Das Ende ist erst der Anfang

Ein Film von Bouli Lanners. Ab 11.5. im fsk.

Esther und Willy sind gehandicapt. Und verliebt. Und auf der Flucht. Vielleicht vor Gilou und Cochise, zwei vierschrötigen, bärtigen Schnüfflern im Van, die Willys Handy zu orten versuchen? Oder vor dem Mann, der sich Jesus nennt und entsprechende Wundmale an den Händen vorweist? Vor den Männern aus einer nahen Lagerhalle, die den Täter suchen, der der Frau ihres Chefs Gewalt angetan hat? Und wer ist die Mumie im Schlafsack? In einer kargen, von Strommasten und Straßen zerschnittenen europäischen Landschaft angesiedelt, ist der Film des belgischen Regisseurs Bouli Lanners ein schräg-schöner Spätwestern, in dem Raubeine ihre zarte Seite zeigen und die Zusammengehörigkeit zweier Menschen durch das Tragen von Signaljacken symbolisiert wird. Lakonie trifft auf Liebe, Gewalt auf Glauben. Michael Lonsdale züchtet Orchideen und der unvergleichliche Max von Sydow singt als Priester ein Abschiedslied für eine Leiche. Lanners, der selbst eine Hauptrolle spielt, inszeniert die Geschichte überraschend und spannungsvoll. Der Film versteckt Hinweise auf den Plot in Gebäuden, Autos und Dialogen. Wer denkt, er habe die Story nach fünf Minuten durchschaut, der irrt.

Von Bouli Lanners haben wir einst seinen ersten Langfilm ULTRANOVA, eine sehr schöne und sehr brüchige, unglückliche Liebesgeschichte, verliehen. Seine Filme danach fanden wir dann nicht ganz so toll, aber Das Ende ist erst der Anfang schon.

OT: Les premiers, les derniers
Frankreich/Belgien 2016, 98 Min., frz. OmU

Regie, Buch: Bouli Lanners
Kamera: Jean-Paul de Zaeytijd
Schnitt: Ewin Ryckaert
Darsteller
Albert Dupontel, Bouli Lanners, Suzanne Clément, Michael Lonsdale, David Murgia, Aurore Broutin, Philippe Rebbot


in Kino mit deutschen Untertiteln.