Was gewesen wäre

Ein Film von Flo­ri­an Koer­ner von Gus­torf. Ab 23.11. im fsk. Am 23.11. mit anschlie­ßen­dem Film­ge­spräch.

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Paul und Astrid woll­ten ein roman­ti­sches Wochen­en­de in Ungarn ver­brin­gen. Doch als Astrid in einem ande­ren Hotel­gast ihre Jugend­lie­be wie­der­erkennt, wird die Pär­chen­rei­se zu Trip in die Ver­gan­gen­heit.

WAS GEWESEN WÄRE ist eine kom­ple­xe Ost-West-Geschich­te, die vor­sich­tig Gegen­wart und Ver­gan­gen­heit ver­flicht und ein Gefühl dafür ver­mit­telt, wie viel­fäl­tig die Wen­de­er­fah­run­gen sind und wie vie­le Geschich­ten aus die­ser Zeit noch uner­zählt. Die Gegen­wart spielt in Buda­pest. Paul (Ronald Zehr­feld) und Astrid (Chris­tia­ne Paul), bei­de Mit­te 40 und seit ein paar Mona­ten ein Paar, ver­brin­gen dort einen Städ­teur­laub im Grand Hotel. Für Astrid ist es eine Rei­se in die Ver­gan­gen­heit – seit ihrer Aus­rei­se damals aus der DDR über Ungarn in die BRD hat sie die Stadt nicht mehr gese­hen – und für bei­de die Gele­gen­heit, ein­an­der bes­ser ken­nen­zu­ler­nen. Das war jeden­falls Pauls Idee, doch als Astrid in einem ande­ren Hotel­gast ihre Jugend­lie­be Juli­us (Sebas­ti­an Hülk) wie­der­erkennt, ist die Ver­gan­gen­heit auf ein­mal prä­sen­ter als geplant. Astrid drif­tet immer wie­der in schö­ne und schmerz­haf­te Erin­ner­ung­en ab, und mit Astrid erin­nert sich auch der Film zurück – an eine Par­ty am See, den Aus­rei­se­an­trag der bes­ten Freun­din, die On-Off Lie­bes­ge­schich­te mit Juli­us und den Bruch, der lose Enden hin­ter­las­sen hat. Dass Regis­seur Flo­ri­an Koer­ner von Gus­torf die meis­ten von Chris­ti­an Pet­zolds Fil­men pro­du­ziert hat, merkt man sei­nem Regie­de­büt vor allem an der etwas sprö­den, melan­cho­li­schen Ton­la­ge und den blau-grau­en All­tags­far­ben an. Des­sen Fai­ble für die Über­hö­hun­gen des Gen­re­ki­nos teilt er dage­gen nicht. Statt­des­sen erzäh­len von Gus­torf und Gre­gor San­der, der das Dreh­buch zu sei­nem eige­nen Roman ver­fass­te, sehr dif­fe­ren­ziert von erwach­se­nen Men­schen, die vor­sich­tig, mit Brü­chen, Sack­gas­sen, Umwe­gen und Miss­ver­ständ­nis­sen eine Gegen­wart navi­gie­ren, in der die jewei­li­gen Vor­ge­schich­ten wie Untie­fen im Unsicht­ba­ren prä­sent sind und erst­mal kar­to­gra­fiert wer­den müs­sen.

Toni Ohms | indie­ki­no

 
Credits:

DE 2019, 90 Min.,
Regie: Flo­ri­an Koer­ner von Gus­torf
Kame­ra: Rein­hold Vor­schnei­der
Schnitt: Mona Bräu­er
mit: Chris­tia­ne Paul, Ronald Zehr­feld, Sebas­ti­an Hülk

Ter­mi­ne:

Sa., 23. Nov.:So., 24. Nov.: