Leaning into the Wind – Andy Goldsworthy

Ein Film von Tho­mas Rie­dels­hei­mer. Ab 14.12. im fsk.

Man kann über den Weg gehen oder durch die Hecke“ (Andy Golds­wor­thy)

16 Jah­re nach sei­nem groß­ar­ti­gen Rivers and Tides – Andy Golds­wor­thy working with time hat Tho­mas Rie­dels­hei­mer den in Schott­land leben­den und arbei­ten­den Aus­nah­me­künst­ler erneut fil­misch durch die Welt beglei­tet. Golds­wor­thy ist inzwi­schen bekann­ter gewor­den, viel­leicht nach­denk­li­cher und älter. Sei­ne Toch­ter Hol­ly, eine jun­ge, eigen­stän­di­ge Künst­le­rin, assis­tiert ihrem mit­un­ter recht ver­schro­be­nen Vater immer mal wie­der.

Lea­ning into the Wind unter­sucht die Spu­ren, die die Zeit bei Künst­ler und Werk hin­ter­las­sen haben. Er selbst wird mitt­ler­wei­le Teil sei­ner Kunst­wer­ke, die zugleich zer­bech­rech­li­cher, per­sön­li­cher, erns­ter und rau­er gewor­den sind. Und natür­lich ist Andy Golds­wor­thy wie­der ein ent­waff­nend offe­ner, eben­so ernst­haf­ter wie ver­schmitz­ter Erzäh­ler, der so fas­zi­nie­rend von der Kunst, der Natur, vom Leben und vom Tod zu spre­chen ver­mag; vom wun­der­ba­ren Gelb der Ulmen­blät­ter, die beim ers­ten Frost schlag­ar­tig schwarz wer­den; von den über­wäl­ti­gen­den, kur­zen Momen­ten, in denen alles für einen kur­zen Augen­blick in höchs­ter Span­nung, in der Schwe­be, in der Balan­ce ist.

Lea­ning into the Wind geht weit über das Por­trät eines fas­zi­nie­ren­den Künst­lers und sei­ner Arbeit hin­aus. Ein Film über die unend­li­chen Mög­lich­kei­ten, die Welt wahr­zu­neh­men und zu ent­de­cken, vol­ler Acht­sam­keit und Neu­gier, eine sinn­li­che Rei­se in die Kunst, die Natur, das Leben. Rie­dels­hei­mer fasst das Uni­ver­sum sei­nes Prot­ago­nis­ten in hin­rei­ßen­de Bil­der und Fred Frith unter­malt sie auch dies­mal musi­ka­lisch eigen und zurück­hal­tend.

Um den Titel Lea­ning into the Wind zu ver­ste­hen, muss man bis zum Schluss des Films war­ten. Zu einer ein­fa­chen, aber berü­cken­den Hand­lung, in der es kei­nen Unter­schied mehr zwi­schen Kunst und Leben gibt. Zum Zen­trum sei­ner Arbeit, der fra­gi­len Balan­ce zwi­schen dem Men­schen und sei­ner Welt. Und dann ver­lässt man das Kino auf eine merk­wür­di­ge Art ziem­lich glück­lich.“ Georg Seeß­len | Strand­gut

Deutsch­land, UK 2016, engl. OmU, 97 MIn.
Regie, Kame­ra & Schnitt: Tho­mas Rie­dels­hei­mer
Dar­stel­ler: Andy Golds­wor­thy, Tina Fis­ke, Hol­ly Golds­wor­thy
Musik: Fred Frith

So., 17. Dez.:

Mo., 18. Dez.:Di., 19. Dez.:Mi., 20. Dez.:Do., 21. Dez.:Fr., 22. Dez.:Sa., 23. Dez.:So., 24. Dez.:Mo., 25. Dez.:Di., 26. Dez.:Mi., 27. Dez.: