020, 20:30,  [Tickets]

    Vor­film: Staw­ber­ry Boys, 20´, OmeU


    Super­no­va

    PL 2019, R/B: Bart­osz Kruhlik, 78 min, OmU
    K: Mich­ał Dym­ek, S: Mag­da­le­na Chowańs­ka, M: Endy Iden,
    D: Marek Braun, Mar­cin Hyc­nar, Mar­cin Zar­ze­cz­ny, Agnieszka Ski­bicka u.a.

    Eine son­nen­über­flu­te­te som­mer­li­che Dorf­stra­ße. Nichts pas­siert, die Luft flirrt, eine Kuh schiebt sich behä­big durch das Bild. Kein guter Ort für gro­ßes Kino? Oh doch, denn in nur weni­gen Minu­ten ent­wi­ckelt sich hier aus einem Fami­li­en­krach und einem Ver­kehrs­un­fall eine Tra­gö­die anti­ker Dimen­sio­nen, die in rasen­der Unum­kehr­bar­keit immer mehr Betei­lig­te in ihren Stru­del zieht. In der Zei­tung wären die­se Ereig­nis­se maxi­mal eine Rand­no­tiz wert, aber aus der schmerz­haf­ten Nähe der uner­müd­li­chen Kame­ra sind sie unend­lich tra­gisch, weil schmerz­haft mensch­lich.

    Dem Über­ra­schungs-Debü­tan­ten Kruhlik gelingt es, auf kleins­tem Raum, mit spar­sa­mer Aus­stat­tung (Hand­ka­me­ra, Ver­zicht auf Musik und künst­li­ches Licht) und einem klei­nen, aus unver­brauch­ten Gesich­tern bestehen­den Ensem­ble nahe­zu in Echt­zeit ein Dra­ma zu ent­wi­ckeln, das den Zuschau­er förm­lich ein­saugt. Dar­über hin­aus ver­mit­telt die Hand­lung in ihrer All­täg­lich­keit eine Meta­ebe­ne: Eine Super­no­va ist ein hell explo­die­ren­der Stern kurz vor sei­nem Unter­gang, eine ster­ben­de Welt – und gleich­zei­tig der Beginn von etwas Neu­em.

    Bart­osz Kruhlik (geb. 1985) stu­dier­te Regie in Łódź und dreh­te ein Dut­zend Kurz- und Doku­men­tar­fil­me, mit denen er diver­se Prei­se gewann. „Super­no­va“ ist sein Lang­spiel-Debüt.

    28/08/2020, 20:30 (mit online-Gast: Bart­osz Kruhlik), [Tickets]

    Vor­film: Chrys­tus Naro­du / Christ of Nati­on, 9´, OmeU,


    All for my mother / Wszyst­ko dla mojej mat­ki

    PL 2019, R/B: Mał­gorz­a­ta Imiels­ka, 103 min, OmU
    K: Tomasz Nau­mi­uk, S: Agnieszka Glińs­ka, M: Włod­zi­mierz Paw­lik,
    D: Zofia Doma­lik, Jowi­ta Bud­nik u.a.

    Ola (gran­di­os: Zofia Doma­lik) hat es im Leben nie leicht gehabt. Mit fünf Jah­ren wur­de sie ihrer Mut­ter, einer Leis­tungs­sport­le­rin, weg­ge­nom­men. Bei den Adop­tiv­el­tern ging es ihr nicht viel bes­ser und so sitzt sie nun in einer trost­lo­sen Anstalt für straf­fäl­lig gewor­de­ne Mäd­chen und hat nur einen Wunsch: Sie will ihre Mut­ter wie­der­fin­den, denn sie ist davon über­zeugt, dass die­se ihre Toch­ter wie­der in die Arme schlie­ßen will.

    Olas Vor­teil: Sie kann lau­fen. Sie kann durch­hal­ten, auch wenn die Kräf­te schwin­den. Und sie kann sich immer wie­der auf­rap­peln, wenn sie gestürzt ist – im wört­li­chen wie im über­tra­ge­nen Sin­ne. Und sie stürzt oft, denn das Leben rollt ihr unun­ter­bro­chen Hin­der­nis­se in den Weg.

    Imiels­ka gibt uns ein Gen­re zurück, das in Polen einst Meis­ter­wer­ke her­vor­brach­te und in den letz­ten Jah­ren etwas in Ver­ges­sen­heit geriet – das klas­si­sche Sozi­al­dra­ma. Sie führt uns in Wel­ten, die sonst für uns ver­schlos­sen sind, und erzählt dabei trotz­dem eine uni­ver­sa­le Geschich­te, die mit jedem von uns etwas zu tun hat.

    Mał­gorz­a­ta Imiels­ka (geb. geb. 1969) stu­dier­te in Kraków sowie Kato­wice und dreh­te knapp 30 Doku­men­tar­fil­me, bevor sie mit „Wszyst­ko dla mojej mat­ki“ ihren ers­ten Spiel­film auf die Lein­wand brach­te.

    29/08/2020, 20:30 (mit online-Gast: Mał­gorz­a­ta Imiels­ka), [Tickets]

    Vor­film: Mar­cel, 25´, OmeU


    Cor­pus Chris­ti / Boże Ciało

    PL 2019, R: Jan Koma­sa, 115 min, OmU
    B: Mateusz Pace­wicz, K: Pio­tr Sobociń­ski jr., S: Przemys­ław Chruście­lew­ski, M: Evgue­ni Gal­pe­ri­ne, Sacha Gal­pe­ri­ne
    D: Bart­osz Bie­le­nia, Alek­san­dra Konie­cz­na, Eli­za Rycem­bel, Tomasz Zię­tek u.a.

    In der Logik des Chris­ten­tums ist Gott nicht nur in der Kir­che prä­sent, son­dern über­all. Auch in der Straf­an­stalt für jun­ge Män­ner, in der wir Dani­el ken­nen­ler­nen – einen fra­gi­len Jun­gen mit kla­rem, unschul­di­gen Blick, der bei den Knast-Got­tes­diens­ten auf­blüht und doch als Vor­be­straf­ter kei­ne Chan­ce hat, jemals Pries­ter zu wer­den.

    Beim Arbeits­ein­satz in einem Kar­pa­ten­dorf bie­tet sich plötz­lich unver­hofft die Gele­gen­heit: Der jun­ge Mann wird für einen Geist­li­chen gehal­ten und schlüpft zuneh­mend bereit­wil­lig in die ersehn­te Rol­le. Und es geschieht das Erstaun­li­che: Die Men­schen hören ihm zu, wenn er im Free­style zu ihnen spricht. Zuneh­mend beginnt er, sich in die Geschi­cke des Dorfs ein­zu­mi­schen. Wie lan­ge kann die­ses ris­kan­te Spiel gut gehen?

    Koma­sa mischt Kri­mi mit Sozi­al­stu­die und Roman­ze mit Thril­ler. Dabei kann er sich vor allem auf sei­nen gran­dio­sen Haupt­dar­stel­ler Bart­osz Bie­le­nia ver­las­sen, der glaub­wür­dig den Spa­gat zwi­schen einem Stra­ßen­jun­gen mit Dro­gen­erfah­rung und einer bele­se­nen, wei­sen Respekt­per­son schafft.

    Jan Koma­sa (geb. 1981) stu­dier­te an der Film­hoch­schu­le Łódź und gewann mit sei­nem Lang­spiel-Debüt „Sala samo­bó­jców“ (2010) zahl­rei­che Prei­se. Dank sei­nen eben­falls sehr erfolg­rei­chen Fil­men „Mias­to 44“ (2014) und „Boże Ciało“ gilt er als einer der talen­tier­tes­ten Ver­tre­ter der jun­gen Regie-Genera­ti­on.

    30/08/2020, 15:30,  [Tickets]


    I am REN / Jes­tem REN

    PL 2019, R: Pio­tr Rycz­ko, ?? min, OmU
    B: Pio­tr Rycz­ko, K: Yori Fabi­an, S: Jakub Kopeć, M: Paweł Stolar­c­zyk,
    D: Mar­ta Król, Mar­cin Szta­biń­ski, Olaf March­wi­cki, Marie­ta Żukow­s­ka, Janusz Chab­i­or

    Das Glück der Lie­be ist ein äußerst sel­te­nes und leicht zer­brech­li­ches Gut. Beson­ders schwer hat es das Glück, wenn sich in den All­tag Kräf­te aus dem All ein­mi­schen.

    Rena­ta und Jan leben im puren Glück der Lie­be: Die Freu­de in der Bezie­hung wird durch ein gemein­sa­mes Kind belohnt und das Fami­li­en­glück des All­tags wächst solan­ge wei­ter, bis das Pro­gramm „Glück“ aus dem All infi­ziert wird. Von einem Tag auf den ande­ren wird alles, was bis jetzt für selbst­ver­ständ­lich und schön gehal­ten wur­de, in Fra­ge gestellt – sogar die Echt­heit der eige­nen Per­son und die Lie­be und Zunei­gung der ande­ren. Es tau­chen bei Rena­ta Fra­gen um Fra­gen auf: Sind die gehör­ten Stim­men die eige­nen Gedan­ken oder Kräf­te von außen? Ist das, was ich sehe, da oder nur ein trü­ge­ri­sches Bild der mani­pu­lier­ten Wahr­neh­mung? Ste­hen mei­ne Liebs­ten an mei­ner Sei­te oder sind es die Hand­lan­ger einer frem­den Kraft?

    Der Film balan­ciert geschickt zwi­schen Hor­ror und Sci­ence­fic­tion und ver­setzt den Zuschau­er in eine Welt, in der er selbst all­mäh­lich den Boden unter den Füs­sen ver­liert.

    Pio­tr Rycz­ko (geb. 1973) ist auf­ge­wach­sen in Nor­we­gen. Er stu­dier­te Regie an der Natio­nal Film School in Łódż und an der Waj­da Film School. Rycz­ko ist außer­dem Autor und Blog­ger. Sei­ne Bücher und Geschich­ten sind oft Grund­la­ge für sei­ne Fil­me. So auch für sein Spiel­film­de­büt ICH BIN REN.

    30/08/2020, 20:30 (mit online-Gast: Pio­tr Rycz­ko) ,  [Tickets]

    Vor­film: Krzyżo­ki / Hor­se Riders, 20´, OmeU


    Monu­ment

    PL 2018, R/B: Jago­da Szelc, 90 min, OmU
    K: Prze­mys­ław Bryn­kie­wicz, S: Anna Garn­car­c­zyk, M: Rafał Nowak
    D: Zuz­an­na Lit, Anna Bier­na­cik, Pau­li­na Laso­ta, Oskar Bor­kow­ski, Jakub Zając, Mateusz Czwart­osz u.a.

    Zwan­zig jun­ge Leu­te absol­vie­ren in einem Wald­ho­tel ein Prak­ti­kum. Die stram­me Mana­ge­rin macht gleich bei der Begrü­ßung klar, dass das kein Erho­lungs­ur­laub wird. Hier wird nicht wider­spro­chen, son­dern geschuf­tet – im Wäsche­kel­ler, in der Küche, im Zim­mer­ser­vice, auf dem Müll­platz. Und ein rät­sel­haf­tes Podest muss jeden Tag neu geschrubbt wer­den.

    Das klingt sim­pel, rea­lis­tisch und unspek­ta­ku­lär, wird aber in der Umset­zung schnell zum Kunst­werk. Denn wäh­rend wir die jun­gen Leu­te dabei beob­ach­ten, wie sie ihre Arbeit ver­rich­ten, heim­lich Par­ty machen oder die schier end­lo­sen Räu­me der in die Jah­re gekom­me­nen Her­ber­ge erkun­den, schlei­chen sich Unklar­hei­ten, Rät­sel­haf­tig­kei­ten und Frag­wür­dig­kei­ten ein.

    Falls noch jemand auf der Suche nach einem wür­di­gen Nach­fol­ger für David Lynch ist: Hier ist Jago­da Szelc. In ihrem zwei­ten Lang­film „Monu­ment“ zeigt sie wie­der­holt ein­drucks­voll, wie per­fekt sie Span­nung auf­bau­en, Unbe­ha­gen erzeu­gen und mar­kan­te Figu­ren auf­bau­en kann. Dabei spart sie sich weit­ge­hend Hor­ror-Effek­te, son­dern schafft es, mit Andeu­tun­gen und Atmo­sphä­re ein dunk­les Kopf­ki­no in Gang zu set­zen.

    Jago­da Szelc (geb. 1984) stu­dier­te an der Kunst­aka­de­mie Wro­cław und an der Film­hoch­schu­le Łódź. Nach zehn Kurz­fil­men folg­ten ihre gefei­er­ten und preis­ge­krön­ten Lang­spiel­fil­me „Wieża. Jas­ny dzień / Tower. A Bright Day“ (2017) und „Monu­ment“.

    31/08/2020, 20:30 (mit online-Gast: Jago­da Szelc),  [Tickets]

    Vor­film: Sto­ry, 5´, OmeU


    In Touch

    PL/ISL 2019, R: Paweł Zie­mil­ski, 61 min, OmeU
    B: Paweł Zie­mil­ski, Hau­kur M. Hrafns­son, Łuka­sz Dłu­go­łę­cki, K: Filip Droż­dż, Asta Julia, Gud­jons­dot­tir, S: Doro­ta War­dęszkie­wicz, M: Arni Valur Kris­t­ins­son, Mar­ti­na Ber­to­ni

    Auf den ers­ten Blick ist Sta­re Juchy im idyl­li­schen Masu­ren ein Dorf wie vie­le ande­re in Polen. Man­che sind geblie­ben, man­che sind gegan­gen und haben Leer­stel­len hin­ter­las­sen. Das Beson­de­re an die­sem Ort ist, dass fast ein Drit­tel der Ein­woh­ner in den letz­ten 40 Jah­ren nach Island aus­ge­wan­dert ist. Sie haben weit weg ein neu­es Leben begon­nen. In Sta­re Juchy lie­ßen sie Ver­wand­te und Freun­de zurück.

    Mit einem raf­fi­nier­ten Schach­zug bringt Ziem­liski bei­de Sei­ten – die Aus­ge­wan­der­ten und die Dage­blie­be­nen – wie­der zusam­men. Wän­de ver­las­se­ner Häu­ser, Wohn­zim­mer­ta­pe­ten, Rasen, Auto­schei­ben und vie­le ande­re Flä­chen nutzt er als Pro­jek­ti­ons­flä­chen, auf denen er den Zurück­ge­las­se­nen beweg­te Bil­der aus dem Leben der pol­ni­schen Neu-Islän­der zeigt. Auf der Ton­spur hören wir der­weil Sky­pe-Gesprä­che über Bana­li­tä­ten des All­tags. So ent­steht ein bild­ge­wal­ti­ger Essay, in dem Bil­der und Wor­te zu einer Nar­ra­ti­on über das Ver­las­sen und Ver­mis­sen zusam­men­flie­ßen.

    Paweł Zie­mil­ski (geb. 1981) stu­dier­te Regie in Łódź und dreh­te nach zahl­rei­chen Kurz­fil­men den Doku­men­tar­film „Mie­js­cy kow­bo­je“ (2016). „In Touch“ gewann u.a. bei Fes­ti­vals in Ams­ter­dam und Salo­ni­ki Prei­se und war für den pol­ni­schen Film­preis nomi­niert.

    01/09/2020, 20:30 ,  [Tickets]

    Vor­film: Staw­ber­ry Boys, 20´, OmeU


    Love and Empty Words / Miłość i pus­te sło­wa

    PL 2018, R/B: Mał­gorz­a­ta Imiels­ka, 77 min, OmU
    K: Maciej Kozłow­ski, S: Marek Sko­rup­ski, M: Marek Napiór­kow­ski

    Wenn das Schick­sal plötz­lich zuschlägt, sind wir meis­tens sprach- und macht­los. Wenn sich aber das Schick­sal auf lei­sen Soh­len einer Alz­hei­mer-Erkran­kung ein­schleicht, wird der Mensch peu a peu in all sei­nen Funk­tio­nen zer­setzt und mutiert zum stum­men Objekt der puren Exis­tenz.

    Adam und Wan­da, ein älte­res Ehe­paar, haben bereits das höhe­re Sta­di­um der Lie­be erreicht, in dem Auf­merk­sam­keit, Zunei­gung und Ver­ständ­nis den All­tag gestal­ten. Doch das Glück hängt oft an einem sei­de­nen Faden. Die fort­schrei­ten­de Ent­wick­lung der Demenz bei der Frau stellt den Ehe­mann vor uner­war­te­ten Auf­ga­ben. Adam wird zum Rund­um­be­treu­er und sei­ne gelieb­te Frau Wan­da zum hilf­lo­sen Objekt, das in sei­nem Per­sön­lich­keits­zer­fall 24 Stun­den am Tag eine Beglei­tung braucht. Anzie­hen, füt­tern, Zäh­ne put­zen, aufs Klo set­zen, abwi­schen, spa­zie­ren füh­ren, bespa­ßen, ins Bett brin­gen – tag­täg­lich und ohne einen Hauch Hoff­nung auf Ver­bes­se­rung.

    Die fein­füh­li­ge Doku­men­ta­ti­on über eine Krank­heit, die zum Nach­den­ken über das Mensch­sein anregt und über die Treue, die Wür­de und die Gren­zen des Zusam­men­seins erzählt.

    Mał­gorz­a­ta Imiels­ka (geb. 1969) Regis­seu­rin und Dreh­buch­au­torin. Sie stu­dier­te Film- und Fern­seh­re­gie an der Fakul­tät für Radio und Fern­se­hen der Schle­si­schen Uni­ver­si­tät Kato­wice. Seit­dem rea­li­sier­te sie vor allem zahl­rei­che Dokumentar‑, aber auch Fern­seh­fil­me.

    02/09/2020, 20:30,  [Tickets]
    Vor­film: Koniec sezo­nu / The End of the Sea­son, 20´, OmeU