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  • Innen Leben

    Innen Leben

    Ein Film von Philippe Van Leeuw.

    24 Stunden, eine Wohnung, innen. Draußen herrscht Krieg, Schüsse fal­len, Hubschrauber krei­sen, Bomben deto­nie­ren – das Haus steht in Damaskus, eine Offensive ist gera­de im Gange. In der Wohnung ver­sucht man mit Pragmatismus, sich in den nächs­ten Tag zu retten.

    Oum Yazan, ihr Schwiegervater und ihre drei Kinder sind hier zuhau­se, ihr Mann ist unter­wegs. Der Schwarm der Tochter ist zu Besuch, er kann nicht weg, zu gefähr­lich. Auch für Delhani, der phil­ip­pi­ni­schen Haushaltshilfe wäre der Heimweg zu gefähr­lich. Die Wohnung des jun­gen Nachbarpaares mit Baby ist auch zu gefähr­lich, des­halb sind auch sie bei Oum unter­ge­kom­men. Am nächs­ten Morgen wol­len sie in den Libanon flie­hen, ein Helfer ist schon gefunden.

    Im Laufe des Tages, zwi­schen dem Wissen um Scharfschützen auf dem Dach, Wasserknappheit im Haushalt, zeit­wei­sem Ausfall von Strom‑, Internet- und Telefonnetz und Angst vor Eindringlingen und Dieben muss Oum, manch­mal in sekun­den­schnel­le, lebens­wich­ti­ge Entscheidungen zu tref­fen. Hiam Abass, die man aus Lemon Tree, Die Syrische Braut oder Ein Sommer in New York ken­nen soll­te, spielt Oum mit gro­ßer Präsenz und Intensität, der man die gro­ße Verantwortung, die sie trägt, anmerkt, dabei aber stets die all­täg­li­che Routine reso­lut auf­recht zu erhal­ten versucht.

    »Vor allem Hiam Abbas’ Figur ver­kör­pert einen aus der Verzweiflung resul­tie­ren­den Pragmatismus, eine schier unmög­lich gewor­de­ne Menschlichkeit. Wen schüt­zen, wem hel­fen, wen preis­ge­ben? Draußen auf dem Hof liegt ein Toter, oder ist er nur ange­schos­sen? Irgendwann drin­gen Assads Männer in die Wohnung, für die Frauen gibt es kei­nen siche­ren Ort. Unmöglich, kei­nen Verrat zu bege­hen.« Christiane Peitz, Tagesspiegel

    Mehrfach wur­de Innen Leben – InSyriated als „(mit Abstand) wich­tigs­ter Film der Berlinale“ beti­telt. Dass er nie rei­ße­risch wirkt und vol­ler Empathie für sei­ne Figuren bleibt, wur­de, wohl neben sei­ner Aktualität, mit den Panorama-Publikumspreis und das Europa-Cinemas-Label belohnt.

    Insyriated
    Belgien, 2017, 85 Min., arab. OmU

    Regie & Buch: Philippe Van Leeuw
    Kamera: Virginie Surdej
    Schnitt: Gladys Joujou
    Mit Hiam Abbass, Diamand Bou Abboud, Juliette Navis

    https://youtu.be/hAOuU8PFxd4A film by Philippe Van Leeuw. In ara­bic with ger­man subtitles.

    Energetic Oum Yazan is try­ing despera­te­ly to keep tog­e­ther her fami­ly life whilst out­side a war is raging. The fami­ly sits tog­e­ther around a lar­ge table at mid­day, ever­yo­ne try­ing to make them­sel­ves heard abo­ve the can­no­na­de of bombs and machi­ne gun fire. There is hard­ly any water and every trip out­side the door spells dan­ger on account of the sni­pers on the roof­tops abo­ve. While Grandfather plays with his litt­le grand­child, the oldest daugh­ter flirts with her boy­fri­end in her room. Next door a young cou­ple with a baby are plan­ning their escape. Up abo­ve, threa­tening noi­ses can be heard. Who’s that kno­cking at the door? Could it be Oum Yazan’s hus­band who­se return she has been anxious­ly awai­ting, or are the­re stran­ge men out­side, loo­king for valu­ables? Just a few shots are neces­sa­ry to draw the view­er into the per­ma­nent sta­te of emer­gen­cy that is war. The apart­ment that was once a fami­li­ar home has now beco­me a pri­son. Philippe Van Leeuw’s huis clos descri­bes peo­p­le in an extre­me situa­ti­on that gives rise to extre­me beha­viour. Every decis­i­on could be a mat­ter of life or death: is it moral­ly accep­ta­ble to sacri­fice one mem­ber of the fami­ly to gua­ran­tee the sur­vi­val of the others?

    Insyriated
    Belgien, 2017, 85 Min., arab. OmU

    Regie & Buch: Philippe Van Leeuw
    Kamera: Virginie Surdej
    Schnitt: Gladys Joujou
    Mit Hiam Abbass, Diamand Bou Abboud, Juliette Navis

    INSYRIATED de Philippe Van Leeuw – Bande annonce
  • Im inneren Kreis

    Im inneren Kreis

    Ein Film von Hannes Obens & Claudia Morar.

    Wir haben es hier mit offe­nen Kreisen zu tun, kei­ne abge­schot­ten­ten Kreise mit kla­ren Strukturen und Hierarchien. Die lin­ke Szene lebt ja von offe­nen Zirkeln und Beteiligung … Das erleich­tert den Einsatz. Wenn sich die rech­te Szene qua­si im Hinterzimmer einer Gastwirtschaft trifft und dann wird die Tür zuge­macht – da fällt es weni­ger ein­fach.“ J. Reinicke, Bund dt. Kriminalbeamter

    Iris P., Maria B. und Astrid O. sind Polizistinnen, die als ver­deck­te Ermittlerinnen (VE genannt, das sind kei­ne V‑Männer oder Frauen) im Umfeld der Roten Flora in Hamburg vie­le Jahre unent­deckt agie­ren. Eine recht­lich hoch­heik­le Geschichte, auch weil Iris P., abge­seg­net durch ihre Vorgesetzten, enge Freundschaften pfleg­te und inti­me Beziehungen mit Menschen ein­ging, die sie zugleich aus­spio­nier­te. Als „Iris Schneider” aus Hannover forsch­te sie die lin­ke Szene durch, neben der Roten Flora u.a. beim Kollektivsender FSK.

    Im idyl­li­schen Heidelberg hat sich der Polizist Simon B. 2010 eigens an der Universität imma­tri­ku­liert, um lin­ke Studierende aus­zu­spä­hen, die nicht im Traum damit gerech­net hät­ten, ein­mal ins Fadenkreuz staat­li­cher Überwachung zu geraten.

    Eindrucksvoll berich­ten vor allem betrof­fe­ne Protagonist*innen sehr per­sön­lich aus ganz unter­schied­li­chen Perspektiven von die­sen Geschichten. Auch poli­tisch und juris­tisch Verantwortliche kom­men zu Wort, wie der frühere Innenminister Gerhart Baum oder ex-Generalbundesanwalt Kay Nehm, der über einen der Einsätze spricht.

    IM INNEREN KREIS lässt nicht nur erzäh­len, son­dern wirft auch Fragen gera­de zur momen­tan wie­der aktu­el­len Privatsphäre auf. Wer wird überwacht? Wie weit geht Überwachung? Was sind Verdeckte Ermittler*innen? Wie gehen sie vor? Was dür­fen sie? Wie erschre­ckend ist es, wenn sich Freundschaft oder sogar die eige­ne Liebesbeziehung als „Auftragsarbeit“ her­aus­stellt? Was ist mit dem recht­li­chen Paradoxum, Dinge mit­zu­ent­schei­den, die eigent­lich das Ziel der Ausspähung sind? Und schließ­lich: wer überwacht die­se Überwacher?

    D 2017, 83 Min.
    Regie: Hannes Obens und Claudia Morar
    Kamera: Maurice Wilkerling, Lasse Teubner
    Ton: Timo Selengia
    Schnitt: Michelle Barbin
    Animationen : Anna Levinson

    IM INNEREN KREIS Offizieller Trailer from dirk man­they film ug on Vimeo.A film by Hannes Obens & Claudia Morar.

    A docu­men­ta­ti­on about some „under­co­ver agents” in acti­vists groups around the „Rote Flora” cul­tu­ral centre.

    D 2017, 83 Min.
    Regie: Hannes Obens und Claudia Morar
    Kamera: Maurice Wilkerling, Lasse Teubner
    Ton: Timo Selengia
    Schnitt: Michelle Barbin

    IM INNEREN KREIS Offizieller Trailer from dirk man­they film ug on Vimeo.

  • Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes

    Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes

    Ein Film von Julian Radlmaier. Am 14.6. mit anschlie­ßen­dem Filmgespräch mit Julian Radlmaier.

    Auf den Hund gekom­men – das heißt hier tat­säch­lich – in Hundegestalt ver­wan­delt, ist Nachwuchsregisseur Julian (gespielt von Regisseur Julian Radlmaier). Die Geschichte, die ihn dort­hin geführt hat, erzählt er nun im Rückblick. Nach miss­glück­ten Förderansuchen, und ohne all zu viel Plan macht sich Julian, von der staat­li­chen Sozialbürokratie ange­trie­ben auf zum Ernteeinsatz in eine bran­den­bur­gi­sche Apfelplantage. Einer der Kunststudentinnen, denen er in der Gemäldegalerie nach­s­tiehlt, erzählt er es hand­le sich dabei um die Recherche zu einem kom­mu­nis­ti­schen Märchenfilm. Diese nimmt nach eini­gem Zögern sei­ne Anmache für bare Münze und beglei­tet ihn in die Provinz. Während Julians in sei­nen libi­di­nö­sen Begehrlichkeiten wie­der­holt Schiffbruch erlei­det, ent­wi­ckelt Camille zuneh­mend revo­lu­tio­nä­res Begehren, dass Julians Avancen eher noch ver­kom­pli­ziert. Dazwischen aller­lei Geschichten um die illus­tren Malocher*innen der Plantage, von ent­las­se­nen Museumswärtern und geor­gi­schen Anarchistinnen zu jeder Illusion gründ­lich ent­le­dig­ter Zonenkindern, bis sich die Zustände in der unter stren­gem Akkordregime ste­hen­den Plantage zuspit­zen und ein Wiedergänger Franz von Assisis uner­hör­te und ver­hei­ßungs­vol­le Nachrichten überbringt.
    In Radlmaiers, (nicht nur film­ge­schicht­lich) anspie­lungs­rei­chem Film, nach den bei­den mit­tel­lan­gen „Ein Gespenst geht um in Europa” und „Ein pro­le­ta­ri­sches Wintermärchen” sein ers­ter lan­ger Spielfilm, ist die oft umwer­fen­de Komik nicht da, um das poli­ti­sche Begehren iro­nisch auf­zu­he­ben. Beides ist Teil der refle­xi­ven Arbeit an einer Form, in der sich von Möglichkeiten jen­seits der Herrschenden Verhältnisse erzäh­len läßt, zu Zeiten in denen, nach­dem alle Versprechen schon­mal geschei­tert sind, die Lächerlichkeit radi­ka­ler Entwürfe ihre unab­schüt­tel­ba­re Erscheinungsform ist.

    Der bes­te deut­sche Film der dies­jäh­ri­gen Berlinale lief nicht etwa im gro­ßen Wettbewerb, son­dern in der Sektion Perspektive Deutsches Kino, wo der jun­ge Filmemacher Julian Radlmair sei­nen neu­en Film „Selbstkritik eines bür­ger­li­chen Hundes“ vor­stell­te. Der ist mit sei­nem skur­ri­len, selbst­iro­ni­schen Humor zwar ein Nischenprodukt, aber ein beson­ders ori­gi­nel­les.” programmkino.de

    Deutschland 2017,  99 Min.
    Regie, Buch, Schnitt: Julian Radlmaier
    Kamera: Markus Koob
    Mit:
    Julian Radlmaier
    Deragh Campbell
    Kyung-Taek Lie
    Beniamin Forti
    Ilia Korkashvili
    Bruno Derksen

    A film by Julian Radlmaier. In ger­man & eng­lish with ger­man subtitles

    A bour­geois grey­hound con­fes­ses how he tur­ned from an ambi­tious but litt­le-reco­g­nis­ed film­ma­ker into a cani­ne. When his latest pro­ject is rejec­ted by every sin­gle fun­ding insti­tu­ti­on, Julian is forced to take on a job as a fruit picker. When he makes a young Canadian woman named Camille belie­ve that this is rese­arch for a com­mu­nist fairy­ta­le film in which she is to play the lea­ding role, she wants to come along, which kind­les roman­tic noti­ons in Julian. The pair winds up on an osten­si­bly idyl­lic but in rea­li­ty deep­ly explo­ita­ti­ve apple farm. Whilst Julian has a hard time coping with the phy­si­cal strain, Camille throws hers­elf enthu­si­a­sti­cal­ly into their sup­po­sed rese­arch and befri­ends Hong and Sancho, two naï­ve pro­le­ta­ri­ans in search of hap­pi­ness. Julian finds it incre­asing­ly dif­fi­cult to play the com­mu­nist film­ma­ker, then a model worker who dreams the American dream gets in his way, not to men­ti­on an unhin­ged monk with magi­cal powers. With all the­se seething con­flicts going on it’s no sur­pri­se that the farm owner is acci­den­tal­ly kil­led. In the end the enti­re orchard is buz­zing with an outra­ge­ous plan.

    Deutschland 2017,  99 Min.
    Regie, Buch, Schnitt: Julian Radlmaier
    Kamera: Markus Koob
    Mit:
    Julian Radlmaier
    Deragh Campbell
    Kyung-Taek Lie
    Beniamin Forti
    Ilia Korkashvili
    Bruno Derksen

  • Die Farbe der Sehnsucht

    Die Farbe der Sehnsucht

    Ein Film von Thomas Riedelsheimer. Ab 1. Juni im fsk. Am 2.6. mit anschlie­ßen­dem Filmgespräch mit Regisseur und Produzent.

    Manchen, die sie erkun­den, ist die Welt ein­fach nur bunt. Aber da ist doch viel mehr, das macht Thomas Riedelsheimer (Rivers and Tides, Touch the Sound, …) in sei­nem essay­is­ti­schen Dokumentarfilm greif­bar. Gibt es Farben der Sehnsucht, gibt es Musik der Sehnsucht? Glücklicherweise ver­zich­tet der Film auf all­zu nahe­lie­gen­de, häu­fig mit Sehnsucht ver­bun­de­nen Attribute. Stattdessen zei­gen in wun­der­schö­nen Kinobildern Menschen ihre Träume von einem Leben, das sie nicht leben wer­den, von einer Welt, die es so nicht geben wird, oder vom Heimkommen. So ver­läßt Dona Minga mit­tels kap­ver­di­schem Tanz für eine Weile das Ghetto in Lissabon, wo sie seit über 30 Jahren lebt. Neben dem all­ge­gen­wär­ti­gen Blau, so wie Himmel und Meer, die den unsterb­lich (und glück­lich) ver­lieb­ten Alfredo in Mexiko umge­ben, erscheint Grau als Farbe der Wirklichkeit, wie bei den Notunterkünfte in Osaka, oder glit­zernd-strah­len­des Weiß-Golden, wie die Paläste und Shopping Malls in Katar. Layla aus Pakistan, die in die­sem ver­meint­li­chen Wüstenparadies arbei­tet, schreibt als Ersatz für ihr ein­ge­eng­tes Leben Liebesromane, und Kanayo Ueda gibt Gedichtkurse für die Obdachlosen in der japa­ni­schen Küstenstadt.

    Melancholie und Sehnsucht nach dem Nicht-mehr-Leben streift der Film über die­je­ni­gen, die Betroffenen eine Hilfe sein wol­len, so an den schrof­fen Klippen von Tojinbo, wo der pen­sio­nier­te Polizist Yuichi Tada ver­sucht, die vor­wie­gend jun­gen Menschen vom Suizid abzu­hal­ten, oder über den jun­gen Musiker Julius, der vor kur­zem einen Freund ver­lor. Quer über die Kontinente hin­weg ler­nen wir eine Reihe unter­schied­li­cher Frauen und Männer ken­nen, und wie sie sich trotz z.T. wid­rigs­ter Umstände ihre Träume zu erhal­ten versuchen.
    »… Eine akus­ti­sche Entsprechung die­ses Gefühls fin­det Riedelsheimer in der musi­ka­li­schen Komposition eines sei­ner Protagonisten, wodurch der Film zu einem leben­di­gen Kollektivkunstwerk wird. Er erschafft dabei Momente, in denen die Gefühle von der Leinwand direkt auf den Zuschauer über­ge­hen. Ein sinn­li­ches Kino-Erlebnis vol­ler Empathie, das zur Kontemplation ein­lädt.« sagt die Filmbewertungsstelle.

    Deutschland 2016, 92 Min., por­tu­gie­sisch, japa­nisch, deutsch, ara­bi­sche OmU
    Regie, Kamera, Schnitt: Thomas Riedelsheimer

    https://1f5ad49-trailerloop-production.s3.amazonaws.com/uploads/asset_preview/video/file/38475/mp4_yT3kwxhQZ6r5IA.mp4A film by Thomas Riedelsheimer. Starts 1. Juni at the fsk in seve­ral lan­guages with ger­man subtitles.

    What is the mea­ning of home? What is the mea­ning of hap­pi­ness? And how do you find it – just whe­re you are? With his depen­da­ble flair for came­ra posi­ti­ons and peo­p­le, Riedelsheimer tra­vels to six dif­fe­rent desti­na­ti­ons to find out exact­ly that.

