Kategorie: Vorstellung

  • [:de]Am I OK?[:]

    [:de]Am I OK?[:]

    [:de]

    Ein Film von Stephanie Allynne & Tig Notaro. In Englisch.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Lucy und Jane sind seit ihrer Jugend bes­te Freundinnen. Sie leben in Los Angeles, wo Jane in einer Werbeagentur tätig ist und sich Lucy in einem Spa ver­dingt, wäh­rend sie eigent­lich Malerin sein will. Lucy hadert aber vor allem mit ihrer Sexualität. Erst jetzt, im Alter von 32 Jahren, will sie sich ein­ge­ste­hen, dass sie les­bisch ist. Just in dem Moment erhält Jane ein Angebot ihrer Firma, eine Dependance in London auf­zu­bau­en – dort leb­te sie, bis ihre Eltern mit ihr im Teenageralter in die USA kamen. Bevor sie geht, möch­te sie Lucy aber noch hel­fen, zu sich zu fin­den, doch dann kommt es zum schwe­ren Streit zwi­schen bei­den Frauen.

    Dass Am I OK? weni­ger eine Coming-out-Geschichte ist als eine über die tie­fe und dadurch nicht unkom­pli­zier­te Freundschaft zwei­er Frauen, ist die eigent­li­che Überraschung die­ses von Lauren Pomerantz geschrie­be­nen Films – und sei­ne gro­ße Stärke. Die Erkenntnis, dass für nicht weni­ge Menschen – ob que­er oder nicht – oft die engen, pla­to­ni­schen Beziehungen im Leben die ein­deu­tig wich­ti­ge­ren (und auch erzäh­le­risch ergie­bi­ge­ren) sind, kommt ja in Film und Fernsehen sonst eher zu kurz.
    All das wäre nur halb so sehens­wert, wür­den Johnson und Mizuno (die durch Alex Garlands Ex-Machina bekannt wur­de und seit­her in jedem sei­ner Filme zu sehen war) nicht so ein groß­ar­ti­ges, glaub­wür­di­ges Freundinnenduo abge­ben. Gerade gegen­sätz­lich genug, aber nie bloß plum­pes Klischee. Den rasan­ten, unge­mein poin­tier­ten, jedoch nie unna­tür­lich wir­ken­den Dialogwitz, der längst nicht nur an Notaros Stand-up-Progamme erin­nert, erwe­cken die bei­den mit so viel Authentizität und Frische zum Leben, dass es die reins­te Freude ist. Und die Gefahr, dass die Queerness der Geschichte zum blo­ßen Running Gag ohne Hand und Fuß ver­kommt, besteht bei lau­ter les­bi­schen Frauen, die die krea­ti­ve Verantwortung hin­ter der Kamera tra­gen, zum Glück eben­falls nicht. Langer Rede kur­zer Sinn: Witziger und char­man­ter hat man sich in die­sem Jahr im Kino noch kaum amü­siert.”
    Patrick Heidmann | epd Film

    Credits:

    US 2022, 86 Min., engl., OV
    Regie & Schnitt: Stephanie Allynne & Tig Notaro
    Kamera: Cristina Dunlap
    Schnitt: Kayla Emter · Glen Scantlebury
    mit: Dakota Johnson, Sonoya Mizuno, Jermaine Fowler, Kiersey Clemons, Molly Gordon

    Trailer:
    Am I Ok? | Official Trailer | Max
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    [:en]

    A film by Stephanie Allynne & Tig Notaro. In English.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Lucy is a 32-year-old woman living in Los Angeles with her best fri­end Jane and working as a recep­tio­nist at a spa. She finds litt­le satis­fac­tion in her roman­tic life, inclu­ding with her fri­end Ben, who beco­mes frus­tra­ted at her con­tin­ued avo­id­ance of his advan­ces. Jane recei­ves a work pro­mo­ti­on that will requi­re her to relo­ca­te to London, and goes out for drinks with Lucy and Jane’s boy­fri­end Danny to cele­bra­te. After Jane con­fes­ses to kis­sing a fema­le fri­end as a teen­ager, Lucy drun­ken­ly tells her that she thinks she might be a les­bi­an. Jane encou­ra­ges her to explo­re her fee­lings, sug­gest­ing that Lucy should pur­sue her flir­ta­tious mas­sa­ge the­ra­pist co-worker Brittany.

    Lucy invi­tes Brittany to her house for din­ner, but recei­ves mixed signals as Brittany shares about her ex-boy­fri­end, but also decla­res her sexua­li­ty to be „on the spec­trum” and kis­ses her befo­re lea­ving. Jane brings Lucy to a les­bi­an bar, but Lucy is shy and soon lea­ves after see­ing Jane kis­sing other women on the dance flo­or; the two fight and stop spea­king. Lucy meets up with Brittany again. The two have sex, but Brittany quick­ly lea­ves the fol­lo­wing mor­ning and beco­mes distant, later recon­ci­ling with her ex-boy­fri­end. Meanwhile, Jane deals with the pres­su­res of her upco­ming move, inclu­ding her self-absor­bed co-worker Kat and Danny’s con­fes­si­on that he does not want to join Jane in London as she assu­med he would.

    Lucy quits her job to return to her pas­si­on of pain­ting, and beg­ins mee­ting other women on dating apps. She comes out to Ben, and the two recon­ci­le as fri­ends. After going on a „ham­mock retre­at” with Kat, Jane makes up with Lucy, exci­ted­ly offe­ring sup­port for the chan­ges in her life. Lucy offers to dri­ve Jane to the air­port as she heads to London, only to reve­al that she will be joi­ning her on the trip to help ease her transition.

    Credits:

    US 2022, 86 Min., engl., OV
    Regie & Schnitt: Stephanie Allynne & Tig Notaro
    Kamera: Cristina Dunlap
    Schnitt: Kayla Emter · Glen Scantlebury
    mit: Dakota Johnson, Sonoya Mizuno, Jermaine Fowler, Kiersey Clemons, Molly Gordon

    Trailer:
    Am I Ok? | Official Trailer | Max
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  • [:de]Verbrannte Erde[:]

    [:de]Verbrannte Erde[:]

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    Ein Film von Thomas Arslan. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Nach Im Schatten (2010, am 27. & 28.7. noch­mal im fsk) kommt end­lich der zwei­te Teil der Trilogie um den Berufskriminellen Trojan, gespielt von Mišel Matičević, ins Kino. Trojan, der aus einer ande­ren Zeit zu stam­men scheint, geht pro­fes­sio­nell und nüch­tern sei­ner Tätigkeit als Spezialist für Einbruchsdiebstahl nach. Wortkarg und ziel­ori­en­tiert ver­sucht er, wie­der auf die Beine zu kom­men, geht zurück nach Berlin, um dort anzu­knüp­fen, wo er vor vier­zehn Jahren abbre­chen muss­te, um sich in Sicherheit zu brin­gen. Schließlich wird ihm ein Job anver­traut, er sucht sich ein Team von eben­bür­ti­gen Spezialisten zusam­men, es geht end­lich wie­der los…Der Kameramann Reinhold Vorschneider kre­iert eine Nachtwelt vol­ler Lichter und Schatten, die die Protagonisten nie preis­gibt. Aber wir glau­ben Trojan zu ken­nen und erkun­den mit ihm das Labyrinth, ahnen den Verrat und wis­sen: dies ist erst der zwei­te Teil der Trilogie und Trojan wird über­le­ben. Oder?

    Was Christoph Hochhäusler schon im Vorjahr auf dem Festival bewie­sen hat­te, mit sei­nem wun­der­bar sinn­li­chen Bis ans Ende der Nacht, setzt sein Berliner-Schule-Kollege Arslan nun fort. Er ent­wirft ein Kino, das sich nicht zwi­schen Genre- und Autorenfilm ent­schei­den muss, zwi­schen Erdung und Veredelung, das sich nicht um sich selbst betrü­gen muss und des­halb so frei­mü­tig von Betrügereien erzählt — weil sie mit­un­ter viel schö­ner sein kön­nen als die soge­nann­te ehr­li­che Arbeit. Thomas Arslan hat sei­nem Meisterverbrecher Trojan 14 Jahre nach Im Schatten einen eben­bür­ti­gen zwei­ten Film geschenkt. Das ist vor allem wegen sei­nes Hauptdarstellers Mišel Matičević ein abso­lu­ter Glücksfall für das deut­sche Kino. Matičević ver­steht es, Intellekt und Physis zu ver­bin­den, Gefahr und Moralität, die Überschätzung der eige­nen Unverwundbarkeit und die sub­ti­le Vorahnung des Verhängnisses…“
    Daniel Moersener, Zeit Online, Artikel zur Berlinale 2024

    Credits:

    DE 2024, 101 Min., dt. OmeU
    Regie: Thomas Arslan
    Kamera: Reinhold Vorschneider
    Schnitt: Reinaldo Pinto Almeida
    mit Mišel Matičević, Marie Leuenberger, Alexander Fehling, Tim Seyfi, Bilge Bingül, Marie-Lou Sellem, Katrin Röver, Anja Schneider, Tamer Yiğit

    Trailer:
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    [:en]

    A film by Thomas Arslan. In German with English subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Following In the Shadows, the film Scorched Earth is the second part of Thomas Arslan’s Trojan tri­lo­gy. Twelve years after care­er cri­mi­nal Trojan was forced to flee Berlin, the search for con­tracts leads him back to the city. Trojan is bro­ke and urgen­tly needs a new job. But Berlin has chan­ged and his old cont­acts are no lon­ger of much use. Plus, Trojan’s maxim of only ever working for cash is hard to fol­low in an incre­asing­ly digi­ta­li­sed world. So it takes some time befo­re the midd­le­wo­man Rebecca final­ly offers him the pro­s­pect of a lucra­ti­ve con­tract: a pain­ting by Caspar David Friedrich is to be sto­len from a muse­um. The heist unites Trojan with geta­way dri­ver Diana, his for­mer mate Luca and the young Chris. Everything looks pro­mi­sing, but the shadowy cli­ent and his hench­man Victor have their own plans for the pain­ting. Soon it beco­mes less about the money and more about get­ting out alive.

    Credits:

    DE 2024, 101 Min., dt. OmeU
    Regie: Thomas Arslan
    Kamera: Reinhold Vorschneider
    Schnitt: Reinaldo Pinto Almeida
    mit Mišel Matičević, Marie Leuenberger, Alexander Fehling, Tim Seyfi, Bilge Bingül, Marie-Lou Sellem, Katrin Röver, Anja Schneider, Tamer Yiğit

    Trailer:
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    [:]
  • [:de]Einhundertvier[:]

    [:de]Einhundertvier[:]

    [:de]

    Ein Film von Jonathan Schörnig. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Seenotrettung taucht in der Öffenlichkeit und der Agenda der EU-Staaten der­zeit fast nur noch als Schleusungskriminalität auf, wäh­rend viel Fantasie, Geld und Unmoral auf­ge­bracht wird, um Geflüchtete mög­lichst weit außen vor zu hal­ten – wie uns die IMK am, man könn­te es zynisch nen­nen, Weltflüchtlingstag in Potsdam gera­de vor Augen führ­te.
    Wie wenig Lebensrettung im Meer mit dem zu tun hat, wie sie poli­tisch behan­delt wird, zeigt Jürgen Schörnigs Echtzeitdokumentation Einhundertvier. Sie zeugt davon, wie lan­ge es dau­ert und wie schwie­rig es ist, 104 Menschen schon allein bei ruhi­ger See aus einem defek­ten, sin­ken­den Gummischlauchboot zu ber­gen. Nicht nur das: die plötz­lich auf­tau­chen­de Libysche Küstenwache bringt zusätz­lich erheb­li­che Unruhe ins Spiel – eini­ge Männer vom Boot wür­den lie­ber ster­ben, als zurück nach Libyen zu müs­sen. Auch wenn der nur halb­wegs glück­li­che Ausgang, alle Männer wur­den geret­tet, aber ein wei­te­res Schlauchboot in der Nähe, mit Frauen und Kindern, konn­te in der Weite des Meeres nicht mehr gesich­tet oder geor­tet wer­den, bekannt ist, bleibt doch eine dem Sujet inne­woh­nen­de Spannung. Die Hochachtung für die unei­gen­nüt­zi­ge risi­kan­te Arbeit der Retter*innen wech­selt ab mit dem Unglauben über den unfass­ba­ren Mut der Ausweglosigkeit, mit dem sich Menschen dicht gedrängt auf ein see­un­taug­li­ches Gefährt set­zen, und eine sol­che Überfahrt wagen.
    Den Kaptän des agie­ren­den Rettungsbootes „Eleonore”, Claus-Peter Reisch, ken­nen wir bereits aus dem Dokumentarfilm Nichts Neues von Lennart Hüper. Dort geht es um die mona­te­lan­ge Festsetzung „sei­nes“ vor­he­ri­gen Rettungsbootes auf Malta, und die – in letz­ter Instanz dann doch gewon­ne­nen – unver­schäm­ten Gerichtsverfahren gegen ihn.

    Credits:

    DE 2023, 93 Min., engl., dt. OmU
    Regie & Schnitt
    : Jonathan Schörnig
    Kamera
    : Jonathan Schörnig, Johannes Filous

    Trailer:
    Einhundertvier | Kinotrailer ᴴᴰ | NONFY Documentaries
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    [:en]

    A Film by Jonathan Schörnig. On July 20th an 21st at the fsk. In German and English with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    How a sea res­cue can take place is bey­ond ima­gi­na­ti­on. The real-time docu­men­ta­ry “One Hundred Four” (German ori­gi­nal title: “Einhundertvier“) brings this dra­ma­tic situa­ti­on clo­ser. The film shows how ago­ni­s­in­gly long it takes to res­cue 104 peo­p­le from a sin­king rub­ber ding­hy. Person by per­son, step by step, the action is accom­pa­nied by seve­ral par­al­lel came­ras. The situa­ti­on comes to a head when the Libyan coast­guard appears. The res­cued peo­p­le and the crew wait for days on the high seas, as no Mediterranean coun­try allows them to dock. Only after a ter­ri­ble storm does the ship reach a European harbour.

    Every year, the world’s most dan­ge­rous escape rou­te claims thou­sands of lives. In the first half of 2023 alo­ne, almost 2,000 peo­p­le died in the Mediterranean becau­se the European Union‘s bor­der poli­cy sys­te­ma­ti­cal­ly vio­la­tes exis­ting rights. Instead of hel­ping the ship­w­re­cked, Frontex car­ri­es out ille­gal push­backs, sup­ports the vio­lent actions of the Libyan coast­guard and mas­si­ve­ly com­bats pri­va­te sea res­cue mis­si­ons that inter­ve­ne whe­re the EU fails. Despite media evi­dence, it remains incom­pre­hen­si­ble to tho­se who have not expe­ri­en­ced this situa­ti­on them­sel­ves: why are hundreds of peo­p­le in mor­tal dan­ger being denied help and the civi­li­an hel­pers even threa­ten­ed and criminalised?

    Jonathan Schörnig was affec­ted by the dilem­ma of lack of awa­re­ness and deci­ded to bring a sea res­cue to the screen as a real-time docu­men­ta­ry to show how ago­ni­s­in­gly long it takes to res­cue 104 peo­p­le from a sin­king rub­ber boat. The film accom­pa­nies the action per­son by per­son, step by step, with seve­ral par­al­lel cameras.

    The situa­ti­on comes to a head when the Libyan coast­guard turns up. The res­cued peo­p­le and the crew wait for days on the high seas, as no Mediterranean coun­try allows them to dock. Only after a ter­ri­ble storm does a har­bour grant them ent­ry. What sounds like a bad film script is actual­ly the dai­ly reality.

    Credits:

    DE 2023, 93 Min., engl., dt. OmU
    Regie & Schnitt
    : Jonathan Schörnig
    Kamera
    : Jonathan Schörnig, Johannes Filous

    Trailer:
    Einhundertvier | Kinotrailer ᴴᴰ | NONFY Documentaries
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  • [:de]Crossing – Auf der Suche nach Tekla[:]

    [:de]Crossing – Auf der Suche nach Tekla[:]

    [:de]

    Ein Film von Levan Akin. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    In jedem Road-Movie steckt immer auch ein Weg der Hauptfigur zu sich selbst, und Crossing schickt die Georgierin Lia los. Nach dem Tod ihrer gelieb­ten Schwester, die sie lan­ge pfleg­te, hat die streng wir­ken­de, pen­sio­nier­te Lehrerin das Gefühl, kei­ne Perspektive im Leben und nichts mehr zu ver­lie­ren zu haben. Allerdings hat sie einen Auftrag mit­be­kom­men: sie soll ihre ver­schol­le­ne trans Nichte Tekla, der sie einst sehr nahe stand, fin­den. Als ihr jun­ger Nachbar Achi behaup­tet, Teklas Adresse in Istanbul – eine Stadt, in der man gut ver­schwin­den kann, wenn man will – zu ken­nen, und zudem Englisch zu spre­chen, nimmt sie ihn wider­stre­bend mit auf die Suche. Die Reise ver­än­dert Lia zuse­hends. Durch ihre Beziehung zu Achi und ihre Begegnungen mit der trans Community in Istanbul, ins­be­son­de­re mit der lebens­lus­ti­gen, enga­gier­ten Anwältin Evrim, öff­net sich Lia all­mäh­lich und sieht die Welt und ihren Platz dar­in mit ande­ren Augen. Alle drei Protagonist:innen eint, in ihrem Leben gro­ße Opfer gebracht und Einschränkungen in Kauf genom­men zu haben, um die herr­schen­de Hegemonie, im per­sön­li­chen wie poli­ti­schem Umfeld, nicht zu stö­ren. Crossing ist ein leben­di­ger, unge­schön­ter Film über Solidarität, über die klei­nen Gesten der Güte, und des Verständnisses zwi­schen Fremden und inner­halb der Familie.
    In vie­ler­lei Hinsicht ist er auch ein Liebesbrief an Istanbul und sei­ne Geschichte, trotz der offen­sicht­li­chen, durch die Straßenkinder Izzet und Gulpembe ins Bild auf­ge­nom­me­nen Armut:
    „Istanbul ist ein Ort, an dem man auf engs­tem Raum gegen­sätz­li­che Welten antref­fen kann. Die eine Straße ist sehr reli­gi­ös, und wenn man zwei Straßen wei­ter­geht, ist man plötz­lich in einer quee­ren Oase, wo Männer händ­chen­hal­tend her­um­lau­fen. Diese Ambivalenz woll­te ich im Film dar­stel­len. Wenn Lia und Achi im Film ins que­e­re Viertel gehen, ist der kur­ze Weg, den sie gehen, der tat­säch­li­che Weg in der Realität. In Istanbul leben die unter­schied­lichs­ten Religionen, Menschen und, nicht zu ver­ges­sen, Katzen und Hunde.“ Levan Akin
    Teddy – Preis der Jury 2024 Berlinale – Panorama

    Credits:

    SE/DK/FR/TR/GE 2023, 105 Min., geor­gisch, tür­kisch, engl. OmU
    Regie: Levan Akin
    Kamera: Lisabi Fridell
    Schnitt: Emma Lagrelius, Levan Akin
    mit: Mzia Arabuli, Lucas Kankava, Deniz Dumanlı

    Trailer:
    CROSSING – Trailer OmU German | Deutsch
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    [:en]

    A film by Levan Akin. In Georgian, Turkish and English with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Lia, a reti­red tea­cher, has made a pro­mi­se to find out what hap­pen­ed to her long-lost nie­ce, Tekla. When Lia lear­ns from a neigh­bour, Achi, that Tekla might have left their Georgian home­land and be living in Turkey, Lia and Achi set off tog­e­ther to find her. Arriving in Istanbul, they dis­co­ver a beau­tiful city full of con­nec­tions and pos­si­bi­li­ties. But sear­ching for someone who never inten­ded to be found is har­der than they expec­ted – until they meet Evrim, a lawy­er fight­ing for trans rights. As Lia and Achi wea­ve their way through the city’s back­streets, Tekla starts to feel clo­ser than ever.
    Levan Akin’s fourth fea­ture film is fil­led with an impres­si­ve emo­tio­nal imme­dia­cy. Two initi­al­ly hesi­tant stran­gers over­co­me not only ideo­lo­gi­cal but also inter­nal boun­da­ries on their mis­si­on and join forces. The topo­gra­phy of the city plays just as important a role in this ode to huma­ni­ty as the array of cha­rac­ters that live within it.

    Credits:

    SE/DK/FR/TR/GE 2023, 105 Min., geor­gisch, tür­kisch, engl. OmU
    Regie: Levan Akin
    Kamera: Lisabi Fridell
    Schnitt: Emma Lagrelius, Levan Akin
    mit: Mzia Arabuli, Lucas Kankava, Deniz Dumanlı 

    Trailer:
    CROSSING – Trailer OmU German | Deutsch
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  • [:de]Ein kleines Stück vom Kuchen[:]

    [:de]Ein kleines Stück vom Kuchen[:]

    [:de]

    Ein Film von Maryam Moghaddam & Behtash Sanaeeha. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Unter den Fachbesucher*innen galt er schnell als Geheimtip, beim rest­li­chen Berlinale-Publikum wur­de er bald zum Liebling – der ira­ni­sche Wettbewerbsbeitrag My Favourite Cake / Ein klei­nes Stück vom Kuchen. Die berüh­ren­de Geschichte von Annäherung und Zuneigung zwei­er ein­sa­mer Menschen ist zugleich eine des Widerstandes gegen die Vorschriften einer Gesellschaft, die Verletzungen ihrer Sitten- und Moralvorstellungen sehr schnell und sehr hart ahn­det.
    Seit ihr Mann vor 30 Jahren starb, lebt Mihan allein in ihrem klei­nen Haus mit Garten in Teheran. Bei den regel­mä­ßi­gen Kaffeekränzchen mit Freundinnen wird ger­ne alles bespro­chen, so wird neben den Berichten von (natür­lich ver­bo­te­nen) amou­rö­sen Abenteuern ger­ne auch mal die DVD der letz­ten Darmspiegelung her­um­ge­reicht. Dabei bekommt sie immer wie­der zu hören, sie sol­le sich doch auch einen neu­en Begleiter suchen – schließ­lich sei sie ja mit ihren 70 Jahren noch fit und attrak­tiv. Schließlich fasst sich Mahin in Herz und geht auf die Suche. Als ihr der eben­falls ver­wit­we­te Taxifahrer Faramarz begeg­net und gefällt, ergreift sie selbst­be­wusst die Initiative und lädt ihn zu sich ein. Die bei­den kom­men ver­ste­hen sich, ver­ab­re­den sich, es gibt Wein, Tanz und natür­lich selbst­ge­ba­cke­nen Kuchen. Aber vor­sich­tig müs­sen sie sein, denn schon erkun­digt sich die Nachbarin nach den unbe­kann­ten Stimmen im Haus.
    Weil sie die Menschen rea­li­täts­nah so zei­gen, wie sie sind und was sie tun, und damit Grenzen des Erlaubten ver­let­zen, durf­ten Maryam Moghaddam und Behtash Sanaeeha (Ballade von der wei­ßen Kuh, 2021 eben­falls im Berlinale Wettbewerb) nicht nach Berlin rei­sen. So trägt Mihan im Haus kei­nen Hijab und trinkt Wein. Es sei aber an der Zeit, die­se stan­dar­di­sier­ten Vorgaben im ira­ni­schen Kino zu durch­bre­chen, so erklär­te Darstellerin Lily Farhadpour, die als Menschenrechts-Aktivistin bereits Gefängniserfahrung hat, bei der Pressekonferenz. Diese zärt­li­che und (gele­gent­lich schwarz-) humo­ri­ge Liebesgeschichte zeigt schon­mal, wie es geht.

    Credits:

    Keyke mah­boo­be man / My favou­ri­te cake
    IR/FR/SE/DE 2024, 97 Min., far­si OmU
    Regie: Maryam Moghaddam, Behtash Sanaeeha
    Kamera: Mohammad Haddadi
    Schnitt: Ata Mehrad, Behtash Sanaeeha, Ricardo Saraiva
    mit: Lily Farhadpour, Esmail Mehrabi, 

    Trailer:
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    [:en]

    A film by Maryam Moghaddam & Behtash Sanaeeha. In Farsi with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    The 70-year-old Mahin has been living alo­ne in Tehran sin­ce her hus­band died and her daugh­ter left for Europe. One after­noon, tea with fri­ends leads her to break her soli­ta­ry rou­ti­ne and revi­ta­li­se her love life. But as Mahin opens hers­elf up to a new romance, what beg­ins as an unex­pec­ted encoun­ter quick­ly evol­ves into an unpre­dic­ta­ble, unfor­gettable evening.

    Credits:

    Keyke mah­boo­be man / My favou­ri­te cake
    IR/FR/SE/DE 2024, 97 Min., far­si OmU
    Regie: Maryam Moghaddam, Behtash Sanaeeha
    Kamera: Mohammad Haddadi
    Schnitt: Ata Mehrad, Behtash Sanaeeha, Ricardo Saraiva
    mit: Lily Farhadpour, Esmail Mehrabi, 

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  • [:de]Verbrannte Erde[:]

    [:de]Verbrannte Erde[:]

    [:de]

    Ein Film von Thomas Arslan. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Nach Im Schatten (2010, am 27. & 28.7. noch­mal im fsk) kommt end­lich der zwei­te Teil der Trilogie um den Berufskriminellen Trojan, gespielt von Mišel Matičević, ins Kino. Trojan, der aus einer ande­ren Zeit zu stam­men scheint, geht pro­fes­sio­nell und nüch­tern sei­ner Tätigkeit als Spezialist für Einbruchsdiebstahl nach. Wortkarg und ziel­ori­en­tiert ver­sucht er, wie­der auf die Beine zu kom­men, geht zurück nach Berlin, um dort anzu­knüp­fen, wo er vor vier­zehn Jahren abbre­chen muss­te, um sich in Sicherheit zu brin­gen. Schließlich wird ihm ein Job anver­traut, er sucht sich ein Team von eben­bür­ti­gen Spezialisten zusam­men, es geht end­lich wie­der los…Der Kameramann Reinhold Vorschneider kre­iert eine Nachtwelt vol­ler Lichter und Schatten, die die Protagonisten nie preis­gibt. Aber wir glau­ben Trojan zu ken­nen und erkun­den mit ihm das Labyrinth, ahnen den Verrat und wis­sen: dies ist erst der zwei­te Teil der Trilogie und Trojan wird über­le­ben. Oder?

    Was Christoph Hochhäusler schon im Vorjahr auf dem Festival bewie­sen hat­te, mit sei­nem wun­der­bar sinn­li­chen Bis ans Ende der Nacht, setzt sein Berliner-Schule-Kollege Arslan nun fort. Er ent­wirft ein Kino, das sich nicht zwi­schen Genre- und Autorenfilm ent­schei­den muss, zwi­schen Erdung und Veredelung, das sich nicht um sich selbst betrü­gen muss und des­halb so frei­mü­tig von Betrügereien erzählt — weil sie mit­un­ter viel schö­ner sein kön­nen als die soge­nann­te ehr­li­che Arbeit. Thomas Arslan hat sei­nem Meisterverbrecher Trojan 14 Jahre nach Im Schatten einen eben­bür­ti­gen zwei­ten Film geschenkt. Das ist vor allem wegen sei­nes Hauptdarstellers Mišel Matičević ein abso­lu­ter Glücksfall für das deut­sche Kino. Matičević ver­steht es, Intellekt und Physis zu ver­bin­den, Gefahr und Moralität, die Überschätzung der eige­nen Unverwundbarkeit und die sub­ti­le Vorahnung des Verhängnisses…“
    Daniel Moersener, Zeit Online, Artikel zur Berlinale 2024

    Credits:

    DE 2024, 101 Min., dt. OmeU
    Regie: Thomas Arslan
    Kamera: Reinhold Vorschneider
    Schnitt: Reinaldo Pinto Almeida
    mit Mišel Matičević, Marie Leuenberger, Alexander Fehling, Tim Seyfi, Bilge Bingül, Marie-Lou Sellem, Katrin Röver, Anja Schneider, Tamer Yiğit

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    [:en]

    A film by Thomas Arslan. In German with English subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Following In the Shadows, the film Scorched Earth is the second part of Thomas Arslan’s Trojan tri­lo­gy. Twelve years after care­er cri­mi­nal Trojan was forced to flee Berlin, the search for con­tracts leads him back to the city. Trojan is bro­ke and urgen­tly needs a new job. But Berlin has chan­ged and his old cont­acts are no lon­ger of much use. Plus, Trojan’s maxim of only ever working for cash is hard to fol­low in an incre­asing­ly digi­ta­li­sed world. So it takes some time befo­re the midd­le­wo­man Rebecca final­ly offers him the pro­s­pect of a lucra­ti­ve con­tract: a pain­ting by Caspar David Friedrich is to be sto­len from a muse­um. The heist unites Trojan with geta­way dri­ver Diana, his for­mer mate Luca and the young Chris. Everything looks pro­mi­sing, but the shadowy cli­ent and his hench­man Victor have their own plans for the pain­ting. Soon it beco­mes less about the money and more about get­ting out alive.

    Credits:

    DE 2024, 101 Min., dt. OmeU
    Regie: Thomas Arslan
    Kamera: Reinhold Vorschneider
    Schnitt: Reinaldo Pinto Almeida
    mit Mišel Matičević, Marie Leuenberger, Alexander Fehling, Tim Seyfi, Bilge Bingül, Marie-Lou Sellem, Katrin Röver, Anja Schneider, Tamer Yiğit

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  • [:de]Crossing – Auf der Suche nach Tekla[:]

    [:de]Crossing – Auf der Suche nach Tekla[:]

    [:de]

    Ein Film von Levan Akin. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    In jedem Road-Movie steckt immer auch ein Weg der Hauptfigur zu sich selbst, und Crossing schickt die Georgierin Lia los. Nach dem Tod ihrer gelieb­ten Schwester, die sie lan­ge pfleg­te, hat die streng wir­ken­de, pen­sio­nier­te Lehrerin das Gefühl, kei­ne Perspektive im Leben und nichts mehr zu ver­lie­ren zu haben. Allerdings hat sie einen Auftrag mit­be­kom­men: sie soll ihre ver­schol­le­ne trans Nichte Tekla, der sie einst sehr nahe stand, fin­den. Als ihr jun­ger Nachbar Achi behaup­tet, Teklas Adresse in Istanbul – eine Stadt, in der man gut ver­schwin­den kann, wenn man will – zu ken­nen, und zudem Englisch zu spre­chen, nimmt sie ihn wider­stre­bend mit auf die Suche. Die Reise ver­än­dert Lia zuse­hends. Durch ihre Beziehung zu Achi und ihre Begegnungen mit der trans Community in Istanbul, ins­be­son­de­re mit der lebens­lus­ti­gen, enga­gier­ten Anwältin Evrim, öff­net sich Lia all­mäh­lich und sieht die Welt und ihren Platz dar­in mit ande­ren Augen. Alle drei Protagonist:innen eint, in ihrem Leben gro­ße Opfer gebracht und Einschränkungen in Kauf genom­men zu haben, um die herr­schen­de Hegemonie, im per­sön­li­chen wie poli­ti­schem Umfeld, nicht zu stö­ren. Crossing ist ein leben­di­ger, unge­schön­ter Film über Solidarität, über die klei­nen Gesten der Güte, und des Verständnisses zwi­schen Fremden und inner­halb der Familie.
    In vie­ler­lei Hinsicht ist er auch ein Liebesbrief an Istanbul und sei­ne Geschichte, trotz der offen­sicht­li­chen, durch die Straßenkinder Izzet und Gulpembe ins Bild auf­ge­nom­me­nen Armut:
    „Istanbul ist ein Ort, an dem man auf engs­tem Raum gegen­sätz­li­che Welten antref­fen kann. Die eine Straße ist sehr reli­gi­ös, und wenn man zwei Straßen wei­ter­geht, ist man plötz­lich in einer quee­ren Oase, wo Männer händ­chen­hal­tend her­um­lau­fen. Diese Ambivalenz woll­te ich im Film dar­stel­len. Wenn Lia und Achi im Film ins que­e­re Viertel gehen, ist der kur­ze Weg, den sie gehen, der tat­säch­li­che Weg in der Realität. In Istanbul leben die unter­schied­lichs­ten Religionen, Menschen und, nicht zu ver­ges­sen, Katzen und Hunde.“ Levan Akin
    Teddy – Preis der Jury 2024 Berlinale – Panorama

    Credits:

    SE/DK/FR/TR/GE 2023, 105 Min., geor­gisch, tür­kisch, engl. OmU
    Regie: Levan Akin
    Kamera: Lisabi Fridell
    Schnitt: Emma Lagrelius, Levan Akin
    mit: Mzia Arabuli, Lucas Kankava, Deniz Dumanlı

    Trailer:
    CROSSING – Trailer OmU German | Deutsch
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    [:en]

    A film by Levan Akin. In Georgian, Turkish and English with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Lia, a reti­red tea­cher, has made a pro­mi­se to find out what hap­pen­ed to her long-lost nie­ce, Tekla. When Lia lear­ns from a neigh­bour, Achi, that Tekla might have left their Georgian home­land and be living in Turkey, Lia and Achi set off tog­e­ther to find her. Arriving in Istanbul, they dis­co­ver a beau­tiful city full of con­nec­tions and pos­si­bi­li­ties. But sear­ching for someone who never inten­ded to be found is har­der than they expec­ted – until they meet Evrim, a lawy­er fight­ing for trans rights. As Lia and Achi wea­ve their way through the city’s back­streets, Tekla starts to feel clo­ser than ever.
    Levan Akin’s fourth fea­ture film is fil­led with an impres­si­ve emo­tio­nal imme­dia­cy. Two initi­al­ly hesi­tant stran­gers over­co­me not only ideo­lo­gi­cal but also inter­nal boun­da­ries on their mis­si­on and join forces. The topo­gra­phy of the city plays just as important a role in this ode to huma­ni­ty as the array of cha­rac­ters that live within it.

    Credits:

    SE/DK/FR/TR/GE 2023, 105 Min., geor­gisch, tür­kisch, engl. OmU
    Regie: Levan Akin
    Kamera: Lisabi Fridell
    Schnitt: Emma Lagrelius, Levan Akin
    mit: Mzia Arabuli, Lucas Kankava, Deniz Dumanlı 

    Trailer:
    CROSSING – Trailer OmU German | Deutsch
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  • [:de]Verbrannte Erde[:]

    [:de]Verbrannte Erde[:]

    [:de]

    Ein Film von Thomas Arslan. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Nach Im Schatten (2010, am 27. & 28.7. noch­mal im fsk) kommt end­lich der zwei­te Teil der Trilogie um den Berufskriminellen Trojan, gespielt von Mišel Matičević, ins Kino. Trojan, der aus einer ande­ren Zeit zu stam­men scheint, geht pro­fes­sio­nell und nüch­tern sei­ner Tätigkeit als Spezialist für Einbruchsdiebstahl nach. Wortkarg und ziel­ori­en­tiert ver­sucht er, wie­der auf die Beine zu kom­men, geht zurück nach Berlin, um dort anzu­knüp­fen, wo er vor vier­zehn Jahren abbre­chen muss­te, um sich in Sicherheit zu brin­gen. Schließlich wird ihm ein Job anver­traut, er sucht sich ein Team von eben­bür­ti­gen Spezialisten zusam­men, es geht end­lich wie­der los…Der Kameramann Reinhold Vorschneider kre­iert eine Nachtwelt vol­ler Lichter und Schatten, die die Protagonisten nie preis­gibt. Aber wir glau­ben Trojan zu ken­nen und erkun­den mit ihm das Labyrinth, ahnen den Verrat und wis­sen: dies ist erst der zwei­te Teil der Trilogie und Trojan wird über­le­ben. Oder?

    Was Christoph Hochhäusler schon im Vorjahr auf dem Festival bewie­sen hat­te, mit sei­nem wun­der­bar sinn­li­chen Bis ans Ende der Nacht, setzt sein Berliner-Schule-Kollege Arslan nun fort. Er ent­wirft ein Kino, das sich nicht zwi­schen Genre- und Autorenfilm ent­schei­den muss, zwi­schen Erdung und Veredelung, das sich nicht um sich selbst betrü­gen muss und des­halb so frei­mü­tig von Betrügereien erzählt — weil sie mit­un­ter viel schö­ner sein kön­nen als die soge­nann­te ehr­li­che Arbeit. Thomas Arslan hat sei­nem Meisterverbrecher Trojan 14 Jahre nach Im Schatten einen eben­bür­ti­gen zwei­ten Film geschenkt. Das ist vor allem wegen sei­nes Hauptdarstellers Mišel Matičević ein abso­lu­ter Glücksfall für das deut­sche Kino. Matičević ver­steht es, Intellekt und Physis zu ver­bin­den, Gefahr und Moralität, die Überschätzung der eige­nen Unverwundbarkeit und die sub­ti­le Vorahnung des Verhängnisses…“
    Daniel Moersener, Zeit Online, Artikel zur Berlinale 2024

    Credits:

    DE 2024, 101 Min., dt. OmeU
    Regie: Thomas Arslan
    Kamera: Reinhold Vorschneider
    Schnitt: Reinaldo Pinto Almeida
    mit Mišel Matičević, Marie Leuenberger, Alexander Fehling, Tim Seyfi, Bilge Bingül, Marie-Lou Sellem, Katrin Röver, Anja Schneider, Tamer Yiğit

    Trailer:
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    [:en]

    A film by Thomas Arslan. In German with English subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Following In the Shadows, the film Scorched Earth is the second part of Thomas Arslan’s Trojan tri­lo­gy. Twelve years after care­er cri­mi­nal Trojan was forced to flee Berlin, the search for con­tracts leads him back to the city. Trojan is bro­ke and urgen­tly needs a new job. But Berlin has chan­ged and his old cont­acts are no lon­ger of much use. Plus, Trojan’s maxim of only ever working for cash is hard to fol­low in an incre­asing­ly digi­ta­li­sed world. So it takes some time befo­re the midd­le­wo­man Rebecca final­ly offers him the pro­s­pect of a lucra­ti­ve con­tract: a pain­ting by Caspar David Friedrich is to be sto­len from a muse­um. The heist unites Trojan with geta­way dri­ver Diana, his for­mer mate Luca and the young Chris. Everything looks pro­mi­sing, but the shadowy cli­ent and his hench­man Victor have their own plans for the pain­ting. Soon it beco­mes less about the money and more about get­ting out alive.

    Credits:

    DE 2024, 101 Min., dt. OmeU
    Regie: Thomas Arslan
    Kamera: Reinhold Vorschneider
    Schnitt: Reinaldo Pinto Almeida
    mit Mišel Matičević, Marie Leuenberger, Alexander Fehling, Tim Seyfi, Bilge Bingül, Marie-Lou Sellem, Katrin Röver, Anja Schneider, Tamer Yiğit

    Trailer:
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  • [:de]Crossing – Auf der Suche nach Tekla[:]

    [:de]Crossing – Auf der Suche nach Tekla[:]

    [:de]

    Ein Film von Levan Akin. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    In jedem Road-Movie steckt immer auch ein Weg der Hauptfigur zu sich selbst, und Crossing schickt die Georgierin Lia los. Nach dem Tod ihrer gelieb­ten Schwester, die sie lan­ge pfleg­te, hat die streng wir­ken­de, pen­sio­nier­te Lehrerin das Gefühl, kei­ne Perspektive im Leben und nichts mehr zu ver­lie­ren zu haben. Allerdings hat sie einen Auftrag mit­be­kom­men: sie soll ihre ver­schol­le­ne trans Nichte Tekla, der sie einst sehr nahe stand, fin­den. Als ihr jun­ger Nachbar Achi behaup­tet, Teklas Adresse in Istanbul – eine Stadt, in der man gut ver­schwin­den kann, wenn man will – zu ken­nen, und zudem Englisch zu spre­chen, nimmt sie ihn wider­stre­bend mit auf die Suche. Die Reise ver­än­dert Lia zuse­hends. Durch ihre Beziehung zu Achi und ihre Begegnungen mit der trans Community in Istanbul, ins­be­son­de­re mit der lebens­lus­ti­gen, enga­gier­ten Anwältin Evrim, öff­net sich Lia all­mäh­lich und sieht die Welt und ihren Platz dar­in mit ande­ren Augen. Alle drei Protagonist:innen eint, in ihrem Leben gro­ße Opfer gebracht und Einschränkungen in Kauf genom­men zu haben, um die herr­schen­de Hegemonie, im per­sön­li­chen wie poli­ti­schem Umfeld, nicht zu stö­ren. Crossing ist ein leben­di­ger, unge­schön­ter Film über Solidarität, über die klei­nen Gesten der Güte, und des Verständnisses zwi­schen Fremden und inner­halb der Familie.
    In vie­ler­lei Hinsicht ist er auch ein Liebesbrief an Istanbul und sei­ne Geschichte, trotz der offen­sicht­li­chen, durch die Straßenkinder Izzet und Gulpembe ins Bild auf­ge­nom­me­nen Armut:
    „Istanbul ist ein Ort, an dem man auf engs­tem Raum gegen­sätz­li­che Welten antref­fen kann. Die eine Straße ist sehr reli­gi­ös, und wenn man zwei Straßen wei­ter­geht, ist man plötz­lich in einer quee­ren Oase, wo Männer händ­chen­hal­tend her­um­lau­fen. Diese Ambivalenz woll­te ich im Film dar­stel­len. Wenn Lia und Achi im Film ins que­e­re Viertel gehen, ist der kur­ze Weg, den sie gehen, der tat­säch­li­che Weg in der Realität. In Istanbul leben die unter­schied­lichs­ten Religionen, Menschen und, nicht zu ver­ges­sen, Katzen und Hunde.“ Levan Akin
    Teddy – Preis der Jury 2024 Berlinale – Panorama

    Credits:

    SE/DK/FR/TR/GE 2023, 105 Min., geor­gisch, tür­kisch, engl. OmU
    Regie: Levan Akin
    Kamera: Lisabi Fridell
    Schnitt: Emma Lagrelius, Levan Akin
    mit: Mzia Arabuli, Lucas Kankava, Deniz Dumanlı

    Trailer:
    CROSSING – Trailer OmU German | Deutsch
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    [:en]

    A film by Levan Akin. In Georgian, Turkish and English with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Lia, a reti­red tea­cher, has made a pro­mi­se to find out what hap­pen­ed to her long-lost nie­ce, Tekla. When Lia lear­ns from a neigh­bour, Achi, that Tekla might have left their Georgian home­land and be living in Turkey, Lia and Achi set off tog­e­ther to find her. Arriving in Istanbul, they dis­co­ver a beau­tiful city full of con­nec­tions and pos­si­bi­li­ties. But sear­ching for someone who never inten­ded to be found is har­der than they expec­ted – until they meet Evrim, a lawy­er fight­ing for trans rights. As Lia and Achi wea­ve their way through the city’s back­streets, Tekla starts to feel clo­ser than ever.
    Levan Akin’s fourth fea­ture film is fil­led with an impres­si­ve emo­tio­nal imme­dia­cy. Two initi­al­ly hesi­tant stran­gers over­co­me not only ideo­lo­gi­cal but also inter­nal boun­da­ries on their mis­si­on and join forces. The topo­gra­phy of the city plays just as important a role in this ode to huma­ni­ty as the array of cha­rac­ters that live within it.

    Credits:

    SE/DK/FR/TR/GE 2023, 105 Min., geor­gisch, tür­kisch, engl. OmU
    Regie: Levan Akin
    Kamera: Lisabi Fridell
    Schnitt: Emma Lagrelius, Levan Akin
    mit: Mzia Arabuli, Lucas Kankava, Deniz Dumanlı 

    Trailer:
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  • [:de]Ein kleines Stück vom Kuchen[:]

    [:de]Ein kleines Stück vom Kuchen[:]

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    Ein Film von Maryam Moghaddam & Behtash Sanaeeha. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Unter den Fachbesucher*innen galt er schnell als Geheimtip, beim rest­li­chen Berlinale-Publikum wur­de er bald zum Liebling – der ira­ni­sche Wettbewerbsbeitrag My Favourite Cake / Ein klei­nes Stück vom Kuchen. Die berüh­ren­de Geschichte von Annäherung und Zuneigung zwei­er ein­sa­mer Menschen ist zugleich eine des Widerstandes gegen die Vorschriften einer Gesellschaft, die Verletzungen ihrer Sitten- und Moralvorstellungen sehr schnell und sehr hart ahn­det.
    Seit ihr Mann vor 30 Jahren starb, lebt Mihan allein in ihrem klei­nen Haus mit Garten in Teheran. Bei den regel­mä­ßi­gen Kaffeekränzchen mit Freundinnen wird ger­ne alles bespro­chen, so wird neben den Berichten von (natür­lich ver­bo­te­nen) amou­rö­sen Abenteuern ger­ne auch mal die DVD der letz­ten Darmspiegelung her­um­ge­reicht. Dabei bekommt sie immer wie­der zu hören, sie sol­le sich doch auch einen neu­en Begleiter suchen – schließ­lich sei sie ja mit ihren 70 Jahren noch fit und attrak­tiv. Schließlich fasst sich Mahin in Herz und geht auf die Suche. Als ihr der eben­falls ver­wit­we­te Taxifahrer Faramarz begeg­net und gefällt, ergreift sie selbst­be­wusst die Initiative und lädt ihn zu sich ein. Die bei­den kom­men ver­ste­hen sich, ver­ab­re­den sich, es gibt Wein, Tanz und natür­lich selbst­ge­ba­cke­nen Kuchen. Aber vor­sich­tig müs­sen sie sein, denn schon erkun­digt sich die Nachbarin nach den unbe­kann­ten Stimmen im Haus.
    Weil sie die Menschen rea­li­täts­nah so zei­gen, wie sie sind und was sie tun, und damit Grenzen des Erlaubten ver­let­zen, durf­ten Maryam Moghaddam und Behtash Sanaeeha (Ballade von der wei­ßen Kuh, 2021 eben­falls im Berlinale Wettbewerb) nicht nach Berlin rei­sen. So trägt Mihan im Haus kei­nen Hijab und trinkt Wein. Es sei aber an der Zeit, die­se stan­dar­di­sier­ten Vorgaben im ira­ni­schen Kino zu durch­bre­chen, so erklär­te Darstellerin Lily Farhadpour, die als Menschenrechts-Aktivistin bereits Gefängniserfahrung hat, bei der Pressekonferenz. Diese zärt­li­che und (gele­gent­lich schwarz-) humo­ri­ge Liebesgeschichte zeigt schon­mal, wie es geht.

    Credits:

    Keyke mah­boo­be man / My favou­ri­te cake
    IR/FR/SE/DE 2024, 97 Min., far­si OmU
    Regie: Maryam Moghaddam, Behtash Sanaeeha
    Kamera: Mohammad Haddadi
    Schnitt: Ata Mehrad, Behtash Sanaeeha, Ricardo Saraiva
    mit: Lily Farhadpour, Esmail Mehrabi, 

    Trailer:
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    A film by Maryam Moghaddam & Behtash Sanaeeha. In Farsi with German subtitles.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    The 70-year-old Mahin has been living alo­ne in Tehran sin­ce her hus­band died and her daugh­ter left for Europe. One after­noon, tea with fri­ends leads her to break her soli­ta­ry rou­ti­ne and revi­ta­li­se her love life. But as Mahin opens hers­elf up to a new romance, what beg­ins as an unex­pec­ted encoun­ter quick­ly evol­ves into an unpre­dic­ta­ble, unfor­gettable evening.

    Credits:

    Keyke mah­boo­be man / My favou­ri­te cake
    IR/FR/SE/DE 2024, 97 Min., far­si OmU
    Regie: Maryam Moghaddam, Behtash Sanaeeha
    Kamera: Mohammad Haddadi
    Schnitt: Ata Mehrad, Behtash Sanaeeha, Ricardo Saraiva
    mit: Lily Farhadpour, Esmail Mehrabi, 

    Trailer:
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