Baden Baden

Baden Baden

Ein Film von Rachel Lang. Ab 29.12. im fsk.

Ana lenkt den Sport­wa­gen sou­ve­r­än. Auf dem Rück­sitz ein Star, den sie ver­spä­tet zum Film­set bringt, wofür sie vom Auf­nah­me­lei­ter ange­schrien wird. Impul­siv ver­lässt Ana ihren Job und haut mit dem Miet­wa­gen ein­fach ab – in ihre Welt. Sie fährt zu ihrer Groß­mut­ter, nach Straß­burg. Die Euro-Grenzstadt ist Anas Hei­mat und eigent­li­ch ist 2015 auch ihr Som­mer. Sie trägt die Uni­form ihrer Gene­ra­ti­on – kur­ze Jeans, knap­pe Tops, Snea­ker. Die weni­ger sicht­ba­ren Insi­gni­en ihrer Iden­ti­tät fügen sich im Ver­lauf der Som­mer­wo­chen zur Per­sön­lich­keit einer jun­gen Frau, die schon erwach­sen ist, aber ent­schlos­sen auf der Suche blei­ben will – nach der, die sie sein möch­te, sein könn­te. Anas Begeg­nun­gen mit der Welt wer­den zu Moment­auf­nah­men der Mög­lich­kei­ten, die in ihrer kom­pli­zier­ten Viel­falt ein zeit­ge­nös­si­scher Gegen­ent­wurf sind, zur schick­sal­haf­ten Vor­be­stim­mung jun­ger Frau­en, damals. Anas Fami­lie, vor allem ihre Groß­mut­ter und ihre Män­ner spie­len fast klassisch-etablierte Rol­len, doch für Ana selbst sind Genre-Vorbilder selt­sam hin­fäl­lig. Als Star die­ses Films ist Ana ein­zig einer Gegen­wart ver­pflich­tet, die per­ma­nent zwi­schen Komö­die und Melo­dra­ma balan­ciert. (Doro­thee Wen­ner)

F/BE 2016, 94 Min. frz. OmU
Regie: Rachel Lang
Kame­ra: Fio­na Braillon
Schnitt: Sophie Ver­cruys­se
mit: Salo­mé Richard, Claude Gen­sac, Swann Arlaud, Oli­vi­er Chan­tre­au, Laza­re Gous­se­au, Jori­jn Vrie­sen­dorp, Driss Ram­di, Noé­mie Ros­set u.a.