Of Fathers and Sons

Ein Film von Talal Derki.

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Abu Osama, zur Drehzeit Mitte 40, lebt mit sei­nen zwei Frauen und 12 Kindern in Syrien. Der Fachmann für Autobomben und Minenentschärfung hat die Al-Nusra-Front mit­be­grün­det und träumt vom Kalifat. Besonders stolz wäre er, wür­den sei­ne gelieb­ten acht Söhne an der Errichtung mit­ar­bei­ten, wes­halb sie so früh wie mög­lich zu Kämpfern aus­ge­bil­det wer­den sol­len. Als beson­de­res Geschenk und Zeichen Gottes wer­tet er, dass sein Jüngster an einem 9. September zur Welt kam.
Talal Derki stammt aus Damaskus, stu­dier­te Regie in Athen und lebt seit 2014 in Deutschland. Nach sei­nem Dokumentarfilm „Rückkehr nach Homs“ woll­te er eine tie­fe­re Innenansicht von Dschihadisten bekom­men, und sich dabei vor allem der Situation von Kindern wid­men. Als er auf Abu Osama traf, gab er sich als got­tes­fürch­ti­ger Reporter aus, der von Ruhm und Macht der Islamisten berich­ten wol­le, und durf­te nach eini­ger Zeit unge­hin­dert beim männ­li­chen Teil der Familie dre­hen. Besonderes Augenmerk rich­te­te er dabei auf die bei­den ältes­ten Jungen, Osama (13) und Ayman (12). Im Zeitraum von zwei Jahren leb­ten er und sein Kameramann Kahtan Hasson 300 Tage den streng reli­giö­sen Alltag mit. Dies und die stets vor­han­de­ne Gefahr der Enttarnung brach­ten den Regisseur oft­mals an sei­ne psy­chi­schen Grenzen.
„Wenn wir Bilder aus die­sem Krieg sehen, haben wir häu­fig das Gefühl, dies sei eine irrea­le Parallelwelt. Deshalb woll­te ich in OF FATHERS AND SONSDIE KINDER DES KALIFATS eine direk­te Beziehung zwi­schen Protagonisten und Publikum her­stel­len. Ich woll­te die Zuschauer – durch die Bilder mei­ner Kamera – mit­neh­men auf mei­ne Reise. … Ich bin Osama und Ayman in ein Trainingscamp für jun­ge Kämpfer gefolgt und habe ange­fan­gen zu ver­ste­hen, wie die Kinder beein­flusst wer­den, und dass sie tat­säch­lich kei­ne Chance haben, sich frei zu ent­schei­den. Wie wer­de ich zu dem, der ich bin? Wo ist Hoffnung? Wie wird die Zukunft aus­se­hen? Welche Wahl haben wir?” Talal Derki

 
Credits:

Deutschland 2018, 98 Min., arab. OmU
Regie: Talal Derki
Kamera: Kahtan Hassoun
Schnitt: Anne Fabini

Termine:

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Trailer: