Gelobt sei Gott

Ein Film von François Ozon. Ab 26.9. im fsk.

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Die katho­li­sche Kir­che inter­es­siert sich seit eini­ger Zeit gezwun­ge­ner­ma­ßen für die Auf­ar­bei­tung ihrer Miss­brauchs­ge­schich­te, die weit zurück­reicht. Schon 400 AD wur­de Pries­tern die Dritte­he verboten,1139 war dann kom­plett Schluß mit Frau­en. Danach impro­vi­sier­te man, z.B. mit dem Kon­ku­bi­nat (zu hohe Geld­stra­fen). Ger­ne aber auch im Bereich der Pädo­phi­lie, denn es han­delt sich bei der K.K. schließ­lich bis heu­te um eine rei­ne Män­ner­bas­ti­on. Das The­ma erle­dig­te sich dann die­ses Jahr wie von selbst. Ex Papst Bene­dikt von Bay­ern konn­te die 68er als die Schul­di­gen ent­lar­ven. Schei­ter­hau­fen wur­den errich­tet, bis jemand vor­sich­tig dar­auf hin­wies, dass 68er Bashing längst ille­gal ist.

Trotz der Brä­sig­keit und Starr­heit der K.K., die des­halb eigent­lich wenig guten Stoff bie­tet, hat François Ozon einen enorm reflek­tier­ten, intel­li­gen­ten Film gemacht, weil er einen gläu­bi­gen Chris­ten katho­li­scher Kon­fes­si­on in den Mit­tel­punkt von „Grâce à Dieu“ stellt, mit Mel­vil Pou­paud per­fekt besetzt. Ozon über­trägt eine tat­säch­li­che Geschich­te in einen Spiel­film, nicht um sich abzu­si­chern (nach einer wah­ren Geschich­te), son­dern weil eine wei­te­re Dra­ma­ti­sie­rung weder mög­lich noch nötig ist. Dadurch gewinnt der schmerz­haf­te Gang durch die Kata­kom­ben der Kir­che auf der Suche nach nur einem Wür­den­trä­ger, der Wür­de besitzt und das Ver­spre­chen, für Auf­klä­rung und Gerech­tig­keit zu sor­gen, ein­löst, eine All­ge­mein­gül­tig­keit. So funk­tio­nie­ren Macht­ap­pa­ra­te immer und über­all, egal in wel­cher Grö­ße oder Far­be. Ver­wei­gern, Ver­har­ren, Ver­tu­schen, bis ins höchs­te Amt. Ozon hat trotz­dem eine opti­mis­ti­sche Geschich­te geschrie­ben, die den Wider­stand von unten gegen die Miss­stän­de von oben aus­lo­tet. Die erzählt, wie eini­ge Men­schen den Mut auf­brin­gen, durch einen eiser­nen Vor­hang gehen zu wol­len und ihr Bei­spiel ande­re über­zeugt, eben­falls die Gren­zen zu igno­rie­ren.

La majo­rité des faits, grâce à Dieu, sont pre­scrits, mais cer­tains peut-être pas”

Ein Groß­teil der Taten ist, Gott sei Dank, ver­jährt, aber man­che viel­leicht nicht.“

(Kar­di­nal Phil­ip­pe Bar­ba­rin anno 2016)

Stai­ned glass win­dows keep the cold out­si­de
While the hypo­cri­tes hide insi­de
With the lies of sta­tu­es in their minds
Whe­re the Chris­ti­an reli­gi­on made them blind
Whe­re they hide
And prey to the God of a bitch spel­led back­wards is dog“

(PIL, Reli­gi­on II)

 
Credits:

Grâce à Dieu
FR 2019, 137 Min., frz. OmU

Regie, Buch: François Ozon
Kame­ra: Manu Dacos­se
Schnitt: Lau­re Gar­det­te
mit: Mel­vil Pou­paud, Denis Méno­chet, Swann Arlaud, Éric Cara­va­ca, François Mart­houret, Ber­nard Ver­ley, Mar­ti­ne Erhel 

 

Ter­mi­ne:

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Trai­ler: