Ein königlicher Tausch

Ein Film von Marc Dugain. Ab 28.1. im fsk.

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Frank­reich, am Hof von Ver­sailles, 1721. Um den Frie­den mit Spa­ni­en zu sichern, ersinnt Her­zog Phil­ipp von Orléans (Oli­vi­er Gour­met), Regent, bis Lud­wig XV. alt genug ist, um König zu wer­den, einen Plan: Sei­ne zwölf­jäh­ri­ge Toch­ter Loui­se Eli­sa­beth (Ana­ma­ria Var­tol­mei) wird nach Madrid geschickt, um den gleich­alt­ri­gen Don Luis (Kacey Mot­tet Klein) zu hei­ra­ten, Sohn des spa­ni­schen Königs Phil­ipp V. (Lam­bert Wil­son). Im Gegen­zug wird die erst vier Jah­re jun­ge Toch­ter Phil­ipps, Maria Anna Vic­to­ria (Julia­ne Lepou­reau) nach Paris geschickt, um Gemah­lin des zukünf­ti­gen Königs Lud­wig XV. zu wer­den.

An der Gren­ze der bei­den Län­der fin­det der so genann­te Aus­tausch der Prin­zes­sin­nen statt, bei­de Mäd­chen fin­den sich plötz­lich in völ­lig unge­wohn­ter Umge­bung wie­der, müs­sen sich als Gemah­lin bewei­sen, ohne recht zu wis­sen, was ihnen geschieht. Wäh­rend Maria Anna Vic­to­ria ohne­hin viel zu jung zum Kin­der­be­kom­men ist, wird am spa­ni­schen Hof von Loui­se Eli­sa­beth erwar­tet, dass sie mög­lichst bald für einen Thron­fol­ger sorgt. Doch wäh­rend sie mit den Avan­cen von Don Luis, der es sei­nem viri­len Vater end­lich nach­tun möch­te, so gar nichts anzu­fan­gen weiß, ist die lieb­li­che Maria Anna Vic­to­ria hin­ge­ris­sen von Lud­wig XV. Der wie­der­um hat wenig Inter­es­se an Mäd­chen und schon gar nicht an sei­ner kind­li­chen Gemah­lin und wird von unter­schied­lichs­ten Sei­ten beein­flusst.

Eine erstaun­li­che, tat­säch­lich wah­re his­to­ri­sche Epi­so­de hat Chan­tal Tho­mas für ihren his­to­ri­schen Roman aus­ge­gra­ben, der nun die Basis für Marc Dugains Film lie­fert. Vor ein paar Jah­ren hat­te Tho­mas auch die Vor­la­ge für den dama­li­gen Ber­li­na­le-Eröff­nungs­film „Leb wohl, mei­ne Köni­gin!“ gelie­fert, der von Marie-Antoi­net­te und ihrer Vor­le­se­rin han­del­te. Eini­ge Jah­re frü­her spielt nun „Ein könig­li­cher Tausch“, indem erneut zwei Frau­en, bzw. jun­ge Mäd­chen die Haupt­rol­le spie­len, die zum Spiel­ball des Hofes wer­den.

Als rei­ne Ver­hand­lungs­mas­se wer­den die Mäd­chen – und natür­lich auch die jun­gen Män­ner – benutzt, zwi­schen den Rei­chen hin und her gescho­ben, als Frie­dens­be­weis, als Gebär­ma­schi­nen behan­delt, ihre eige­nen Gefüh­le oder Wün­sche kom­plett igno­riert. Ganz selbst­ver­ständ­lich geschieht das, weil es schon immer so war, weil es Gott so wünscht, so betont es gera­de Phil­ipp V. immer wie­der, den Lam­bert Wil­son, als beein­dru­ckends­ter erwach­se­ner Schau­spie­ler im Film, vol­ler Weh­lei­dig­keit und Pathos spielt.
Micha­el Meyns | programmkino.de

 

Credits:

L’échange des princes­ses
Frankreich/Belgien 2017, 100 min., frz. OmU
Regie: Marc Dugain
Kame­ra: Gil­les Por­te
Schnitt: Moni­ca Cole­man
Buch: Chan­tal Tho­mas & Marc Dugain, nach dem Roman von Chan­tal Tho­mas
mit: Lam­bert Wil­son, Ana­ma­ria Var­to­lom­ei, Oli­vi­er Gour­met, Cathe­ri­ne Mou­chet, Kacey Mot­tet Klein, Julia­ne Lepou­reau

 

Ter­mi­ne:

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Trai­ler: