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  • Kommunion

    Kommunion

    [:de]Ein Film von Anna Zamecka.

    Die 14-jäh­ri­ge Ola küm­mert sich um ihren jün­ge­ren autis­ti­schen Bruder Nikodem, der bald zum ers­ten Mal die hei­li­ge Kommunion emp­fan­gen soll. Bedingung für Letzteres ist aller­dings, dass er die münd­li­che Prüfung besteht, des­halb lernt Ola mit ihm all das, was ein Katholik über sei­nen Glauben wis­sen soll­te, und malt in den schwär­zes­ten Farben aus, was pas­sie­ren könn­te, wenn er durch­fällt. Mit Hilfe von Bananenscheiben wird schließ­lich auch geübt, wie man die Hostie rich­tig ent­ge­gen nimmt. Daneben küm­mert sich Ola um den Haushalt und dar­um, dass der Vater, den es immer wie­der in die Kneipe zieht, bald wie­der zu Hause ist. Zur Mutter besteht nur tele­fo­nisch Kontakt, bei jedem Gespräch mit ihr ver­sucht Ola sie zu über­re­den, zur Kommunionfeier von Nikodem zu kom­men – mit dem Hintergedanken, dass sich die Familie dabei ja auch wie­der ver­ei­nen und die Mutter dann zurück zu ihnen zie­hen könnte.
    Im Direct Cinema-Stil gedreht, beschränkt sich KOMMUNION ganz dar­auf, den Lebensalltag von Ola und Nikodem zu doku­men­tie­ren. Dabei ent­fal­tet sich das wech­sel­vol­le und inten­si­ve Verhältnis zwi­schen den bei­den sich selbst über­las­se­nen Jugendlichen.

    Der Realität, die kaum Raum zum Atmen lässt, ein­ge­fan­gen mit beklem­men­der Unmittelbarkeit, set­zen die Teenager all ihre Lebenskraft entgegen.”
    Katalogtext Dok Leipzig | Lars Meyer

    Ola sitzt auf einer rüt­teln­den Waschmaschine und hält wäh­rend­des­sen die Spüle fest, die neben­an steht und mit­schep­pert. Es macht den Eindruck, als wür­de ihr, wür­de sie nicht mit dem Körper gegen­steu­ern, die Welt um die Ohren flie­gen. Ihr jun­ger, dün­ner Körper wird mit einer ein­zi­gen Einstellung zum Atlas. Sie ist vier­zehn Jahre alt, und auf ihr las­tet ein enor­mer Druck. Anna Zameckas Kommunion zeigt uns, wie Ola den Haushalt schmeißt, die Schulhefte für ihren jün­ge­ren, autis­ti­schen Bruder Nikodem sor­tiert und ihn auf die anste­hen­de Kommunion vor­be­rei­tet, die in der pol­ni­schen Provinz nicht unwe­sent­lich zum Leben gehört. Nur ein­mal sehen wir Ola in einer Art Kinderdisko, in der Jungen und Mädchen auf getrenn­ten Seiten tan­zen. Dort tritt sie auf wie eine Einheizerin. Ihre Bewegungen sind die aus­la­dends­ten, sie ist die Einzige, die in die Musik hin­ein­brüllt, die Kontakt mit der Jungsseite auf­nimmt, indem sie Stinkefinger hin­über­schickt. Mit dem Anschwellen der Musik ermäch­tigt sich Ola über Raum und Menschen. Sie wird zur zen­tra­len, das Geschehen struk­tu­rie­ren­den Figur – und es ist ihr Tanz, es sind ihre aggres­si­ven und zugleich aus­ge­las­se­nen Bewegungskonfigurationen, die das leisten. ”
    critic.de – Lucas Stern

    Young Eyes Film Award | Dok Leipzig 2016
    Bester Dokumentarfilm | Polnischer Filmpreis 2017
    Gläserne Kugel | Gewinner des filmPOLSKA Wettbewerbs
    Bester Dokumentarfilm | Europäischer Filmpreis 2017

    OT: Komunia
    Polen 2016, 72 Min., pol­ni­sche OmU
    Regie & Buch: Anna Zamecka
    Produktion: Anna Wydra, Anna Zamecka, Zuzanna Król, Hanka Kastelicova, Izabela Łopuch
    Kamera: Małgorzata Szyłak
    Schnitt: Agnieszka Glińska, Anna Zamecka, Wojciech Janas

    [Pres­se­zo­ne]

    Ver­leih unter­stützt von:

    Trailer zum Film Kommunion from Peripher Filmverleih on Vimeo.[:en]An Anna Zamecka film. Starts 4. May.

    When the adults are inef­fec­ti­ve, the child­ren have to grow up more quick­ly. Ola is 14 and has to take care of her dys­func­tion­al father, her autis­tic brot­her and her mother who lives away from home. Dreaming about reu­ni­ting the fami­ly, she plans the cele­bra­ti­on of her brother’s First Communion.

    Young Eyes Film Award | Dok Leipzig 2016
    Best Documentary | Polish Film award 2017
    Best Documentary | European Film award 2017

    OT: Komunia
    Polen 2016, 72 Min., pol­ni­sche OmU
    Regie & Buch: Anna Zamecka
    Produktion: Anna Wydra, Anna Zamecka, Zuzanna Król, Hanka Kastelicova, Izabela Łopuch
    Kamera: Małgorzata Szyłak
    Schnitt: Agnieszka Glińska, Anna Zamecka, Wojciech Janas

    Ver­leih unter­stützt von:

    Trailer zum Film Kommunion from Peripher Filmverleih on Vimeo.[:]

  • [:de]Tanna – eine verbotene Liebe[:en]Tanna[:]

    [:de]Tanna – eine verbotene Liebe[:en]Tanna[:]

    [:de]Ein Film von Martin Butler & Bentley Dean.

    Die Filmemacher Bentley Dean und Martin Butler haben sie­ben Monate auf der ent­le­ge­nen Insel Tanna im Südpazifik gelebt und sich von den Einheimischen zu einer gro­ßen Liebesgeschichte nach wah­ren Begebenheiten inspi­rie­ren lassen:

    Die schö­ne jun­ge Wawa und Dain, der Enkel des Dorfvorstehers der Yakel, haben sich ein­an­der heim­lich ver­spro­chen, doch Ritus und Realpolitik stel­len sich ihrer Liebe ent­ge­gen: Um einen gera­de frisch auf­ge­heiz­ten Konflikt mit einem riva­li­sie­ren­den Stamm bei­zu­le­gen, soll Wawa mit einem Mann der feind­li­chen Imedin ver­hei­ra­ten wer­den. Wawa und Dain wei­gern sich und flie­hen durch die Regenwälder bis zum Gipfel des Funken spei­en­den Vulkans. Gemeinsam suchen sie ihren eige­nen Platz irgend­wo zwi­schen den ver­fein­de­ten Völkern, zwi­schen Tradition und Aufbruch, zwi­schen Gefühl und Pflicht.
    Tanna ist Teil eines Inselstaates im Südpazifik. Mitte des 20sten Jahrhunderts ent­schie­den sich die Bewohner gegen den Widerstand der bri­tisch-fran­zö­si­schen Kolonialisten zu ihrer frü­he­ren Lebensweise zurückzukehren.
    Heute ist Yakel eines von vie­len Dörfern in der zen­tra­len Hügelkette Tannas, die die ihr Glaubenssystem und ihre sozia­le Strukturen trotz Kontakt mit der moder­nen Welt auf­recht­erhal­ten. Es ist eine bewuss­te Entscheidung, die alten Sitten zu beschüt­zen und zu pflegen.
    Im Film jedoch wird die Geschichte aus den 1980 er Jahren erzählt, die bewirk­te, dass die Tradition von arran­gier­ten Ehen kei­ne gro­ße Rolle mehr in der Gemeinschaft spielt.

    Australien/ Vanuatu 2015, 100 Min., Nauvhal OmU
    Regie: Martin Butler & Bentley Dean
    in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung von Yakel
    Buch: Martin Butler, John Collee & Bentley Dean
    Kamera: Bentley Dean
    Schnitt: Tania Nehme
    Darsteller: Mungau Dain, Marie Wawa, Marceline Rofit, Chief Charlie Kahla, Albi Nangia, Lingai Kowia, Dadwa Mungau, Linette Yowayin, Kapan Cook, Chief Mungau Yokay, Chief Mikum Tainokou

    https://1f5ad49-trailerloop-production.s3.amazonaws.com/uploads/asset_preview/video/file/29568/mp4_U0fXX3d1KK6XBg.mp4[:en]A Film by Martin Butler & Bentley Dean. In Nauvhal lan­guage with ger­man subtitles.

    In a tra­di­tio­nal tri­bal socie­ty in the South Pacific, a young girl, Wawa, falls in love with her chief’s grand­son, Dain. When an inter­tri­bal war escala­tes, Wawa is unkno­wing­ly betro­thed as part of a peace deal. The young lovers run away, refu­sing her arran­ged fate. They must choo­se bet­ween their hearts and the future of the tri­be, while the vil­la­gers must wrest­le with pre­ser­ving their tra­di­tio­nal cul­tu­re and adap­ting it to the incre­asing out­side demands for indi­vi­du­al freedom.

    Australien/ Vanuatu 2015, 100 Min., Nauvhal OmU
    Regie: Martin Butler & Bentley Dean
    Buch: Martin Butler, John Collee & Bentley Dean
    Kamera: Bentley Dean
    Schnitt: Tania Nehme
    Darsteller: Mungau Dain, Marie Wawa, Marceline Rofit, Chief Charlie Kahla, Albi Nangia, Lingai Kowia, Dadwa Mungau, Linette Yowayin, Kapan Cook, Chief Mungau Yokay, Chief Mikum Tainokou

    https://1f5ad49-trailerloop-production.s3.amazonaws.com/uploads/asset_preview/video/file/29568/mp4_U0fXX3d1KK6XBg.mp4[:]

  • Una & Ray

    Una & Ray

    [:de]Ein Film von Benedict Andrews.

