Mein Ende. Dein Anfang.

Ein Film von Mari­ko Mino­gu­chi. Ab 28.11. im fsk.

[Credits] [Ter­mi­ne] [Trai­ler]

Nora, noch nicht lan­ge mit ihrem Freund zusam­men, muss nach sei­nem plötz­li­chem und gewalt­sa­men Tod , die­se Zäsur in ihrem Leben ver­ar­bei­ten. Nach Ver­su­chen alles zu ver­drän­gen, beginnt sie lang­sam den Ver­lust anzu­neh­men.
Gleich­zei­tig, in der sel­ben Stadt, sorgt sich Natan um sei­ne Toch­ter, die unter einer schwe­ren Krank­heit lei­det, deren Behand­lung für ihn unbe­zahl­bar ist.
Wie die­se bei­den Geschich­ten, unter­füt­tert von rela­ti­vi­täts­theo­re­ti­schen Über­le­gun­gen, zuein­an­der fin­den und das Lei­den der Betei­lig­ten einen even­tu­el­len Trost erfah­ren, ist die gro­ße Kunst die­ser Erzäh­lung, ohne dabei durch ihre Fül­le und Kom­ple­xi­tät aus­ein­an­der­zu­stre­ben.
Ein Film, der sich aus vie­len klei­nen Sze­nen und Momen­ten ele­gant in ein Gan­zes zusam­men­fügt, dabei mit­hil­fe von Par­al­lel­mon­ta­gen und Rück­blen­den schein­bar Ver­wir­rung stif­tet und doch als Erzäh­lung wun­der­bar har­mo­nisch wirkt, wobei die Geschich­te aller­dings alles ande­re als kon­flikt­frei ist: Eine Lie­bes­ge­schich­te und gleich­zei­tig ein Kri­mi­naldra­ma. Dabei gelingt es ihm, die zeit­wei­li­gen Ori­en­tie­rungs­lo­sig­keit der Prot­ago­nis­ten auf den Zuschau­er zu über­tra­gen, um sich dann doch hier und da ein Inne­hal­ten, die Mög­lich­keit in ruhi­ges Fahr­was­ser zu kom­men, offen­zu­hal­ten.

In Mün­chen zeigt sie nun ihr ful­mi­nan­tes Spiel­film­de­büt, ein sel­ten inten­si­ves Kino­er­leb­nis, stän­dig in Bewe­gung, intim und nah dran, ohne Angst vor Pathos. Gleich am Anfang insze­niert Mino­gu­chi einen Bank­über­fall und einen Todes­fall, der die Haupt­fi­gur ins Wan­ken bringt – und für einen kur­zen Moment mag man ver­wun­dert inne­hal­ten, was doch alles in deut­schen Fil­men mög­lich ist, wenn dahin­ter ein unbe­ding­ter Erzähl­wil­le steckt.
Mino­gu­chi hat das Dreh­buch samt Zeit­sprün­gen und irren Koin­zi­den­zen selbst ver­fasst, sie über­höht das Eigen­ar­ti­ge und das Merk­wür­di­ge und lässt es zu einer roman­ti­schen Erzäh­lung epi­schen Aus­ma­ßes anwach­sen. „Mein Ende. Dein Anfang.” ist ein Werk, das sehr dar­auf ver­traut, dass das Kino als Affekt­raum bespielt wer­den kann und es dafür Mecha­nis­men gibt. Dass die­ses Kal­kül auf­geht, ist eine umso grö­ße­re Über­ra­schung – die wohl schöns­te in die­sem Münch­ner Jahr­gang.“
Frédé­ric Jae­ger

 

 
Credits:

DE 2019, 111 Min., OmeU
Regie: Mari­ko Mino­gu­chi
Kame­ra: Juli­an Kru­bas­ik
Schnitt: Andre­as Menn,
mit: Sas­kia Rosen­dahl, Juli­us Feld­mei­er, Edin Has­a­no­vic, Jea­net­te Hain, Lil­ly For­gach

Ter­mi­ne:

  • noch kei­ne oder kei­ne mehr

 
Trai­ler: