Ein Film von Alice Diop.
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Der vielfach ausgezeichnete erste Spielfilm Saint Omer von Dokumentarregisseurin Alice Diop begleitet die junge Akademikerin Rama zu einem Gerichtstermin, in dem eine unfassbare Tat verhandelt wird: eine aus dem Senegal stammende Frau hat ihr Baby im Meer ertrinken lassen. Es scheint, als warte die Angeklagte selbst durch den Prozess auf eine Antwort auf die Frage nach dem Warum?. Die aus Paris angereiste Rama identifiziert sich mit der Angeklagten und plant eine Reportage. Das Verfahren beginnt, aber nach den ersten Aussagen wird klar, dass nichts klar ist. Wer sitzt hier wirklich auf der Anklagebank? Und wie schnell kann ein Urteil gefällt werden angesichts dieser unvorstellbaren Tötung?
Inspiriert von einer wahren Begebenheit erzählt Alice Diop von Brüchen in weiblichen Biografien und eine Geschichte der kulturellen Unterschiede – nicht nur zwischen Minderheiten und der Mehrheitsgesellschaft, sondern auch innerhalb der Diaspora. Ein packender, intelligenter Film über universelle Fragen von Wahrheit, Ausgrenzung und Mutterschaft, streng und intensiv.
„Saint Omer widmet sich Themen wie Mutterschaft und Rassismus, ohne sie thesenhaft auszuformulieren oder in dramatischen Konflikten aufzulösen. Der Film ist dabei zugleich genau und unverbindlich. Es geht um Überschneidungen, aber nicht um deckungsgleiche Erfahrungen. Mehrmals beschwört Diop dabei ein weibliches Gemeinschaftsgefühl herauf. Während einer Vorlesung von Rama schneidet sie auf interessierte Studentinnen; und die Verhandlung schafft durch Aufnahmen von wissenden Zuhörerinnen eine verständnisvolle Atmosphäre, die lediglich einige Male durch das bösartige Gepolter des Staatsanwalts gestört wird.“ Filmdienst
SAINT OMER wurde beim Filmfestival Venedig mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet und ist offizieller Kandidat Frankreichs für den Auslands-Oscar 2023.





Credits:
FR 2022, 123 Min., franz. OmU
Regie: Alice Diop
Kamera: Claire Mathon
Schnitt: Amrita David
Mit Kayije Kagame, Guslagie Malanda, Valérie Dréville, Aurélia Petit u. a.
Trailer:
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A film by Alice Diop. In French with German subtitles
[Credits] [Tickets & Termine] [Trailer]
French director Alice Diop has explored intrafamilial fractures in Afro-European families in a series of notable documentaries, most recently NOUS (2021). SAINT OMER, her first work of fiction, is co-written with acclaimed author Marie Ndiaye and continues this project within the framework of a cleverly mirrored courtroom drama – creating one of the most astonishing fiction debuts of the year. The starting point is a fait divers about a young woman from Senegal who abandoned her 15-month-old baby to the tide on a beach in northern France. On the one hand, Diop follows this woman’s trial in an emphatically sober tone, with the accused presenting herself neither as a victim of circumstances nor as a conscienceless perpetrator. This choice of staging already creates a sort of defamiliarization that makes clear attributions and simple answers difficult. However, the film turns out to be even more complex due to the fact that there is an outside perspective to boot: Rama, a young novelist working on the ancient Medea myth, is attending the trial. Rama is pregnant, but that’s not the only reason the woman’s story triggers doubts in her about her own self-image. Diop tells a story of cultural differences – not only between minorities and the majority society, but also within the diaspora. (Dominik Kamalzadeh)





Credits:
FR 2022, 123 Min., franz. OmU
Regie: Alice Diop
Kamera: Claire Mathon
Schnitt: Amrita David
Mit Kayije Kagame, Guslagie Malanda, Valérie Dréville, Aurélia Petit u. a.
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