    Damals waren sie ein Liebespaar. Una war zwölf und Ray war vier­und­drei­ßig als man sie zusam­men ertapp­te und Ray fest­ge­nom­men wur­de. Sechzehn Jahre spä­ter heißt Ray Peter und arbei­tet in einer Firma in lei­ten­der Position.. Er hat sei­ne Strafe abge­ses­sen, ist mit einer neu­en Frau zusam­men und hat mit der Vergangenheit abge­schlos­sen. Nur Una kommt nicht klar mit dem, was damals gesche­hen ist. Als sie zufäl­lig Peters Foto in einer Zeitschrift sieht, ent­schließt sie sich, ihn aufzusuchen…
    Una & Ray zeigt die Begegnung zwei­er Menschen, deren Leben von einer gemein­sa­men Erfahrung geprägt ist. Nur, was genau ist es, was die­se bei­den Menschen, ein Erwachsener und ein Kind, damals zusam­men erlebt haben?
    Zwei radi­kal unter­schied­li­che Versionen der Vergangenheit und zwei Wahrheiten tref­fen kol­li­si­ons­ar­tig aufeinander.

    Nach dem Bühnenstück Blackbird von David Harrower.

    OT: Una
    GB 2016, 94 Min., engl. OmU
    Regie: Benedict Andrews
    Drehbuch: David Harrower
    Kamera: Thimios Bakatakis
    Schnitt: Nick Fenton
    mit: Rooney Mara, Ben Mendelsohn, Tara Fitzgerald, Riz Ahmed, Tobias Menzies

    UNA by Benedict Andrews – CLIP

    Im Kino mit deut­schen Untertiteln.[:en]A Benedict Andrews film.  In eng­lish with ger­man subtitles.

    A young woman arri­ves unex­pec­ted­ly at an older man’s work­place loo­king for ans­wers as to their shared past in an abu­si­ve sexu­al relationship.
    Una & Ray is based upon on the play Blackbird by David Harrower, who also wro­te the film’s screenplay.

    OT: Una
    GB 2016, 94 Min., engl. OmU
    Regie: Benedict Andrews
    Drehbuch: David Harrower
    Kamera: Thimios Bakatakis
    Schnitt: Nick Fenton
    mit: Rooney Mara, Ben Mendelsohn, Tara Fitzgerald, Riz Ahmed, Tobias Menzies

    UNA by Benedict Andrews – CLIP
  • I Am Not Your Negro

    I Am Not Your Negro

    [:de]Ein Film von Raoul Peck.

    1979 begann James Baldwin die Arbeit an sei­nem letz­ten, unvoll­endet geblie­be­nen Buch, dem er den Titel „Remember this house“ gab. Er reflek­tiert sein Verhältnis zum Civil Rights Movement der Afroamerikaner und eini­gen ihrer pro­mi­nen­tes­ten Vertreter: Martin Luther King, Malcolm X, Medgar Evers. 

    Alle drei wur­den ermor­det. Baldwin sel­ber ging Ende der 40er Jahre nach Paris, weil er den Rassismus in den USA nicht län­ger ertra­gen woll­te. Später kehr­te er in die USA zurück, lite­ra­risch bereits aner­kannt und mit dem Willen, den poli­ti­schen Protest und den Kampf um die Gleichberechtigung der Afroamerikaner mit­zu­tra­gen. Unter dem Eindruck der Brutalität der Auseinandersetzungen zog er 1970 aber wie­der zurück nach Frankreich und blieb dort. 

    James Baldwin hat­te ein unglaub­lich fei­nes Gespür für die Unterdrückungsmechanismen der Gesellschaft ent­wi­ckelt und lite­ra­risch umge­setzt. Denn er litt sowohl unter dem all­täg­li­chen Rassismus als auch unter der Diskriminierung als Homosexueller und der damit ver­bun­de­nen Ausgrenzung. Sein letz­tes Manuskript nahm Raoul Peck als Grundlage für die­sen Film:
    „Raoul Peck insze­niert die 30 bis­lang unver­öf­fent­lich­ten Manuskriptseiten mit einer ful­mi­nan­ten Collage von Archivfotos, Filmausschnitten und Nachrichten-Clips: die Boykottinitiativen und den Widerstand gegen die Rassentrennung in den 1950er- und 60er-Jahren, die Unsichtbarkeit von Schwarzen in den Kinomythen Hollywoods, afro­ame­ri­ka­ni­sche Proteste gegen wei­ße Polizeigewalt bis in die jüngs­te Gegenwart, Baldwins kom­pli­zier­tes Verhältnis zur Black-Power-Bewegung, den para­no­iden Blick eines FBI-Berichts auf des­sen Homosexualität. Ein prä­gnan­ter und ver­stö­ren­der Essay über die bis heu­te vom Mainstream weit­ge­hend aus­ge­blen­de­te Wirklichkeit schwar­zer Amerikaner. Samuel L. Jacksons Stimme ver­leiht der poe­tisch-medi­ta­ti­ven Sprache Baldwins einen ange­mes­se­nen Ausdruck.“

    Berlinale 2017, „Remember this house“ lief im Panorama

    Frankreich / USA / Belgien / Schweiz 2016, 93 Min., engl. OmU
    Regie: Raoul Peck
    Buch: James Baldwin, Raoul Peck
    Kamera: Henry Adebonojo, Bill Ross, Turner Ross
    Schnitt: Alexandra Strauss
    Mit
    James Baldwin
    Samuel L. Jackson (Erzähler)
    Malcolm X
    Martin Luther King Jr.
    Medgar Evers
    Lorraine Hansberry

    I Am Not Your Negro – Featurette
    film by Raoul Peck. In eng­lish with ger­man subtitles.

    In June 1979 renow­ned US wri­ter James Baldwin began work on his last, unfi­nis­hed text ‘Remember this House’. His per­so­nal memo­ries of his three mur­de­red civil rights fri­ends Malcolm X, Medgar Evers and Martin Luther King and his reflec­tions on his own pain­ful expe­ri­en­ces as a black American ser­ve to re-wri­te American history.
    Raoul Peck has tur­ned the­se thir­ty hither­to unpu­blished pages into a powerful col­la­ge of archi­ve pho­to­graphs, excerp­ts from films and news­re­el foo­ta­ge: the boy­cotts and the resis­tance against racial segre­ga­ti­on in the 1950s and 1960s, the invi­si­bi­li­ty of black Americans in Hollywood’s legen­da­ry works, the Afro-American pro­tests against white poli­ce bru­ta­li­ty that con­ti­nue to take place even today, Baldwin’s com­plex rela­ti­onship with the Black Power Movement and one FBI report’s para­no­id view of Baldwin’s homo­se­xua­li­ty. A tren­chant and dis­tur­bing essay about the rea­li­ty of the lives of African Americans – lives that are still lar­ge­ly igno­red by America’s main­stream. Samuel L Jackson’s voice lends Baldwin’s poe­tic, medi­ta­ti­ve lan­guage sui­ta­ble expression.

    Frankreich / USA / Belgien / Schweiz 2016, 93 Min., engl. OmU
    Regie: Raoul Peck
    Buch: James Baldwin, Raoul Peck
    Kamera: Henry Adebonojo, Bill Ross, Turner Ross
    Schnitt: Alexandra Strauss
    Mit
    James Baldwin
    Samuel L. Jackson (Erzähler)
    Malcolm X
    Martin Luther King Jr.
    Medgar Evers
    Lorraine Hansberry

    I Am Not Your Negro – Featurette
  • Mit Siebzehn

    Mit Siebzehn

    [:de]Ein Film von André Téchiné.

    Zwei Schüler, Damien und Thomas, besu­chen die glei­che Klasse einer klein­städ­ti­schen Schule. Beide sind sieb­zehn Jahre alt. Während Damien abseits in den Bergen mit sei­ner Mutter lebt, wohnt Thomas sei­ner­seits bei sei­ner Mutter, einer Ärztin, in der klei­nen Stadt. Ihre Begegnungen sind vol­ler Feindseligkeiten und hoch­gra­dig ange­spannt, ohne dass ihnen der Ursprung die­ser Gefühle bewusst wird. Es gibt auch kei­nen, so als ob es kei­ne ande­re Option als den blan­ken Hass gäbe. Zwischen ihnen scheint ein Krieg, Barbarei zu herr­schen. Und doch spü­ren sie und der Zuschauer, dass in ihrem Verhältniss sich Abstoßung und Anziehung bedin­gen und Ersatz- und Übersprunghandlungen nicht mehr von wahr­haf­ti­gen Gefühlen und Sehnsüchten zu tren­nen sind. Der Beginn der Zivilisation scheint nicht ohne Verlust, Abschied und Schmerzen zu bekom­men zu sein.

    André Téchiné schil­dert die­se Feindschaft und eine vor­sich­ti­ge Annäherung sehr gedul­dig und trotz allem auch sehr leicht und ele­gant, wobei die Natur, der Jahreszeitenzyklus und manch schö­ne Abschweifung eine gro­ße Rolle spielen.

    Die Jahreszeiten, die Berge, das Wetter sind eige­ne Charaktere: Sie durch­lau­fen eine eige­ne Entwicklung, sie neh­men Raum ein, die Figuren rei­ben sich an ihnen oder suchen Trost bei ihnen. Zugleich erscheint die schrof­fe Berglandschaft wie die Beziehung der Jungen: Meistens ist sie abwei­send und gefähr­lich, sehr sel­ten und sehr kurz auch bezau­bernd. Die Wetterlagen wech­seln so schnell wie die Stimmungen der bei­den. Gemütlich ist das nicht, aber sehr leben­dig.” Hendrike Bake | indiekino

    Quand on a 17 ans
    Frankreich 2016, 116 Min., frz. OmU

    Regie: André Téchiné
    Buch André Téchiné, Céline Sciamma
    Kamera Julien Hirsch
    Schnitt Albertine Lastera
    Darsteller: Corentin Fila, Sandrine Kiberlain, Kacey Mottet Klein, Alexis Loret, Jean Fornerod

    QUAND ON A 17 ANS – Trailer F/d
    film by André Téchiné. Starts 16.3. at the fsk. In french with ger­man subtitles.

    Damien and Thomas attend the same grammar school class. They can­not stand each other and when­ever ver­bal insults fail to do enough dama­ge they take a swing at each other. Yet they could just as easi­ly be fri­ends. Damien’s mother Marianne is a coun­try doc­tor and his father a mili­ta­ry pilot on a tour of duty abroad. Thomas is of Maghrebi des­cent and is the adopted son of a far­ming fami­ly living on a remo­te farm in the moun­ta­ins. After seve­ral mis­car­ri­a­ges the farmer’s wife is expec­ting again and, sin­ce her pregnan­cy pro­mi­ses to be a dif­fi­cult one, Marianne invi­tes the with­drawn boy to come and stay with them for a while. Damien and Thomas find them­sel­ves having to live under the same roof …
    André Techiné has alre­a­dy taken part in the Berlinale Competition seve­ral times with films such as Les temps qui chan­gent (2005) and Les témo­ins (2007). In Quand on a 17 ans he explo­res what it is like to grow up in dif­fe­rent social envi­ron­ments in this por­trait of two con­fu­sed youths try­ing to govern their emo­ti­ons. A rug­ged vil­la­ge in the moun­ta­ins of south-wes­tern France as the sea­sons pass beco­mes the psy­cho­lo­gi­cal land­scape of the rela­ti­onship bet­ween two young men which vacil­la­tes bet­ween dis­da­in and attraction.

    Quand on a 17 ans
    Frankreich 2016, 116 Min., fr OmU
    Regie: André Téchiné
    Buch André Téchiné, Céline Sciamma
    Kamera Julien Hirsch
    Schnitt Albertine Lastera
    Darsteller: Corentin Fila, Sandrine Kiberlain, Kacey Mottet Klein, Alexis Loret, Jean Fornerod

    QUAND ON A 17 ANS – Trailer F/d
  • [:de]Alles Gut[:en]Alles gut[:]

    [:de]Alles Gut[:en]Alles gut[:]

    [:de]Ein Film von Pia Lenz.

    Auf den acht­jäh­ri­gen Djaner wirkt der ers­te Tag in der Hamburger Schule wie ein Wunder: Ein Mädchen, das Geburtstag hat, bekommt Geschenke und die gan­ze Klasse singt für sie. Der Roma-Junge aus Mazedonien, der in der Schule nur Angst vor Prügeln kann­te, ist sprach­los. Der trau­ma­ti­sier­te Junge ist mit sei­nem Bruder und sei­ner Mutter nach Hamburg geflüch­tet und hofft, nun end­lich in Frieden zu leben. Das elf­jäh­ri­ge Mädchen Ghofran möch­te anfangs nur wie­der nach Hause. Sie hört ara­bi­sche Rapmusik und lebt in Gedanken wei­ter in Syrien, wäh­rend ihr Vater Adel dar­um kämpft, in Hamburg zu blei­ben. In der Schule, wo sie die Sprache lernt, begeg­net Ghofran Mädchen, die alles dür­fen – schmin­ken, schwim­men gehen, … Eine völ­lig neue Erfahrung, die sie anfangs strikt ablehnt. Während Ghofran mit jedem Tag selbst­be­wuss­ter und siche­rer wird, hat Djaner mit sei­ner auf­ge­stau­ten Wut zu kämpfen.

    Im Vordergrund der Handlung ste­hen die Kinder und ihre Eingewöhnungsprobleme. Dabei ist es inter­es­sant, wie schnell sich Ghofran an die neu­en Umstände gewöhnt, wie sie an Selbstvertrauen gewinnt und sich inner­halb kur­zer Zeit in ihr Leben in Deutschland hin­ein­fin­det. Djaner hin­ge­gen hat es schwe­rer. Er ist trau­ma­ti­siert, ver­hal­tens­auf­fäl­lig und viel­leicht etwas lern­be­hin­dert. Seine Mutter kann ihm wenig hel­fen – sie hat noch mehr Probleme als er. Die Filmemacherin beglei­tet die Kinder in die Schulen, sie zeigt die Lehrer, die mit viel Kraft und Energie die schwie­ri­ge Aufgabe stem­men müs­sen, inner­halb eines Jahres Kinder aus vie­len Ländern der Welt ins deut­sche Schulsystem zu inte­grie­ren. Das machen sie mit bewun­derns­wer­ter Geduld und hohem Engagement. Also könn­te doch eigent­lich alles gut sein … ist es aber nicht.” programmkino.de

    D 2016, 95 Min.
    Buch, Regie, Kamera und Ton: Pia Lenz
    Montage: Stephan Haase
    Musik: The Notwist

     [:en]For eight-year-old Djaner, his first day at school in Hamburg seems like won­der­land. It’s class­ma­te Lena’s bir­th­day; she gets pres­ents and the who­le class sings for her. Djaner, a Roma from Macedonia, has only known school as a place to fear a bea­ting and he’s speechl­ess. The trau­ma­tis­ed young boy has migra­ted to Hamburg with his brot­her and mother; the fami­ly hopes to final­ly live in peace. Meanwhile, 11-year-old Ghofran just wants to go home at first. She lis­tens to Arabic rap and, in her head, she still lives in Syria, while her father Adel is busy fight­ing for them to be able to stay in Hamburg. At the school whe­re she’s lear­ning German, Ghofran meets other girls who are allo­wed to do ever­y­thing – wear make-up, swim … it’s a com­ple­te­ly new expe­ri­ence and initi­al­ly, she rejects it out of hand. With each day that pas­ses, Ghofran beco­mes more and more con­fi­dent and secu­re, while Djaner strug­gles with his pent-up rage.

    D 2016, 95 Min.
    Buch, Regie, Kamera und Ton: Pia Lenz
    Montage: Stephan Haase
    Musik: The Notwist

    [:]

  • Marija

    Marija

    [:de]Ein Film von Michael Koch.

    Marija ist in der Ukraine auf­ge­wach­sen, lebt jetzt in Dortmund im ärme­ren Stadtteil Neustadt und hält sich mit einem Putzjob im Hotel über Wasser. Weil sie den aber bald wie­der ver­liert und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt nicht gut ste­hen, lässt sie sich auf das Angebot ein, bei unse­riö­sen Geschäften zu über­set­zen, bei denen kei­ner dem ande­ren traut, denn: wenn du sie nicht abziehst, dann zie­hen sie dich ab. Sie tut das alles in der Hoffnung, so zu Geld zu kom­men, das sie drin­gend braucht, um ihren Traum zu erfül­len: end­lich ganz selb­stän­dig zu sein und von ehr­li­cher Arbeit im eige­nen Friseursalon zu leben. Und wäh­rend sie dafür arbei­tet, ver­strickt sie sich immer tie­fer in Ausbeutungsverhältnisse zwi­schen lega­len und ille­ga­len Einwanderern.

    Die Hauptfigur Marija wird von Margarita Breitkreiz gespielt, die zum Volksbühnen-Ensemble gehör­te, ihren Geschäftspartner spielt Georg Friedrich. Die Nebenrollen sind mit Laiendarstellern besetzt, gedreht wur­de in Dortmund, Neustadt – dort, wo die Lebensrealität vie­ler so aus­sieht wie in die­sem Film.

    MARIJA fei­er­te sei­ne Premiere auf dem Filmfestival in Locarno; er ist nomi­niert in der Kategorie Bester Film beim Schweizer Filmpreis und für den deut­schen Filmpreis vornominiert.

    D, CH 2016, 101 Min. 
    Regie: Michael Koch 
    Kamera: Bernhard Keller 
    Schnitt: Florian Riegel 
    Mit: Margarita Breitkreiz, Georg Friedrich, Olga Dinnikova, Sahin Eryilmaz u.a.

    frei­ge­ge­ben am 12 Jahren

    MARIJA – Offizieller Trailer
    film by Michael Koch. 

    Michael Koch’s keen­ly obser­ved and beau­tiful­ly acted milieu stu­dy has the ruc­tious and vul­nerable Marija at the epi­cen­ter, who­se dream of owning her own hair salon beco­mes a distant pro­s­pect when she loses her job as a hotel clea­ning woman.

     

    D, CH 2016, 101 Min. 
    Regie: Michael Koch 
    Kamera: Bernhard Keller 
    Schnitt: Florian Riegel 
    Mit: Margarita Breitkreiz, Georg Friedrich, Olga Dinnikova, Sahin Eryilmaz u.a.

    MARIJA – Offizieller Trailer
  • Little Men

    Little Men

    [:de]Ein Film von Ira Sachs.

    Ein Sommer in Brooklyn: Jakes Familie zieht in das vom Großvater geerb­te Haus. Er freun­det sich mit Tony an, des­sen Mutter den Laden im Erdgeschoss hat. Beide ver­bin­det die Vorliebe für Kunst und Computerspiele, bei­de träu­men davon, von der LaGuardia High School for Music & Art auf­ge­nom­men zu wer­den. Es könn­te immer so wei­ter gehen, aber im Hintergrund bahnt sich ein unlös­ba­rer Konflikt an. Jakes Vater Brian muß sei­ne Schwester aus­zah­len, die Miterbin ist. Deshalb soll die Ladenmiete auf Stand gebracht wer­den, aber das kann Tonys Mutter Leonor wirt­schaft­lich nicht ver­kraf­ten. Liberale Einstellung und huma­nis­ti­sche Bildung kön­nen nicht dar­über hin­weg­täu­schen, dass das Gesetz des län­ge­ren Hebels die Zustände bestimmt. Ira Sachs stellt nie­mand an den Pranger, son­dern beschreibt nüch­tern, wie die Besitzverhältnisse die mensch­li­chen Beziehungen infil­trie­ren und letzt­lich domi­nie­ren. Es gibt halt Sachzwänge, denen sich nie­mand ver­schlie­ßen kann. Gleichzeitig läßt er uns am Leben der bei­den Jugendlichen teil­ha­ben, die ihre Grenzen tes­ten und auf der Suche sind.
    Wenn man sich ver­se­hent­lich durch das lah­me, extraf­la­che, mit Emotionen aus drit­ter Hand auf Überlänge gestreck­te ‚La La Land‘ gedöst hat und sich hin­ter­her dar­an erin­nert, wie schön es war, Ryan Gosling zu ent­de­cken, dann fällt einem viel­leicht „Half Nelson“ oder „Blue Valentine“ ein. Ein Kino, das das Leben wahr­haf­tig spie­gelt und über­höht und etwas hin­ter­läßt, das wei­ter­tickt. Intim und von Herzen. Diesem Herzschlag und der Fähigkeit, das, was bewegt sicht­bar und spür­bar zu machen ist „Little Men“ verpflichtet.

    I have a strong fee­ling that eco­no­mics plays an enorm­ous part in the crea­ti­on of cha­rac­ter and dra­ma, It defi­nes so much of who we are and how we expe­ri­ence our day, and the chal­lenges we face. There’s no way to sepa­ra­te some of tho­se ques­ti­ons from the stories”
    Ira Sachs

    USA 2016, 85 Min., engl. OmU

    Regie & Buch: Ira Sachs
    Kamera: Óscar Durán
    Schnitt: Mollie Goldstein, Aonso Gonçalves

    mit
    Theo Taplitz
    Michael Barbieri
    Greg Kinnear
    Jennifer Ehle

    Little Men Trailer Deutsch | German [HD]
    Ira Sachs film. In eng­lish with ger­man subtitles.

    13 year old Jake moves to his par­ents in Brooklyn after his grandfather’s dies and befri­ends Tony

    I have a strong fee­ling that eco­no­mics plays an enorm­ous part in the crea­ti­on of cha­rac­ter and dra­ma, It defi­nes so much of who we are and how we expe­ri­ence our day, and the chal­lenges we face. There’s no way to sepa­ra­te some of tho­se ques­ti­ons from the stories”
    Ira Sachs

    USA 2016, 85 Min., engl. OmU

    Regie & Buch: Ira Sachs
    Kamera: Óscar Durán
    Schnitt: Mollie Goldstein, Aonso Gonçalves

    mit
    Theo Taplitz
    Michael Barbieri
    Greg Kinnear
    Jennifer Ehle

    Little Men Trailer Deutsch | German [HD]
  • Certain Women

    Certain Women

    [:de]Ein Film von Kelly Reichardt.

    [Pressezone]

    In ihrem schö­nen neu­en Film ver­knüpft Kelly Reichardt (Old Joy, Wendy & Lucy, Meek’s Cutoff, Night Moves) lose drei Geschichten mit vier Frauen in Livingston, Montana, oder vier Autostunden davon entfernt:
    Laura ist Anwältin, die einen ver­zwei­fel­ten Klienten davon über­zeu­gen will, dass eine Arbeitsrechtsklage erfolg­los sein wird. Gina und ihr Mann Ryan begin­nen mit­ten im Wald mit dem Bau eines eige­nen Hauses und möch­ten dafür dem alten Nachbarn die Natursteine abluch­sen, und haben eine schwer puber­tie­ren­de Tochter im Gepäck. Die jun­ge Pferdepflegerin Jamie ver­liebt sich in Beth, die ihr Jurastudium gera­de abge­schlos­sen hat und als ers­ten Job Abendschulunterricht auf dem Land gibt.
    Der Film, basie­rend auf Kurzgeschichten der Schriftstellerin Maile Meloy, ver­wei­gert sich der Zuschreibung von übli­chen Frauen-Filmfigur-Klischees (von der„starken Frau“ bis zum „Opfer“). Er gewinnt dadurch rea­lis­ti­sche, nach­voll­zieh­ba­re Charaktere, die sich mit all­täg­li­chen Problemen her­um­schla­gen – Anerkennung als Kompetenz, Verständnis ohne Gönnerhaftigkeit, Einsamkeit und (herz­ze­rei­ßen­de) Sehnsucht. Mit aller Ruhe und beson­de­rer Aufmerksamkeit fürs Subtile und für Zwischentöne ermög­licht Certain Women ein wun­der­bar ange­neh­mes, gelas­se­nes Schauen, das es natür­lich in sich hat: gera­de das schein­bar Nebensächliche, die all­täg­li­chen Kleinigkeiten prä­gen hier Beziehungen und Verhältnisse, nicht gro­ße Ereignisse.

    »Die wun­der­ba­re Laura Dern, die sub­ti­le Michelle Williams, die stil­le Kristen Stewart und die viel­leicht berüh­rends­te unter ihnen, die eigen­sin­ni­ge Lily Gladstone, machen Certain Women zu einem herausragendenKinoereignis. … Erneut erweist sich Reichardt als Meisterin, Inhalte über Bilder zu trans­por­tie­ren, die ohne red­un­dan­te Dialoge, ohne umständ­li­che Erklärungen aus­kom­men, und aus einer puren visu­el­len Kraft geschöpft sind.« Viennale

    USA 2016, 105 Min., engl. OmU
    Regie, Buch, Schnitt: Kelly Reichardt
    Kamera: Christopher Blauvelt
    mit Laura Dern, Michelle Williams, Kristen Stewart, Lily Gladstone, James LeGros u.a.

    frei­ge­ge­ben ohne Altersbeschränkung (pdf)

    Kritiken:

    Trailer „Certain Women” OmU from Peripher Filmverleih on Vimeo.[:en]A Film by Kelly Reichardt. In eng­lish with ger­man subtitles.

    [Pressezone]

    CERTAIN WOMEN is tra­cing three sto­ries that have very simp­le plots. Laura, a lawy­er tri­es to sepa­ra­te hers­elf from a pes­ky male cli­ent, a cou­ple attempt to con­vin­ce an old man to give them a pile of rocks in order to build their home, and the final sto­ry is a sub­ver­si­on of the for­mer two, whe­re the prot­ago­nist is the out­si­der secluded on a lonely farm, try­ing to con­nect with the adult edu­ca­ti­on tea­cher Beth. The cha­rac­ters are inten­tio­nal­ly dis­con­nec­ted, but beats from each sto­ry rely on the emo­tio­nal reve­la­ti­ons in the ones pri­or. CERTAIN WOMEN works along the lines of Ozu Yasujiro’s films. If the intan­gi­ble fee­lings, rhyth­ms, and pace of could be cru­de­ly decoded, demys­ti­fy­ing the power of the film’s enig­ma­tic images, igno­ring the ele­ment of the film that moves us wit­hout being able to pin­point exact­ly why, I could say the film is about rea­li­zing the exis­tence of the world around us. I’ve never seen a film quite like it. (Josh Cabrita)

    USA 2016, 105 Min., engl. OmU
    Director, Editor: Kelly Reichardt
    Camera: Christopher Blauvelt
    Cast:  Laura Dern, Michelle Williams, Kristen Stewart, Lily Gladstone, James LeGros u.a.

    frei­ge­ge­ben ohne Altersbeschränkung (pdf)

    Trailer „Certain Women” OmU from Peripher Filmverleih on Vimeo.[:]

  • Dahlienfeuer

    Dahlienfeuer

    Ein Film von Stefan Hayn. Am 4.2. und 5.2. im fsk. Am 4.2. mit anschlie­ßen­dem Filmgespräch.

    Ein son­ni­ger Herbsttag in Berlin. Im Süden Neuköllns ver­sam­meln sich die Besucher*innen des Dahlienfeuers, einer jähr­li­chen Gartenausstellung im Britzer Garten. Sie bewun­dern die bun­te Blütenpracht, machen einen Familienausflug und suchen nach Ruhe, schö­nen Stunden oder dem nächs­ten Motiv für ihre Fotosammlung. Zwischen ihnen bewegt sich der Filmemacher. Sein Interesse gilt weni­ger den Pflanzen, mögen sie auch noch so anspre­chend in 4:3 kadriert sein. Vielmehr rich­tet er den Blick auf den Menschen und das, was ihn umtreibt.  Mit höf­li­chen, fast naiv anmu­ten­den Fragen nähert sich Hayn einem Lebensgefühl an, einem Moment, das an die­sem Tag, an die­sem Ort, in und an der Luft liegt. Ein klei­ner Ausschnitt, der einen gro­ßen Einblick erlaubt – in die Köpfe der Protagonist*innen, die Lage einer Nation und die Fotokalender für das nächs­te Weihnachtsfest. Denn immer wie­der geht es auch um den Akt es Aufnehmens, des Einfangens – und vor allem um die Frage, wel­che Beobachtungen für uns Bedeutung erlangen.

    D 2016, 67 Min.,
    Regie: Stefan Hayn
    Kamera: Bernadette Paaßen

    Dahlienfeuer