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  • Ana, mon Amour

    Ana, mon Amour

    Ein Film von Călin Peter Netzer.

    Das sie beim ers­ten Treffen über Nietzsche spre­chen ist nicht das ein­zi­ge Ungewöhnliche an der Begegnung zwi­schen Toma und Ana, bei­de Studenten, bei­de jung und doch belas­tet durch die Geschichte, durch ihre Eltern, durch die Erbschaft eines Landes, das erst vor kur­zem der Diktatur ent­kom­men ist. Während aus einem Nebenzimmer Sexgeräusche zu hören sind, hat Ana einen Anfall, unbe­stimm­te Magenschmerzen pla­gen sie, und wer­den sie noch jah­re­lang ver­fol­gen, wäh­rend sich ihre Beziehung ent­wi­ckelt und schließ­lich zugrun­de geht. Was wir hier sehen ist mög­li­cher­wei­se eine Rückblende, viel­leicht auch nur eine Erinnerung von Toma, der auf der Coach sei­nes Psychiaters liegt, die Beziehung zu Ana ist vor­bei, sei­ne Haare sind inzwi­schen deut­lich lich­ter als der unge­stü­me Lockenschopf, den er in den zeit­lich frü­he­ren Szenen der Geschichte trug. Jahrelang war es Ana, die bei einer Psychotherapeutin nach Antworten auf ihre Störungen such­te, die von einer mal inzes­tuö­sen, mal miss­bräuch­li­chen Beziehung zu ihrem Vater berich­te­te, die kaum pro­ble­ma­ti­scher war, als das Verhältnis von Toma zu sei­nen Eltern. Fließend wird zwi­schen der Gegenwart und unter­schied­lich weit zurück­lie­gen­den Vergangenheiten hin- und her­ge­schnit­ten (Cutterin Dana Bunescu bekam 2017 den Silbernen Bären), Bezüge zwi­schen heu­te und ges­tern ange­deu­tet, vor allem die Frage auf­ge­wor­fen, inwie­fern die Vergangenheit die Gegenwart beein­flusst. Und genau dies ist das Thema des zeit­ge­nös­si­schen rumä­ni­schen Kinos, das immer wie­der davon erzählt, wie die Ceausescu-Diktatur und die mit ihr ein­her­ge­hen­de Korruption die Menschen präg­te und auch heu­te, inzwi­schen ein Viertel Jahrhundert nach dem Tod des Diktators noch beein­flusst. (…) Fließend sind dabei die Übergänge zwi­schen brei­te­ren gesell­schaft­li­chen Entwicklungen und der per­sön­li­chen Ebene, die bei Netzer im Zentrum steht. Gleich bei­de Elternpaare von Ana und Toma sind gelin­de gesagt zer­rüt­tet und über­tra­gen – zwar unbe­wusst aber unaus­weich­lich – ihre Verhaltensweisen auf die nächs­te Generation. Fast schon fata­lis­tisch wäre das zu nen­nen, wenn es nicht so fas­zi­nie­rend, so genau und klug und wahr­haf­tig beob­ach­tet wäre, wie es Netzer in sei­nem her­aus­ra­gen­den Film tut. Michael Meyns | programmkino.de

    Rumänien 2017, 127 Min. , rum. OmU 
    Regie: [wikilink]Calin Peter Netzer[/wikilink]
    Kamera: Andrei Butică 
    Schnitt: Dana Bunescu 
    mit: Mircea Postelnicu, Diana Cavallioti, Carmen Tanase, Vasile Muraru

    https://1f5ad49-trailerloop-production.s3.amazonaws.com/uploads/asset_preview/video/file/44386/mp4_y2P1FdT9S604vg.mp4A film by Călin Peter Netzer. In roma­ni­an with ger­man subtitles.

    Toma and Ana meet at uni­ver­si­ty. A love affair beg­ins that is full of hopes and dreams and suf­fu­sed by the fee­ling that each needs the other in equal mea­su­re. Ana has a com­pli­ca­ted fami­ly back­ground and suf­fers from seve­re panic attacks. Middle-class Toma is as sho­cked as he is fasci­na­ted by the deep well of des­pair he encoun­ters in his bel­oved. Toma gives Ana his com­ple­te sup­port and takes her to see a string of doc­tors. At the same time the two begin to iso­la­te them­sel­ves from their fami­lies and fri­ends. Ana’s weak­ne­ss appears to make Toma stron­ger. When she falls pregnant, Ana embarks on a the­ra­py based on ana­ly­ti­cal psy­cho­ana­ly­sis from which she emer­ges a stron­ger per­son. But then Toma’s world beg­ins to topp­le … Călin Peter Netzer’s film blends roman­tic dra­ma with a stu­dy of men­tal ill­ness and how it is over­co­me. Unfolding like a com­plex puz­zle struc­tu­red around Toma’s psy­cho­ana­ly­ti­cal ses­si­ons, the nar­ra­ti­ve plun­ges into the past in a series of sus­tained flash­backs. Scenes from a com­plex mar­ria­ge that reve­al num­e­rous con­nec­tions to the repres­sed depths and taboos of Romanian society.

    Rumänien 2017, 127 Min. , rum. OmU 
    Regie: Calin Peter Netzer 
    Kamera: Andrei Butică 
    Schnitt: Dana Bunescu 
    mit: Mircea Postelnicu, Diana Cavallioti, Carmen Tanase, Vasile Muraru

  • Western

    Western

    Ein Film Valeska Grisebach.

    Sie hat erst drei Spielfilme gedreht, und doch stellt sich schon in den ers­ten Minuten von Western das typi­sche Valeska-Grisebach-Gefühl ein. Es mag das Tempo sein, die genaue Beobachtung, eine Art zu spre­chen und die Betonung, oder auch die Bilder, die die­sen Eindruck erwe­cken, was sehr schön ist und mir gefällt. Nun hat ihr neu­er Film einen ande­ren Ansatz als Mein Stern und Sehnsucht. Er lehnt sich, wie der Titel schon sagt, an ein Genre an, samt Pferd, Lagerfeuer und Konfrontation in der Fremde.
    Meinhard ist ein Loner, wie er im (Film-)Buche steht. Ungebunden wie er ist, kann er selbst­be­stimmt, ruhig und schein­bar über­legt sei­nen Weg gehen, auch mal gegen den Strom. Er stösst als Neuer zu dem Bautrupp, der nach Bulgarien fährt, um in den dor­ti­gen Bergen ein klei­nes Wasserkraftwerk zu errich­ten. Die Unterkunft bau­en und die deut­sche Fahne his­sen ist eins – zag­haf­te Einwände aus sei­nem Mund dazu wer­den nicht ger­ne gehört. Der Kontakt mit den Einheimischen ist eigent­lich nicht vor­ge­se­hen, lässt sich aber nicht ganz ver­mei­den. Meinhard for­ciert ihn frei­wil­lig als ein­zi­ger aus dem Lager. Er schafft trotz der Sprachbarriere eine Annäherung, die zwar ganz prak­ti­sche Probleme lösen könn­te, sei­ne Arbeitskollegen aber irri­tiert. Besonders Vorarbeiter Vincent fühlt sich pro­vo­ziert. Sein Gegenpart hin­ge­gen möch­te eigent­lich lie­ber sei­nen eige­nen Weg suchen, als sich mit ihm auseinanderzusetzen.

    ” … Was wie ein Film im zurück­hal­ten­den Beobachtermodus erscheint, bei dem das Leben ins Bild hin­ein­schwappt, ist viel mehr als das: eine lebens­lus­ti­ge Erforschung des Anderen. Grisebach ist nicht nur offen für das Alberne und das Sentimentale, das um die Ecke schaut, wenn sich Leute kaum ver­ste­hen, aber unbe­dingt ver­ste­hen wol­len. Sie for­dert glei­cher­ma­ßen Konflikte wie Annäherungen her­aus: die Geschichte, die unter ande­rem Wasserknappheit und eine aus­blei­ben­de Kiesellieferung als phy­si­sche Krisenherde zu bie­ten hat, nimmt sich viel Zeit für die Schilderung der zärt­li­chen Sehnsucht nach pri­mä­rer Verständigung, …” Frédéric Jaeger | critic.de

    Deutschland, Österreich, Bulgarien, 2017, 121 Min., deutsch,bulgarisch,englische OmU

    Regie & Buch: [wikilink]Valeska Grisebach[/wikilink]

    Kamera: Bernhard Keller
    Schnitt: Bettina Böhler

    Mit Meinhard Neumann, Reinhardt Wetrek, Syuleyman Alilov Letifov, Veneta Frangipova, Viara Borisova

    WESTERN (Offizieller Trailer)
    film by Valeska Grisebach. In ger­man, bul­ga­ri­an and eng­lish with ger­man subtitles.

    A group of German con­s­truc­tion workers start a tough job at a remo­te site in the Bulgarian coun­try­si­de. The for­eign land awa­kens the men’s sen­se of adven­ture, but they are also con­fron­ted with their own pre­ju­di­ce and mis­trust due to the lan­guage bar­ri­er and cul­tu­ral dif­fe­ren­ces. The stage is quick­ly set for a show­down when men begin to com­pe­te for reco­gni­ti­on and favor from the local villagers.

    Deutschland, Österreich, Bulgarien, 2017, 121 Min., deutsch,bulgarisch,englische OmU

    Regie & Buch: [wikilink]Valeska Grisebach[/wikilink]

    Kamera: Bernhard Keller
    Schnitt: Bettina Böhler

    Mit Meinhard Neumann, Reinhardt Wetrek, Syuleyman Alilov Letifov, Veneta Frangipova, Viara Borisova

    WESTERN (Offizieller Trailer)
  • Dragon InnRerun: Two King Hu Films

    Dragon InnRerun: Two King Hu Films

    Zwei Klassiker des Wuxia-Genres wur­den vom Taiwan Film Institut sorg­fäl­tig restau­riert und als hoch­auf­lö­sen­de (4K) Kopie remas­te­red. Beide Filme sind von King Hu ( 胡金銓 胡金铨, Hú Jīnquán) und ste­hen jetzt auch mit deut­scher Untertitelung neu zu Verfügung.

    [indie­ki­no Club]

    Sein drit­ter Film, DRAGON INN, brach sei­ner­zeit sämt­li­che Zuschauerrekorde in diver­sen asia­ti­schen Ländern und gilt als rich­tungs­wei­send für das Genre des Martial Arts Actionfilms. Die poe­ti­schen Bilder und die cho­reo­gra­fier­ten Kamfszenen such­ten ihres­glei­chen. Eine Besonderheit in sei­nen Filmen war auch der Einsatz weib­li­cher Helden, die sich als Kämpfer gleich­be­rech­tigt in der Männerwelt beweg­ten und bei aller Härte nie ihre Weiblichkeit verloren.

     

    Das durf­te auch bei dem als Meisterwerk geprie­se­ne A TOUCH OF ZEN, der in den Wettbewerb von Cannes ein­ge­la­den wur­de, erlebt wer­den. Das Lexikon des inter­na­tio­na­len Films schwärmt: »Ein Abenteuerfilm in per­fek­ter Inszenierung, der auf­wen­dig aus­ge­stat­te­ten Historienfilm, fan­tas­ti­sche Gespenstergeschichte, rasan­te Schwertkämpfe und Zen-Buddhismus zu einer reiz­vol­len Einheit ver­bin­det. Kameratechnisch teils vir­tu­os, ver­dich­tet der Film die tri­via­len Handlungsmuster auf einer meta­pho­ri­schen Ebene zu einer Fabel über Sinn und Zweck von Gewalt.« Wir zei­gen bei­de Filme in Sondervorstellungen.

    Hier gibt es einen aus­führ­li­chen Beitrag im Filmdienst

     

    DRAGON INN (Die Herberge zum Drachentor | 龍門客棧 / 龙门客栈 Lóngmén Kèzhàn) TW 1967 111 Min. OmU

    A TOUCH OF ZEN (Ein Hauch von Zen | 俠女 Hsia Nu) TW 1971 180 Min. OmU

    Trailer Dragon Inn

    Trailer A Touch of ZenWe have two WUXIA-Classics by King Hu in our Programm:

    DRAGON INN, Tsao, the emperor’s first eunuch, has suc­cessful­ly bested General Yu, his poli­ti­cal oppo­nent. The gene­ral was behea­ded and his remai­ning child­ren have been exi­led from China. As the child­ren are being escor­ted to the wes­tern bor­der of the Chinese empire, Tsao plots to have the child­ren kil­led. Tsao’s secret poli­ce lie in ambush at the deso­la­te Dragon Gate Inn. Martial arts expert Hsiao shows up at the inn, wan­ting to meet the inn­kee­per. Unknown to the secret poli­ce is that the inn­kee­per, Wu Ning, was one of the general’s lieu­ten­ants and has sum­mo­ned Hsiao to help the child­ren. A brot­her-sis­ter mar­ti­al-artist team (child­ren of ano­ther Yu lieu­ten­ant) also show up to help. These four race to find Yu’s child­ren and lead them to safety.

     

    A TOUCH OF ZEN,

    The sto­ry is lar­ge­ly seen through the eyes of Gu, who is a well-mea­ning but unam­bi­tious scho­lar and pain­ter, with a ten­den­cy towards being clum­sy and inef­fec­tu­al. A stran­ger arri­ves in town wan­ting his por­trait pain­ted by Gu, but his real objec­ti­ve is to bring a fema­le fugi­ti­ve back to the city for exe­cu­ti­on on behalf of the East Chamber guards. The fugi­ti­ve, Yang, is befri­en­ded by Gu and tog­e­ther they plot against the cor­rupt Eunuch Wei who wants to era­di­ca­te all trace of her fami­ly after her father attempts to warn the Emperor of the eunuch’s cor­rup­ti­on. His daugh­ter fled, and Abbot Hui inter­ven­ed to pro­tect them.

    The stran­ger, Yang and her fri­ends are all supe­ri­or war­ri­ors. The stran­ger has a spe­cial fle­xi­ble sword that bends and that he can wear within his belt, making him seem unarmed.

    One of the uni­que aspects of the film is that Gu is a non-com­ba­tant all the way through the film and only beco­mes invol­ved when he sleeps with Yang. Upon doing so, he is no lon­ger the naï­ve bumbling inno­cent, but ins­tead beco­mes con­fi­dent and asser­ti­ve, and when Yang’s plight is reve­a­led, he insists on being part of it – and even comes up with a fien­dish „Ghost Trap” for the East Chamber guards. This is a plan to use a sup­po­sedly haun­ted site to play tricks on the guards to make them belie­ve they are prey to the undead. He first spreads rumours of ghosts, with his mother play­ing a part. The film then brief­ly uses split-screen with six sepa­ra­te views to show the spread of the­se rumours.

    In the after­math, Gu walks through the car­na­ge laug­hing at the inge­nui­ty of his plan until the true cost of human life dawns upon him. He sees Abbot Hui and his fol­lo­wers arri­ve to help bury the dead.

    After the batt­le, Gu is unable to find Yang, who he is told has left him and does not want him to fol­low her. He tracks her down at the monas­tery of the saint­ly and powerful Abbot Hui Yuan, whe­re she has given birth to a child by Gu and beco­me a nun. She tells Gu that their desti­ny tog­e­ther has ended and gives Gu their child. Later, when Gu and the child are tra­cked down by Hsu Hsien-Chen, the evil com­man­der of Eunuch Wei’s army, Yang and Abbot Hui come to Gu’s res­cue. In the ensuing batt­le, Hsu is kil­led and Yang and Abbot Hui are bad­ly inju­red (the lat­ter blee­ding gol­den blood). The film famously ends with the inju­red Yang stag­ge­ring towards a sil­hou­et­ted figu­re, pre­su­ma­b­ly Abbot Hui, seen medi­ta­ting with the set­ting sun forming a halo around his head, an image sug­gest­ing the Buddha and enlightenment.

     

    DRAGON INN (Die Herberge zum Drachentor | 龍門客棧 / 龙门客栈 Lóngmén Kèzhàn) TW 1967 111 Min. OmU

    A TOUCH OF ZEN (Ein Hauch von Zen | 俠女 Hsia Nu) TW 1971 180 Min. OmU

    Trailer Dragon Inn

    Trailer A Touch of Zen

  • Träum was Schönes

    Träum was Schönes

    Ein Film von Marco Bellocchio. Ab 17.8. im fsk.

    Turin 1969. Der neun­jäh­ri­ge Massimo liebt sei­ne Mutter über alles. Gleich in der ers­ten Szene sehen wir bei­de lei­den­schaft­lich zu einem Twist tan­zen, abends schau­en sie gemein­sam die fran­zö­si­sche Fernseh-Serie „Belphégor oder Das Geheimnis des Louvre“. Doch zwi­schen­durch gibt es immer wie­der Irritationen: ein über­trie­be­nes Versteckspiel, eine end­lo­se Fahrt in der Straßenbahn. Massimos Mutter ist eine trau­ri­ge Frau, sie lei­det an Depressionen. Und dann ist sie eines Tages tot, für den Buben bricht eine Welt zusam­men, er wei­gert sich, den Verlust zu akzeptieren.

    Erzählt wird die Geschichte als Rückblende. In einer Rahmenhandlung, die im Jahr 1999 ange­sie­delt ist, muss der erwach­se­ne Massimo die Wohnung sei­nes ver­stor­be­nen Vaters auf­lö­sen. Dabei drän­gen vie­le Erinnerungen ins Bewusstsein: wie Massimo mit sei­nem Vater ins Fußballstadion geht, wie er in den 1990er Jahren als Journalist arbei­tet, erst von gro­ßen Sportereignissen berich­tet, dann vom Krieg in Sarajevo. Von nun kehrt der Film immer wie­der zur Rahmenhandlung zurück: Massimo lei­det unter Panikattacken und lernt so die bezau­bern­de Internistin Elisa ken­nen. Kann sie ihm hel­fen, sei­ne Dämonen zu ver­trei­ben? Massimo muss sich noch ein­mal sei­ner Vergangenheit stel­len, um wie­der ins Leben zurückzufinden.

    Marco Bellocchio, Jahrgang 1939, ist einer der bedeu­tends­ten Regisseure Italiens, seit über 50 Jahren dreht er Filme. Gleich sein Debüt „Mit der Faust in der Tasche“, 1965 ent­stan­den, ist ein Meisterwerk, und auch sein neu­er Film ist von einer Komplexität und einem Anspruch, die sel­ten gewor­den sind im aktu­el­len ita­lie­ni­schen Kino. In „Träum was Schönes – Fai bei sogni“ geht es um Trauer und Verlust, um unbe­wäl­tig­te Vergangenheit und die Herausforderungen der Gegenwart. Wie soll man sein Leben leben? Und wie kann man glück­lich sein, wenn man sich mit sei­ner Vergangenheit nicht aus­ge­söhnt hat? Gewichtige Fragen, denen Bellocchio mit Humor und gro­ßem Verständnis für die mensch­li­che Psyche nach­geht. Der Regisseur ver­folgt Massimos Streben nach Glück und gleich­zei­tig sein Bedürfnis, sich vor Verletzungen zu schützen.

    Die ver­schie­de­nen Zeitebenen wir­ken dabei nie kom­pli­ziert. Vielmehr wech­seln sie sich spie­le­risch ab und ver­voll­stän­di­gen sich meis­ter­haft zu einem genau­en Porträt der Hauptfigur. Spaß machen auch immer klei­ne Beobachtungen am Wegesrand, in denen sich die Zuschauer viel­leicht selbst ent­de­cken. So dient das wirk­lich furcht­erre­gen­de Monster in „Belphégor“ dem klei­nen Massimo als Beschützer, sein grau­sa­mes Ende nimmt das der Mutter vor­weg. Die packen­de Schwimmbadszene aus Jacques Tourneurs Horror-Klassiker „Katzenmenschen“ (1942) – plötz­lich geht das Licht aus und Simone Simon schwimmt allein im Dunkeln – nimmt der Film am Schluss auf. Man muss die­se Anspielungen nicht erken­nen, die Szene funk­tio­nie­ren auch so. Abgerundet wird der meis­ter­lich insze­nier­te Film durch die per­fek­ten Hauptdarsteller, Bérénice Bejo und Valerio Mastandrea vor allem, aber auch Nicolò Cabras, Darsteller des klei­nen Massimo, ist eine Wucht.

    Michael Ranze

    OT: Fai bei sogni
    Italien 2016, 134 Min., ita. OmU
    Regie: Marco Bellocchio
    Kamera: Daniele Ciprì
    Schnitt: Francesca Calvelli
    Darsteller: Valerio Mastandrea, Bérénice Bejo, Nicolò Cabras

    https://1f5ad49-trailerloop-production.s3.amazonaws.com/uploads/asset_preview/video/file/40003/mp4_7hrUUJiG5MGWRg.mp4A film by Marco Bellocchio. Starts 17.8. at the fsk. In ita­li­an with ger­man subtitles.

    Massimo’s idyl­lic child­hood is shat­te­red by the death of his mother. Years later, he is forced to reli­ve his trau­ma­tic past and com­pas­sio­na­te doc­tor Elisa could help him open up and con­front his child­hood wounds.

    OT: Fai bei sogni
    Italien 2016, 134 Min., ita. OmU
    Regie: Marco Bellocchio
    Kamera: Daniele Ciprì
    Schnitt: Francesca Calvelli
    Darsteller: Valerio Mastandrea, Bérénice Bejo, Nicolò Cabras

  • Das Gesetz der Familie

    Das Gesetz der Familie

    Ein Film von Adam Smith.

    Chad Cutler ist ein char­man­ter Mann, Fahrer beim Cutler-Clan, und der ältes­te Sohn von Oberhaupt Colby Cutler. Immer, wenn es sehr schnell und sehr ein­falls­reich sein muss und ger­ne auch, um die Polizei zum Narren zu hal­ten, dreht er ordent­lich auf – Ryan Goslings „Driver“ sähe blass dage­gen aus – aber das ist hier nicht das gro­ße Thema. Haupteinnahmequelle der Bewohner der wider­wil­lig gedul­de­ten Wohnwagensiedlung am Rand einer Kleinstadt im rei­chen Gloucestershire sind Raubzüge und Einbrüche, und für die Flucht danach ist der desi­gnier­te „Thronfolger“ uner­setz­lich. Chad und sei­ne Frau möch­ten die­sem Leben aller­dings ent­kom­men. Ihre Kinder sol­len, anders als ihr Vater, lesen und und Schreiben ler­nen, eine Ausbildung bekom­men und in einer ordent­li­chen Umgebung auf­wach­sen. Aber so frei­geis­tig und unab­hän­gig das Outlaw-Dasein aus­sieht, so auto­ri­tär und ein­engend kann es nach innen sein. Colby Cutler hät­te viel gegen die­sen Kontrollentzugsversuch, wenn er davon wüss­te, und er hält alle Trümpfe in der Hand. Er hat sei­ne eige­nen Gesetze, und obwohl alle Welt von den Diebeszügen weiß, kann nie­mand ihm bis­her bei­kom­men. Außerdem liebt und ach­tet Chads Sohn Tyson sei­nen Großvater mehr als jeden und alles ande­re, zumal der ihn nur zu ger­ne vom ver­hass­ten Schulunterricht fern­hält, und die gesam­te Nachbarschaft fürch­tet ihn. Trotz Furcht vor dem Vater ver­sucht Chad hin­ter des­sen Rücken ein neu­es Leben vor­zu­be­rei­ten, ein Ausstieg aus der Rebellenalltag-Familientradition. Aber garan­tiert nicht ein­zig die gegen­sei­ti­ge Abhängigkeit inner­halb der Familie das Überleben aller?
    Anstatt eine Doku über eine kon­kret exis­tie­ren­de iri­sche Traveller-Familie zu dre­hen, haben Regisseur Smith und Autor Siddons sich ent­schlos­sen, deren Charaktere als Blaupause für die­ses Großvater-Vater-Sohn Drama zu neh­men. So ver­wun­dert es nicht, dass Fragen nach den Verhältnissen von Innen und Außen, Macht und Manipulation, Bindung und Abhängigkeit, Zuneigung und Verantwortung auf­ge­wor­fen wer­den, und kei­ne ein­fa­che Lösung der Konflikte in Sichtweite ist.

    Casting two Irishmen in the leads is a bit of a red her­ring, as both Fassbender and Gleeson honour the West Country ori­g­ins of the sto­ry. Their accents may not be per­fect, but the spar­ring bet­ween father and son, with vio­lence just under­neath the sur­face, is con­vin­cing.«” Dave Calhoun, Time Out

     

    OT: Trespass against us
    UK 2016, 99 Min., engl. OmU
    Regie: Adam Smith
    Musik: Tom Rowlands (The Chemical Brothers)
    Darsteller. Michael Fassbender, Brendan Gleeson, Georgie Smith, Lyndsey Marshal, Rory Kinnear

    A film by Adam Smith.  In eng­lish with ger­man subtitles.

    Trespass Against Us is set across three gene­ra­ti­ons of the Cutler fami­ly who live as out­laws in their own anar­chic cor­ner of Britain’s richest coun­try­si­de. Chad Cutler (Michael Fassbender) is heir appa­rent to his brui­sing cri­mi­nal father, Colby (Brendan Gleeson) and has been groo­med to spend his life hun­ting, thie­ving and tor­men­ting the poli­ce. But with his own son, Tyson (Georgie Smith) coming of age, Chad soon finds hims­elf locked in a batt­le with his father for the future of his young fami­ly. When Colby lear­ns of Chad’s dreams for ano­ther life he sets out to tie his son and grand­son into the archaic order that has bound the Cutler fami­ly for gene­ra­ti­ons. He engi­neers a spec­ta­cu­lar pie­ce of cri­mi­nal busi­ness invol­ving a heist, a high-speed car cha­se and a manhunt, which lea­ves Chad brui­sed and bloo­di­ed and with his very free­dom at stake.

     

    OT: Trespass against us
    UK 2016, 99 Min., engl. OmU
    Regie: Adam Smith
    Musik: Tom Rowlands (The Chemical Brothers)
    Darsteller. Michael Fassbender, Brendan Gleeson, Georgie Smith, Lyndsey Marshal, Rory Kinnear

  • Helle Nächte

    Helle Nächte

    Ein Film von Thomas Arslan.

    Die häu­fig gera­de­zu hys­te­ri­schen nega­ti­ven Reaktionen auf Filme, die der Berliner Schule zuge­schrie­ben wer­den, haben in der Regel nichts ande­res im Sinn, als von den eige­nen künst­le­ri­schen Konventionen und lang­wei­li­gen Ambitionen abzu­len­ken und die­se so durch die Hintertür zu bestä­ti­gen und zu zemen­tie­ren. Schade eigent­lich, weil sol­che Übersprungsichtweisen einen offe­nen und ein­fühl­sa­men Blick auf die Filme verhindern.
    Michael ist nach Norwegen gekom­men, weil sein Vater dort gelebt hat. Die bei­den Männer hat­ten sich zwar nichts zu sagen, aber wenigs­tens zur Beerdigung möch­te der Sohn anrei­sen. Eine gute Gelegenheit, um sei­nen Sohn Luis mit­zu­neh­men – der wie­der­um zu sei­nem Großvater ein inni­ge­res Verhältnis hat­te als zu sei­nem Vater Michael. So beginnt ein Roadmovie, das sich weni­ger nach vor­ne als sich viel­mehr im Kreis bewegt und eigent­lich immer lang­sa­mer wird und der Stillstand droht.
    Natürlich spie­gelt sich in der Bewegung und in der Landschaft die Beziehung von Vater und Sohn, und das könn­te alles sehr platt wir­ken, wür­de es auf ein ver­söhn­li­ches Ziel hin­aus­lau­fen. Doch Thomas Arslan insze­niert sei­ne Erzählung aus einer beob­ach­ten­den Haltung her­aus und dekli­niert auf­kom­men­de Konflikte und die Charaktere nicht durch, sodass deren Unsicherheit und Hilflosigkeit nicht behaup­tet wir­ken und letzt­lich dem Zuschauer viel Raum gewährt wird, den er jetzt nur noch nut­zen muss.

    Georg Friedrich und Tristan Gölbel sind ein aus­ge­zeich­ne­tes Team, weil sie rela­tiv frei von schau­spie­le­ri­schen Manierismen sind. Statt einer etwas ange­be­ri­schen Souveränität im Spiel haben sie sich eine Brüchigkeit bewahrt, die einem für kur­ze Momente das Herz zer­rei­ßen kann.“
    „Einmal fährt die Kamera minu­ten­lang eine Straße ent­lang, die durch eine immer stär­ker vom Nebel ein­ge­deck­te, end­lo­se Bergkulisse führt. Arslan lässt uns die Leere und Abgeschiedenheit am eige­nen Leib spü­ren. Es fühlt sich nicht so viel anders an als die Enge eines bür­ger­li­chen Wohnzimmers. Wenn über­all nur ein gro­ßes Nichts ist, wer­den die Figuren auto­ma­tisch auf sich selbst zurück­ge­wor­fen.“ (Michael Kienzl, critic.de)

    Deutschland / Norwegen 2017, 86 Min.

    Regie, Buch: Thomas Arslan
    Kamera: Reinhold Vorschneider
    Schnitt: Reinaldo Pinto Almeida

    mit:
    Georg Friedrich (Michael)
    Tristan Göbel (Luis)
    Marie Leuenberger (Leyla)
    Hanna Karlberg (Cecilia)

    https://1f5ad49-trailerloop-production.s3.amazonaws.com/uploads/asset_preview/video/file/43035/mp4_lA0JnnOES609Zw.mp4A film by Thomas Arslan. In German.

    Austrian civil engi­neer Michael lives with his girl­fri­end in Berlin. For years, he has bare­ly had any cont­act with his 14-year-old son Luis. When Michael’s father dies the two none­thel­ess tra­vel tog­e­ther to the fun­e­ral which is held in the remo­te north of Norway. At the deceased’s secluded home Michael beg­ins to pack up his late father’s per­so­nal items – wat­ched in silence by his son. Two peo­p­le who bare­ly know each other are sud­den­ly caught in an inti­ma­te situa­ti­on. After the fun­e­ral, Michael sur­pri­ses Luis by sug­gest­ing that they spend a few days tog­e­ther explo­ring the regi­on. A road movie beg­ins that is also a jour­ney into their non-exis­tent shared past. Being tog­e­ther turns out to be more dif­fi­cult than expec­ted. Never having spent any time with each other on a dai­ly basis, they have trou­ble hand­ling their rela­ti­onship. Whilst Michael glos­ses over this situa­ti­on, Luis can’t hide how hurt he is. His father’s long years of absence stand bet­ween them like a wall. When they are in the car tog­e­ther it feels like the calm befo­re a storm. During the long days of the sum­mer sol­sti­ce, days when the sun never sets, Michael tri­es to break the repe­ti­ti­ve cycle and find a joint way forward.

     

    Deutschland / Norwegen 2017, 86 Min.

    Regie, Buch: Thomas Arslan
    Kamera: Reinhold Vorschneider
    Schnitt: Reinaldo Pinto Almeida

    mit:
    Georg Friedrich (Michael)
    Tristan Göbel (Luis)
    Marie Leuenberger (Leyla)
    Hanna Karlberg (Cecilia)

  • The Party

    The Party

    Ein Film von Sally Potter.

    [Indiekino club]

    Janet ist gera­de zur Ministerin im Schattenkabinett ernannt wor­den – die Krönung ihrer poli­ti­schen Laufbahn. Mit ihrem Mann Bill und ein paar engen Freunden soll das gefei­ert wer­den. Die Gäste tref­fen in ihrem Londoner Haus ein, doch die Party nimmt einen ande­ren Verlauf als erwar­tet. Bill platzt mit gleich zwei explo­si­ven Enthüllungen her­aus, die nicht nur Janets Existenz in den Grundfesten erschüt­tern. Liebe, Freundschaften, poli­ti­sche Überzeugungen und Lebensentwürfe ste­hen zur Disposition. Unter der kul­ti­vier­ten links­li­be­ra­len Oberfläche bro­delt es, und in der Auseinandersetzung wer­den schließ­lich schar­fe Geschütze auf­ge­fah­ren – durch­aus im Wortsinn.
    In ihrem ach­ten Kinofilm lädt die bri­ti­sche Regisseurin und Drehbuchautorin Sally Potter, die zuletzt 2009 mit Rage im Wettbewerb der Berlinale ver­tre­ten war, nam­haf­te Akteure zur Party. Was als Komödie mit hin­ter­sin­ni­gem Witz und schar­fen Dialogen beginnt, kippt in die Tragödie. Wenn dem Leben mit Argumenten nicht mehr bei­zu­kom­men ist, wird unver­se­hens um den Fortbestand der nur schein­bar gefes­tig­ten Existenzen gerungen.

    Großbritannien 2017, 71 Min., engl. OmU
    Regie, Buch: Sally Potter
    Kamera: Alexey Rodionov
    Schnitt: Anders Refn, Emilie Orsini

    mit:
    Patricia Clarkson (April)
    Bruno Ganz (Gottfried)
    Cherry Jones (Martha)
    Emily Mortimer (Jinny)
    Cillian Murphy (Tom)
    Kristin Scott Thomas (Janet)
    Timothy Spall (Bill)

    https://1f5ad49-trailerloop-production.s3.amazonaws.com/uploads/asset_preview/video/file/42420/mp4_GuFtAoF9_448HQ.mp4A film by Sally Potter. In eng­lish with ger­man subtitles.

    Janet has just been appoin­ted minis­ter in the shadow cabi­net – the crow­ning achie­ve­ment of her poli­ti­cal care­er. She and her hus­band Bill plan to cele­bra­te this with a few clo­se fri­ends. The guests arri­ve at their home in London but the par­ty takes an unex­pec­ted turn for the worse when Bill sud­den­ly makes two explo­si­ve reve­la­ti­ons that shock Janet and ever­yo­ne pre­sent to the core. Love, fri­end­ships, poli­ti­cal con­vic­tions and a who­le way of life are now cal­led into ques­ti­on. Underneath their cul­ti­va­ted libe­ral left-wing sur­face peo­p­le are seething. Their dis­pu­te leads to the big guns being brought out – even in a lite­ral sense.
    For her eighth thea­tri­cal fea­ture British direc­tor and screen­wri­ter Sally Potter, who last took part in the Berlinale Competition with Rage in 2009, has invi­ted a stel­lar cast to join her par­ty. Beginning as a subt­ly wit­ty come­dy rep­le­te with sharp-ton­gued dia­lo­gue, the film later veers off into tra­ge­dy. When life can no lon­ger be con­trol­led by reason, peo­p­le will fight tooth and nail to pro­tect their see­mingly sta­ble existence.

    Großbritannien 2017, 71 Min., engl. OmU
    Regie, Buch: Sally Potter
    Kamera: Alexey Rodionov
    Schnitt: Anders Refn, Emilie Orsini

    mit:
    Patricia Clarkson (April)
    Bruno Ganz (Gottfried)
    Cherry Jones (Martha)
    Emily Mortimer (Jinny)
    Cillian Murphy (Tom)
    Kristin Scott Thomas (Janet)
    Timothy Spall (Bill)

  • Paradies

    Paradies

    Ein Film von Andrei Konchalovsky.

    Konchalovsky macht uns mit drei Personen ver­traut, deren Wege sich wäh­rend der Nazidiktatur kreu­zen. Jules, Polizeioffizier und Kollaborateur, der im besetz­ten Paris für die Deutschen die Drecksarbeit macht, Folter ein­ge­schlos­sen. Ansonsten ein Mann mit Stil und Familie. Olga, die rus­si­sche Aristokratin im Exil ver­sucht zwei jüdi­sche Kinder zu ver­ste­cken. Sie wird ver­haf­tet, Jules vor­ge­führt und schließ­lich ins Konzentrationslager ver­schleppt. Helmut ist die drit­te Person, ein glü­hen­der Nationalsozialist, SS Offizier und Lagerkontrolleur. Er trifft Olga, die er zufäl­lig auf einer Reise in Italien ken­nen­lern­te, im KZ wie­der. Die Handlung wird immer wie­der unter­bro­chen, weil die drei Hauptpersonen des Kammerspiels über das Erlebte befragt wer­den. Offensichtlich befin­den sie sich dabei nicht mehr im Diesseits. Sie reflek­tie­ren was geschah, geben Auskunft, schwei­fen ab, erzäh­len. Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen im 4:3‑Format bei den Befragungen, die manch­mal fast wie Tableaus wir­ken­den Bilder sowie die kunst­vol­le Einführung und Verschränkung der drei Hauptfiguren las­sen PARADIES wie eine Parabel erschei­nen. Dazu passt auch das stets etwas distan­ziert wir­ken­de Spiel der Darsteller bei gleich­zei­ti­ger Überzeichnung der Charaktere, was ins­be­son­de­re bei den Deutschen wie dem KZ-Kommandanten Krause oder Heinrich Himmler deut­lich auf­fällt. Dadurch ent­geht Konchalovsky der Gefahr, sich an Klischees abzu­ar­bei­ten und schlägt einen ande­ren, abs­trak­te­ren Weg ein. Die ein­zi­ge natür­li­che Person ist Olga. Menschlich in einer von macht­süch­ti­gen, ent­in­di­vi­dua­li­sier­ten Männern domi­nier­ten Schreckenszeit.

    „Mit sei­nem ästhe­tisch beein­dru­cken­den Werk gelingt dem inter­na­tio­nal bekann­ten rus­si­schen Regie-Altmeister Andrej Konschalowsky ein sub­ti­ler Blick aus gesamt­eu­ro­päi­scher Sicht auf Schicksale in Zeiten des bar­ba­ri­schen Horrors durch den Holocaust. Speziell mit den streng kadrier­ten Schwarz-Weiß-Aufnahmen ver­sucht er sich dem Grauen nüch­tern und unprä­ten­ti­ös zu nähern. Die beängs­ti­gen­de Atmosphäre sei­nes Melodrams, um eine hoff­nungs­lo­se Liebe, ver­schärft er weni­ger durch dra­ma­tur­gi­sche Zuspitzung, son­dern ver­dich­tet es mit sti­lis­ti­schen Mitteln, wie den Zeugen-Sequenzen sei­ner Darsteller vor einer Art Jenseits-Gericht.”
    Luitgard Koch | programmkino.de

    Russland/Deutschland 2016, 130 min., rus­sisch, deut­sche, fran­zö­si­sche, hebäi­sche OmU
    Regie: Andrei Konchalovsky
    Drehbuch: Andrei Konchalovsky, Elena Kiseleva.
    Darsteller: Julia Vysotskaya, Philippe Duquesne, Christian Clauß, Peter Kurth, Jacob Diehl, George Lenz, Viktor Sukhorukov, Anna-Mariya Danilenko, Anastasiya Serova, Yaroslav Khimchenko, Jean Denis Römer, Caroline Piette

    https://1f5ad49-trailerloop-production.s3.amazonaws.com/uploads/asset_preview/video/file/36438/mp4_TeeQrH6g5MH3Mw.mp4A film by Andrei Konchalovsky.In rus­si­an, ger­man, french and yid­dish with ger­man subtitles

    The film is built around the intert­wi­ning desti­nies of three main cha­rac­ters during the Second World War: Russian aris­to­crat-emi­grant and mem­ber of the French Resistance Olga (Yuliya Vysotskaya), a French col­la­bo­ra­tor Jules (Philippe Duquesne) and a high-ran­king SS offi­cer Helmut (Christian Clauss).

    Olga is arres­ted for hiding Jewish child­ren from the Nazi roun­dups. Her case is over­seen by Jules. He is inte­res­ted in her and it seems that in exch­an­ge for sexu­al rela­ti­ons he is rea­dy to sof­ten the fate of pri­soner, but this does not to hap­pen. A chi­me­ric hope of free­dom is repla­ced by cruel rea­li­ty – Olga lands into a German con­cen­tra­ti­on camp. There she meets Helmut who in the past was hope­l­ess­ly in love with her. Strange and pain­ful rela­ti­ons com­mence bet­ween them. The Nazis are alre­a­dy clo­se to defeat, and Helmut deci­des to save Olga from the camp and run away with her to South America. Olga, having lost hope of free­dom agrees, but at the last moment rea­li­zes that her idea of para­di­se has changed.[8]

    Russland/Deutschland 2016, 130 min., rus­sisch, deut­sche, fran­zö­si­sche, hebäi­sche OmU
    Regie: Andrei Konchalovsky
    Drehbuch: Andrei Konchalovsky, Elena Kiseleva.
    Darsteller: Julia Vysotskaya, Philippe Duquesne, Christian Clauß, Peter Kurth, Jacob Diehl, George Lenz, Viktor Sukhorukov, Anna-Mariya Danilenko, Anastasiya Serova, Yaroslav Khimchenko, Jean Denis Römer, Caroline Piette

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