Cemetery of Splendour

Cemetery of Splendour

Ein Film von Apichat­pong Weerasetha­kul. Ab 14. Janu­ar im fsk Kino

In einem zur Kli­nik umge­wan­del­ten Schul­ge­bäu­de wer­den schlaf­kran­ke Sol­da­ten behan­delt. Wäh­rend die Ärz­te mit Hil­fe neu­es­ter Tech­nik das Leid der Sol­da­ten zu lin­dern ver­su­chen, inter­es­sie­ren sich die bei­den Pfle­ge­rin­nen Jen und Keng für eine ganz ande­re Sicht­wei­se auf die Krank­heit, deren Ursa­chen und mög­li­cher Hei­lung. Keng kann die Gedan­ken und Erin­ner­ung­en der schla­fen­den Sol­da­ten lesen und teilt sie den Ange­hö­ri­gen mit. Jen ver­sucht die Skiz­zen im Notiz­buch eines Sol­da­ten zu deu­ten, zu dem sie sich hin­ge­zo­gen fühlt. Mög­li­ch wäre auch ein Zusam­men­hang zwi­schen der Geschich­te des Ortes und dem aktu­el­len Lei­den der Sol­da­ten – wenn man Sin­nes­er­fah­rung, Gedan­ken und Träu­me als gleich­wer­ti­ge Wei­sen der Erkennt­nis ansieht.

(…)„Dies ist mein per­sön­lichs­ter Film“, sagt Apichat­pong Weerasetha­kul, der selbst an die Wie­der­kehr der Toten glaubt. „Ich spü­re ihre Anwe­sen­heit tat­säch­li­ch“, bekennt er im Gespräch, „aber nur zu Hau­se, nicht wenn ich in Frank­reich bin“. Man muss ihm kei­nes­wegs in eso­te­ri­sche Gefil­de fol­gen, um dem Zau­ber die­ses behut­sa­men Film­ge­dichts zu erlie­gen. Als Kind eines Arz­tes ver­brach­te er einen Groß­teil sei­ner Jugend in einem Kran­ken­haus, was die hei­me­li­ge Atmo­sphä­re die­ses Hos­pi­tals der Geis­ter erklä­ren mag.

Höhe­punk­te sind eine rät­sel­haf­te Mon­ta­ge­sze­ne, in der er den heil­sa­men Far­ben bis in ein Mul­ti­plex­ki­no folgt, wo man einen bil­li­gen Fantasy-Blockbuster mit ganz ande­ren Geis­tern spielt. Oder eine Exkur­si­on in den Wald, der das Kran­ken­haus umgibt und in dem die Frau­en einen unsicht­ba­ren Palast ent­de­cken…“ Dani­el Kothen­schul­te, FR

Thai­land, Groß­bri­tan­ni­en, Frank­reich, Deutsch­land, Malay­sia 2015,
122 Min.,  thai­länd. OmU 
Regie: Apichat­pong Weerasetha­kul
Kame­ra: Die­go Gar­cia
Schnitt: Lee Cha­ta­me­ti­koo
Mit: Jen­ji­ra Pong­pas Wid­ner, Ban­lop Lom­noi, Jarin­pat­tra Rue­ang­ram u.a.