Kategorie: Vorstellung

  • Preview: The Chronology of Water

    Preview: The Chronology of Water

    Ein Film von Kristen Stewart. Am 5.3. im fsk. Preview am 3.2. um 20:30.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Was für ein Debüt! US-Schauspielerin Kristen Stewart, bekannt gewor­den durch die „Twilight“-Blockbuster nach Stephenie Meyer, eman­zi­piert sich mit ihrer ers­ten Regiearbeit end­gül­tig vom Konsenskino Hollywoods. Die Charakterstudie „The Chronology of Water“, eine Verfilmung der gleich­na­mi­gen Memoiren Lidia Yuknavitchs, bewegt sich mit ihrer bruch­stück­haf­ten Erzählweise, ihrer eigen­wil­li­gen Bildsprache und ihrer scho­nungs­los ergrün­de­ten Missbrauchsthematik deut­lich abseits des Mainstreams. Ein furio­ser, manch­mal auch anstren­gen­der Trip, der einen unter Garantie kräf­tig durchschüttelt.

    Sich nicht ver­ein­nah­men und auf bestimm­te Rollen fest­le­gen zu las­sen, das hat Kristen Stewart nach ihrem Erfolg mit der „Twilight“-Saga geschafft. Dass die US-Darstellerin mehr sein woll­te als eine wei­te­re rund um den Globus ver­ehr­te Blockbuster-Ikone, ver­deut­lich­ten schon ihre ers­ten Ausflüge ins euro­päi­sche Autorenkino mit Olivier Assayas‘ Werken „Die Wolken von Sils Maria“ (2014) und „Personal Shopper“ (2016). Anspruchsvolle Rollen und eher unkon­ven­tio­nel­le Projekte spra­chen Stewart auch in der Folgezeit an. Mit Pablo Larraín dreh­te sie das Biopic „Spencer“ (2021) über Prinzessin Diana. Unter der Regie David Cronenbergs ent­stand der Scifi-Bodyhorror-Streifen „Crimes of the Future“ (2022). Und von Rose Glass ließ sich das frü­he­re Teenageridol in der quee­ren, femi­nis­ti­schen Thriller-Romanze „Love Lies Bleeding“ (2024) inszenieren.

    The Chronology of Water“, ihr Debüt als Filmemacherin, wirkt wie der logi­sche nächs­te Schritt in der Entwicklung einer Frau, die mehr und mehr ihre eige­ne Stimme fin­det – was Stewart dann auch sehr stark mit der Geschichte ihrer Protagonistin ver­bin­det. Die Charakterstudie basiert auf den gleich­na­mi­gen Memoiren der frü­he­ren Schwimmerin und heu­ti­gen Schriftstellerin Lidia Yuknavitch, die in jun­gen Jahren von ihrem Vater sexu­ell miss­braucht wur­de und irgend­wann den Drogen und dem Alkohol ver­fiel. Harter Stoff, den die Neuregisseurin ohne Netz und dop­pel­ten Boden in ihr Erstlingswerk überführt.

    Auch wenn sich Stewart in den letz­ten Jahren im Mainstreamkino rar­mach­te, besitzt ihr Name noch immer eine enor­me Strahlkraft. Dennoch scheint es nicht leicht gewe­sen zu sein, ihren ers­ten eige­nen Film auf die Beine zu stel­len. Das las­sen zumin­dest die vie­len im Vorspann genann­ten Produktionsfirmen und damit die breit­ge­fä­cher­te Finanzierung ver­mu­ten. Kein Wunder! Denn „The Chronology of Water“ schil­dert auf radi­ka­le, expe­ri­men­tel­le Weise eine von Gewalt, Zweifeln und Selbstzerstörung gepräg­te Lebensgeschichte.

    Stewarts kom­pro­miss­lo­ser Ansatz zeigt sich schon zu Anfang des in meh­re­re Kapitel unter­teil­ten Dramas. Als Zuschauer sucht man irgend­wie Halt, bemüht sich, dem Gezeigten Sinn zu geben. Aber zunächst stürzt auf uns ein Schwall an Bildern, Tönen, Wort- und Satzfetzen ein. Das grob­kör­ni­ge 16mm-Analogmaterial ver­leiht dem Ganzen sofort einen betont sub­jek­ti­ven Anstrich. Was sich aus den teils in extre­men Nahaufnahmen gefilm­ten Fragmenten mit der Zeit her­aus­le­sen lässt: In ihrem Elternhaus durch­lebt die klei­ne Lidia (Anna Wittowsky) die Hölle. Während ihre Mutter (Susannah Flood) kon­se­quent weg­schaut, hat ihr sexu­ell über­grif­fi­ger Vater (mit furcht­ein­flö­ßen­der Präsenz: Michael Epp) ein auf abso­lu­te Kontrolle aus­ge­rich­te­tes Terrorregime eta­bliert, vor dem Lidias älte­re Schwester Claudia (als Erwachsene von Thora Birch ver­kör­pert) Reißaus nimmt.

