Das Ende ist erst der Anfang

Ein Film von Bou­li Lan­ners.

Esther und Wil­ly sind gehan­di­capt. Und ver­liebt. Und auf der Flucht. Viel­leicht vor Gilou und Cochise, zwei vier­schrö­ti­gen, bär­ti­gen Schnüff­lern im Van, die Wil­lys Han­dy zu orten ver­su­chen? Oder vor dem Mann, der sich Jesus nennt und ent­spre­chen­de Wund­ma­le an den Hän­den vor­weist? Vor den Män­nern aus einer nahen Lager­hal­le, die den Täter suchen, der der Frau ihres Chefs Gewalt ange­tan hat? Und wer ist die Mumie im Schlaf­sack? In einer kar­gen, von Strom­mas­ten und Stra­ßen zer­schnit­te­nen euro­päi­schen Land­schaft ange­sie­delt, ist der Film des bel­gi­schen Regis­seurs Bou­li Lan­ners ein schräg-schö­ner Spät­wes­tern, in dem Rau­bei­ne ihre zar­te Sei­te zei­gen und die Zusam­men­ge­hö­rig­keit zwei­er Men­schen durch das Tra­gen von Signal­ja­cken sym­bo­li­siert wird. Lako­nie trifft auf Lie­be, Gewalt auf Glau­ben. Micha­el Lons­da­le züch­tet Orchi­de­en und der unver­gleich­li­che Max von Sydow singt als Pries­ter ein Abschieds­lied für eine Lei­che. Lan­ners, der selbst eine Haupt­rol­le spielt, insze­niert die Geschich­te über­ra­schend und span­nungs­voll. Der Film ver­steckt Hin­wei­se auf den Plot in Gebäu­den, Autos und Dia­lo­gen. Wer denkt, er habe die Sto­ry nach fünf Minu­ten durch­schaut, der irrt.

Von Bou­li Lan­ners haben wir einst sei­nen ers­ten Lang­film ULTRANOVA, eine sehr schö­ne und sehr brü­chi­ge, unglück­li­che Lie­bes­ge­schich­te, ver­lie­hen. Sei­ne Fil­me danach fan­den wir dann nicht ganz so toll, aber Das Ende ist erst der Anfang schon.

OT: Les pre­miers, les der­niers
Frankreich/Belgien 2016, 98 Min., frz. OmU

Regie, Buch: Bou­li Lan­ners
Kame­ra: Jean-Paul de Zae­y­ti­jd
Schnitt: Ewin Rycka­ert
Dar­stel­ler
Albert Dupon­tel, Bou­li Lan­ners, Suz­an­ne Clé­ment, Micha­el Lons­da­le, David Mur­gia, Auro­re Brou­tin, Phil­ip­pe Reb­bot


in Kino mit deut­schen Unter­ti­teln.