Vor sieben Tagen haben Eyal und Vicky ihren 25-jährigen Sohn beerdigt. Das jüdische Trauerritual ist nun beendet, die Besuche und Beileidsbekundungen ebben ab und die Eltern versuchen auf ihre je eigene Weise, den frühen Tod ihres Kindes zu verarbeiten. Während Vicky verzweifelt versucht, schnellstmöglich wieder in die Normalität eines geregelten Lebens zurückzukehren, bleibt Eyal in diesem Ausnahmezustand hängen und verweigert jede Spur von normalem Leben und lässt seinen Marotten freien Lauf.
Shavua ve Yom, Israel 2016, 98 Min., hebr. OmU Regie & Buch: Asaph Polonsky Kamera: Moshe Mishali Schnitt: Tali Helter-Shenkar Darsteller: Uri Gavriel, Tomer Kapon, Shai Avivi, Jenya Dodina, Sharon Alexander, Carmit Mesilati Kaplan
https://youtu.be/dqHtmzxKvRE[:en]A film by Asaph Polonsky. In hebrew with german subtitles.
When Eyal completes the traditional Jewish week of mourning for his late son, his wife urges him to return to their daily routine. Instead, he gets high with a young neighbour and sets out to discover that there are still things in his life worth living for.
Shavua ve Yom, Israel 2016, 98 Min., hebr. OmU Regie & Buch: Asaph Polonsky Kamera: Moshe Mishali Schnitt: Tali Helter-Shenkar Darsteller: Uri Gavriel, Tomer Kapon, Shai Avivi, Jenya Dodina, Sharon Alexander, Carmit Mesilati Kaplan
„Denk ich an Deutschland in der Nacht, / Dann bin ich um den Schlaf gebracht“ lauten die ersten beiden Zeilen des Gedichts „Nachtgedanken“ von Heinrich Heine, verfasst im französischen Exil, in einer Zeit, die rückblickend als vorrevolutionäre Situation beschrieben wird, die Jahre vor den Revolutionen 1848⁄1849.
Um den Schlaf gebracht sind auch die ProtagonistInnen des neuen Films von Romuald Karmakar: vier DJs und eine DJane, die nachts auflegen. Der Film zeigt sie bei der Arbeit in den Clubs (wobei oftmals nicht das, was die Tanzenden hören, sondern nur die Kopfhörer der DJs zu hören sind) oder an den elektronischen Geräten im Studio. Dazwischen montiert sind Bilder von leeren Tanzflächen bei Tageslicht. Und immer wieder lässt der Film den Porträtierten viel Zeit für’s Nachdenken: über die eigene Biografie, über die Entwicklungen in der elektronischen Musik und auch darüber, welche Folgen der Anschlag im Bataclan für die Klubkultur hat.
„Was die Kraft dieser Musik ausmacht, wird so in Bildern und Tönen deutlich, wodurch Karmakar erst recht nicht in Versuchung gerät, etwas in Worte zu fassen, was kaum zu beschreiben ist. Die Gespräche mit den Musikern beginnen dann auch eher unbestimmt, als lose Unterhaltung, die Karmakar jedoch subtil auf konkretere Punkte bringt: Der Club als Ort der kurzfristigen Weltflucht etwa, aber auch die Frage, wie in einem Land, in einer Welt, in der man sich aus vielfältigen Gründen um den Schlaf gebracht sehen könnte, die Musik eine der wenigen Konstanten ist, eine friedliche Massenbewegung, bei der Körper und Seelen im Rhythmus der Beats verschmelzen.“ (Michael Meyns, programmkino.de)
Deutschland 2017, 100 Min. Regie: Romuald Karmakar Kamera: Frank Griebe Schnitt: Robert Thomann, Anne Fabini mit: Ricardo Villalobos, Sonja Moonear, Ata, Roman Flügel, David Moufang/Move D
[:en]A film by Romuald Karmakar.
In german and french with german subtitles. Some screening with english subtitles.
For DJ Roman Flügel his work is everything and something that he would never compromise. Romuald Karmakar’s new documentary takes a look at five pioneers of electronic music for whom work is their raison d’etre. The film commences with a still life of electronic equipment in which we find ourselves looking for several minutes at a wide shot of cables, consoles, amplifiers, keyboards and ‘controllers’ as Ricardo Villalobos – who was the subject of Karmakar’s 2009 film – will later call the flashing switchboards in the background. In between eloquent thoughts from the musicians in interviews, quiet observations of them at work at their DJ home, and images of sweating masses at raves, a selective image gradually and very quietly emerges of a music scene in transition. Ata describes the current music scene as a vast, densely woven carpet, the end of which is out of sight. It is a scene which, since the 1990s has differentiated and evolved into something far more complex and hard to grasp. Karmakar does not attempt to provide a seamless historical survey, rather he allows his images and his protagonists to speak for themselves.
Deutschland 2017, 100 Min. Regie: Romuald Karmakar Kamera: Frank Griebe Schnitt: Robert Thomann, Anne Fabini mit: Ricardo Villalobos, Sonja Moonear, Ata, Roman Flügel, David Moufang/Move D
Eigentlich lässt sich kaum eine Inhaltsangabe eines Films von Angela Schanelec machen, insbesondere von ihrem neuen Film. Scheinbar zu fragmatisch, lückenhaft sind sie: Mit Abbrüchen, Auslassungen und Sprüngen in der Erzählung, mit minimalen Zeichnungen der Figuren. Wer dieser speziellen elliptischen Struktur nicht aufgeschlossen gegenübersteht, hat nichts davon. Alle anderen jedoch können sich nur schwer entziehen.
Trotzdem hier eine Beschreibung aus dem Presseheft:
„Griechenland 1984. Kenneth, ein englischer Musiker, und Theres, eine junge Deutsche, singen auf der Straße, um sich ihren Urlaub zu finanzieren. Sie lieben sich. Als Kenneth die Nachricht erhält, dass seine Mutter verunglückt ist, reist er überstürzt nach Hause und lässt Theres zurück. Ihm wird bewusst, wie sehr er sie braucht, aber sein Versuch, sie erneut zu gewinnen, scheitert.
30 Jahre später, in Berlin. Ariane, eine 40jährige Fernsehschauspielerin, löst sich von ihrem Mann, einem erfolgreichen Anthropologen. Er zieht in ein Appartement am Hauptbahnhof. Von seinem Fenster sieht er einen Obdachlosen. Es ist Kenneth, der nicht weiß, dass auch Theres inzwischen in Berlin lebt.“
Und ein paar Pressestimmen:
»Der traumhafte Weg ist mehr als nur der Titel dieses Films. Er ist sein Programm.« SRFKULTUR
»Entscheidend ist das Abwesende und Ungesagte, zwischenmenschlich wie filmisch. Mit ihrem klaren Blick und dem Sträuben gegen die Konventionen des Erzählkinos gelingen der Regisseurin gerade in der Unerklärtheit komplexe, bestechende Momente.« BERLINERZEITUNG
„ Der traumhafte Weg“ lässt deutlicher denn je in ihrem Werk erkennen, dass es die lose Verknüpfung von Momenten ist, die erst die Zwischenräume schafft, in denen unsere Imagination lebendig werden kann.“ CARGO
D 2016, 87 Min. Buch und Regie: Angela Schanelec Bildgestaltung: Reinhold Vorschneider Schnitt: Angela Schanelec, Maja Tennstedt Mit Miriam Jakob Theres, Thorbjörn Björnsson, Maren Eggert, Phil Hayes, Anaya Zapp.
Greece, 1984. Kenneth, an Englishman, and Theres, a German girl, sing in the street to finance their holidays. They are in love, but when Kenneth learns that his mother had an accident, he hastily returns home, leaving Theres behind. Later, starting to realize how much he needs her, he fails in his attempt to win her back.
30 years later in Berlin. Ariane, a 40-year-old TV actress, leaves her husband, a successful anthropologist, after a marital crisis. After moving into an apartment near the main stationn, the husband start seing a homeless man outside his window. It is Kenneth, who does not know that Theres now also lives in Berlin.
D 2016, 87 Min. Buch und Regie: Angela Schanelec Bildgestaltung: Reinhold Vorschneider Schnitt: Angela Schanelec, Maja Tennstedt Mit Miriam Jakob Theres, Thorbjörn Björnsson, Maren Eggert, Phil Hayes, Anaya Zapp.
[:de]Ein Film von Monja Art. (Nicht mit MITSIEBZEHN verwechseln)
Paula ist sehr gut in der Schule und verliebt in eine Mitschülerin. Gleichzeitig wird sie von einem anderen Mädchen in ihrer Klasse ständig genervt. Ihre Person zeichnet aus, dass sie meist sehr gelassen mit den post-pubertären Ausschweifungen der anderen umgeht. Sie scheint ein wenig darüber zu stehen. Fortwährende Intrigen, Aufregungen und Gemeinheiten scheinen ihr eine Zeit lang nichts anhaben zu können, bis sie doch immer mehr in die rücksichtslosen Machenschaften hineingezogen wird. Egoistisches, hartes Teenagerleben sind mit ihren milden, romantischen Ambitionen unvereinbar.
Der Film verzichtet sehr angenehm auf einseitige Zuweisungen und deutet manchmal die Möglichkeit an, die Erzählung in eine andere Richtung laufen zu lassen und so dem Zuschauer punktuell andere Optionen eröffnet. Dabei umschifft er auch glüchlicherweise die üblichen stereotypen und klischeehaften Beschreibungen von Personen und deren Umgebung.
Wer sich dabei an den Film „Raus aus Amal“ erinnert fühlt, liegt überhaut nicht so daneben.
Für ihren ersten langen Spielfilm Siebzehn, bei dem sie für Regie und Drehbuch verantwortlich zeichnete, wurde Monja Art 2017 mit dem Filmfestival Max Ophüls Preis ausgezeichnet.
Begründung der Jury:
„Sensibel und entschlossen inszeniert erzählt dieser wunderbare Film von der ersten oder auch der zweiten Liebe, tiefen Sehnsüchten, der inneren Unsicherheit und der Suche nach der eigenen Identität. Es ist überaus erstaunlich, dass man diese wiederkehrenden Geschichten vom Erwachsenwerden so erfrischend und emotional mitreißend neu erfinden kann.“
Hauptdarstellerin Elisabeth Wabitsch erhielt den Max Ophüls Preis als beste Nachwuchsschauspielerin.
Ö 2017, 104 Min. Regie, Buch: Monja Art Kamera: Caroline Bobek Schnitt: Monja Art, Claudia Linzer Darsteller: Elisabeth Wabitsch, Anaelle Dézsy, Alexandra Schmidt, Alexander Wychodil, Christopher Schärf u. a.
https://1f5ad49-trailerloop-production.s3.amazonaws.com/uploads/asset_preview/video/file/32925/mp4_XO_4ZgbSrws8uw.mp4[:en]A Monja Art Film.
Somewhere in Lower Austria; the school term is drawing to a close and the summer holidays are not far off. Boarding school pupil Paula, seventeen, is secretly in love with her girlfriend Charlotte. But Charlotte’s going out with Michael. Lovelorn, Paula decides to try and take her mind of things by getting involved with schoolmate Tim, whose feelings for her are at least genuine. Paula has no idea how often Charlotte thinks of her. And then there’s Lilli, who is just dying for someone to fancy her and tries to play the wild seductress. Paula must decide if she wants to follow her own feelings or yield to other people’s.
Lanzenkirchen, mon amour: in her debut as a director Monja Art portrays teenage life and love in the sticks as a roller coaster ride of the emotions in a collection of amorous mini-dramas. Caught between dull days at school and dissolute nights at the village disco, Paula and her friends are like any normal teenagers: wonderfully know-it-all time bombs ticking away on the brink of adulthood, by which time they may just about have their heads on straight. But for now their greatest fear is having to stick around in this dump of a backwater. Outside, the strains of a brass band can be heard, a combine harvester does its rounds and, if you’re lucky, a bus might come.
Ö 2017, 104 Min. Regie, Buch: Monja Art Kamera: Caroline Bobek Schnitt: Monja Art, Claudia Linzer Darsteller: Elisabeth Wabitsch, Anaelle Dézsy, Alexandra Schmidt, Alexander Wychodil, Christopher Schärf u. a.
[:de]NORDLICHTER, das mobile skandinavische Filmfestival hat (in Zusammenarbeit mit den Nordischen Filmtagen Lübeck) in seiner 3. Ausgabe wieder eine abwechslungsreiche Mischung von neuen Filmen aus Island, Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen zusammengestellt (alle Filme laufen natürlich in der Originalfassung mit deutschen Untertiteln). So gibt es ein finnisches Roadmovie von der im Land überaus populären Schauspielerin Tiina Lymi, das Spielfilmdebut des preisgekrönten Drehbuchautors Rasmus Heisterberg (Königin und der Leibarzt / Stig Larsons Schändung, Verblendung), einen neuen Film von Arild Fröhlich, das Spielfilmdebut der isländischen Kino- und Filmlegende Ásgrímur Sverrisson und der sehr ungewöhnlichen und verspielten Kleinstadt-Familiengeschichte des Schweden Johan Löfstedt:
ÄKKILÄHTÖ / OFFTHEMAP
Finnland 2016 98 Min. finnische OmU
Katri, eine junge Immobilienmaklerin flieht mit einer ihr unbekannten Göre namens Anna und einer Tasche voller unrechtmäßig erworbenem Geldes in die finnische Pampa, zur wehrhaften Großmutter des Mädchens. Ihnen auf der Spur sind ihr (Ex-)Freund und Annas Stiefvater. Spannend, komisch und ein wenig romantisch ist das Spielfilmdebut der bekannten Schauspielerin Tiina Lymi.
mit Lotta Kaihua (Katri), Jussi Vatanen (Johannes), Antti Holma (Mikko), Eedit Patrakka (Anna), Ville Tiihonnen (Tero), Maja Packalen (Großmutter) u.a.
I BLODET | INTHEBLOOD
Dänemark 2016 104 Min. dänische OmU
Simon (23) studiert zusammen mit seinem besten Kumpel Knud Medizin in Kopenhagen. Zwischen Uni und Klausuren feiern sie mit ihrer 4er-Männer-WG rauschende Parties. Das tolle Gemeinschaftsgefühl der WG droht jedoch nach und nach an der Zukunftsplanung der anderen zu zerbrechen. Simon mag jedoch noch nicht an ein Leben in geordneten Bahnen denken. Gefühlt allein gelassen flüchtet er sich in exzessive Alkohol- und Drogennächte. Dabei lernt er Emilie kennen, die auch nicht auf eine Beziehung aus ist. Es ist der Beginn eines turbulenten Sommers voller Auf- und Umbrüche, in dem das Gefühl grenzenloser Freiheit, Verlust und Unsicherheit nah beieinander liegen… Visuell bemerkens-werter Debütfilm von Rasmus Heisterberg mit tollem Soundtrack (Daft Punk uvm.), der seine Premiere beim Filmfest in in Toronto hatte.
mit Esben Dalgaard Andersen (Rune), Julie Andresen (Cecilie), Aske Bang (Søren), Louise Katrine Bartholin (Festdeltager), Kristoffer Bech (Simon), Gerard Bidstrup (Kirurg), u.a.
REYKJAVÍK
Island 2016 92 Min. isländische OmU
Kaum noch jemand besucht Hringur (Atli Rafn Sigurðsson) in seiner Videothek „Die Amerikanische Nacht“, um, wie einst bei den Buchhandlungen, mit äußerst vagen Angaben und wenigen Sätzen über Inhalte, zu einem Titel und damit einer DVD zu gelangen. Nur noch die wenigen früher Cineasten, heute Film-Nerds Genannten kommen noch, aber von den paar kann der Film-Enthusiast nicht leben. Hringur ist schlicht pleite. Gerade wollte er sich gemeinsam mit Gattin Elsa, einer Stewardess der Fluggesellschaft Icelandair, noch ein schönes großes Haus kaufen, da soll ihnen auch schon die Wohnung weggepfändet werden. Da hat Elsa, einst von seiner Natürlichkeit bezaubert, genug. Sie will ein modernes und vor allem „normales“ Leben. Hringur muss ausziehen, das Sorgerecht für die Tochter wird aufgeteilt. Er nimmt es gelassen und zieht auf sein Ladensofa. Aber das Leben geht weiter und hält noch einige unvorhersehbare Wendungen für alle Beteiligten bereit.
Der Regisseur Ásgrímur Sverrisson hat auf der Insel eine Art isländisches Cahier du Cinéma aufgebaut, das Filmmagazin Land & synir, hat den isländischen Film- und Fernsehpreis Edda-Awards gegründet sowie das erste Kunst-Kino Reykjavíks eröffnet. Er unterrichtet an der dortigen Filmhochschule, moderiert im Fernsehen, schreibt Drehbücher und hat mehrfach Regie geführt bei Kurzfilmen. REYKIAVÍK ist auch ein lakonischer Abgesang aufs Cineastentum, und hat wahrscheinlich viel mit seinem Schöpfer zu tun.
GRANDHOTEL
Norwegen 2016 95 Min. norwegische OmU
Im GRANDHOTEL treffen sich der eitle und hochnäsige Schriftsteller Axel und der 10jährige Noah – der eine hat ein Alkoholproblem, der andere ein lästiges Tourette-Syndrom. Es eint sie die Tatsache, dass „die Anderen“ da draußen sie scheinbar nicht mögen und um so interessanter ist der Prozess der Annäherung dieses sehr ungleichen Paares.
Die dritte Regiearbeit von Arild Fröhlich, die nach den beiden DOKTORPROKTOR Kinderfilmen in Deutschland ins Kino kommt, ist ein wunderschöner und teilweise anrührender Film über zwei gesellschaftliche Außenseiter, die gemeinsam den Versuch unternehmen (müssen), sich zu helfen.
mit Atle Antonsen (Axel Farstad), Vera Vitali (Hannah), Håkon Bøhmer (Noah), u.a.
SMÅSTAD / SMALLTOWNCURTAINS
Schweden 2016 91 Min. schwedische OmU
Eine Beerdigung in der Kleinstadt: Björn, der Sohn des Verstorbenen, soll eine Rede auf seinen Vater halten, bringt aber kein Wort heraus. Seit seiner Kindheit ist der Bruder von vier Schwestern ein schüchterner und zurückhaltender Mensch. Die letzte Botschaft seines Vaters aber gibt den Anstoß, das eigene Leben noch einmal zu ändern und Björn beginnt, sich für das Theater zu begeistern. Auch seine Schwestern erhalten Videonachrichten und denken noch einmal neu über ihre Arbeit und das Verhältnis zu ihren Liebsten nach.
Eingeschnitten in den verspielten Plot sind alte Familien-Homevideos, die dem Ganzen eine unheimliche Authentizität verleihen. Ist es wohl Zufall, dass fast alle Darsteller auch Verwandte des Regisseurs Johan Löfstedt sind?
mit Björn Löfstedt, Pelle Löfstedt, Anna Löfstedt, Bengt Sturzenbecker, Anders Carlsén, Maja Löfstedt, Ludvig Carlsén u.a.
Ein weiteres Kleinod, das die Möglichkeiten des französischen Kinos spiegelt. Ein romantisches Kammerspiel, in dem sich Éléonore, die nach dem Tod ihres Vaters das Ferienhaus in der Bretagne verkauft und Samuel, der dabei hilft und mit dem sie zusammen war, an ihre gemeinsame Zeit und Liebe erinnern. An die Sommer, die sie hier am Meer verbrachten, an die Zukunft, die inzwischen Vergangenheit ist. Beide spielen darum, wie weit sie gehen können, ohne sich weh zu tun. Und ob aus Spiel Ernst werden kann. Zwischendurch trampeln potentielle Käufer durchs Haus und erschüttern die Schlösser aus Sand, bevor die Wellen das ihre tun. Wunderbar besetzt mit Emma de Caunes und Yannick Renier. Aber egal, schaut sich ja sowieso keiner an.
Originaltitel: Les Châteaux de sable Frankreich 2015, 102 Minuten, frz. OmU Regie: Olivier Jahan Drehbuch: Diastème, Olivier Jahan Bildgestaltung: Fabien Benzaquen Montage: Jean-Baptiste Beaudoin Darsteller: Emma de Caunes, Yannick Renier, Jeanne Rosa, Alain Chamfort, Christine Brücher
Éléonore is a photographer in her thirties who has just lost her father. She decides to set out for the house which her father had bequeathed her, with Samuel, her former boyfriend.
Originaltitel: Les Châteaux de sable Frankreich 2015, 102 Minuten, frz. OmU Regie: Olivier Jahan Drehbuch: Diastème, Olivier Jahan Bildgestaltung: Fabien Benzaquen Montage: Jean-Baptiste Beaudoin Darsteller: Emma de Caunes, Yannick Renier, Jeanne Rosa, Alain Chamfort, Christine Brücher
[:de]Eine Reihe neu digitalisierter japanischer 8‑mm-Filme aus den Jahren 1977 bis 1990.
Ab 13.4. im fsk. (Karfreitag ist „Hachimiri-Madness-Tag“)
Unter dem Titel „Hachimiri Madness – Japanese Indies from the Punk Years“ zeigte das Forum 2016 eine Reihe neu digitalisierter japanischer 8‑mm-Filme aus den Jahren 1977 bis 1990, die den rebellischen Geist jener Zeit atmen. Viele der heute profilierten Regisseure Nippons debütierten mit langen Spielfilmen in diesem Format – die wenigsten davon sind je international gezeigt worden. Wir freuen uns, zehn der elf Filme nun als DCPs mit englischen Untertiteln im fsk zu zeigen.
Hachimiri Madness
The Rain Women
Tokyo Cabbageman K
Isolation of 1⁄880000
Saint Terrorism
I Am Sion Sono!!