    Auch der Protagonistin (im Teenager- und im Erwachsenenalter von Imogen Poots gespielt) gelingt dank eines Schwimmstipendiums irgend­wann der Absprung. Drogen- und Alkoholmissbrauch, Beziehungsfrust und eine Fehlgeburt wer­fen die jun­ge Frau aller­dings immer wie­der aus der Bahn. Ihre Bestimmung und eine Möglichkeit, sich aus­zu­drü­cken, fin­det sie erst in der Literatur. Doch der Weg zur Heilung ist lang, da die Schatten der Vergangenheit nicht so ein­fach ver­schwin­den wollen.

    The Chronology of Water“ erzählt den Werdegang nicht streng chro­no­lo­gisch, son­dern sprung­haft und asso­zia­tiv. Ganz ähn­lich eben, wie die mensch­li­che Erinnerung funk­tio­niert. Geräusche, Personen oder bestimm­te Gegenstände lösen einen Impuls aus, der frü­he­re Eindrücke wie­der hoch­schwemmt und dama­li­ge Gefühle repro­du­ziert. Ständig erklingt über den Bildern die Stimme der Hauptfigur, die mal aus­führ­li­cher, mal kryp­ti­scher Dinge kom­men­tiert. Am schwie­rigs­ten zu fas­sen ist sicher­lich der Einstieg. Im wei­te­ren Verlauf gibt es immer­hin eini­ge Passagen, in denen die Zersplitterung etwas nachlässt.

    So her­aus­for­dernd das aus vie­len grö­ße­ren und klei­ne­ren Bruchstücken bestehen­de Geschehen auch sein mag – auf Kurs gehal­ten wird der Film von Imogen Poots, die sich mit einer fast schon furcht­ein­flö­ßen­den Unerschrockenheit in ihre Rolle wirft. Ihr Gesicht häu­fig in Großaufnahme ein­ge­fan­gen, gibt sich die Britin ganz der Kamera hin und spielt sich im wahrs­ten Sinne des Wortes die Seele aus dem Leib. Lust, Ausgelassenheit, Ekel, Schmerz, Verzweiflung – jede Emotion lebt die Hauptdarstellerin mit vol­ler Intensität. Nach die­sem Dreh kann sie eigent­lich nur völ­lig aus­ge­pumpt gewe­sen sein! Was mimi­sche Qualität bewir­ken kann, zeigt auch das Beispiel Jim Belushis, der in sei­nen weni­gen Szenen als (real exis­tie­ren­der) Schriftsteller Ken Kesey (unter ande­rem Autor von „Einer flog über das Kuckucksnest“) eine raum­grei­fen­de, in Erinnerung blei­ben­de Figur erschafft. Wer sich mit Kristen Stewarts Kunstanspruch, ihrem unan­ge­pass­ten Stil schwer­tut, kann sich wenigs­tens von die­sen bei­den Performances mit­rei­ßen las­sen. Christopher Diekhaus | programmkino.de

    Credits:

    US/FR/LV 2025, 128 Min., engl. OmU
    Regie: Kristen Stewart
    Kamera: Corey C. Waters
    Schnitt: Olivia Neergaard-Holm
    mit: Imogen Poots, Thora Birch, Susannah Flood, Tom Sturridge, Kim Gordon, Michael Epp, Jim Belushi

    Trailer:
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  • Sleep With Your Eyes Open

    Sleep With Your Eyes Open

    Ein Film von Nele Wohlatz.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Die Erfahrungen, die sie in ihren Jahren in Argentinien und bei ihrem Filmdebut (nach ver­schie­de­nen Werken als Ko-Regisseurin) , dem schö­nen Dokumentarhybrid El Futuro Perfecto mach­te, bil­den die Grundlage für Nele Wohlatz sanft-ver­spiel­ten, traum­haf­ten Spielfilm. Die jun­ge Kai fliegt der Liebe wegen von Taipeh in die bra­si­lia­ni­sche Küstenstadt Recife, aber der Geliebte scheint ver­schol­len. Statt des­sen trifft sie auf eine Vielzahl wei­te­rer Landsleute und auf eine Kiste vol­ler Postkarten mit Aufzeichnungen, die ihre Vorbewohnerin Xiao Xin für ein geplan­tes Buch notier­te.
    Die Menschen hier las­sen sich trei­ben, trotz aller Zerrissenheit ist das Heimweh eben­so wenig aus­ge­prägt wie auf der ande­ren Seite der laten­te Rassismus, der ihnen auch enge­gen­schlägt.
    Die lei­se Komödie vol­ler Missverständnisse folgt kei­ner tra­di­tio­nel­len Dramaturgie. Die Protagonist*innen tau­chen eben­so uner­war­tet auf, wie sie auch wie­der ver­schwin­den. Ihre Arbeit treibt sie manch­mal von einer ihnen unbe­kann­ten Stadt in die nächs­te. Im Laufe eines hei­ßen, lang­sa­men Sommers wach­sen den­noch zar­te Bande zwi­schen ihnen.
    Ein „wun­der­bar spie­le­ri­scher Film über das Leben in der Fremde“ Andreas Busche, Tagesspiegel
    „Meinen ers­ten Spielfilm habe ich mit chi­ne­si­schen Laiendarsteller:innen in Buenos Aires gedreht, aus­schließ­lich an Wochenenden, denn unter der Woche arbei­te­ten alle in chi­ne­si­schen Supermärkten und Importgeschäften. Oft fehl­te am nächs­ten Wochenende jemand, war in eine ande­re Stadt oder ein ande­res Land gezo­gen oder zurück nach China. Eine Darstellerin sag­te zu mir: Ich könn­te jetzt über­all hin­ge­hen und mich anpas­sen, wenn es sein muss. Aber es gibt kei­nen Ort mehr, an den ich gehö­re.“ Nele Wohlatz

    Credits:

    Dormir de olhos aber­tos
    Brazil / Taiwan / Argentina / Germany 2024, 97 Min., Mandarin, Portugiesisch, Spanisch, Englisch OmU
    Regie: Nele Wohlatz
    Kamera: Roman Kasseroller
    Schnitt: Yann-shan Tsai, Ana Godoy
    mit Chen Xiao Xin, Wang Shin-Hong, Liao Kai Ro, Nahuel Pérez Biscayart, Lu Yang Zong

    Trailer:
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  • Was uns hält

    Was uns hält

    Ein Film von Daniele Luchetti. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Neapel Anfang der 1980er Jahre. Aldo (Luigi Lo Cascio) hat gera­de sei­ne Kinder Anna und Sandro ins Bett gebracht und ihnen eine Gutenachtgeschichte erzählt. Nun steht er in der Küche neben sei­ner Frau Vanda (Alba Rohrwacher) und gesteht ihr, dass er sie betro­gen hat. Vanda ver­liert den Boden unter den Füßen und weiß nicht, wie sie reagie­ren soll.
    Was bedeu­tet das für sie und die Kinder?
    Dreißig Jahre spä­ter leben Vanda (Laura Morante) und Aldo (Silvio Orlando) immer noch zusam­men, aber viel­leicht haben sie und ihre Kinder, Anna (Giovanna Mezzogiorno) und Sandro (Adriano Giannini) dafür einen hohen Preis gezahlt.

    (…) Denn nicht um kon­kre­te Ereignisse geht es, nicht ums Verlieben oder Verlassen, son­dern um das Zusammenbleiben, trotz allem. Viel psy­cho­lo­gi­scher, viel unter­schwel­li­ger ist die­ser Ansatz eines Beziehungsfilms, viel weni­ger kon­kret, dadurch flüch­ti­ger und schwie­ri­ger in einer nur 100 Minuten kur­zen Erzählung zu fas­sen. Um den Umgang mit Untreue geht es in Was uns hält, um den Versuch, eine Beziehung trotz allem am Leben zu erhal­ten, auch um der Kinder wegen, um Kompromisse, um unvor­her­ge­se­he­ne Folgen, gera­de auch für die nächs­te Generation.“ M. Meyns

    Basierend auf dem Roman «Auf immer ver­bun­den» von Domenico Starnone zeigt Regisseur Daniele Luchetti (Mein Bruder ist ein Einzelkind), wie stark die Bindung der Familie im Guten wie im Schlechten ist – auch wenn die Liebe in neue Richtungen zieht.

    Eine leben­di­ge Ehegeschichte im Ferrante-Stil, das emo­tio­nal har­te, aber raf­fi­niert kon­stru­ier­te Porträt einer Beziehung, die in Zeitlupe zer­bricht. Es ist wie die ita­lie­ni­sche Version von Marriage Story, nur über 40 Jahre gestreckt. Alba Rohrwacher und Luigi Lo Cascio sind als Vanda und Aldo außer­ge­wöhn­lich stark.” (The Times)

    Credits:

    Lacci
    IT 2020, 100 Min., ital. OmU
    Regie: Daniele Luchetti
    Kamera: Ivan Casalgrandi
    Schnitt: Aël Dallier Vega · Daniele Luchetti
    mit Alba Rohrwacher, Luigi Lo Cascio, Laura Morante, Silvio Orlando, Giovanna Mezzogiorno

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  • Auf trockenen Gräsern

    Auf trockenen Gräsern

    Ein Film von Nuri Bilge Ceylan.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Durch die ver­schnei­te Landschaft stapft der Kunstlehrer Samet zu dem Dorf, in dem er nach Ende der Ferien wie­der unter­rich­ten muss. Es ist eine ein­sa­me Gegend irgend­wo in Anatolien, die unter der Winterdecke ruht. Was in den ers­ten Bildern noch Frieden aus­strahlt, wird im Lauf des Films zuneh­mend beklem­mend wir­ken, wie auch Samets Beziehungen zu den ande­ren Menschen an der Schule und im Dorf dop­pel­bö­dig und kom­pli­ziert wer­den. Und natür­lich weiß jeder, dass er vor­hat, sich nach Istanbul ver­set­zen zu las­sen, sobald die Pflichtzeit am Ende der Welt zu Beginn sei­ner Lehrtätigkeit erfüllt ist. Samet hält sich für einen guten und tole­ran­ten Pädagogen, aber als ihm unan­ge­mes­se­nes Verhalten gegen­über zwei Schülerinnen vor­ge­wor­fen wird und der Druck steigt, kommt lang­sam ein ande­rer Charakter zum Vorschein. Komplex, in sich ver­strickt und ein­ge­schlos­sen, ande­re nur unscharf wahr­neh­mend. Eine Person, deren Verfassung typisch ist für Ceylans männ­li­che Hauptfiguren und die in ihrer Unansehnlichkeit den Ausgangspunkt für ein dich­tes Netz von Berührungspunkten und Beziehungen zwi­schen allen Personen bil­det. Wie bereits in sei­nen vor­an­ge­gan­ge­nen Werken ent­wirft Nuri Bilge Ceylan auch in Auf tro­cke­nen Gräsern anhand von indi­vi­du­el­len Lebensgeschichten und ihren Verzahnungen ein Panorama der tür­ki­schen Gesellschaft in ihren unter­schied­li­chen Facetten. Daneben exis­tiert die archa­isch wir­ken­de Landschaft und spielt eine wei­te­re Hauptrolle.

    Auf tro­cke­nen Gräsern lief 2023 im Wettbewerb von Cannes und Merve Dizdar gewann den Preis als bes­te Darstellerin.

    In der Türkei ste­hen sich stän­dig Dualismen gegen­über, wie Gut gegen Böse und Individualismus gegen Kollektivismus. Mein Kunstlehrer glaubt, dass er dem Ende sei­nes Pflichtdienstes in einem abge­le­ge­nen Bezirk in Ostanatolien nahe ist. Er trös­tet sich seit Jahren mit der Hoffnung auf eine Versetzung nach Istanbul. Darin liegt ein span­nen­der Unterschied zwi­schen der Rolle des Gastgebers und des Gastes. Interessiert hat uns auch die men­ta­le Auswirkung von Gefühlen der Entfremdung, der Entfernung von städ­ti­schem Leben und einem Dasein am Rande. Mit wel­chen Problemen sehen sich die Bewohner die­ser länd­li­chen Region kon­fron­tiert – wie prägt sie die Dynamik der geo­gra­fi­schen, eth­ni­schen oder sozia­len Strukturen, in denen sie leben? Auch wenn die Möglichkeit Liebe zu fin­den gege­ben ist, wer­den ver­küm­mern­de Seelen unauf­hör­lich tie­fer in die Isolation getrie­ben durch Vorurteile, das Errichten von Mauern, ver­gan­ge­ne poli­ti­sche Traumata und den unstill­ba­ren Drang, jene, die einem nahe­ste­hen, für eige­ne Fehler büßen zu las­sen. In Regionen, wo Verzweiflung in jedem Gesicht, Erschöpfung in jedem Schritt und Bitterkeit in der Stimme spür­bar ist, wer­den die Spuren des „Schicksals“ beson­ders deut­lich.” Nuri Bilge Ceylan

    Credits:

    TK/FR 2023, 197 Min., türk. OmU
    Regie: Nuri Bilge Ceylan
    Kamera: Cevahİr Şahİn, Kürşat Üresİn
    Schnitt: Oğuz Atabaş, Nuri Bilge Ceylan
    Kamera: Cevahİr Şahİn, Nuri Bilge Ceylan
    mit: Deniz Celiloğlu, Merve Dizdar, Musab Ekici

    Trailer:
    Auf tro­cke­nen Gräsern, Trailer OmdU
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  • Ivo – mit Gast

    Ivo – mit Gast

    Ein Film von Eva Trobisch. Am 27.6. mit anschlie­ßen­dem Filmgespräch mit Eva Trobisch.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Ivo arbei­tet als ambu­lan­te Palliativpflegerin. Täglich fährt sie zu Familien, Eheleuten und Alleinstehenden. In klei­ne Wohnungen und in gro­ße Häuser. In immer ver­schie­de­nes Leben und Sterben. In immer ver­schie­de­nen Umgang mit der Zeit, die bleibt. Zu Hause hat sich ihre puber­tie­ren­de Tochter längst selbst­stän­dig gemacht. Von früh bis spät ist Ivo in ihrem alten Skoda unter­wegs, den sie zu ihrem per­sön­li­chen Lebensraum gemacht hat. Hier nimmt sie ihre Mahlzeiten zu sich, arbei­tet, singt, flucht und träumt sie. Eine ihrer Patientinnen, Solveigh, ist zu einer engen Freundin gewor­den. Auch zu Solveighs Mann Franz hat Ivo eine Beziehung geknüpft. Tag für Tag arbei­ten sie bei der Pflege von Solveigh zusam­men. Und sie schla­fen mit­ein­an­der. Solveighs Kräfte schwin­den, bald ist sie bei den ein­fachs­ten Verrichtungen auf Unterstützung ange­wie­sen. Die letz­te Entscheidung will sie allei­ne tref­fen. Ivo soll ihr beim Sterben hel­fen.
    „Trobisch spinnt die fik­ti­ve, nah am Halbdokumentarischen erzähl­te Geschichte, in der Schauspieler:innen und ech­tes Fachpersonal auf orga­ni­sche Weise inter­agie­ren, mit eher locke­rem Faden. Vieles bleibt ange­deu­tet, nichts drängt nach dra­ma­tur­gi­scher Zuspitzung. Auch die Affäre mit Franz muss nicht ver­kom­pli­ziert wer­den. Sie wird viel­mehr als eine selbst­ver­ständ­li­che und für bei­de stär­ken­de Verbindung gezeigt, die in einem ganz bestimm­ten Zeitfenster exis­tiert, in dem das Sterben der Freundin und Ehefrau immer auch mit anwe­send ist.
    Ivo ist ein groß­zü­gi­ger und offe­ner Film. Er besteht nicht auf Antworten und Thesen, son­dern stellt viel­mehr unter­schied­li­che Beobachtungen, Fragen und Empfindungen, die mit dem Sterben zu tun haben, neben­ein­an­der: Pragmatismus und inne­rer Aufruhr, das Banale und das Erschütternde, Bewegung und Stillstand. Anders als Jessica Krummacher in Zum Tod mei­ner Mutter (2022) sucht Eva Trobisch nicht nach Abstraktion und Reduktion, son­dern nach Fülle und Gleichzeitigkeit. Gleichwohl ist ihr Realismus nicht auf das blo­ße Abbilden äuße­rer Handlungen beschränkt, son­dern impres­sio­nis­tisch auf­ge­bro­chen und von Ivos Empfindungen und Blicken durch­drun­gen. Die mit einem 16mm-Objektiv auf­ge­nom­me­nen Bilder sind licht­durch­flu­tet und hap­tisch; von den kör­per­li­chen Verfallsprozessen wir­ken sie gänz­lich unbe­rührt. Das Wissen um die Endlichkeit von Leben wirkt wie ein Wahrnehmungsverstärker.“ Esther Buss | Filmdienst

    Credits:

    DE 2024, 104 Min., deut­sche OmeU
    Regie: Eva Trobisch
    Kamera: Adrian Campean
    Schnitt: Laura Lauzemis
    mit Minna Wündrich, Pia Hierzegger, Lukas Turtur

    Trailer:
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  • Sleep With Your Eyes Open

    Sleep With Your Eyes Open

    Ein Film von Nele Wohlatz.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Die Erfahrungen, die sie in ihren Jahren in Argentinien und bei ihrem Filmdebut (nach ver­schie­de­nen Werken als Ko-Regisseurin) , dem schö­nen Dokumentarhybrid El Futuro Perfecto mach­te, bil­den die Grundlage für Nele Wohlatz sanft-ver­spiel­ten, traum­haf­ten Spielfilm. Die jun­ge Kai fliegt der Liebe wegen von Taipeh in die bra­si­lia­ni­sche Küstenstadt Recife, aber der Geliebte scheint ver­schol­len. Statt des­sen trifft sie auf eine Vielzahl wei­te­rer Landsleute und auf eine Kiste vol­ler Postkarten mit Aufzeichnungen, die ihre Vorbewohnerin Xiao Xin für ein geplan­tes Buch notier­te.
    Die Menschen hier las­sen sich trei­ben, trotz aller Zerrissenheit ist das Heimweh eben­so wenig aus­ge­prägt wie auf der ande­ren Seite der laten­te Rassismus, der ihnen auch enge­gen­schlägt.
    Die lei­se Komödie vol­ler Missverständnisse folgt kei­ner tra­di­tio­nel­len Dramaturgie. Die Protagonist*innen tau­chen eben­so uner­war­tet auf, wie sie auch wie­der ver­schwin­den. Ihre Arbeit treibt sie manch­mal von einer ihnen unbe­kann­ten Stadt in die nächs­te. Im Laufe eines hei­ßen, lang­sa­men Sommers wach­sen den­noch zar­te Bande zwi­schen ihnen.
    Ein „wun­der­bar spie­le­ri­scher Film über das Leben in der Fremde“ Andreas Busche, Tagesspiegel
    „Meinen ers­ten Spielfilm habe ich mit chi­ne­si­schen Laiendarsteller:innen in Buenos Aires gedreht, aus­schließ­lich an Wochenenden, denn unter der Woche arbei­te­ten alle in chi­ne­si­schen Supermärkten und Importgeschäften. Oft fehl­te am nächs­ten Wochenende jemand, war in eine ande­re Stadt oder ein ande­res Land gezo­gen oder zurück nach China. Eine Darstellerin sag­te zu mir: Ich könn­te jetzt über­all hin­ge­hen und mich anpas­sen, wenn es sein muss. Aber es gibt kei­nen Ort mehr, an den ich gehö­re.“ Nele Wohlatz

    Credits:

    Dormir de olhos aber­tos
    Brazil / Taiwan / Argentina / Germany 2024, 97 Min., Mandarin, Portugiesisch, Spanisch, Englisch OmU
    Regie: Nele Wohlatz
    Kamera: Roman Kasseroller
    Schnitt: Yann-shan Tsai, Ana Godoy
    mit Chen Xiao Xin, Wang Shin-Hong, Liao Kai Ro, Nahuel Pérez Biscayart, Lu Yang Zong

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  • Was uns hält

    Was uns hält

    Ein Film von Daniele Luchetti. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Neapel Anfang der 1980er Jahre. Aldo (Luigi Lo Cascio) hat gera­de sei­ne Kinder Anna und Sandro ins Bett gebracht und ihnen eine Gutenachtgeschichte erzählt. Nun steht er in der Küche neben sei­ner Frau Vanda (Alba Rohrwacher) und gesteht ihr, dass er sie betro­gen hat. Vanda ver­liert den Boden unter den Füßen und weiß nicht, wie sie reagie­ren soll.
    Was bedeu­tet das für sie und die Kinder?
    Dreißig Jahre spä­ter leben Vanda (Laura Morante) und Aldo (Silvio Orlando) immer noch zusam­men, aber viel­leicht haben sie und ihre Kinder, Anna (Giovanna Mezzogiorno) und Sandro (Adriano Giannini) dafür einen hohen Preis gezahlt.

    (…) Denn nicht um kon­kre­te Ereignisse geht es, nicht ums Verlieben oder Verlassen, son­dern um das Zusammenbleiben, trotz allem. Viel psy­cho­lo­gi­scher, viel unter­schwel­li­ger ist die­ser Ansatz eines Beziehungsfilms, viel weni­ger kon­kret, dadurch flüch­ti­ger und schwie­ri­ger in einer nur 100 Minuten kur­zen Erzählung zu fas­sen. Um den Umgang mit Untreue geht es in Was uns hält, um den Versuch, eine Beziehung trotz allem am Leben zu erhal­ten, auch um der Kinder wegen, um Kompromisse, um unvor­her­ge­se­he­ne Folgen, gera­de auch für die nächs­te Generation.“ M. Meyns

    Basierend auf dem Roman «Auf immer ver­bun­den» von Domenico Starnone zeigt Regisseur Daniele Luchetti (Mein Bruder ist ein Einzelkind), wie stark die Bindung der Familie im Guten wie im Schlechten ist – auch wenn die Liebe in neue Richtungen zieht.

    Eine leben­di­ge Ehegeschichte im Ferrante-Stil, das emo­tio­nal har­te, aber raf­fi­niert kon­stru­ier­te Porträt einer Beziehung, die in Zeitlupe zer­bricht. Es ist wie die ita­lie­ni­sche Version von Marriage Story, nur über 40 Jahre gestreckt. Alba Rohrwacher und Luigi Lo Cascio sind als Vanda und Aldo außer­ge­wöhn­lich stark.” (The Times)

    Credits:

    Lacci
    IT 2020, 100 Min., ital. OmU
    Regie: Daniele Luchetti
    Kamera: Ivan Casalgrandi
    Schnitt: Aël Dallier Vega · Daniele Luchetti
    mit Alba Rohrwacher, Luigi Lo Cascio, Laura Morante, Silvio Orlando, Giovanna Mezzogiorno

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  • Auf trockenen Gräsern

    Auf trockenen Gräsern

    Ein Film von Nuri Bilge Ceylan.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Durch die ver­schnei­te Landschaft stapft der Kunstlehrer Samet zu dem Dorf, in dem er nach Ende der Ferien wie­der unter­rich­ten muss. Es ist eine ein­sa­me Gegend irgend­wo in Anatolien, die unter der Winterdecke ruht. Was in den ers­ten Bildern noch Frieden aus­strahlt, wird im Lauf des Films zuneh­mend beklem­mend wir­ken, wie auch Samets Beziehungen zu den ande­ren Menschen an der Schule und im Dorf dop­pel­bö­dig und kom­pli­ziert wer­den. Und natür­lich weiß jeder, dass er vor­hat, sich nach Istanbul ver­set­zen zu las­sen, sobald die Pflichtzeit am Ende der Welt zu Beginn sei­ner Lehrtätigkeit erfüllt ist. Samet hält sich für einen guten und tole­ran­ten Pädagogen, aber als ihm unan­ge­mes­se­nes Verhalten gegen­über zwei Schülerinnen vor­ge­wor­fen wird und der Druck steigt, kommt lang­sam ein ande­rer Charakter zum Vorschein. Komplex, in sich ver­strickt und ein­ge­schlos­sen, ande­re nur unscharf wahr­neh­mend. Eine Person, deren Verfassung typisch ist für Ceylans männ­li­che Hauptfiguren und die in ihrer Unansehnlichkeit den Ausgangspunkt für ein dich­tes Netz von Berührungspunkten und Beziehungen zwi­schen allen Personen bil­det. Wie bereits in sei­nen vor­an­ge­gan­ge­nen Werken ent­wirft Nuri Bilge Ceylan auch in Auf tro­cke­nen Gräsern anhand von indi­vi­du­el­len Lebensgeschichten und ihren Verzahnungen ein Panorama der tür­ki­schen Gesellschaft in ihren unter­schied­li­chen Facetten. Daneben exis­tiert die archa­isch wir­ken­de Landschaft und spielt eine wei­te­re Hauptrolle.

    Auf tro­cke­nen Gräsern lief 2023 im Wettbewerb von Cannes und Merve Dizdar gewann den Preis als bes­te Darstellerin.

    In der Türkei ste­hen sich stän­dig Dualismen gegen­über, wie Gut gegen Böse und Individualismus gegen Kollektivismus. Mein Kunstlehrer glaubt, dass er dem Ende sei­nes Pflichtdienstes in einem abge­le­ge­nen Bezirk in Ostanatolien nahe ist. Er trös­tet sich seit Jahren mit der Hoffnung auf eine Versetzung nach Istanbul. Darin liegt ein span­nen­der Unterschied zwi­schen der Rolle des Gastgebers und des Gastes. Interessiert hat uns auch die men­ta­le Auswirkung von Gefühlen der Entfremdung, der Entfernung von städ­ti­schem Leben und einem Dasein am Rande. Mit wel­chen Problemen sehen sich die Bewohner die­ser länd­li­chen Region kon­fron­tiert – wie prägt sie die Dynamik der geo­gra­fi­schen, eth­ni­schen oder sozia­len Strukturen, in denen sie leben? Auch wenn die Möglichkeit Liebe zu fin­den gege­ben ist, wer­den ver­küm­mern­de Seelen unauf­hör­lich tie­fer in die Isolation getrie­ben durch Vorurteile, das Errichten von Mauern, ver­gan­ge­ne poli­ti­sche Traumata und den unstill­ba­ren Drang, jene, die einem nahe­ste­hen, für eige­ne Fehler büßen zu las­sen. In Regionen, wo Verzweiflung in jedem Gesicht, Erschöpfung in jedem Schritt und Bitterkeit in der Stimme spür­bar ist, wer­den die Spuren des „Schicksals“ beson­ders deut­lich.” Nuri Bilge Ceylan

    Credits:

    TK/FR 2023, 197 Min., türk. OmU
    Regie: Nuri Bilge Ceylan
    Kamera: Cevahİr Şahİn, Kürşat Üresİn
    Schnitt: Oğuz Atabaş, Nuri Bilge Ceylan
    Kamera: Cevahİr Şahİn, Nuri Bilge Ceylan
    mit: Deniz Celiloğlu, Merve Dizdar, Musab Ekici

    Trailer:
    Auf tro­cke­nen Gräsern, Trailer OmdU
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  • Ivo

    Ivo

    Ein Film von Eva Trobisch. 

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    Ivo arbei­tet als ambu­lan­te Palliativpflegerin. Täglich fährt sie zu Familien, Eheleuten und Alleinstehenden. In klei­ne Wohnungen und in gro­ße Häuser. In immer ver­schie­de­nes Leben und Sterben. In immer ver­schie­de­nen Umgang mit der Zeit, die bleibt. Zu Hause hat sich ihre puber­tie­ren­de Tochter längst selbst­stän­dig gemacht. Von früh bis spät ist Ivo in ihrem alten Skoda unter­wegs, den sie zu ihrem per­sön­li­chen Lebensraum gemacht hat. Hier nimmt sie ihre Mahlzeiten zu sich, arbei­tet, singt, flucht und träumt sie. Eine ihrer Patientinnen, Solveigh, ist zu einer engen Freundin gewor­den. Auch zu Solveighs Mann Franz hat Ivo eine Beziehung geknüpft. Tag für Tag arbei­ten sie bei der Pflege von Solveigh zusam­men. Und sie schla­fen mit­ein­an­der. Solveighs Kräfte schwin­den, bald ist sie bei den ein­fachs­ten Verrichtungen auf Unterstützung ange­wie­sen. Die letz­te Entscheidung will sie allei­ne tref­fen. Ivo soll ihr beim Sterben hel­fen.
    „Trobisch spinnt die fik­ti­ve, nah am Halbdokumentarischen erzähl­te Geschichte, in der Schauspieler:innen und ech­tes Fachpersonal auf orga­ni­sche Weise inter­agie­ren, mit eher locke­rem Faden. Vieles bleibt ange­deu­tet, nichts drängt nach dra­ma­tur­gi­scher Zuspitzung. Auch die Affäre mit Franz muss nicht ver­kom­pli­ziert wer­den. Sie wird viel­mehr als eine selbst­ver­ständ­li­che und für bei­de stär­ken­de Verbindung gezeigt, die in einem ganz bestimm­ten Zeitfenster exis­tiert, in dem das Sterben der Freundin und Ehefrau immer auch mit anwe­send ist.
    Ivo ist ein groß­zü­gi­ger und offe­ner Film. Er besteht nicht auf Antworten und Thesen, son­dern stellt viel­mehr unter­schied­li­che Beobachtungen, Fragen und Empfindungen, die mit dem Sterben zu tun haben, neben­ein­an­der: Pragmatismus und inne­rer Aufruhr, das Banale und das Erschütternde, Bewegung und Stillstand. Anders als Jessica Krummacher in Zum Tod mei­ner Mutter (2022) sucht Eva Trobisch nicht nach Abstraktion und Reduktion, son­dern nach Fülle und Gleichzeitigkeit. Gleichwohl ist ihr Realismus nicht auf das blo­ße Abbilden äuße­rer Handlungen beschränkt, son­dern impres­sio­nis­tisch auf­ge­bro­chen und von Ivos Empfindungen und Blicken durch­drun­gen. Die mit einem 16mm-Objektiv auf­ge­nom­me­nen Bilder sind licht­durch­flu­tet und hap­tisch; von den kör­per­li­chen Verfallsprozessen wir­ken sie gänz­lich unbe­rührt. Das Wissen um die Endlichkeit von Leben wirkt wie ein Wahrnehmungsverstärker.“ Esther Buss | Filmdienst

    Credits:

    DE 2024, 104 Min., deut­sche OmeU
    Regie: Eva Trobisch
    Kamera: Adrian Campean
    Schnitt: Laura Lauzemis
    mit Minna Wündrich, Pia Hierzegger, Lukas Turtur

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  • War and Justice

    War and Justice

    Ein Film von Marcus Vetter und Michele Gentile.

    [Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]

    So wie Luis Moreno-Ocampo, der ers­te Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs (International Criminal Court – ICC) immer wie­der betont, bege­hen in einem Krieg alle Seiten Kriegsverbrechen, und des­halb ist dies nach den Regisseuren „ein Film, der den Krieg im Moment in Frage stellt, und ob es nicht ande­re Möglichkeiten der Konfliktbewältigung gibt“.
    Der ICC bean­tragt indi­vi­du­el­le Haftbefehle bei schwers­ten Verstößen gegen Menschenrechte und huma­ni­tä­res Völkerrecht, wie gegen Putin und zuletzt gegen den israe­li­schen Ministerpräsidenten, den Verteidigungsminister und drei Anführer der Hamas.
    War and Justice erzählt die 25-jäh­ri­ge Geschichte die­ser Institution, die unab­hän­gig von der UNO agiert und deren Statuten 122 Länder unter­zeich­net haben. Doch kön­nen Kriegsverbrechen im Krieg über­haupt ver­hin­dert wer­den, oder hat Ben Ferencz, ehe­ma­li­ger Ankläger der Nürnberger Prozesse recht, wenn er sagt, dass das größ­te Verbrechen der Krieg selbst ist? Im Mittelpunkt des Films ste­hen Benjamin Ferencz, Luis Moreno-Ocampo und Karim Khan, der aktu­el­le Chefankläger des ICC. Marcus Vetter und Michele Gentile fol­gen Ocampo um die Welt, wäh­rend er gemein­sam mit Ferencz und Khan gegen Kriege im Kongo, in Libyen, Palästina und der Ukraine kämpft.
    „Es geht um Gerechtigkeit statt Krieg. Denn Krieg zieht Rache nach sich, Gerechtigkeit meist nicht. Die Idee dahin­ter ist, sich immer auf die Seite der Opfer zu schla­gen, egal wel­che Argumente dage­gen­spre­chen könn­ten.“
    Marcus Vetter / Michele Gentile

    Credits:

    DE 2023 96 Min., engl. OmU
    Regie +Schnitt: Marcus Vetter und Michele Gentile

    Kamera: Christian Haardt, Marcus Vetter, Michele Gentile

    Trailer:
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