45 Years

45 Years

Es war kei­ne Über­ra­schung, als Char­lot­te Ram­pling und Tom Cour­ten­ay bei der Ber­li­na­le die Prei­se für die bes­te Dar­stell­kunst beka­men. In „45 Years“ bril­lie­ren sie als zurückhaltend-gebildet-liebevolles Paar Kate und Geoff, das kurz vor der Fei­er zum 45. Hoch­zeits­tag in eine tie­fe Bezie­hungs­kri­se fällt.  6 Tage sind es noch bis zum Fest, als Geoff Post aus der Schweiz bekommt. Katya, sei­ne Ver­lob­te, mit der er vor Kate zusam­men war, ver­un­glück­te vor 50 Jah­ren bei einer gemein­sa­men Rei­se und stürz­te in eine Glet­scher­spal­te. Die Kli­ma­er­wär­mung lässt die Glet­scher schmil­zen, und ihr Kör­per wur­de jetzt im ein­st ewi­gen Eis gefun­den. Geoff wird gebe­ten, in die Schweiz zu rei­sen und Katya zu inden­ti­fi­zie­ren. Wäh­rend er sich immer mehr in eine fer­ne Welt der Erin­ner­ung­en und den schmerz­vol­len Ver­lust zurück­zieht, ver­sucht Kate, der auf­kei­men­den  Eifer­sucht und den Zwei­feln an ihrer Ehe prag­ma­ti­sch ent­ge­gen­zu­tre­ten. Schließ­li­ch kann sie ja schlecht wütend auf etwas sein, das vor ihrer Zeit pas­sier­te. Zudem müs­sen für das Fest noch Menüs bestellt, Musik aus­ge­sucht und Tisch­ord­nun­gen beschlos­sen wer­den…

Was ist und was hät­te sein kön­nen: And­rew Hai­gh zeigt, wie die Prä­senz der Ver­gan­gen­heit einem Paar die Gegen­wart unge­wiss wer­den lässt, oder, wie Wil­liam Faulk­ner schrieb „Die Ver­gan­gen­heit ist nie­mals tot. Sie ist nicht mal ver­gan­gen.“

»Es war wich­tig, dass die Geschich­te behut­sam erzählt wird, dass jede Wen­dung ein klei­nes biss­chen mehr über die Figu­ren, über die Aus­wir­kun­gen der Ver­gan­gen­heit auf die Gegen­wart erzählt. Es ist mir immer wich­tig, bei allen mei­nen Fil­men, dass die Bedeu­tung und Wich­tig­keit der klei­nen Details sicht­bar wird, weil es die­se klei­nen Details sind, die uns einen grö­ße­ren Ein­bli­ck geben, die eine tie­fe­re Wahr­heit erzäh­len. … Und es war mir wich­tig, dass nicht alles erklärt und aus­ge­führt ist. Es geht dar­um, eini­ges auch der Vor­stel­lung der Zuschau­er zu über­las­sen, damit es ihnen mög­li­ch ist, etwas für sich mit­zu­neh­men.«  And­rew Hai­gh

GB  2015, 95 Min.,  engl. OmU 
Regie & Buch: And­rew Hai­gh
Kame­ra: Lol Craw­ley
Schnitt: Jona­than Alberts 
mit: Char­lot­te Ram­pling,  Tom Cour­ten­ay  
Fil­me von And­rew Hai­gh: Weekend Loo­king (HBO-Serie)

Inter­view mit Char­lot­te Ram­pling im Tages­spie­gel

im Kino mit deut­schen Unter­ti­teln.