Die Auswahl reicht von Klassikern wie Sion SonosI AMSIONSONO!!, in dem sich der damals 22-Jährige dem Publikum nonchalant und selbstbewusst als Punk-Poet vorstellt, und seinem A Man’s Flower Road, der von den Fesseln des Familienlebens, von Fluchtimpulsen, Rast- und Ratlosigkeit, von der Angst erwachsen zu werden, bis zu den kaum bekannten Frühwerken solcher Regisseure wie Sogo Ishii (heute Gakuryu Ishii), Masashi Yamamoto, Nobuhiro Suwa und Shinobu Yaguchi. In Yamamotos anarchischem Spielfilmdebüt SAINTTERRORISM schießt ein Mädchen im rosa-gelben Outfit aus ihrer weißen Handtasche scheinbar wahllos auf Unschuldige, und uniformierte Sektenanhänger transportieren die Leichen ab. Yaguchi lässt in dem wunderbar melancholischen THERAINWOMEN zwei junge Frauen mit dem Fahrrad durch den Convenience store brausen, unter Verschleiß zahlreicher Regenschirme durch feuchte Landschaften stolpern und als J‑Pop-Duo „Singing in the Rain“ trällern. Und in Suwas Gangster-Ballade HANASASERUGANG gewinnt man den Eindruck, Pierrot le fou habe sich ins Japan der frühen Achtziger verirrt. In Happiness Avenuezelebriert Katsuyuki Hirano eine auf einem Manga von Katsuhiro Otomo basierende provokante Performance, die die moralische Enge des Kleinstadtmilieus zu sprengen trachtet. High-School-Terror beweist Macoto Tezkas Talent als effektiver und präziser Horrorfilm-Regisseur. In Sogo Ishiis stilprägendem mittellangen Spielfilm Isolation of 1⁄880000 eskaliert das Klagelied eines Unterdrückten in einem gewaltsamen Ausbruch. In Akira Ogatas Kultfilm Tokyo Cabbageman K stellt ein junger Mann eines Morgens fest, dass statt seines Kopfes ein riesiger Chinakohl auf seinen Schultern thront. Mit 18 Jahren drehte Macoto Tezka UNK, sein 15-minütigen Remake von Spielbergs Close Encounters. Die charmanten Filmtricks sind heute noch so wirkungsvoll wie das handgekratzte und bemalte Filmmaterial der Schlusssequenz.
Die Reihe wurde gemeinsam kuratiert von Keiko Araki (PIA Tokio), Jacob Wong (Hong Kong Film Festival) und Christoph Terhechte (Berlinale Forum).
Termine:
14.04.17 (Karfreitag)
16.00 Saint Terrorism – Masashi Yamamoto, 1980, 127 min
18.30 Isolation of 1⁄880000 – Sogo Ishii, 1977, 43 min
High-School-Terror – Macoto Tezka, 1979, 6 min
UNK – Macoto Tezka, 1979, 15 min
20.00 Hanasareru Gang – Nobuhiro Suwa, 1984, 85 min
21.45 A Man’s Flower Road – Sion Sono, 1986, 110 min
15.04.17 Karsamstag
16.00 Happiness Avenue – Katsuyuki Hirano, 1986, 93 min
16.04.17 (Ostersonntag)
16.00 I Am Sion Sono!! – Sion Sono, 1984, 37 min
Tokyo Cabbageman K – Akira Ogata, 1980, 59 min
17.04.17 (Ostermontag)
16.15 The Rain Women – Shinobu Yaguchi, 1990, 72 min
Beginn jeweils 18.00 Uhr:
20.4. Isolation of 1⁄880000 – Sogo Ishii, 1977, 43 min
High-School-Terror – Macoto Tezka, 1979, 6 min
UNK – Macoto Tezka, 1979, 15 min
21.4 Hanasareru Gang – Nobuhiro Suwa, 1984, 85 min
22.4. I Am Sion Sono!! – Sion Sono, 1984, 37 min
Tokyo Cabbageman K – Akira Ogata, 1980, 59 min
23.4. Happiness Avenue – Katsuyuki Hirano, 1986, 93 min
24.4. The Rain Women – Shinobu Yaguchi, 1990, 72 min
25.4. A Man’s Flower Road – Sion Sono, 1986, 110 min
26.4. Saint Terrorism – Masashi Yamamoto, 1980, 127 min
[:en]
Starts 13th April.
Under the title „Hachimiri Madness – Japanese Indies from the Punk Years“, the fsk cinema is showing a series of newly digitised and subtitled Japanese 8‑mm films from 1977 to 1990 which breathe the rebellious spirit of that era. Many of the highest profile directors Japan has to offer today made their debut features in this format – very few of them have ever been shown internationally. The series was jointly curated by Keiko Araki (PIA Tokyo), Jacob Wong (Hong Kong Film Festival) and Christoph Terhechte (Berlinale Forum).
I Am Sion Sono!! by Sion Sono, Japan 1984
The series includes Sion Sono’s I am Sion Sono!!, in which the then 22-year-old introduced himself to audiences as a punk poet in nonchalant, self-confident style, and Shinya Tsukamoto’s The Adventure of Denchu-Kozo, a hugely creative, wild cyberpunk drama, whilst also taking in the largely unknown early works of directors such as Sogo Ishii (today Gakuryu Ishii), Masashi Yamamoto, Nobuhiro Suwa and Shinobu Yaguchi.
In Yamamoto’s anarchic feature debut Saint Terrorism, a girl in a pink and yellow outfit shoots innocent people at seeming random with a gun concealed in her white handbag, with the bodies being carried off by the uniform-wearing members of a cult. Yaguchi’s wonderfully melancholy The Rain Women has two women ride their bikes through a convenience store, wear out countless umbrellas whilst wandering through the soggy landscape and warble “Singing in the Rain” dressed as a J‑Pop duo. And in Suwa’s gangster ballad Hanasaseru Gang, it’s hard to escape the impression that Pierrot le fou has wandered into the Japan of the early 80s.
Dates:
14.04.17 (Good Friday)
16.00 Saint Terrorism – Masashi Yamamoto, 1980, 127 min
18.30 Isolation of 1⁄880000 – Sogo Ishii, 1977, 43 min
High-School-Terror – Macoto Tezka, 1979, 6 min
UNK – Macoto Tezka, 1979, 15 min
20.00 Hanasareru Gang – Nobuhiro Suwa, 1984, 85 min
21.45 A Man’s Flower Road – Sion Sono, 1986, 110 min
15.04.17 Saturday
16.00 Happiness Avenue – Katsuyuki Hirano, 1986, 93 min
16.04.17 (Easter Sunday)
16.00 I Am Sion Sono!! – Sion Sono, 1984, 37 min
Tokyo Cabbageman K – Akira Ogata, 1980, 59 min
17.04.17 (Easter Monday)
16.15 The Rain Women – Shinobu Yaguchi, 1990, 72 min
All the dates below beginn at 18.00:
20.4. Isolation of 1⁄880000 – Sogo Ishii, 1977, 43 min
High-School-Terror – Macoto Tezka, 1979, 6 min
UNK – Macoto Tezka, 1979, 15 min
21.4 Hanasareru Gang – Nobuhiro Suwa, 1984, 85 min
22.4. I Am Sion Sono!! – Sion Sono, 1984, 37 min
Tokyo Cabbageman K – Akira Ogata, 1980, 59 min
23.4. Happiness Avenue – Katsuyuki Hirano, 1986, 93 min
24.4. The Rain Women – Shinobu Yaguchi, 1990, 72 min
25.4. A Man’s Flower Road – Sion Sono, 1986, 110 min
26.4. Saint Terrorism – Masashi Yamamoto, 1980, 127 min
[:de]Vom 31. März bis 7. April präsentiert das 8. Arabische Filmfestival Berlin künstlerisch anspruchsvolles Kino aus der arabischen Welt mit aktuellen Spiel- und Dokumentarfilmen, die neue Perspektiven auf gesellschaftliche Herausforderungen aufzeigen, aber auch Fragen nach Identität und Selbstverwirklichung stellen. (Presseankündigung)
Weitere Informationen gibt es auf www.alfilm.de, sowie im ausliegenden Programmheft.
Im fsk sind folgende Vorstellungen geplant: ✪ = Mit Gast
Was wäre die moderne Fotografie ohne das Werk von Robert Frank? Sein Stil veränderte in den 1950er Jahren die Spielregeln der Fotokunst, sein Buch „The Americans“ gilt heute als „das vielleicht einflussreichste Fotografiebuch des 20. Jahrhunderts“ (The Guardian 2014).
Robert Frank wurde in Zürich geboren als Kind einer Schweizerin und eines deutsch-jüdischen Vaters. 1947 emigrierte er in die USA und veröffentlichte bald seine ersten Fotobände. Als „The Americans“ 1959 erschien, schrieb Jack Kerouac das Vorwort. Doch wenige Kritiker erkannten zunächst die bahnbrechende Kunst Franks. Robert Frank wandte sich phasenweise von der Fotografie ab und drehte Filme wie „Pull My Daisy“ mit den Beat Poets Allen Ginsberg und Gregory Corso. Mit den Rolling Stones kooperierte er für den Tourfilm „Cocksucker Blues“ und das Cover-Artwork des Albums „Exile On Main St.“. Walker Evans und Patti Smith, William S. Burroughs und Edward Lachman – zahlreiche Kunstschaffende, die die zweite Hälfte des 20. Jahrhundert prägten, suchten die Zusammenarbeit mit dem stilbildenden Künstler.
Die Filmemacherin Laura Israel suchte den heute 92-jährigen Robert Frank auf und sprach mit ihm über seine Kunst und die Stationen seines Lebens. DON‘T BLINK – ROBERTFRANK zeigt einen anfangs verkannten Giganten der Fotokunst, der sich trotz persönlicher Schicksalsschläge bis ins hohe Alter seinen Sinn für Humor und einen unkonventionellen Blick auf die Welt bewahrt hat.
USA/Frankreich 2015, 82 Min., engl. OmU Regie: Laura Israel Kamera: Lisa Rinzler, Ed Lachman Schnitt: Alex Bingham
[:en]A Laura Israel film. In english with german subtitles.
Robert Frank is reluctant to allow himself to be wired up to a microphone; one of the world’s most renowned photographers does not want to pose in front of another person’s lens – and simply leaves the frame. This scene from an early interview already reveals much about his personality and his understanding of art. Bent over his early photographs, which capture daily life on the margins of American society, he explains his approach. ‘It’s best’ he says, ‘if people don’t notice that you are photographing them.’ His portraits are snapshots that capture the moment – in the truest sense of the term – whether they depict the lives of London bankers, Welsh miners or rock stars like the Stones. Robert Frank opens up in front of the camera of his long-standing collaborator and editor Laura Israel and looks back, self-confidently but also self-deprecatingly, at his life and work. The film shows us an artist in action; the witness of an era who remembers the years with Jack Kerouac and Allen Ginsberg – with whom he made films in the cadences of the Beat generation. Robert Frank: always a maverick and anarchist – in any situation that life throws at him. (Berlinaletext)
USA/Frankreich 2015, 82 Min., engl. OmU Regie: Laura Israel Kamera: Lisa Rinzler, Ed Lachman Schnitt: Alex Bingham
Innovativ, geradezu abenteuerlich wirkt das Geschäftsmodell, bei dem mit Hilfe von Gülle (gibt es dort in Fülle), afrikanischen Welsen und letztendlich Bananenbäumen der Erhalt eines Dorfes gesichert werden soll.
Oberndorf an der Oste in der norddeutschen Marsch hat, wie zwei Dritel aller ländlichen Gemeinden, mit Landflucht und Höfesterben zu kämpfen. Als die Samtgemeinde auch noch die ortseigene Schule schließen will, reicht es den Bewohnern – neue Wege müssen gefunden werden, um das Dorf zu retten, und dazu braucht es diesmal auch Hilfe von außen.
Regisseurin Antje Hubert wird zu einer der wöchentlichen Kinovorstellungen (einer ihrer Filme wird gezeigt) eingeladen und erfährt sie von den Schwierigkeiten. 3 Jahre lang begleit sie daraufhin die Anstrengungen, die Diskussionen und das Engagement vieler alt-Eingesessener wie neu-Zugenzogener mit der Kamera – ein Ökonomie-Crash-Kurs im Kleinen und berührendes Dorfportrait gleichermaßen.
Zur Premiere am 23.3. werden die Regisseurin und Vertreter der neuen Kampagne »Dörfer im Aufbruch«, iniiert von den Berliner Projektentwicklern, anwesend sein.
D 2016 92 Min.
B., R.: Antje Hubert
K.: Andreas Stonawski
S.:Magdolna Roko
mit den Bürgerinnen und Bürgern von Oberndorf und Projektentwicklern aus Berlin
https://youtu.be/MwX_RvRBmyQ[:en]A film by Antje Hubert.
The residents of Oberndorf could no longer stand passively by as their village went further and further into decline. The first action was a café run by volunteers. But when the school closes down, the locals and people who had moved there later realised they were facing a much greater challenge. The town needed to make money to keep young families from moving away. With the help of a project developer, they come up with a bold plan and set up a public limited company. They business model is based on liquid manure, which is available in vast quantities. The idea is to build a biogas plant. With the energy, they would raise African catfish – a tasty fish – and build greenhouses to grow exotic fruits like bananas, all in a closed, waste-free system. The idea takes off. But there’s a long way to go before the first fish are ready for market.
D 2016 92 Min. German Version
B., R.: Antje Hubert
K.: Andreas Stonawski
S.:Magdolna Roko
mit den Bürgerinnen und Bürgern von Oberndorf und Projektentwicklern aus Berlin
https://youtu.be/MwX_RvRBmyQ[:]
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