     

    Deutschland 2016, 92 Min., por­tu­gie­sisch, japa­nisch, deutsch, ara­bi­sche OmU
    Regie, Kamera, Schnitt: Thomas Riedelsheimer

  • Starlet

    Starlet

    [indie­ki­no Club]

    Die 20-jäh­ri­ge Jane arbei­tet im San Fernando Valley als Porno-Darstellerin. Mit ihrer Kollegin Melissa lebt sie in einem Haus, das Melissas Freund und Manager Mikey gehört und oft auch als Filmset dient. Um ihr kar­ges Zimmer ein biss­chen gemüt­li­cher zu machen, klap­pert Jane die umlie­gen­den Flohmärkte ab. In einer Thermoskanne, die sie als Vase benut­zen will, fin­det sie 10.000 Dollar. Spontan geht sie ein­kau­fen – dann pla­gen sie Gewissensbisse. Doch die ahnungs­lo­se Verkäuferin Sadie (Besedka Johnson), eine ver­schlos­se­ne Witwe von 85 Jahren, lässt Jane gar nicht erst zu Wort kom­men, als die von ihrem Fund erzäh­len will. Jane will nun her­aus­fin­den, ob Sadie das vie­le Geld nötig hat, und es ihr nur dann zurück­ge­ben. Frech drängt sie sich ins Leben der alten Frau, um sie ken­nen zu ler­nen, bis sich lang­sam eine unge­wöhn­li­che Freundschaft ent­wi­ckelt. Doch auch Melissa benö­tigt immer wie­der Janes Aufmerksamkeit: Sie ist dro­gen­süch­tig, und ihre Unzuverlässigkeit und ihr chro­ni­scher Geldmangel wer­den zum Problem …
    „Starlet” ist ein Film über Vertrauen und Vertrauensmissbrauch. Sadie und Jane sind bei­de auf sich allein gestellt und leben wie in einem Kokon: Sadie ver­lässt ihr leicht ver­wahr­los­tes Haus fast nur noch zum wöchent­li­chen Bingo, Jane lebt in einer asep­ti­schen Welt, in der es außer dem Job kaum mehr gibt als Computerspielen auf der Couch und Drogen. Die Bildgestaltung des Films ist äußerst gelun­gen. Oft scheint Jane sich in einer licht­durch­flu­te­ten Traumwelt zu bewe­gen. Der ele­gi­sche Elektrosoundtrack trägt eben­falls zu die­ser ent­rück­ten Atmosphäre bei. Dann wie­der­um setzt der Film auf die doku­men­ta­risch anmu­ten­de Nähe der Handkamera und strafft Szenen mit sicht­ba­ren Jumpcuts. (…). Ein wun­der­ba­rer Film. (BR – KinoKino)

    STARLET ent­wirft die klas­si­sche Geschichte der unwahr­schein­li­chen Freundschaft als zar­tes, pas­tell­far­be­nes, son­nen­ge­tränk­tes, flüch­tig-spon­ta­nes Gewebe und war­tet mit zwei Entdeckungen auf: Mariel Hemingways Tochter Dree in der Rolle der Jane und Besedka Johnson, die im Greisinnenalter ihr Debüt als Sadie gibt.” (Viennale)

    USA 2012, 103 Min., engl. OmU 

    Regie:  Sean S. Baker

    Darsteller:  Dree Hemingway, Besedka Johnson, Stella Maeve, James Ransone, Karren Karagulian

    STARLET | Trailer ger­man deutsch [HD]

    Die 20-jäh­ri­ge Jane arbei­tet im San Fernando Valley als Porno-Darstellerin. Mit ihrer Kollegin Melissa lebt sie in einem Haus, das Melissas Freund und Manager Mikey gehört und oft auch als Filmset dient. Um ihr kar­ges Zimmer ein biss­chen gemüt­li­cher zu machen, klap­pert Jane die umlie­gen­den Flohmärkte ab. In einer Thermoskanne, die sie als Vase benut­zen will, fin­det sie 10.000 Dollar. Spontan geht sie ein­kau­fen – dann pla­gen sie Gewissensbisse. Doch die ahnungs­lo­se Verkäuferin Sadie (Besedka Johnson), eine ver­schlos­se­ne Witwe von 85 Jahren, lässt Jane gar nicht erst zu Wort kom­men, als die von ihrem Fund erzäh­len will. Jane will nun her­aus­fin­den, ob Sadie das vie­le Geld nötig hat, und es ihr nur dann zurück­ge­ben. Frech drängt sie sich ins Leben der alten Frau, um sie ken­nen zu ler­nen, bis sich lang­sam eine unge­wöhn­li­che Freundschaft ent­wi­ckelt. Doch auch Melissa benö­tigt immer wie­der Janes Aufmerksamkeit: Sie ist dro­gen­süch­tig, und ihre Unzuverlässigkeit und ihr chro­ni­scher Geldmangel wer­den zum Problem …
    „Starlet” ist ein Film über Vertrauen und Vertrauensmissbrauch. Sadie und Jane sind bei­de auf sich allein gestellt und leben wie in einem Kokon: Sadie ver­lässt ihr leicht ver­wahr­los­tes Haus fast nur noch zum wöchent­li­chen Bingo, Jane lebt in einer asep­ti­schen Welt, in der es außer dem Job kaum mehr gibt als Computerspielen auf der Couch und Drogen. Die Bildgestaltung des Films ist äußerst gelun­gen. Oft scheint Jane sich in einer licht­durch­flu­te­ten Traumwelt zu bewe­gen. Der ele­gi­sche Elektrosoundtrack trägt eben­falls zu die­ser ent­rück­ten Atmosphäre bei. Dann wie­der­um setzt der Film auf die doku­men­ta­risch anmu­ten­de Nähe der Handkamera und strafft Szenen mit sicht­ba­ren Jumpcuts. (…). Ein wun­der­ba­rer Film. (BR – KinoKino)

    STARLET ent­wirft die klas­si­sche Geschichte der unwahr­schein­li­chen Freundschaft als zar­tes, pas­tell­far­be­nes, son­nen­ge­tränk­tes, flüch­tig-spon­ta­nes Gewebe und war­tet mit zwei Entdeckungen auf: Mariel Hemingways Tochter Dree in der Rolle der Jane und Besedka Johnson, die im Greisinnenalter ihr Debüt als Sadie gibt.” (Viennale)

    USA 2012, 103 Min., engl. OmU 

    Regie:  Sean S. Baker

    Darsteller:  Dree Hemingway, Besedka Johnson, Stella Maeve, James Ransone, Karren Karagulian

  • Code of Survival

    Code of Survival

    Ein Film von Bertram Verhaag.

    Dass Glyphosat nicht schäd­lich sei, behaup­tet ein befrag­ter Befürworter fel­sen­fest, dass Menschen ver­geb­lich ver­such­ten, sich damit umzu­brin­gen, weil man ein gan­zes Glas davon trin­ken kön­ne, ohne dass einem etwas pas­siert. Als ihm ein Glas Glyphosat ange­bo­ten wird, wehrt er aller­dings ver­ängs­tigt ab. Angst und ban­ge wird es einem auch, wenn man sieht, wel­che ver­hee­ren­den Auswirkungen die Produkte der gro­ßen Chemiekonzerne auf das haben, was für uns alle lebens­not­wen­dig ist. Der Regisseur Bertram Verhaag hat sich bereits in meh­re­ren Filmen mit gen­tech­ni­schen Verfahren in der Landwirtschaft aus­ein­an­der­ge­setzt und weil ihn das zuneh­mend frus­trier­te, setzt er im neu­en Film den von den Konzernen pro­pa­gier­ten Lösungen alter­na­ti­ve Konzepte ent­ge­gen: eine Teeplantage in Indien, wo durch nach­hal­ti­ge öko­lo­gi­sche Anbauweise das wei­te­re Abrutschen der Teegärten ver­hin­dert wer­den konn­te; wie durch klu­ge Nutzung des­sen, was natür­lich wächst, auch schein­bar unfrucht­ba­rer Boden ver­wan­delt wer­den kann; wie man, wenn man nur stur genug sei­ne Vision einer alter­na­ti­ven Viehzucht ver­folgt, auch in einer kon­ser­va­ti­ven Gegend bald genug Kundinnen und Kunden hat, um von die­ser Arbeit leben zu kön­nen. Der Film zeigt all die­se Beispiele, weil er dazu anre­gen will, sich mit der Frage zu beschäf­ti­gen, auf wel­che Weise unse­re Nahrungsmittel pro­du­ziert wer­den sollten.

    Deutschland 2017, 95 Min.
    Regie: Bertram Verhaag
    Kamera: Waldemar Hauschild, Gerald Fritzen
    Schnitt: Hauke von Stietencron, Corinna Lösel, Melanie Singer, Verena Schönauer

    https://1f5ad49-trailerloop-production.s3.amazonaws.com/uploads/asset_preview/video/file/38456/mp4_7qdPvBw2AC86vw.mp4A film by Bertram Verhaag.In ger­man language.

    The film opens with far­mers in the USA. Here, every year, the fields are spray­ed with mil­li­ons of ton­nes of “Roundup”, a pesti­ci­de who­se main acti­ve ingre­di­ent is the che­mi­cal gly­pho­sa­te. Multinational che­mi­cal com­pa­nies mar­ket Roundup for use with plants which are gene­ti­cal­ly modi­fied to be resistant to it. The idea is that far­mers can app­ly the poi­son to lar­ge swa­thes of farm­land, kil­ling ever­y­thing except their crop. But this wea­pon is losing its power. Nature is crea­ting gly­pho­sa­te-resistant weeds which spread at a bibli­cal rate and grow incre­di­bly fast – allo­wing them to quick­ly over­power and kill the crops. We meet far­mers who’ve been dri­ven to despe­ra­ti­on. No lon­ger able to con­trol the­se “super­weeds”, they have no choice but to aban­don huge are­as of good-qua­li­ty farm­land – losing their liveli­hoods in the process.

    The film explo­res poi­sons such as Roundup and the ways in which they have see­ped into our lives: alt­hough Germany is vir­tual­ly GM-free, gly­pho­sa­te can now be detec­ted in all of our bodies. Using powerful images, the film explains how the lar­ge-sca­le appli­ca­ti­on of poi­son is des­troy­ing soil bio­lo­gy, caus­ing a glo­bal drop in soil fertility.

    Deutschland 2017, 95 Min.
    Regie: Bertram Verhaag
    Kamera: Waldemar Hauschild, Gerald Fritzen
    Schnitt: Hauke von Stietencron, Corinna Lösel, Melanie Singer, Verena Schönauer

  • Ich wünsche Dir ein schönes Leben

    Ich wünsche Dir ein schönes Leben

    Ein Film von Ounie Lecomte.

    Elisa ist Physiotherapeutin und nimmt für eini­ge Monate eine Vertretungsstelle in Dünkirchen an. Vor 30 Jahren wur­de sie dort anonym gebo­ren und direkt zur Adoption frei­ge­ge­ben. Obwohl sich ihre Mutter nach wie vor nicht zu erken­nen geben möch­te, hofft Elisa auf ein Einlenken oder auf den Zufall. Ihr Sohn Noé (Elyes Aguis) muss sich in der neu­en Schule zurecht­fin­den und wird auf Grund sei­ner leicht dunk­len Hautfarbe für einen Ausländer gehal­ten. Unterschwellige Vorurteile beglei­ten den Alltag in Schule und Stadt, Vorurteile die auch Annette teilt, die in der Schule als Putzfrau arbei­tet und von den Schülern gehän­selt wird. Bald wird Annette Patientin bei Elisa, anfangs ent­wi­ckelt sich eine gewis­se Nähe zwi­schen den bei­den unglei­chen Frauen, die eine in Paris auf­ge­wach­sen und welt­of­fen, die ande­re vom klein­geis­ti­gen Wesen der Kleinstadt geprägt und noch im Haus der eige­nen Mutter lebend.

    Es ist nie ein Rätsel in Ounie Lecomtes Ich wün­sche dir ein schö­nes Leben, wer die Mutter ist, alle Karten lie­gen auf dem Tisch. Doch eine tie­fe emo­tio­na­le Spannung trägt den Film – und die mul­ti­per­spek­ti­vi­sche Erzählweise macht ihn viel­schich­ti­ger, als eine blo­ße Inhaltsangabe zu ver­mit­teln ver­mag. (…) Der Film heißt im Original direkt über­setzt „Ich wün­sche dir, ver­rückt geliebt zu wer­den” – die ver­rück­te Liebe, die amour fou, das ist hier die zwi­schen Mutter und Kind – der Titel bezieht sich auf André Bretons L’Amour fou, das am Ende des Films, wie aus dem Nichts, von einem Voice Over rezi­tiert wird, ein Brief an die zukünf­ti­ge Tochter, voll über­wäl­ti­gen­der Liebe, die gewünscht wird für sich und für andere …”
    (Harald Mühlbeyer – kino-zeit.de”

    Je vous sou­hai­te d’êt­re fol­le­ment aimée
    Frankreich 2015, frz. OmU,  100 Min.

    Regie: Ounie Lecomte
    Buch: Ounie Lecomte, Agnès de Sacy
    Kamera: Caroline Champetier
    Schnitt: Tina Baz
    Darsteller: Céline Sallette, Anne Benoit, Elyes Aguis, Françoise Lebrun, Louis-Do de Lencquesaing, Pascal Elso, Micha Lescot, Catherine Mouchet

    https://1f5ad49-trailerloop-production.s3.amazonaws.com/uploads/asset_preview/video/file/38191/mp4_6Fr9wSv2j_0H9g.mp4A film by Ounie Lecomte, In french with ger­man subtitles.

    Elisa, phy­sio­the­ra­pist, went to live with her young son, Noé, in Dunkirk, the town whe­re she was born under X. A few months ear­lier, she began rese­ar­ching her bio­lo­gi­cal mother, but the woman refu­sed to reve­al her iden­ti­ty. In search of an unknown mother, her past and their histo­ry, Elisa did not give up and wants to under­stand as luck will chan­ge their expectations …

    Je vous sou­hai­te d’êt­re fol­le­ment aimée
    Frankreich 2015, frz. OmU,  100 Min.

    Regie: Ounie Lecomte
    Buch: Ounie Lecomte, Agnès de Sacy
    Kamera: Caroline Champetier
    Darsteller: Céline Sallette, Anne Benoit, Elyes Aguis, Françoise Lebrun, Louis-Do de Lencquesaing, Pascal Elso, Micha Lescot, Catherine Mouchet

  • Deportation Class

    Deportation Class

    Ein Film von Carsten Rau & Hauke Wendler. Ab 1.6. im fsk. Am 01.06. fin­det im Anschluss an die Vorführung ein Filmgespräch mit Hauke Wendler statt und am 7.6. haben wir den Flüchtlingsrat Berlin zu Gast.

    Mitten in der Nacht klin­geln Beamtinnen und Beamten der Zuführkommandos die­je­ni­gen aus dem Bett, die auf­grund eines nega­ti­ven Asylbescheides kei­ner­lei Schutzstatus haben. Das Filmteam schaut dem Einsatz zu, es wirkt bei­na­he so, als wäre der Einsatz eine Übung die auf­ge­zeich­net wird, um spä­ter mit Hilfe des Bildmaterials über rich­ti­ge und fal­sche Vorgehensweisen zu dis­ku­tie­ren. Aber das alles ist kei­ne Übung, durch­ge­führt wird hier eine lang geplan­te Sammelabschiebung. Trotzdem ver­läuft vie­les unge­plant: die jüngs­te Tochter einer Familie ist nicht zu Hause, son­dern auf Klassenfahrt, wes­halb die Familie kur­zer­hand getrennt wird.

    Mit dabei beim Großeinsatz ist der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, Lorenz Caffier. Er will sich durch­set­zungs­stark zei­gen, poten­ti­el­len Wählern wohl damit sagen, dass auch das geschafft wird.

    Was den Film so trau­rig und erschüt­ternd macht, sind weni­ger die Geschichten der Menschen, es ist der behörd­li­che Umgang mit ihnen und das kla­re Bewusstsein, dass sich hier etwas ändern muss. Dringend. Und dazu gehört, dass mög­lichst vie­le Menschen über die Abschiebepraktiken infor­miert wer­den.” (Gaby Sikorski, Programmkino.de)

    D 2016, 85 Min.
    deutsch-alba­ni­sche OmU

    Regie: Carsten Rau, Hauke Wendler

    Kamera: Boris Mahlau
    Schnitt: Sigrid Sveistrup

    A Film by Carsten Rau & Hauke Wendler. In ger­man and alba­ni­an with ger­man subtitles.

    They come in the night, tear fami­lies from their sleep, give them just enough time to pack and put them on a pla­ne: this is the role of the so-cal­led ‚trans­por­ta­ti­on com­man­dos‘ com­pri­sing poli­ce offi­cers and immi­gra­ti­on offi­ci­als. Last year, over 22,000 fai­led asyl­um see­kers were depor­ted from Germany. The docu­men­ta­ry DEPORTATION CLASS pres­ents a com­pre­hen­si­ve view of this sta­te enforce­ment mea­su­re for the first time: from detail­ed plan­ning in the office to night-time ope­ra­ti­ons at asyl­um see­ker accom­mo­da­ti­on blocks and the arri­val of asyl­um see­kers back in their respec­ti­ve home­lands – and the ques­ti­on of what awaits them the­re. Following exten­si­ve rese­arch, the film crew led by Carsten Rau and Hauke Wendler were pre­sent at a coll­ec­ti­ve depor­ta­ti­on in Mecklenburg-Vorpommern. A pro­ject favou­red by Interior Minister Lorenz Caffier who was pre­sent in per­son at the depor­ta­ti­ons. Haunting, moving images unli­ke any­thing seen befo­re, repea­ted week after week as hundreds of asyl­um see­kers are flown out, most­ly to the Balkans. Two years ago, Rau and Wendler docu­men­ted how Germany reac­ted to the­se new arri­vals in their hit film ‚Willkommen auf Deutsch‘. With DEPORTATION CLASS, they show whe­re things lead as the mood shifts against the refu­gees. As more and more count­ries are declared to be ’safe count­ries of ori­gin‘ and basic rights are rest­ric­ted. The film depicts the­se ‚retur­nees‘ as peo­p­le with digni­ty and their own opinions.

     

    D 2016, 85 Min.
    deutsch-alba­ni­sche OmU

    Regie: Carsten Rau, Hauke Wendler

    Kamera: Boris Mahlau
    Schnitt: Sigrid Sveistrup

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